Seit 10:05 Uhr Lesart

Dienstag, 22.01.2019
 
Seit 10:05 Uhr Lesart

Fazit | Beitrag vom 15.12.2018

Verleihung der 31. European Film AwardsDer Favorit räumte ab

Jörg Taszman im Gespräch mit Marietta Schwarz

Beitrag hören Podcast abonnieren
Das Bild zeigt eine Szene des Films "Cold War - Der Breitengrad der Liebe". Zu sehen ist in schwarz-weiß ein Liebespaar von der Seite, das sich in die Augen schaut. (dpa-bildfunk / Neue Visionen)
Das Schwarzweiß-Meisterwek "Cold War" ist der Sieger des Abends. (dpa-bildfunk / Neue Visionen)

Zur Verleihung des 31. Europäischen Filmpreises trafen sich am Samstagabend Filmschaffende in Sevilla. "Cold War" galt als Favorit und gewann gleich in vier Kategorien. Unser Filmkritiker wünscht sich für die Zukunft eine "babylonischere" Gala.

Der Film "Cold War" von Pawel Pawlikowski hat bei der diesjährigen Verleihung der European Film Awards wie erwartet in den Kategorien "Bester Film", "Bester Regisseur", "Bestes Drehbuch" und "Beste Schauspielerin" abgeräumt – zu Recht, wie unser Filmkritiker Jörg Taszman im Deutschlandfunk Kultur erklärt.

Nur einen Preis hat die bewegende Liebesgeschichte, die im Kalten Krieg spielt, trotz Nominierung nicht erhalten, nämlich den für den besten Schauspieler. Dieser ging an Marcello Fonte für seine Rolle in "Dogman".

"Babylonische" Rede von Carmen Maura

Für Taszman also ein Abend ohne Überraschungen: Nicht nur, dass der Favorit fast alle Preise gewonnen hat, auch die Auszeichnung für den besten Debütfilm ist wie erwartet an "Girl" von Lukas Dhont gegangen. Carmen Maura, die für ihr Lebenswerk geehrt wurde, habe die bewegendste Rede gehalten, berichtet Taszman. Diese sei schier endlos gewesen und sehr lebhaft in drei Sprachen vorgetragen worden. Sicher ein Highlight des Abends.

"Die Veranstaltung flotter machen"

Die Verleihung hat fast drei Stunden gedauert, was definitiv zu lang sei, wenn man die geringe Zahl der Preise bedenke, sagt unser Filmkritiker. Die Europäer schafften es einfach nicht, eine Show zu produzieren, die mitreiße. Auch, dass die gesamte Veranstaltung komplett auf Englisch stattfinde, sollte man überdenken, regt Taszman an. Manche Stars habe man einfach nicht verstanden.

Es liege also vieles im Argen beim European Film Award. Man müsse die Gala insgesamt flotter machen, "von mir aus auch babylonischer", so wie bei der Rede von Carmen Maura, so Taszman weiter.

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 10Wachgerüttelt, durchgeschüttelt
Eine Frau hat sich einen #MeToo-Schriftzug auf den Unterarm geschrieben. (imago stock&people)

Was bleibt im Rückblick auf die Debatten dieses Theaterjahres? #MeToo, ganz klar. Über Gleichstellung sprechen Susanne Burkhardt und Elena Philipp mit France-Elena Damian vom Verein Pro Quote Bühne und diskutieren darüber, ob Theatermacher mit rechten Ideologen reden sollten.Mehr

Folge 9Überwältigende Übergänge
Die Schauspielerin Sesede Terziyan (als Elisabeth) steht am 10.01.2018 in Berlin bei der Fotoprobe zu dem Stück "Glaube Liebe Hoffnung" im Maxim Gorki Theater auf der Bühne. (picture alliance / Britta Pedersen / dpa)

Ist das "Postmigrantische Theater" ein Erfolg? Wie erlebten jüdische Bühnenkünstler Deutschland eigentlich nach ihrer Rückkehr aus dem Exil? Im Theaterpodcast #9 schauen wir auf einschneidende Übergänge und erinnern an den verstorbenen Theaterkritiker Dirk Pilz.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur