Seit 05:05 Uhr Studio 9

Mittwoch, 20.11.2019
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Studio 9 | Beitrag vom 27.04.2016

US-VorwahlkampfClinton und Trump bauen Vorsprung aus

Von Marcus Pindur

Podcast abonnieren
Der republikanische Bewerber um die US-Präsidentschaftskandidatur, Donald Trump, spricht nach seinem Sieg bei den Vorwahlen in fünf Staaten im Nordosten der USA. (AFP / KENA BETANCUR)
Donald Trump hat seinen Vorsprung weiter ausgebaut. (AFP / KENA BETANCUR)

Die Demokratin Hillary Clinton und der Republikaner Donald Trump können sich auf den Präsidentschaftswahlkampf vorbereiten. Ihnen ist die Kandidatur kaum noch zu nehmen. Beide konnten ihren Vorsprung mit Siegen im Nordosten der USA ausbauen.

Es gehört zu den vielen Kuriositäten dieser US- Vorwahlsaison, dass die Favoriten ihren Vorsprung weiter ausbauen, die Unterlegenen aber nicht aufgeben wollen. In fünf Staaten des amerikanischen Nordostens wurde gewählt.

In vier der fünf Bundesstaaten konnte  Hillary Clinton sich den Sieg sichern. Damit kann die Ex-Außenministerin ihren Vorsprung vor ihrem Rivalen Bernie Sanders weiter ausbauen - und damit ist sie realistischerweise uneinholbar vor ihm. Ihre Anhänger in Pennsylvania wussten dies.

Hillary Clintons Siegesansprache richtete sich schon voll und ganz auf den eigentlichen Präsidentschaftswahlkampf im Herbst. Die Demokraten müssten geschlossen ins Rennen gehen, so ihr Appell an die Anhänger von Bernie Sanders, ihres linkspopulistischen Konkurrenten. Er hatte allerdings schon im Vorfeld angekündigt, dass er nicht aus dem Rennen ausscheiden werde. "Ob Sie Senator Sanders oder mich unterstützen, wir haben mehr gemeinsam, als uns trennt."

Rhetorische Attacken auf Trump

Clintons rhetorische Attacken richteten sich bereits zur Gänze auf den zweiten Sieger des Abends, Donald Trump. Trump habe sie beschuldigt, die Frauenkarte zu spielen: "Deal me in!" Wenn der Kampf für das Recht auf Abtreibung, auf Elternurlaub, auf gleiche Bezahlung die Frauenkarte sei, dann sei sie gerne dabei, so Hillary Clinton.

Trump brachte seinen innerparteilichen Gegnern, den Republikanern Cruz und Kasich, eine vernichtende Niederlage bei. Er räumte alle fünf Nordost-Staaten ab, zum großen Teil mit über 60 Prozent der Stimmen. 

"Die beste Art, das System zu schlagen, sind Abende wie dieser. Wir haben Rekordmarken durchbrochen. Das ist wie beim Boxen, wenn einer k. o. geht, dann ist der Kampf vorbei."

Trump fordert Sanders auf, unabhängiger Kandidat zu werden

Trumps Chancen, noch vor dem republikanischen Parteitag im Juli die 1.237 nötigen Delegiertenstimmen für eine absolute Mehrheit zusammenzubringen, sind in der Tat deutlich gestiegen. Trump riet übrigens dem Demokraten Bernie Sanders mehrfach, er solle als unabhängiger Kandidat ins Rennen steigen, die demokratische Partei habe Sanders sehr schlecht behandelt. Ein cleverer Versuchsballon, den Trump da steigen ließ. Ohne Frage werden zumindest einige Sanders-Anhänger diesen Hinweis zur Spaltung der demokratischen Wählerschaft dankbar aufnehmen.

Trumps  Konkurrent Ted Cruz hofft zwar immer noch, Trump auf dem Parteitag im Juli in einen zweiten oder dritten Wahlgang treiben zu können, um ihn dann mit Hilfe der Parteisoldaten unter den Delegierten zu schlagen, doch dies ist derzeit nicht mehr als ein weniger wahrscheinliches Szenario. Es könnte gut sein, dass Donald Trump die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner nicht mehr zu nehmen ist.

Mehr zum Thema

US-Vorwahlen - Dicke Luft in Brooklyn – Hillary gegen Bernie
(Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 15.04.2016)

US-Vorwahlen - Auch bei den Demokraten verschärft sich der Ton
(Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 09.04.2016)

Streit um die NATO - Stoltenberg gegen Trump
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 08.04.2016)

Interview

50 Jahre PuhdysDas Gesicht der DDR-Kultur im Ausland
Aus einem Regal mit zahlreichen Schallplatten wurde die LP "Heiß wie Schnee" von den Puhdys herausgezogen. Auf dem Cover ist das Porträt einer Frau zu sehen. (Peter Endig / dpa)

Deutsche Musik, die ins Ohr geht: Damit eroberten die Puhdys schon zu DDR-Zeiten auch Herzen westdeutscher Fans. Die ostdeutschen Rocker waren eine staatsnahe und überaus erfolgreiche Band, sagt Götz Hintze, Autor des "Rocklexikon der DDR".Mehr

weitere Beiträge

Frühkritik

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur