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Religionen | Beitrag vom 18.03.2018

Uwe Bork: "Muss denn Liebe Sünde sein?"Von Askese bis Tempelprostitution

Moderation: Anne Françoise Weber

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Regenbogenflagge an einem Kruzifix (imago / imagebroker / grassegger)
Wie stehen die Religionen zu Themen wie Sex in der Ehe, Homosexualität oder Prostitution? (imago / imagebroker / grassegger)

Die Weltreligionen haben einen sehr unterschiedlichen Umgang mit Liebe und Sexualität. Oft sind die Positionen auch innerhalb einer Religionsgemeinschaft viel pluraler, als bekannten Dogmen es vermuten lassen, sagt Religionsjournalist Uwe Bork.

Ihre Sexualität auszuleben, entferne die Gläubigen von Gott – so haben das nicht wenige Kirchenväter gesehen, und etwas von dieser Leibfeindlichkeit hat sich bis heute im Christentum erhalten. Im Tantrismus dagegen bietet "die im hingebungsvollen Liebesakt ausgelebte Sexualität die Chance, das Absolute zu erspüren und sich dem Göttlichen anzunähern", wie der Religionsjournalist Uwe Bork schreibt.

Buchcover "Muss denn Liebe Sünde sein?" von Uwe Bork, im Hintergrund Symbole der Weltreligionen (topos-Verlag / dpa / Urs Fueller)Buchcover "Muss denn Liebe Sünde sein?" von Uwe Bork, im Hintergrund Symbole der Weltreligionen (topos-Verlag / dpa / Urs Fueller)

Im Gespräch auf der Leipziger Buchmesse erläutert er, wie antike und aktuelle Religionen zum ehelichen Sex, zu Homosexualität, Inzest oder Prostitution stehen. Und zeigt dabei, dass es überraschende Überschneidungen gibt: Nicht nur Jesus, sondern auch der altägyptische Pharao und Buddha sollen manchen Quellen zufolge von einer Jungfrau geboren worden sein.

Göttliche Wesen, die sich mit Menschen einlassen

Und Geschichten, in denen sich göttliche Wesen mit Menschen einlassen, hat längst nicht nur die griechische Mythologie zu bieten.

Borks Fazit: "Gott, Allah und die Götter des Fernen Ostens oder des antiken Europa zeigen sich viel zurückhaltender als weithin angenommen, wenn sie mit den Richtschnüren ihrer Ethik und Moral die Lebensbahnen ihrer Gläubigen einengen. Sie vertrauen auf die Urteilskraft ihrer menschlichen Geschöpfe, augenscheinlich manchmal mehr als diese selbst." Liebe muss also auch nach religiösen Maßstäben nicht immer Sünde sein.

Uwe Bork: Muss denn Liebe Sünde sein? Liebe, Lust und Leidenschaft in den großen Weltreligionen
topos-Verlag, Kevelaer 2018
207 Seiten, 18 Euro

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