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Kulturnachrichten

Freitag, 25. Dezember 2020

Violinist Ivry Gitlis mit 98 Jahren gestorben

Der französisch-israelische Geiger Ivry Gitlis ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Gitlis spielte mit zahlreichen bedeutenden Dirigenten, aber auch Jazz- und Rockmusikern zusammen, wie beispielsweise den Rolling Stones und Dizzy Gillespie und galt als besonders experimentierfreudig und vielseitig. Zeitlebens engagierte er sich für die Vermittlung von Klassischer und Neuer Musik und für den Friedensprozess im Nahen Osten. Noch mit Anfang 90 spielte Gitlis täglich sein Instrument und gab Meisterkurse.

Europarat-Bildungsvereinigung in Moskau unerwünscht

Russland hat die Vereinigung von Schulen zur politischen Bildung beim Europarat zur unerwünschten Organisation erklärt. Die Vereinigung, die sich für die Entwicklung der Demokratie und Zivilgesellschaft in autoritär geführten Staaten einsetzt, ist nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Moskau eine "Gefahr" für die Sicherheit Russlands. Die Entscheidung der Ermittler sei dem Justizministerium übergeben worden, das die Liste der unerwünschten Organisationen führe, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Auf der Liste stehen mehr als 30 Organisationen. Die Bildungsvereinigung setzt sich nach eigener Darstellung dafür ein, dass in Ländern etwa der früheren Sowjetunion neue Generationen von Führungspersönlichkeiten für Politik, Wirtschaft, Soziales und Kultur ausgebildet werden. Dabei gehe es um die Förderung von Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit.

Basilika von Saint-Denis bekommt Turm zurück

Die frühgotische Basilika von Saint-Denis, Grablege der französischen Könige, bekommt einen neuen Turm. Nach jahrzehntelangen Diskussionen bewilligten die sieben Departements der Ile-de-France 20 Millionen Euro für die Wiederherstellung des im 19. Jahrhundert abgebauten Nordturms. Es handelt sich demnach um Anfang 2019 beschlossene, aber umgewidmete Gelder zur Restaurierung der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Diese würden derzeit aufgrund der anschließenden Brandkatastrophe und der internationalen Spendenkampagnen für Notre-Dame nicht benötigt. So kommt nun Saint-Denis zum Zug. Die Verantwortlichen vor Ort wollen damit auch Touristen anziehen, das Image der verrufenen Pariser Vorstadt verbessern und die Stadtentwicklung fördern.

Michael Jacksons "Neverland"-Ranch hat neuen Besitzer

Die "Neverland"-Ranch des im Jahr 2009 verstorbenen Pop-Superstars Michael Jackson ist an einen US-Milliardär verkauft worden. Das Anwesen in Kalifornien wurde von dem Geschäftsmann Ron Burkle erworben, wie dessen Sprecher mitteilte. Nach Informationen des "Wall Street Journal" soll Burkle dafür den stark reduzierten Preis von rund 22 Millionen Dollar gezahlt haben. Im Jahr 2015 waren dafür noch 100 Millionen Dollar verlangt worden. Der schwer verschuldete Jackson hatte die "Neverland"-Ranch bereits ein Jahr vor seinem Tod verkauft. Sie wurde damals von der Investmentfirma Colony Capital für 22,5 Millionen Dollar erworben. Der neue Besitzer betrachtet das Anwesen nach Angaben seines Sprechers als "Gelegenheit zum Geschäft mit Bauland". Das Geschäftsimperium von Burkle ist weitverzweigt und erstreckt sich von der Supermarkt- bis zur Unterhaltungsbranche.

Filmproduktionsfirma MGM offenbar vor dem Verkauf

Die amerikanische Filmproduktionsgesellschaft MGM will sich einem Medienbericht zufolge zum Verkauf stellen. Das Unternehmen habe bereits Investmentbanken für eine potenzielle Transaktion beauftragt, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Filmproduktionsgesellschaft sei auf Basis privat gehandelter Aktien und einschließlich Schulden rund 5,5 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen könnte für Bieter interessant sein, die nach Wachstum im Video-Streaming-Geschäft streben. Zu den bekanntesten Produktionen von MGM gehören unter anderem die Filme von James Bond. MGM wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Rockgitarrist Leslie West mit 75 gestorben

Der Rockmusiker Leslie West ist im Alter von 75 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. West war Gitarrist der Hard-Rock-Band "Mountain", die in den 70er-Jahren ihre größte Popularität hatte. "Mountain" verstand sich als Folgeband der Rockformation "Cream" und feierte den Durchbruch auf dem legendären Woodstock-Festival. Über die Jahrzehnte formierte sich "Mountain" immer wieder neu, die Band galt für viele Fans als erste Hard-Rock-Band der Welt. Ihr größter Hit war "Mississippi Queen", das 1970 auf dem Debütalbum "Climbing!" erschien. West gründete während einer "Mountain"-Pause außerdem die Band "West, Bruce and Laing" zusammen mit dem Cream-Bassisten Jack Bruce und dem Schlagzeuger Corky Laing.

Weißer Ring warnt vor bloßstellenden Posts

Der Bundesvorsitzende der Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer Weißer Ring, Jörg Ziercke, hat an Eltern und Lehrer appelliert, stärker hinzuschauen, wenn Jugendliche kompromittierende Aufnahmen von Mitschülern per Smartphone verschicken. Viele posteten frei und ausgelassen anstößige Bilder von Freunden, sagte der frühere Chef des Bundeskriminalamts der Deutschen Presse-Agentur. Dies grenze oft Menschen aus, habe Beleidigungs- oder Stalkingcharakter oder entspreche dem Straftatbestand der Verbreitung jugendpornografischer Bilder. Es handle sich um ein ernstes Problem und werde auch noch stärker werden. So manche Verhaltensauffälligkeit Jugendlicher habe in im Internet geposteten Bildern ihre Ursache.

Corona beschert Fernsehsendern Heiligabendrekord

In den meisten Jahren ist Heiligabend der publikumsschwächste Fernsehabend des Jahres. Doch im Corona-Jahr ist auch das anders gewesen. Statt wie letztes Jahr knapp 19,6 Millionen saßen diesmal an Heiligabend im Schnitt 21,1 Millionen vor dem Bildschirm, wie die AGF Videoforschung am ersten Weihnachtstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das sei ein Zehn-Jahres-Hoch und 8,0 Prozent mehr als der Wert des Vorjahres. Der Anstieg komme vor allem durch eine höhere Sehbeteiligung älterer Zielgruppen, das heißt bei Personen ab 50 Jahren, zustande. Die im Vergleich zu den Vorjahren sehr deutlich angestiegene Sehbeteiligung deute darauf hin, dass die Corona-Beschränkungen den traditionellen Weihnachtsablauf insbesondere bei älteren Zielgruppen verändert hätten. Offensichtlich sei Fernsehen als Alternative für das fehlende Zusammenkommen im Kreis der Familie oder die Absage von Präsenzgottesdiensten genutzt worden.

Wissenschaftler finden kleinsten Käfer Europas

Der kleinste Käfer Europas ist auch im Nationalpark Harz zu Hause. Er ist nur einen halben Millimeter lang und so dünn wie ein menschliches Haar. Wissenschaftler hätten zum ersten Mal den Zwergkäfer "Baranowskiella ehnstromi" in dem Großschutzgebiet nachgewiesen, sagte der Sprecher der Wernigeröder Nationalparkverwaltung, Friedhart Knolle, der Deutschen Presse-Agentur. Für das erstmals 1997 entdeckte Tier gibt es deutschlandweit nur wenige Nachweise. Der zur Familie der Federflügler gehörende Käfer ist vor allem in den Fruchtkörpern des Muschelförmigen Feuerschwamms zu finden. Das ist ein parasitischer Pilz, der hauptsächlich auf der Unterseite von Ästen und Stämmen von Bäumen wächst und Standorte mit hoher Luft- und Bodenfeuchtigkeit bevorzugt. Die Pilzexperten des Nationalparks waren beim Monitoring aufgerufen, gezielt nach dem Muschelförmigen Feuerschwamm Ausschau zu halten. Auch dieser sei bisher nicht für das Nationalparkgebiet belegt gewesen, so Knolle. Der Erstfund sei im Eckertal am Rande einer bewaldeten Halde in Bachnähe gelungen.

Großbritannien verlässt Erasmus-Programm

Großbritannien wird im Zusammenhang mit dem ausgehandelten Brexit-Handels-Abkommen auch aus dem europäischen Erasmus-Förder-Programm für Studierende austreten. Es sei eine schwierige Entscheidung gewesen, sagte Premierminister Johnson. Allerdings sei das Programm für sein Land extrem teuer. Der Regierungschef kündigte eine Alternative an. Mit dieser wolle er es britischen Studierenden ermöglichen, an die besten Universitäten der Welt zu gehen und nicht nur an die in Europa. Für die derzeit rund 150.000 Studierenden aus der EU dürfte der Aufenthalt in Großbritannien nun teurer werden. Gestern hatten sich die Unterhändler der Europäischen Union und Großbritanniens auf einen Handelspakt verständigt. Das Abkommen soll die künftigen Beziehungen regeln.

Gemeinsames „Wort zum Heiligabend“ im Fernsehen

Die obersten deutschen Bischöfe der evangelischen und katholischen Kirche haben sich erstmals in einem gemeinsamen „Wort zum Heiligabend“ geäußert. Im ARD-Fernsehen sagten der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, das Corona-Virus habe unermessliches Leid über die Menschheit gebracht. Die Pandemie habe den Menschen ihre eigene Verletzlichkeit vor Augen geführt und viele nachdenklich gemacht. Es stelle sich die Frage, was wirklich wichtig sei im Leben. Die derzeitige Situation könne man als Einladung zu einem bewussten Leben und als Aufforderung zu einer neuen Solidarität verstehen.

BBC zeigt Fake-Queen mit Weihnachtsbotschaft

Der britische Sender BBC hat die Queen in einem Fake-Video gezeigt. Die alternative Weihnachtsbotschaft, in der die mittels sogenannter Deepfake-Technologie synchronisierte Königin Elizabeth II. in einem Twitter-Video spricht, solle auf die Gefahren von Fake-Inhalten hinweisen, so der Sender. In dem satirischen Video klagt die Queen unter anderem über den Abgang von Harry und Meghan. "Es gibt wenig schmerzhaftere Dinge, als wenn dir jemand sagt, dass er die Gesellschaft von Kanadiern bevorzugt", so die animierte Queen. Der Queen-Enkel Prinz Harry und seine Frau hatten sich vom Königshaus losgesagt und zeitweise in Kanada gelebt. Durch das Video habe es Beschwerden bei der Aufsichtsbehörde Ofcom gegeben, hieß es in einem BBC-Bericht. Die royale Autorin Penny Junor erboste sich laut "Telegraph" über die Parodie: wenige Dinge seien in heutigen Zeiten heilig - aber dies gehe zu weit.

Frauenrechtsaktivistin in Afghanistan getötet

In Afghanistan ist eine Frauenrechtsaktivistin bei einem Angriff getötet worden. Die 29-jährige Freschta Kohistani wurde in der Provinz Kapisa von bewaffneten Angreifern auf einem Motorrad erschossen, teilte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums mit. Dabei sei auch ihr Bruder getötet worden. Die Aktivistin hatte vor einigen Tagen auf Facebook mitgeteilt, sie habe die Behörden um Schutz ersucht, da sie Drohungen erhalten habe. Zugleich verurteilte sie in ihrem Beitrag die jüngsten Angriffe auf Journalisten und Aktivisten. In Afghanistan gebe es "keine Hoffnung auf Frieden", schrieb die 29-Jährige. Bekannte Politikerinnen, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten in Afghanistan sind zuletzt verstärkt ins Visier von Extremisten geraten. Trotz der Friedensverhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den radikalislamischen Taliban haben die Angriffe in jüngster Zeit wieder zugenommen.

Grütters: Positive deutsche Geschichte besser würdigen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will zur Stärkung der Demokratie positive Seiten deutscher Geschichte mehr in den Mittelpunkt rücken. Das sagte sie der Deutschen Presse Agentur. Die Deutschen hätten sich intensiv mit den Abgründen ihrer Geschichte beschäftigt und täten dies auch weiterhin. Gleichzeitig würde es manchmal schwer fallen, die positiven Seiten der deutschen Geschichte angemessen zu würdigen, so Grütters. Als Beispiel nannte sie die jahrelange Diskussion um ein Einheitsdenkmal. Deshalb solle eine Erinnerungskultur für die positiven Momente deutscher Geschichte entwickelt werden. Grütters geht es dabei auch um die Verteidiung der Symbole der Demokratie, wie etwa die Deutschlandflagge. Diese dürfe nicht in Misskredit geraten, weil die Farben von Verächtern des demokratischen Gemeinwesens vereinnahmt werden. Eine schweigende Mehrheit dürfe nicht einer lautstarken Minderheit das Feld überlassen. Die Farben Schwarz-Rot-Gold stünden für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte.

Himmelpfort: Rekordzahl an Weihnachts-Wunschzetteln

Kinder aus aller Welt haben an den Weihnachtsmann im brandenburgischen Himmelpfort so viele Wunschzettel geschickt wie noch nie. In der Weihnachtspostfiliale der Deutschen Post nördlich von Berlin sei im Corona-Jahr die Rekordzahl von 320 000 Briefen eingegangen, berichtete Unternehmenssprecherin Anke Blenn. Im Vorjahr waren es 294 000 Wunschzettel. Mit 21 000 Briefen aus 62 Ländern sei auch die Zahl der Einsendungen von Kindern aus dem Ausland in diesem Jahr höher als sonst. 2019 waren es 14 500. Angesichts der Corona-Beschränkungen hätten offensichtlich viele Kinder und deren Eltern das Briefeschreiben wieder entdeckt, um sich auf sehr persönliche Weise an den Weihnachtsmann zu wenden, sagte Blenn.

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