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Kulturnachrichten

Samstag, 14. April 2018

Usedomer Literaturpreis für Ilija Trojanow

Preis ist mit einmonatigem Arbeitsaufenthalt auf Usedom verbunden

Der aus Bulgarien stammende Autor Ilija Trojanow ist mit dem Usedomer Literaturpreis 2018 ausgezeichnet worden. Trojanow begehre in seinen Büchern auf gegen einen zunehmenden Populismus, nationale Egoismen, hermetische Abschirmung, aber auch zunehmende Überwachung und ungehemmte Kontrolle der Menschen, so die Jury in der Begründung. In seinen Werken zeige er eindrucksvoll, "dass das Vertrauen in Demokratie kein Selbstläufer mehr ist, sondern zivilgesellschaftliche Unterstützung, auch von Künstlern, erfordert." Der Usedomer Literaturpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und mit einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt auf der Ostsee-Insel Usedom verbunden. Verliehen wird er an Autoren, "die sich in herausragender Weise um den europäischen Dialog und die Themen Flucht und Vertreibung verdient gemacht haben".

Berlins Kultursenator will Zeit für Intendantensuche

Volksbühne solle "diverser, weiblicher und jünger" werden

Berlins Kultursenator Klaus Lederer will sich Zeit nehmen, um einen neuen Intendanten für die Volksbühne zu finden. "Wir werden uns die nötige Zeit nehmen. Denn nichts wäre verheerender, als jetzt aus Druck eine Entscheidung zu treffen", sagte Lederer. "Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Volksbühne diverser, weiblicher, jünger werden soll", sagte Lederer am Rande eines Parteitags in Adlershof. Dieser Herausforderung sei konzeptionell Rechnung zu tragen. Die Volksbühne sei auch immer ein politisches Theater gewesen - auch an diese Tradition müsse angeknüpft werden. Der bisherige Intendant Chris Dercon gab gestern noch vor dem Ende seiner ersten Spielzeit seinen Posten auf.

Kulturrat: Echo-Verleihung war "großer Fehler"

Jüdischer Rapper kritisiert in "Morgenpost" deutsche Rap-Szene

In der Antisemitismus-Debatte um die Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang hat der Deutsche Kulturrat schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter des Musikpreises erhoben. Schon die Nominierung der beiden zeuge von "wenig Selbstreflexion", sagte Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann. "Die Echo-Jury und der Bundesverband Musikindustrie hätten die Notbremse ziehen müssen." Zuvor hatte unter anderem Außenminister Heiko Maas die Echo-Verleihung an die Rapper scharf kritisiert. Die Preisverleihung ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag sei "beschämend". Der jüdische Rapper Ben Salomo hat in der Berliner Morgenpost am Samstag der deutschen Rap-Szene eine starke Judenfeindlichkeit attestiert. Sie sei in weiten Teilen genauso antisemitisch wie die Rechtsrock-Szene, sagte Salomo. Aber es geschehe hierzulande auch insgesamt zu wenig gegen Antisemitismus. Berlins Kultursenator Klaus Lederer nahm auf einem Parteitag in Berlin-Adlershof die Gesellschaft und die Musikindustrie in die Pflicht. Die beiden Rapper transportierten ein Weltbild, das vor Verschwörungstheorien, Sexismus und Ungleichheitsvorstellungen nur so triefe, und dass sich das offenbar prächtig kommerzialisieren lasse, dem werde "weder in der Musikindustrie aber auch im öffentlichen Diskurs" begegnet. "Sondern wir erleben massive Ignoranz. Das ist ein Zeitgeistproblem", sagte Lederer.

Film-Regisseur Milos Forman ist tot

Oscar-Preisträger starb im Alter von 86 Jahren

Der Film-Regisseur Milos Forman ist tot. Wie tschechische Medien berichten, starb der Oscar-Preisträger im Alter von 86 Jahren nach kurzer Krankheit im Kreis seiner Familie. Der gebürtige Tscheche war nach dem Ende des Prager Frühlings 1968 in die USA emigriert. Dort feierte er seinen größten Erfolg mit dem Psychiatrie-Drama "Einer flog über das Kuckucksnest" mit Jack Nicholson in der Hauptrolle. Für den Film gewann Forman den Oscar für die beste Regie. Seinen zweiten Oscar erhielt er für seine Mozart-Biografie "Amadeus". Hollywood-Star Antonio Banderas würdigte den Filmemacher als "Genie". Forman sei ein Meister darin gewesen, die menschliche Existenz abzubilden, schrieb der Schauspieler im Onlinedienst Twitter.

Weibo verbannt homosexuelle Inhalte

Neue Richtlinien wünschen "ein heiteres und harmonisches Community-Umfeld"

Der chinesische Kurznachrichtendienst Weibo will homosexuelle Inhalte verbannen. In den neuen Richtlinien heißt es, die Plattform werde für einen Drei-Monats-Zeitraum Comics, Spiele, Texte und Videos sehr genau auf Pornografie, "blutige Gewalt" und Homosexualität hin überwachen. Die "Säuberung" diene dazu, "ein heiteres und harmonisches Community-Umfeld" zu schaffen. Internetnutzer reagierten mit dem Hashtag "#Ichbinschwul". Solche Posts kamen in wenigen Stunden auf 130 Millionen Clicks und 135 000 Kommentare. In China ist Homosexualität seit 1997 straffrei. Gleichwohl sehen sich Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle immer noch mit Tabus belegt. Nach einer Studie des Pew-Instituts glaubten 2013 nur 21 Prozent der Chinesen, dass die Gesellschaft Homosexualität akzeptiere.

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