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Kulturnachrichten

Sonntag, 1. Dezember 2019

Vargas Llosa fürchtet Rückkehr zur "perfekten Diktatur"

Ein Jahr nach dem Amtsantritt des linkspopulistischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador fürchtet Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa, dass Mexiko erneut zu einer "perfekten Diktatur" wird. "Ich fürchte sehr, dass der Populismus, der die Ideologie des aktuellen Präsidenten zu sein scheint, uns wieder in eine perfekte oder nicht ganz so perfekte Diktatur führt, aber letztendlich in eine Diktatur", sagte der peruanische Schriftsteller in Mexiko-Stadt. Vargas Llosa hatte einst die Regierungszeit der Staatspartei PRI als "perfekte Diktatur" bezeichnet, die in Mexiko von 1929 bis 2000 ohne Unterbrechung herrschte. López Obrador hatte bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr angekündigt, mit dem Klüngel der PRI aufzuräumen. Kritiker werfen ihm allerdings vor, das Land weiter zu militarisieren und immer mehr Kompetenzen in seiner Hand zu bündeln.

Der Dirigent Mariss Jansons ist gestorben

Der Dirigent Mariss Jansons ist tot. Er ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Der 1943 im lettischen Riga geborene Jansons zählte zu den bedeutendsten Dirigenten der Welt. Seit 2003 leitete der Karajan-Schüler das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Er hatte dort seinen Vertrag bis zum Jahr 2024 verlängert. In den Jahren 2006, 2012 und 2016 leitete er das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. In der norwegischen Hauptstadt Oslo hatte Jansons den Grundstein für seine Weltkarriere gelegt. Von 1979 bis 2000 leitete er das Osloer Philharmonie-Orchester. 1992 wurde er Haupt-Gastdirigent des London Philharmonic Orchestra, 1997 Chefdirigent des Pittsburgh Symphony Orchestra und zwischen 2004 und 2015 zusätzlich Chefdirigent des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters.

Einbruch in Berliner Stasi-Museum

Einbrecher haben aus dem Stasi-Museum im Berliner Bezirk Lichtenberg Orden und Schmuck gestohlen. Sie seien zwischen Samstagabend und Sonntagmorgen über ein Fenster in das erste Stockwerk des Gebäudes eingestiegen, teilte die Polizei mit. Ein Museumsmitarbeiter habe am Sonntag mehrere zerschlagene Vitrinen in den Ausstellungsräumen entdeckt und die Beamten alarmiert. Der Wert des gestohlenen Schmucks und der Orden ist noch unklar.

Ermittlungen nach Brand im Weltkulturerbe Hallstatt

Nach einem Großbrand im österreichischen Weltkulturerbe-Ort Hallstatt hat die Polizei Ermittlungen zur Brandursache eingeleitet. Durch die Flammen wurden am Samstag fünf Gebäude beschädigt, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. 109 Feuerwehrleute waren im Einsatz, ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten schwer verletzt. Das Feuer brach am frühen Samstagmorgen in einer der Holzhütten am See aus. Bewohner kamen nicht zu Schaden. Der im Salzkammergut in Oberösterreich gelegene Ort Hallstatt gehört seit 1997 zum Weltkulturerbe. Wegen seiner idyllischen Lage und seiner vielen historischen Gebäude zieht er jedes Jahr hunderttausende Touristen an.

Almodóvar und Banderas dringen auf mehr Klimaschutz

Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar und der Schauspieler Antonio Banderas haben kurz vor dem Beginn des UN-Klimagipfels in Madrid in einem Video zu mehr Einsatz im Kampf gegen die Erderwärmung aufgerufen. "Die Erde ist unser Zuhause, wir müssen uns um sie kümmern", sagt Banderas in der zweieinhalbminütigen Aufzeichnung und fügt in Anlehnung an das Motto der Konferenz hinzu: "Es ist Zeit, zu handeln!". Es müsse jetzt ganz dringend auf den Klimawandel reagiert werden, mahnt auch Almodóvar mit Blick auf den Gipfel, der vom 2. bis 13. Dezember in der spanischen Hauptstadt stattfindet. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez postete das Video, in dem zahlreiche Stars aus Kultur und Sport zu Wort kommen, am Sonntag auf Twitter. Sánchez schrieb dazu, es handele sich um ein "entscheidendes Treffen", um ehrgeizigere Ziele im globalen Kampf gegen den Klimawandel zu formulieren. Es gelte jetzt, keine Zeit mehr zu verlieren.

Der Komponist Irving Burgie ist gestorben

Der US-Komponist Irving Burgie ist tot. Er ist am Freitag im Alter von 95 Jahren gestorben, wie die Premierministerin von Barbados in einer Rede sagte. Burgie hat den Text der Nationalhymne des Landes geschrieben. Am bekanntesten war er für Lieder, die er für den Sänger Harry Belafonte geschrieben hatte, so zum Beispiel für "Day O", auch bekannt als der "Banana Boat Song". Auch Lieder wie "Island in the Sun" oder "Jamaica Farewell" stammen aus seiner Feder. Der im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborene Burgie arbeitete in seiner Karriere auch mit Künstlern wie Jimmy Buffet, Chuck Berry oder Brian Wilson zusammen. Mit Millionen verkaufter Platten verhalf er dem afro-karibischen Musikstil des Calypso zu weltweiter Bekanntheit.

Knecht Ruprecht soll aus Sachsen-Anhalt stammen

Knecht Ruprecht, der Kinderschreck und Begleiter des Nikolaus, soll aus einem Dorf in Sachsen-Anhalt stammen. Das behauptet zumindest der Heimatverein von Ilberstedt und hat Designschutz für ein spezielles historisches Logo beantragt. "Knecht Ruprecht stammt aus Cölbigk", sagt der Vorsitzende Roland Halang. Im Jahr 1021 hatte einer Legende zufolge ein Priester namens Ruprecht tanzende Jugendliche wegen Lärms am Weihnachtsabend verhext, worauf sie ein Jahr lang ununterbrochen tanzen mussten. Der Priester soll das Vorbild für den Knecht Ruprecht sein, was Hoffnungen für den Tourismus in Cölbigk nährt. Der Landesheimatbund hält das Ganze indes für an den Haaren herbeigezogen.

Kirchen starten Weihnachtsaktionen

Mit einem Festgottesdienst im Freiburger Münster hat deutschlandweit die diesjährige Adveniat-Hilfsaktion der katholischen Kirche begonnen. Sie kommt Menschen in Lateinamerika und der Karibik zugute. Auch die evangelische Kirche hat heute ihre Hilfsaktion "Brot für die Welt" gestartet. Sie begann mit einem Gottesdienst in Rendsburg und steht wie im Vorjahr unter dem Motto "Hunger nach Gerechtigkeit".

Rostocker Kunstpreis geht an Fotograf Stromberg

Der Fotograf Gerhard Stromberg hat den mit 10.000 Euro dotierten Rostocker Kunstpreis 2019 gewonnen. Der Preis war in diesem Jahr für künstlerische Fotografie ausgeschrieben worden. Gegenstand von Strombergs Fotografien seien oft Landschaften, die für ihn Sinnbilder für das Wirken des Menschen auf seine Umwelt sind, hieß es zur Begründung. Zum Fotografieren ziehe es ihn in die Ferne nach Indien, Italien, Frankreich und Ungarn. Der 1952 in Ludwigshafen/Rhein geborene Stromberg wirkte als Fotograf und Hochschullehrer in Trondheim, Helsinki, Belgrad und verschiedenen britischen Städten. In Goldberg in Mecklenburg-Vorpommern hat er 2011 den Verein Goldbergkunst und eine Galerie gegründet.

Fake-News-Gesetz in Singapur

Facebook hat einen Nutzerbeitrag mit einem Berichtigungshinweis versehen, nachdem er von der Regierung in Singapur beanstandet wurde. Seit Samstag steht unter dem betroffenen Eintrag der "States Times Review": "Facebook ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen mitzuteilen, dass die Regierung von Singapur sagt, dass dieser Beitrag falsche Informationen enthalte." Im Mai hatte das Parlament des südostasiatischen Stadtstaats das "Gesetz zum Schutz von Online-Fälschungen und -Manipulationen" verabschiedet. Dieses trat im Oktober in Kraft. Es sieht unter anderem vor, dass klassische Medien ebenso wie Internet-Konzerne nach staatlicher Aufforderung Artikel entfernen müssen.

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Fazit

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Das derzeit ständig präsente Bild des Coronavirus dient als Beleg für eine Macht, die für unser Auge unsichtbar ist. Die Künstlerin Jenny Michel beschäftigt sich seit Jahren mit kleinsten Teilchen: Staub, Spinnweben und elektromagnetische Felder im Raum.Mehr

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