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Kulturnachrichten

Mittwoch, 19. Februar 2020

US-Regierung kontrolliert Chinas Medien stärker

Die US-Regierung stuft Chinas staatliche Medien künftig als direkte Organe der kommunistischen Führung in Peking ein. Das bedeutet, dass sie sich in den Vereinigten Staaten - ähnlich wie eine Botschaft - als ausländische Vertretung registrieren müssen. Nach Angaben des Außenministeriums in Washington können sie dadurch stärker kontrolliert werden. Unter anderem müssen diese Medien nun genau melden, wer für sie arbeitet und alle Miet- und Eigentumsverhältnisse in den USA offenlegen. Betroffen sind die Nachrichtenagentur Xinhua, der Fernsehsender CGTN, China Radio und die Zeitungen "China Daily" und "The People's Daily".

Berichte: Rapper Pop Smoke erschossen

Der US-Rapper Pop Smoke ist übereinstimmenden Medienberichten zufolge in Los Angeles erschossen worden. Neben der Internetseite "TMZ" zitierte auch die "Los Angeles Times" Ermittlerkreise. Die Polizei gab an, dass am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) ein Notruf über einen Hauseinbruch in den Hollywood Hills eingegangen sei. Beim Eintreffen der Beamten sei Pop Smoke mit Schusswunden aufgefunden worden. Im Krankenhaus sei er für tot erklärt worden. Erst vor wenigen Tagen hatte der New Yorker Musiker sein Album "Meet The Woo, V.2" herausgebracht, mit dem der 20-Jährige auf Anhieb auf Platz sieben der US-Billboard-Charts einstieg.

Käthe-Kollwitz-Museum geht ins Schloss Charlottenburg

Die offene Standortfrage des Berliner Käthe-Kollwitz-Museums ist entschieden. Das Museum wird in den repräsentativen Theaterbau des Schlosses Charlottenburg ziehen. Ein entsprechender Mietvertrag wurde mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg abgeschlossen. Ab Sommer 2022 wird sich das Käthe-Kollwitz-Museum in dem dreistöckigen frühklassizistischen Gebäude präsentieren, das nach Plänen von Carl Gotthard Langhans, dem Architekten des Brandenburger Tores, errichtet wurde.

Nationaler Kulturrat in Ungarn gegründet

Der ungarische Ministerpräsident Orban hat in Budapest die Gründungssitzung des neuen Nationalen Kulturrates geleitet. Dieser gewährleiste die fachlichen Grundlagen für die einheitliche Regierungsstrategie zur Lenkung der kulturellen Zweige, hieß es in einer Mitteilung. Dem Gremium gehören die Leiter 18 staatlicher und staatsnaher Kulturinstitutionen an, darunter die Staatsoper, das Nationalmuseum und die Nationalbibliothek. Die Gründung basiert auf dem Kulturgesetz von Ende vergangenen Jahres, demzufolge Ungarn die Verantwortung dafür übernimmt, die nationale Kultur zu bewahren und die nationale Identität zu stärken. Kritiker sehen in dem Rat ein weiteres Werkzeug der Orban-Regierung, unabhängige Kultur und autonome Kulturschaffende zu reglementieren und zu unterdrücken.

Geigerin spielt während eigener Gehirn-OP

Um ihre Fähigkeiten als Geigerin zu behalten, hat eine Britin während ihrer Gehirn-Operation ihr Instrument gespielt. Dagmar Turner dankte den Ärzten für ihre Mühe - unter anderem sei eigens eine OP-Position gefunden worden, bei der sie spielen konnte. Wie die King's-College-Klinik in London mitteilte, war bei Turner 2013 ein Tumor entdeckt worden, der größer wurde. Deshalb sei die 53-Jährige, die im Symphonie-Orchester der Insel Wight spielt, operiert worden. Durch die ungewöhnliche Methode wollten die Ärzte nach eigenen Angaben sicherstellen, dass bei der OP keine Nerven beschädigt werden, die für die Bewegung der Finger verantwortlich sind. Dies sei bei der Operation im vergangenen Monat gelungen.

Sender wollen nachhaltig Filme produzieren

24 Sender, Produktionsgesellschaften und Filmförderer haben in Berlin mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) eine gemeinsame Erklärung zur Nachhaltigkeit in der Film- und Serienproduktion unterzeichnet. Die Unterzeichnenden wollen negative ökologische Auswirkungen bei der Produktion so weit wie möglich minimieren. Vor allem Flüge zu und von Drehorten, Einweggeschirre und übermäßigen Müll an den Sets hatten in der Vergangenheit für Kritik in der Filmbranche gesorgt. Ab 2020 soll ein Zertifikat besonders nachhaltige Produktionen auszeichnen, später dann verbindliche Nachhaltigkeitskriterien in den Förderrichtlinien der Filmförderung des Bundes hinzu kommen.

Knochenfund erhellt prähistorische Krankenpflege

Ein 36.000 bis 38.000 Jahre alter menschlicher Fußknochen könnte neue Aufschlüsse über die sozialen und medizinischen Fähigkeiten des Homo sapiens in der Urgeschichte geben. Spuren eines gut verheilten Bruchs des Knochen weisen laut Forschern darauf hin, dass der Verletzte über einen längeren Zeitraum gepflegt und versorgt wurde, wie die Zeitung "Haaretz" berichtet. Gefunden wurden die Knochen demnach bei Grabungen in den Manot-Höhlen in Galiläa in den Jahren 2014 bis 2017. Das Überleben und die Heilung des Bruchs zeugten in Mechanismen sozialer Solidarität in der prähistorischen Gesellschaft; über deren Funktionieren sei aber bislang wenig bekannt. Die gute Heilung deute ferner auf medizinische Grundkenntnisse wie etwa das Schienen des Bruchs und die Ruhigstellung hin, so der Co-Leiter der Studie, Israel Herschkovitz.

EU soll führend bei "vertrauenswürdiger" KI werden

Die EU-Kommission will Europa zu einem weltweit führenden Standort für "vertrauenswürdige" Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) machen. Um den Anschluss an die Entwicklung in China und den USA zu bekommen, will die Behörde nach Plänen die Investitionen in die Technik deutlich erhöhen. Gleichzeitig hält sie aber eine staatliche Kontrolle besonders risikobehafteter KI-Anwendungen für nötig, um Bürger vor Risiken zu schützen. Als Hochrisiko-Anwendungen bei KI stuft die Kommission den Einsatz in Personalrekrutierung, Medizin, Verkehr, Polizei und Justiz ein.

Allianz der Freien Künste kritisiert Grundrente

Die Allianz der Freien Künste fordert eine drastische Absenkung der vom Bundeskabinett beschlossenen Zugangsbedingungen zur Grundrente. Das geplante Gesetze führe dazu, dass Tausende professionelle Kunstschaffende keine Grundrente erhielten, obwohl sie die Mindestanforderung von 33 Beitragsjahren erfüllten, kritisierte das Bündnis in Berlin. Die Allianz bezieht sich dabei auf eine Statistik der Künstlersozialkasse. Diese weise knapp 20.000 Künstlerinnen und Künstler aus, die die im Gesetzentwurf vorgesehenen 30 Prozent des jährlichen Durchschnittseinkommens nicht erzeilen - das sind 11.361 Euro im Jahr. Zudem seien überproportional viele Frauen davon betroffen, beklagte die Allianz der Freien Künste.

Van Gogh-Ausstellung bringt Städel Besucherrekord

Die Van-Gogh-Ausstellung im Städel Museum in Frankfurt hat mehr als 500.000 Besucher angelockt. Es sei damit die meistbesuchte Ausstellung in der Geschichte des Museums, teilte das Haus mit. Die Schau war am vergangenen Wochenende zu Ende gegangen. Es handelte sich den Angaben zufolge um die umfangreichste Präsentation von Werken des niederländischen Malers Vincent van Gogh (1853-1890) seit etwa 20 Jahren in Deutschland. Die zuvor besucherstärksten Ausstellungen im Städel waren "Monet und die Geburt des Impressionismus" (2015) mit gut 430.00 Besuchern und "Botticelli" (2009/2010) mit knapp 370.000 Besuchern.

Trotz Kritik Wettbewerb mit Domingo in Israel

Der spanische Opernstar Plácido Domingo wird ungeachtet der gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfe in Israel einen einwöchigen Gesangswettbewerb veranstalten. Die jährliche Operalia werde vom 22. bis 28. Oktober in Tel Aviv stattfinden, entschied die israelische Oper. Die Nachrichtenagentur AP berichtete 2019 über Anschuldigungen von Frauen gegen Domingo, sie sexuell belästigt oder anderes sexuelles Fehlverhalten an den Tag gelegt zu haben. Seither hat der 80-Jährige alle Auftritte in den USA abgesagt, in Europa ist er aber weiter aufgetreten. Im Dezember bekam er Standing Ovations in Mailand, im Januar hatte er zwei ausverkaufte Shows in Berlin. Der israelische Verband für Krisenzentren nach Vergewaltigungen und die Tageszeitung "Haaretz" kritisierten die Zusammenarbeit der Tel Aviver Oper mit Domingo.

Corinna Harfouch wird Berliner "Tatort"-Kommissarin

Die Schauspielerin Corinna Harfouch wird ab 2022 Berliner "Tatort"-Kommissarin. Sie löst Meret Becker ab, die die Rolle der Kommissarin Nina Rubin seit 2015 spielte. Ihr Kollege Robert Karow, gespielt von Mark Waschke, wird weiter ermitteln, dann mit Harfouch. rbb-Intendantin Patricia Schlesinger erklärte, die Neubesetzung sie der Wunsch des Senders gewesen. Corinna Harfouch erhielt für ihre Theaterarbeit zahlreiche Auszeichnungen. Außerdem wirkte sie in mehr als 80 Film- und Kinoproduktionen mit, darunter "Gefährliche Freundin" (1996) Der Untergang" (2004) und "Whiskey mit Wodka" (2008). Zuletzt spielte sie in Jan Ole Gersters Porträtfilm "Lara" die Hauptrolle.

China will drei US-Journalisten ausweisen

Aus Protest über einen als beleidigend empfundenen Kommentar im "Wall Street Journal" zum Ausbruch der Lungenkrankheit hat China drei Korrespondenten der Zeitung die Akkreditierung entzogen. Das teilte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, in Peking mit. Auslöser der chinesischen Verärgerung ist ein Meinungsbeitrag des amerikanischen Kolumnisten Walter Russell Mead im "Wall Street Journal" vom 4. Februar. Er trug die Überschrift: "China ist der "wahre kranke Mann" Asiens." Der Außenamtssprecher beklagte, der Titel, den das Blatt gewählt habe, trage ein "rassistisches Stigma". Der Beitrag verunglimpfe die Regierung in Peking und die Bemühungen des chinesischen Volkes im Kampf gegen die Lungenkrankheit.

Siemens-Stiftung vergibt drei Komponistenpreise

Die drei Komponisten-Förderpreise der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung gehen in diesem Jahr an den Franzosen Samir Amarouch, die in Berlin lebende US-Amerikanerin Catherine Lamb sowie an Francesca Verunelli aus Italien. Die Auszeichnung für vielversprechende junge Komponisten ist mit je 35.000 Euro dotiert, wie die Schweizer Stiftung in München mitteilte. In diesem Jahr vergibt die Musikstiftung insgesamt 3,6 Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern. Bereits im Januar hatte die Stiftung bekanntgegeben, dass die Bratschistin Tabea Zimmermann den mit 250.000 Euro dotierten Ernst-von-Siemens-Musikpreis erhält - einen der höchstdotierten Musikpreise der Welt, er gilt als "Nobelpreis für Musik". Alle Preise werden am 11. Mai im Münchner Prinzregententheater verliehen.

Schauspielerin Sonja Ziemann ist tot

Die mit ihrer Rolle als "Schwarzwaldmädel" bekanntgewordene Schauspielerin Sonja Ziemann ist tot. Sie starb im Alter von 94 Jahren in München, wie ihr Bruder der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ziemann hatte 1950 mit der Operettenverfilmung "Schwarzwaldmädel" an der Seite von Rudolf Prack ihren Durchbruch. Sie spielte auch in großen internationalen Produktionen mit, etwa in „Hunde wollt ihr ewig leben“ und „Die Brücke von Remagen“. Seit Ende der 60er-Jahre arbeitete Ziemann überwiegend am Theater und wurde in den 80er Jahren Ensemblemitglied am Züricher Schauspielhaus.

Brit Awards: Billie Eilish beste internationale Künstlerin

Die fünffache Grammy-Gewinnerin Billie Eilish hat auch bei den 40. Brit Awards gewonnen: Die US-Sängerin erhielt in London den Preis als beste internationale Künstlerin. Bester internationaler Künstler wurde der US-Rapper Tyler the Creator. Zwei Brit Awards gingen an den Singer-Songwriter Lewis Capaldi: Er wurde als Bester Nachwuchskünstler und für die Single des Jahres ("Someone You Loved") geehrt. Als bester britischer Künstler wurde wie schon 2018 der Rapper Stormzy ausgezeichnet, den Preis als beste britische Künstlerin erhielt die Newcomerin Mabel. Das beste britisches Album ist "Psychodrama" des Londoner Rappers Dave. Foals setzte sich als beste Band unter anderem gegen Coldplay und Bastille durch.

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