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Kulturnachrichten

Montag, 19. April 2021

Vier Millionen jährlich für "Neue Künste" im Ruhrgebiet

Virtual Reality, Akrobatik oder Techno-Sounds: Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will ab 2022 jährlich vier Millionen Euro in das Programm "Neue Künste Ruhr" investieren. Es gehe darum, zukunftsweisende Kunstformen fest im Ruhrgebiet zu verankern, erklärte Kulturministerin Pfeiffer-Poensgen in Düsseldorf. Dazu zählen vier Programmlinien: Neben digitalen Künsten sind dies die sogenannten Urban Arts wie etwa Breakdance oder Poetry Slam, zeitgenössischer Zirkus sowie die Clubszene der elektronischen Musik, die Lichtkunst, Sound-Art und zeitgenössischen Tanz kombiniere.

"Downton Abbey": Zweiter Kinofilm zu Weihnachten

Im Dezember soll die Kinofortsetzung des "Downton Abbey"-Films von 2019 auf die Leinwand kommen. Wie die Produzenten auf Twitter bekanntgaben, ist die gesamte Originalbesetzung wieder dabei - neu kommen Hugh Dancy, Laura Haddock, Nathalie Baye und Dominic West dazu. Vorlage für den Kinofilm ist die preisgekrönte britische Erfolgsserie um die englische Adelsfamilie Crawley und ihre Dienerschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Neue Leiterin für das Neue Museum Nürnberg

Das Neue Museum Nürnberg erhält eine neue Leitung. Ab 1. Juli wird Simone Schimpf, seit 2013 verantwortlich für das Museum für Konkrete Kunst (MKK) in Ingolstadt, das Amt übernehmen, wie das Kunstministerium in München mitteilte.
Die promovierte Kunsthistorikerin steht der Stiftung für Konkrete Kunst und Design vor, zudem ist sie seit 2017 stellvertretende Vorständin der Alf-Lechner Stiftung in Ingolstadt. In dem preisgekrönten Gebäude des Architekten Volker Staab werden Kunst und Design ab den 1950er Jahren gezeigt.

Buttersäure-Anschlag auf das Buchhaus Loschwitz

Auf das Buchhaus Loschwitz in Dresden ist in der Nacht ein Anschlag verübt worden. Nach Auskunft der Polizei wurde die Schaufensterscheibe zerschlagen und danach eine mit Pyrotechnik und Buttersäure gefüllte Flasche in das Geschäft geworfen. Es entstand ein Sachschaden. Den Angaben zufolge kann ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden, der Staatsschutz ermittelt. Betreiberin des Buchhauses Loschwitz ist Susanne Dagen. Sie geriet immer wieder wegen ihrer Nähe zu rechten Kreisen in die Kritik, unter anderem gibt sie die "Exil"- Buchreihe heraus, die der rechte Verleger Götz Kubitschek verkauft. Das Buchhaus Loschwitz wurde 2015 und 2016 mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet.

Berliner Poesiefestival weicht ins Internet aus

Das Berliner Poesiefestival findet wegen der Pandemie erneut online statt. Rund 150 Mitwirkende aus etwa 40 Ländern sollen vom 11. bis 17. Juni zu digitalen Lesungen, Gesprächen, Konzerten und Workshops zusammenkommen, wie die Veranstalter ankündigten. Geplant sind unter anderem Beiträge der Autorinnen Yoko Tawada ("Das nackte Auge"), Marion Poschmann ("Die Kieferninseln") und Ursula Krechel ("Landgericht"). Das Motto lautet "Da liegt Europa" - so können beispielsweise Interessierte an einem gemeinsamen Gedicht über die "Zukünfte des Kontinents" schreiben.

Hamburger Kultursenator kritisiert Corona-Notbremse

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) hat die geplanten Beschlüsse zur bundesweit einheitlichen Corona-Notbremse als zu rigide kritisiert. Sinnvoll wäre es im Kulturbereich, bei Veranstaltungen "zwischen Drinnen und Draußen" zu differenzieren, schreibt Brosda in einem Gastbeitrag auf "Zeit Online". Die Perspektive auf einen kulturellen Sommer unter freiem Himmel könnte die kreativen Energien freisetzen, die sich seit Monaten in einem Dämmerzustand befinden. Sinnvoll wären zudem präzise Modellversuche, unter welchen Bedingungen kulturelle Öffnungen möglich sind, wenn die Inzidenzen sinken.

Corona-Hilfen für Laien-Ensembles auf dem Land

Zur Unterstützung von Laien-Orchestern auf dem Land stellt die Bundesregierung zehn Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung der Amateurmusik solle den Ensembles nach Monaten des pandemiebedingten Stillstands als Motivationshilfe für einen kraftvollen Neustart dienen, teilte der Bundesmusikverband Chor und Orchester in Berlin mit. Das neue Förderprogramm "Impuls" richtet sich den Angaben zufolge an Amateurmusikensembles aus Kommunen mit höchstens 20.000 Einwohnern. Die Fördersummen betragen zwischen 2.500 und 15.000 Euro. Die Förderung ist den Angaben zufolge Teil des Rettungsprogramms "Neustart Kultur" der Bundesregierung. Der Bundesmusikverband Chor und Orchester ist der Dachverband von 21 weltlichen und kirchlichen Chor- und Orchesterverbänden mit insgesamt 100.000 Ensembles.

Carax-Film "Annette" eröffnet Filmestival in Cannes

Das Musical "Annette" von Leos Carax eröffnet das diesjährige Filmfestival in Cannes. Das kündigte der Festival-Verantwortliche Thierry Frémaux im Radiosender France Inter an. Zugleich bekräftigte er die Absicht, dass das Festival im Juli vor Ort stttfinden soll. Über Carax sagte Freymoux, dieser zeichne sich durch seine "visionäre und rätselhafte" Bildsprache aus. Der Regisseur wurde mit "Die Liebenden von Pont-Neuf" 1991 international bekannt. Bis Ende Mai soll feststehen, welche weiteren Filme um die Goldene Palme konkurrieren. Oscar-Preisträger Spike Lee wird nach der coronabedingten Absage des traditionellen Festivals 2020 dieses Jahr die Jury leiten. Die Filmfestspiele sollen vom 6. bis zum 17. Juli stattfinden.

Nasa-Hubschrauber absolviert Flug auf dem Mars

Mit dem Mars-Hubschrauber "Ingenuity" hat erstmals ein Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Der Flug war eine besondere Herausforderung, weil die Mars-Atmosphäre nur ein Prozent der Dichte der Erdatmosphäre hat. Deshalb musste "Ingenuity" so leicht wie möglich sein und ähnelt mit seinen 1,8 Kilogramm Gewicht eher einer Drohne. Das Flugobjekt soll bis zu fünf Flüge über der Mars-Oberfläche mit einer maximalen Reichweite von 300 Metern absolvieren. In der Zukunft könnten solche Fluggeräte "eine ganz neue Ära der Mars-Erforschung eröffnen", sagt der Chef-Ingenieur des Projekts, Bob Balaram. Sie könnten etwa Gebiete erreichen, in die Rover nicht gelangen können.

Kabarettist bedauert Absage schwarzer Satire-Figur

In der Diskussion um einen Satire-Beitrag des Bayerischen Rundfunks (BR) mit einem fiktiven schwarz-geschminkten Kanzlerkandidaten hat Kabarettist Helmut Schleich den Sender kritisiert. Schleich sagte in einem Interview des "Münchner Merkurs" und der "tz", er bedauere, dass "der Diskriminierungsvorwurf stärker gewichtet wurde als die Freiheit der Kunst". In seiner Sendung "SchleichFernsehen" war der Kabarettist Anfang April in die Rolle eines in Afrika lebenden Sohnes des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Strauß (CSU) geschlüpft - und hatte für seinen "Maxwell Strauß" das Mittel des Blackfacings genutzt. Nach Rassismusvorwürfen hatte der BR die Kunstfigur gestrichen. Die Problematik des Blackfacing sei ihm bewusst, sagt Schleich. Es handle sich aber "um einen Debattenimport", in Deutschland spiele das Thema historisch betrachtet keine besondere Rolle.

Britischer Choreograf Liam Scarlett ist tot

Mit nur 35 Jahren ist der britische Choreograf Liam Scarlett am Samstag in seinem Haus im britischen Ipswich gestorben. Das teilte seine Familie mit, ohne weitere Details bekannt zu geben. Scarlett galt als Wunderknabe des britischen Balletts. Sein internationaler Durchbruch gelang ihm mit "Visvera" für das Miami City Ballet, seither wurden seine Inszenierungen auf der ganzen Welt gezeigt. Im August 2019 suspendierte das Royal Ballet London seinen Haus-Choreografen, weil ihn Balletschüler der sexuellen Belästigung bezichtigt hatten. Eine Untersuchung zog keine juristische Verfolgung nach sich. Dennoch verlor Scarlett zahlreiche Aufträge. Am Tag seines Todes wurde bekannt, dass auch das Ballett in Kopenhagen die Zusammenarbeit beendet hatte.

Luke Bryan ist Country-Entertainer des Jahres

Sänger Luke Bryan ist bei den Country Music Awards als Entertainer des Jahres geehrt worden. Der 44-Jährige aus Georgia wollte bei der Preisverleihung eigentlich einen Song vorstellen, musste aber wegen eines positiven Corona-Tests absagen. Damit dominierten die Frauen den Abend: Carrie Underwood, Miranda Lambert und Mickey Guyton, die als erste schwarze Frau die ACM Awards moderierte. Maren Morris gewann zwei Preise, darunter Song des Jahres für "The Bones" und als Künstlerin des Jahres. Lambert trat drei Mal auf und verteidigte auch ohne weitere Auszeichnung ihren Rekord als Gewinnerin mit den meisten Preisen in der ACM-Geschichte. Das Album des Jahres kam von Chris Stapleton ("Starting Over").

Religionsgemeinschaften gedenken der Corona-Opfer

16 Religionsgemeinschaften haben in Nürnberg eine gemeinsame Aktion zum Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie gestartet. An mehr als 40 Kirchen, Moscheen, Gebets- und Gemeindehäusern wurden einheitliche Banner mit der Aufschrift "Corona hat uns alle getroffen" angebracht. Das Projekt solle "Orte der Trauer, aber auch Räume für das Loslassen" eröffnen, hieß es.
Voraussichtlich im Sommer werde es eine zentrale Feier der Stadt "unter Einbeziehung verschiedener spiritueller Traditionen" geben. Die Aktion nimmt nach Auskunft der Träger nicht nur Verstorbene und deren Hinterbliebene in den Blick, sondern auch andere Corona-Opfer wie Vereinsamte, Überforderte und Arbeitslose. Dazu kämen jene, die sich der Pandemie entgegenstemmten, Ärzte und Pflegende.

Konzert mit 5000 Zuschauern als Pilotprojekt

Ohne Masken und Abstand dürfen bis zu 5000 Zuschauer ein Konzert in Liverpool besuchen. Die Veranstaltung mit der Rockband Blossoms am 2. Mai ist Teil eines Pilotprojekts der britischen Regierung. Voraussetzung für den Eintritt ist ein aktueller, negativer Corona-Test. Auch nach dem Event sollen die Zuschauer einen Test machen. "Wir sind einem Sommer voller Live-Events einen Schritt näher gekommen, jetzt läuft unser wissenschaftlich geführtes Programm", sagte Kulturminister Oliver Dowden. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte, die Ergebnisse des Pilotprojekts spielten eine wichtige Rolle für zukünftige Sicherheitskonzepte. Bereits am Sonntag sollen beim Halbfinale des FA-Pokals zwischen den Fußball-Erstligisten Leicester City und FC Southampton 4000 Zuschauer im Londoner Wembley-Stadion zuschauen. Dabei handelt es sich um Anwohner und medizinisches Personal. Eine Woche später, beim Ligapokal-Finale zwischen Tottenham Hotspur und Manchester City, sind dann erstmals Anhänger der beteiligten Teams erlaubt.

Prominente fordern medizinische Hilfe für Nawalny

Mehr als 70 Prominente aus aller Welt haben in einem offenen Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin eine medizinische Behandlung für den im Straflager inhaftierten Kremlgegner Alexej Nawalny gefordert. Der Appell wurde in mehreren europäischen Tageszeitungen abgedruckt. Unterzeichnet haben ihn unter anderen die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, die drei Literaturnobelpreisträgerinnen Herta Müller, Louise Glück und Swetlana Alexijewitsch, Abba-Mitglied Björn Ulvaeus, die Schauspieler Benedict Cumberbatch und Kristin Scott Thomas sowie die Historiker Niall Ferguson und Simon Schama. Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch warnte bei Facebook, dass der Oppositionspolitiker sterben könnte. Nawalny befindet sich seit Tagen im Hungerstreik, um so einen Arztbesuch durchzusetzen. Ihm droht nun eine Zwangsernährung.

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