Dienstag, 20.11.2018
 

Kulturnachrichten

Montag, 25. Juni 2018

US-Organisation erkennt Laura Ingalls Wilder Preis ab

Autorin von "Unsere kleine Farm" habe "rassistische Stereotype" benutzt

Eine amerikanische Bibliothekenorganisation hat der Kinderbuchautorin Laura Ingalls Wilder nach über 60 Jahren Auszeichnungen aberkannt. Die Association for Library Service to Children (ALSC) entschied in New Orleans einstimmig, dass der Name der Autorin von der Liste der Preisträger gestrichen wird, weil es in ihren Büchern rassistische Stereotype gebe. Wilder, die mit der Reihe "Unsere kleine Farm" bekannt geworden war, lebte von 1867 bis 1957 und beschrieb in ihren Büchern das Leben einer Pionierfamilie. Die ALSC erklärte, Wilders Werke würden weiter verlegt und gelesen. Ihr Erbe sei aber "komplex" und nicht "allseits willkommen". Es enthalte "Ausdrücke stereotyper Verhaltensweisen, die nicht mit den Grundwerten des ALSC vereinbar sind".

Apartheid-Fotograf David Goldblatt gestorben

Er wurde 87 Jahre alt

Der für seine Bilder aus der Apartheid bekannt gewordene südafrikanische Fotograf David Goldblatt ist gestorben. Er sei "eine Legende, ein Lehrer, eine nationale Ikone und ein Mann mit absoluter Integrität" gewesen, teilte die Direktorin der Goodman Gallery, Liza Essers, mit. Goldblatt starb im Alter von 87 Jahren in seinem Zuhause in Johannesburg. Goldblatt war einer der berühmtesten Dokumentarfotografen Südafrikas. Seine Bilder erzählen von den gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten während der Apartheid. Statt der großen politischen Ereignisse fotografierte er eher einfache Szenen des Lebens. Der Fotograf wurde 1930 westlich von Johannesburg als Enkel jüdischer Immigranten aus Litauen geboren. Im Alter von 18 Jahren begann er, zu fotografieren. Seine Bilder wurden weltweit ausgestellt, etwa im Centre Pompidou in Paris und im Museum of Modern Art in New York. Er gewann mehrere Preise, darunter den Henri Cartier-Bresson Preis. Er wird am Dienstag in Johannesburg beerdigt.

Bundeszentrale für Politische Bildung macht Satire

Der Sender "Wahre-Welle-TV" soll über Verschwörungstheorien aufklären

Die Bundeszentrale für politische Bildung begegnet Verschwörungstheorien im Netz jetzt mit ihrem neuen Projekt "Wahre Welle TV". Auf der Website sind satirische Kurzfilme zu sehen. Sie stellten die bekanntesten Verschwörungstheorien so skurril und realitätsfern dar, dass ihre fehlende Logik klar werde, teilte die Bundeszentrale mit. Das neue Bildungsangebot solle Zielgruppen ansprechen, die konventionellen Medien oft nur noch wenig Beachtung schenkten, so die Bundeszentrale. Menschen sollen dafür sensibilisiert werden, nicht alles zu glauben, was man in sozialen Netzwerken liest. Bereits in der vergangenen Woche hatte "Wahre Welle TV" in sozialen Medien ihren Start angekündigt. Weil nicht erkennbar war, dass es sich um ein Projekt der Bundeszentrale handelt, entstanden Gerüchte über die Urheber.

Wallraff für Wiedereinführung der Wehrpflicht

Der Enthüllungsjournalist sieht in der Wehrpflicht Vorteile für eine Demokratie

Im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur hat sich der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ausgesprochen. Aus seiner Sicht hätte die Wehrpflicht für eine Demokratie mehr Vorteile, als eine Berufsarmee. Bei einer Berufsarmee sieht der Journalist, der durch kritische Texte über seine Zeit bei der Bundeswehr in den 60er Jahren bekannt wurde, die Gefahr einer zu „geschlossenen Gesellschaft". Positiv beurteilt Wallraff auch ein verpflichtendes soziales Jahr für Männer und Frauen, weil es für junge Menschen unterschiedlicher Herkunft die Gelegenheit böte, sich kennen zu lernen. Außerdem sagte Wallraff, dass er heute wahrscheinlich nicht mehr aus der Kirche austreten würde. Papst Franziskus bezeichnete Wallraff als Hoffnungsträger.

Mehr Geld für freie Tanz- und Theaterszene NRW

Die freie Szene in NRW bekommt eine Millionen Euro mehr

Erstmals nach sieben Jahren bekommt die freie Tanz- und Theaterszene in Nordrhein-Westfalen wieder mehr Geld vom Land: Die bisher jährlich acht Millionen Euro im Kulturhaushalt werden dieses Jahr um rund eine Million aufgestockt, das teilte Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen mit. Davon können Dutzende Theater, Tanzhäuser und Kinderbühnen im ganzen Land profitieren. Bis 2020 soll die Landesförderung auf insgesamt rund 12,5 Millionen Euro pro Jahr steigen. Damit sollen diese Kultureinrichtungen, die keinen mächtigen Träger haben, mehr Planungssicherheit bekommen.

Kölner Museum gibt Maori-Schädel zurück

Er geht an ein Museum in Wellington, Neuseeland

Nach mehr als 100 Jahren gibt das völkerkundliche Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln einen Maori-Schädel an die Ureinwohner Neuseelands zurück. Morgen wird eine Maori-Delegation im Museum erwartet, wo sie den tätowierten und mumifizierten Schädel in Empfang nehmen wird. Die Übergabe folge einem strengen Zeremoniell, das unter anderem spirituelle Musik und Gesang umfasst. Der Schädel geht an das "Museum of New Zealand Ta Papa Tongarewa" in Wellington. Dort wird er nicht öffentlich ausgestellt. Grundlage für die Rückgabe der menschlichen Überreste an die Maori ist das seit 2003 laufende weltweite "Karanga Aotearoa Repatriation Programme" des neuseeländischen Museums. Der Kulturausschuss des Kölner Stadtrates hatte mit einem Beschluss im März die Voraussetzungen für die Rückgabe geschaffen.

Offenbar neue Banksy-Kunstwerke in Paris

Sechs Werke am Wochenende an Hauswänden entdeckt

Experten schreiben die Graffitis dem britischen Street-Art-Künstler Banksy zu und vermuteten hinter den Motiven eine Kritik an der Flüchtlingspolitik der französischen Regierung. Der Kunsthistoriker Paul Ardenne sagte, das sei absolut sein Stil aus den 2000er-Jahren. "Entweder ist es ein Banksy oder eine sehr gute Kopie." Eines der Bilder prangt in der Nähe eines ehemaligen Aufnahmezentrums für Flüchtlinge am nördlichen Stadtrand von Paris. Es zeigt ein dunkelhäutiges Mädchen, das neben seinem Schlafsack ein Hakenkreuz mit einem rosafarbenen Teppichmuster überpinselt. Seit die Aufnahmeeinrichtung im März geschlossen wurde, campieren hunderte Flüchtlinge an Kanälen und unter Autobahnbrücken im Freien. Auch in der Nähe der Universität Sorbonne wurde ein Bild entdeckt, das Banksy zugeordnet wird. Der Künstler, der seine Identität geheim hält, hatte seine Kritik am Umgang Frankreichs mit Flüchtlingen bereits 2015 in einem Kunstwerk zum Ausdruck gebracht.

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