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Kulturnachrichten

Donnerstag, 10. August 2017

US-Künstlerin Martha Rosler erhält Lichtwark-Preis 2017

Förderpreis geht an das Hamburger Künstlerkollektiv "Jochen Schmith"

Der Hamburger Lichtwark-Preis 2017 geht an die US-amerikanische Künstlerin Martha Rosler. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird alle vier Jahre von Senat und Bürgerschaft an Künstlerinnen und Künstler verliehen, deren Werke sich durch "besondere Innovationskraft" hervorheben. Kultursenator Carsten Brosda würdigte Roslers Werk als großartig und vielschichtig. Ihre Arbeiten seien höchst politisch und reagierten auf tief verwurzelte soziale Konflikte. Bekannt wurde Rosler in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern mit ihrer Collagenserie "House Beautiful: Bringing The War Home". Darin stellt sie Innenansichten amerikanischer Wohnzimmer mit Fotos aus dem Vietnamkrieg gegenüber. Der mit 5000 Euro dotierte Förderpreis geht an das Hamburger Künstlerkollektiv "Jochen Schmith".

350.000 Besucher zur Halbzeit von "Skulptur Projekte"

35 Werke verteilt über das Stadtgebiet noch bis zum 1. Oktober zu sehen

Die internationale Open-Air-Ausstellung "Skulptur Projekte" in Münster hat zur Halbzeit eine positive Zwischenbilanz gezogen. Seit der Eröffnung am 10. Juni wurden rund 350 000 Besucher verzeichnet, so die Veranstalter. Allein am Eröffnungswochenende hätten über 10 000 Interessierte die Schau mit moderner Kunst an öffentlichen Plätzen erkundet. In diesem Jahr sind noch bis 1. Oktober Werke von Künstlern wie Thomas Schütte, Cosima von Bonin oder Pierre Huyghe zu sehen. Führungen, Workshops für Schüler und weitere Angebote der Kunstvermittlung wurden bislang von rund 24 000 Besuchern in Anspruch genommen. Allerdings gebe es vereinzelt auch Vandalismus und Diebstahl, weil ein Großteil der Werke nicht "im Schutzraum Museum" präsentiert würde, erklärten die Veranstalter. Im Vergleich zu 2007 sei bislang keine Zunahme solcher Fälle zu vermelden.

"Sonnenblumen"-Bilder van Goghs live auf Facebook

Gemeinsamer digitaler Ausstellungsraum entwickelt

Fünf der sieben weltberühmten "Sonnenblumen"-Gemälde von Vincent van Gogh werden erstmals im Rahmen einer "Live-Aktion" bei Facebook am 14. August vereint. Das teilte die Neue Pinakothek in München mit. Die in Museen auf drei Kontinenten verteilten Meisterwerke könnten aus konservatorischen Gründen wohl nie an einem Ort zusammen ausgestellt werden, hieß es. Für "Sunflowers 360" wurde der Mitteilung zufolge ein gemeinsamer digitaler Ausstellungsraum entwickelt. Den Auftakt am 14. August macht ab 18.50 Uhr die Londoner National Gallery, dann folgt das Amsterdamer Van Gogh Museum, die Münchner Neue Pinakothek, das Philadelphia Museum of Art und zuletzt das Seiji Togo Memorial Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art in Tokyo. In den Liveschaltungen wird laut Mitteilung jeweils in englischer Sprache für gut 15 Minuten stets vor einem Sonnenblumen-Gemälde Leben und Werk des Malers erklärt. Erstmalig arbeiteten die Museen international und digital gemeinsam an einem solchen Projekt, hieß es.

Berliner Schloss bekommt Dachrestaurant

Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hatte Bedenken angemeldet

Das Berliner Schloss bekommt trotz Bedenken der Senatsbauverwaltung ein Dachrestaurant. "Das Restaurant ist beschlossene Sache. Es wird mitgeplant und mitgebaut", sagte Johannes Wien, Vorstand und Sprecher der für den Bau verantwortlichen Stiftung, der Deutschen Presse-Agentur. Nach dem Streit um das Kreuz auf der Kuppel hatte Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher jetzt auch das Dachrestaurant zur Debatte gestellt. "Hier sehe ich die Gefahr, dass die Rekonstruktion ins Disneyhafte kippt", hatte sie dem Verbund "Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten" gesagt. Wien betonte, das rekonstruierte Schloss solle nach dem Willen aller Beteiligten auch ein Aufenthaltsort und neuer Stadtraum werden. Deshalb habe der Stiftungsrat das Dachrestaurant von Anfang an mit in die Planung aufgenommen.

Musikfonds des Bundes gibt 895 000 Euro

86 Projekte profitieren von neugegründetem Fördertopf

Insgesamt 86 Musikprojekte werden in der ersten Runde mit rund 895.000 Euro aus dem neugegründeten Musikfonds gefördert. Mit dem Fonds solle die "zeitgenössische Musikkultur in Deutschland in ihrer Vielfalt und Komplexität" gestärkt werden, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Das Spektrum der nun ausgewählten Projekte reiche "vom Jazz über den experimentellen Rock und Pop der Subkultur bis hin zu Audio-Installationen". Der Musikfonds wird jährlich mit 1,1 Millionen Euro aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin finanziert und fördert Projekte mit einer Antragssumme von bis zu 50.000 Euro. Mitglieder des Musikfonds sind der Deutsche Musikrat, der Deutsche Komponistenverband, der Deutsche Tonkünstlerverband, die Deutsche Gesellschaft für elektronische Musik, die Gesellschaft für Neue Musik, die Union Deutscher Jazzmusiker und die Initiative Musik.

Umstrittener Film "Matilda" kommt in russische Kinos

Regisseur zog sich Proteste von Monarchisten und Orthodoxen zu

Ungeachtet orthodoxer Proteste hat das russische Kulturministerium den Historienfilm "Matilda" mit dem deutschen Schauspieler Lars Eidinger zur Aufführung freigegeben. Eidinger spielt in dem Werk von Alexej Utschitel den künftigen Zaren Nikolaus II., der die polnische Tänzerin Matilda Kschessinskaja liebt. Nach mehreren Verzögerungen soll der Film nun am 26. Oktober in die russischen Kinos kommen. Der Film sei ab 16 Jahren freigegeben, sagte Wjatscheslaw Telnow, Leiter der Filmabteilung im Ministerium. Rechtlich sei an dem Werk nichts auszusetzen. Regisseur Utschitel sieht sich seit Monaten wütenden Protesten von Monarchisten wie konservativen Orthodoxen ausgesetzt. Die russische Kirche hat den 1918 ermordeten Zaren heiliggesprochen. Im Juli versammelten sich Tausende Gläubige zu einem nächtlichen Gebet gegen "Matilda". Die Abgeordnete Natalja Poklonskaja von der Krim, die als besonders zarentreu gilt, hat dem Filmemacher mehrfach die Staatsanwaltschaft zu Überprüfungen ins Haus geschickt.

Archäologen dürfen am Mainzer Landtag weitergraben

Byzantinische Goldmünze aus dem 7. Jahrhundert gefunden

Nach dem Fund einer byzantinischen Goldmünze und Resten der römischen Stadtmauer auf der Landtagsbaustelle in Mainz dürfen die Archäologen ihre Forschungen im nächsten Monat weiterführen. "Die Grabungen sind unterbrochen, aber im September geht es weiter", sagte die Leiterin der Landesarchäologie, Marion Witteyer, in Mainz, wo die Goldmünze in einer Vitrine im Landesmuseum präsentiert wurde. Die bisherigen Grabungen lieferten eine Vielzahl neuer Erkenntnisse zur Geschichte von Mainz. Die Münze stammt nach Angaben Witteyers aus dem frühen 7. Jahrhundert, geprägt unter der Herrschaft des byzantinischen Kaisers Herakleios. Die für die Region seltene Münze aus dem fernen Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, habe in der damaligen Zeit einen äußerst hohen Wert gehabt und sei vermutlich für ein größeres Handelsgeschäft geplant gewesen.

Luther-Bibel erhält Red Dot Award

Schmuckschuber-Editionen 2017 erhalten Preis für Kommunikationsdesign

Die Schmuckschuber-Editionen der Luther-Bibel 2017 erhalten den Red Dot Award für Kommunikationsdesign. Die Juroren vergaben das Siegel an das Projekt für die Lutherbibel und unterstrichen damit ihre konzeptionelle und kreative Leistung, teilte die Deutsche Bibelgesellschaft in Stuttgart mit. Die Verleihung des Preises findet am 27. Oktober in Berlin statt. Zum Reformationsjubiläum 2017 hat die Evangelische Kirche in Deutschland gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Bibelgesellschaft eine Revision der Lutherbibel herausgegeben. Dazu hatten Prominente wie der Fußballtrainer Jürgen Klopp, die Schauspielerin Uschi Glas oder die Künstler Peter Gaymann und Janosch sowie die Theologin Margot Käßmann Schmuckschuber für die Lutherbibel gestaltet. Insgesamt wurde eine Reihe von insgesamt zwölf Editionen publiziert, jeweils zu einem Zitat aus der Lutherbibel 2017.

Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken 2017

Französischer Philosoph Étienne Balibar ausgezeichnet

Der Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken geht in diesem Jahr an den französischen Philosophen Étienne Balibar. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Stadt Bremen, der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Hannah-Arend-Preis für politisches Denken e.V. vergeben. In der Jury-Begründung heißt es, Balibar setze sich mit dem Marxismus auseinander und kritisiere leidenschaftlich die strukturellen Schwächen der liberalen Demokratie. Balibar forscht zu den Möglichkeiten und Grenzen der Freiheit, beschäftigt sich mit der Gleichheitsfrage und kämpft für den Zusammenhalt Europas. Der Preis wird am 1. Dezember im Bremer Rathaus überreicht.

Oper Stuttgart besorgt wegen Serebrennikow

Regisseur kann Russland nicht verlassen

Die Staatsoper Stuttgart ist beunruhigt wegen des Drucks der russischen Justiz auf Regisseur Kirill Serebrennikow. "Mit Skepsis und großer Sorge verfolgen wir die gegen Kirill Serebrennikow erhobenen Vorwürfe", sagte der Chefdramaturg der Oper, Sergio Morabito, der Deutschen Presse-Agentur. Der international bekannte Regisseur, der in Stuttgart am 22. Oktober "Hänsel und Gretel" als erste Opernpremiere der neuen Spielzeit inszenieren will, sieht sich mit Vorwürfen der Veruntreuung konfrontiert. Bei der Verhandlung über eine Haftbeschwerde von Alexander Malobrodski, dem Ex-Generaldirektor von Serebrennikows Firma Studio 7, präsentierten Ermittler in Moskau neue Vorwürfe. Diese stützten sich auf belastende Aussagen der ebenfalls inhaftierten Ex-Chefbuchhalterin Nina Masljajewa. Studio 7 sei nur gegründet worden, um Geld zu veruntreuen, zitierte das Gericht aus ihrer Vernehmung. Serebrennikow sagte der "Süddeutschen Zeitung", man habe seinen Pass eingezogen. Die Oper ist nun besorgt, dass Serebrennikow wie andere Kulturschaffende aus seinem Umfeld in Haft genommen werden könnte.

Bundesmittel für Wittenberger Handschriften

Urkunden aus Handschriftensammlung des Lutherhauses werden restauriert

Einzigartige Pergament-Urkunden aus der Handschriftensammlung des Wittenberger Lutherhauses sollen mit finanzieller Unterstützung des Bundes restauriert werden. Dafür erhalte die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt aus einem Sonderprogramm zur Bewahrung des schriftlichen Kulturerbes eine Förderung von 7500 Euro, teilte die Staatskanzlei in Magdeburg mit. Zur Sammlung des Lutherhauses zählen den Angaben zufolge etwa 7000 Autographen, darunter etliche Briefe des Reformators Martin Luthers und seiner Zeitgenossen sowie das Apothekenprivileg für den Maler Lucas Cranach den Älteren von 1520. Mit den Finanzmitteln sollen wichtige und wertvolle Stücke restauriert und in säurefreie Kartons gepackt werden, hieß es. Neben der Stiftung Luthergedenkstätten erhalten in Sachsen-Anhalt das Landesarchiv, das Bistumsarchiv in Magdeburg sowie die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle eine Förderung aus dem Bundesprogramm.

Deutsche Bewerbungen für Oscar eingereicht

Fachjury muss unter elf Bewerbern eine Auswahl treffen

Die Macher des Films "Willkommen bei den Hartmanns" wollen den Kinoerfolg ins Rennen um den Auslands-Oscar schicken. Der Film von Regisseur Simon Verhoeven, in dem eine Münchner Familie einen Flüchtling in ihr Haus aufnimmt, gehört zu insgesamt elf Bewerbern, die den begehrten Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film bei der Oscar-Verleihung im kommenden Jahr nach Deutschland holen wollen. Eingereicht wurden unter anderem auch "Aus dem Nichts" von Fatih Akin, "Paula" von Christian Schwochow und "Jugend ohne Gott" von Alain Gsponer, wie German Films, die Auslandsvertretung des Deutschen Films, in München mitteilte. Eine unabhängige Fachjury soll einen der Filme auswählen; die Entscheidung will German Films am 24. August bekannt geben. Die Academy in Hollywood wird dann am 23. Januar 2018 die fünf nominierten Filme für den Auslands-Oscar bekannt gegeben. Die Preisverleihung findet am 4. März 2018 in Hollywood statt.

Coen-Brüder drehen Western-Serie

Hommage an den Wilden Westen soll auf Netflix laufen

Die sechsteilige Serie "The Legend of Buster Scruggs", die die Coen-Brüder derzeit filmen, wird bei der Streaming-Plattform Netflix laufen. Es sollen sechs unabhängige Geschichten über den Wilden Westen werden. Den Titelheld Buster Scruggs wird der Schauspieler Tim Blake Nelson spielen, der bereits im Coen- Film "O Brother, Where Art Thou?" mitgewirkt hat. Weitere Darsteller sind James Franco und Zoe Kazan. Die Coen-Brüder verehren das Western-Genre schon lange. Mit "No Country for Old Men" drehten sie einen Neo-Western, mit "True Grit" das Remake eines Klassikers. Ihren "Buster Scruggs" filmen sie noch bis September in New Mexico. 2018 soll die Serie dann Premiere feiern.

Wettbewerb für neuen Münchener Konzertsaal

Architekt Braunfels unterliegt mit seiner Klage

Der Architekt Stephan Braunfels darf nicht am Wettbewerb um den neuen Münchner Konzertsaal teilnehmen. Das Oberlandesgericht München hat seine Klage gegen den Freistaat Bayern abgewiesen. Braunfels war in der Vorauswahl ausgeschieden und fühlte sich falsch bewertet. Der Architekt, der unter anderem die Münchener Pinakothek der Moderne entworfen hat, kritisierte unter anderem die Intransparenz und Anonymität des Verfahrens. Er wollte erreichen, dass der gesamte Wettbewerb gestoppt wird. Nach Ansicht des Gerichts hätte Braunfels seine Kritik an den Auswahlkriterien vorbringen müssen, bevor er seine Bewerbung eingereicht hat.

Griechische Zeitungen in der Krise

"Ta Nea" und "To Vima" erscheinen vorerst nicht mehr

Vorerst zum letzten Mal erscheint heute die griechische Tageszeitung „Ta Nea“. Die Sonntagszeitung „To Vima“ wird am kommenden Wochenende ebenfalls nicht mehr an den Kiosken liegen. Das hat die neue Führung des Medienkonzerns DOL beschlossen. Die Angestellten sollen bis Ende Oktober die bereits seit zwei Monaten ausstehenden Gehälter erhalten. Anfang Juni hatte der Reeder Vangelis Marinakis den Traditionsverlag DOL für 22,89 Millionen Euro gekauft und seinem Unternehmen „Alter Ego“ einverleibt. In welche Richtung er die beiden Traditionszeitungen lenken wird, ist noch unklar. Die Journalistenvereinigung ESIEA appelliert an die neue Unternehmensleitung, die Arbeitsplätze der Journalisten zu erhalten.

Facebooks neue Videoseite "Watch"

Soziales Netzwerk will Youtube Konkurrenz machen

Unter dem Namen „Watch" gibt es ab heute bei Facebook eine neue Videoseite. Damit will das soziale Netzwerk vor allem dem Marktführer Youtube Konkurrenz machen und ebenfalls lukrative Werbeeinnahmen kassieren. Facebook hat in den vergangenen Monaten Videoproduzenten zu exklusiven Produktionen ermuntert. Dabei sind nicht nur Videoblogger, sondern auch Fernseh-Produzenten wie "BNational Geographic" oder A&E, die NASA oder die Basketball-Liga NBA. Bei allen Formaten soll es sich um eher kurze Episoden handeln, die man auch gut per Smartphone auf dem Weg zur Arbeit gucken kann. Zunächst steht „Watch" nur ausgewählten Nutzern in den USA zur Verfügung.

US-Regisseurinnen fordern Frauenquote

Nur bei zehn Prozent der Hollywood-Produktionen führen Frauen Regie

Regisseurinnen von Erfolgsserien wie "American Horror Story", "The Americans" und "Scandal" haben sich für eine Frauenquote in Hollywood ausgesprochen. "Ich will mir eigentlich niemals sagen müssen, dass ich nur eingestellt wurde, weil ich eine Frau bin", sagte die Regisseurin Maggie Kiley beim Kongress des US-Kritikerverbands TCA in Los Angeles. "Aber vielleicht brauchen wir jetzt einfach eine Quote". Regisseurinnen seien bei Serienproduktionen immer noch klar in der Minderheit, bemängelten die sieben Filmemacherinnen. Ihren Angaben zufolge werden Regisseurinnen, die noch keine Folge einer Serie gedreht haben, von den Studios oft abgelehnt - bei männlichen Kollegen reiche dagegen oft schon ein Kurzfilm für ihre Einstellung aus. Die gesamte US-Filmbranche ist weiterhin eine Männerdomäne: Laut dem neuesten Bericht der Universität von Kalifornien zur Diversität in Hollywood übernehmen bei gerade einmal zehn Prozent der Produktionen Frauen die Regie.

G20: Neun Journalisten klagen

War der Entzug der Akkreditierungen rechtmäßig?

Neun Journalisten haben wegen des Entzugs der Akkreditierung für den G20-Gipfel in Hamburg Klage gegen das Bundespresseamt (BPA) eingereicht. Wie ein Sprecher des Berliner Verwaltungsgerichts bestätigte, wollen die Journalisten nachträglich feststellen lassen, dass der Schritt rechtswidrig war. Weder das Bundeskriminalamt noch das BPA hätten bisher stichhaltige Gründe für den Schritt genannt, begründete die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalisten-Union Cornelia Haß, die Klage. Auf dem G20-Gipfel im Juli hatten 32 überprüfte Journalisten kurzfristig ihre Zulassung wieder verloren. Die Namen standen auf einer Liste, die das Bundeskriminalamt an die Polizisten an den Eingängen zum Gipfel verteilt hatte. Tatsächlich entzogen wurden die Akkreditierungen neun Journalisten, darunter einem freien Mitarbeiter vom "Spiegel" und einem fest angestellten Fotografen des "Weser Kuriers". Regierungssprecher Steffen Seibert hatte erklärt, das BPA habe die Akkreditierungen nach Hinweisen der Sicherheitsbehörden eingezogen. Anders zu handeln, wäre unverantwortlich gewesen. Das Innenministerium hatte erklärt, dass auf der Liste verurteilte linksextreme Straftäter und ein mutmaßlicher "Reichsbürger" standen.

Neue Razzien und Haftbefehle in der Türkei

Festnahme von Journalisten

Die türkische Justiz hat erneut Haftbefehle gegen 35 Journalisten ausgestellt. Sie werden verdächtigt der verbotenen Gülen-Bewegung nahezustehen. 9 Journalisten sollen bereits festgenommen worden sein, darunter auch der Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Birgün", Burak Ekici. Es heißt, die Journalisten hätten die Messenging-App "ByLock" genutzt, mit der auch die Gülen-Bewegung kommuniziert habe. Diese wird von der türkischen Führung für den gescheiterten Militärputsch im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht und ist als Terrororganisation eingestuft.

Neue App bietet Geflüchteten Orientierungshilfe

"Arriving in Berlin App" in 6 Sprachen

Geflüchtete und Neuankommende in Berlin finden auf einer neuen kostenlosen App hilfreiche Informationen über Sprachkurse, Beratungsstellen, Ärzte, freie W-Lan-Netzwerke und vieles mehr. Die „Arriving in Berlin App" ist auf Arabisch, Deutsch und Englisch, auf Farsi, Französisch und Sorani/Kurdisch verfügbar. Erarbeitet wurde sie von einem Team, zu dem eine syrische Lehrerin, ein afghanischer Stadtplaner und ein afghanischer Übersetzer gehören – verantwortet vom Haus der Kulturen der Welt in Zusammenarbeit mit der Organisation Refugees on Rails.

Experimentalmusiker Marian Varga gestorben

Der Slowake wurde 70 Jahre alt

Das öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehprogramm in seinem Heimatland wurde am Abend geändert: Um den Gründer der 1969 ins Leben gerufenen Artrock-Formation "Collegium Musicum" zu ehren. Die Nachrichtenagentur TASR hatte unter Berufung auf einen Freund den Tod von Marian Varga vermeldet. Kulturminister Madaric würdigte den Komponisten und seine Neuinterpretationen klassischer Werke als einen Menschen "von Weltformat, der die Freiheit und Originalität geradezu verkörperte."

Rund 4000 Jahre alte Gräber im Harz entdeckt

Funde stammen aus der frühen Bronzezeit

Archäologen haben mehrere Gräber aus der Epoche des Übergangs von der Steinzeit zur frühen Bronzezeit bei Harsleben (Landkreis Harz) entdeckt. Auffällig ist ein rund 4000 Jahre altes, sogenanntes "Steinpackungsgrab". Dabei bilden Steine den Sarg und eine große Steinplatte bedeckt den Toten. Nach der gefundenen Keramik zu urteilen, war es ein Mensch der Aunjetitzer Kultur, die vor 4200 bis 3500 Jahren existierte. Die Grabungen erfolgten im Vorfeld des Neubaus der Ortsumgehung Halberstadt-Harsleben (B79). Seit Herbst 2015 wurden auf rund 85.000 Quadratmetern insgesamt 18 Fundstellen ausgegraben.

Neuer Film mit Jane Fonda und Robert Redford

Netflix-Produktion 50 Jahre nach ihrem Kinoerfolg "Barfuss im Park"

Zum vierten Mal standen sie zusammen vor der Kamera, die 79-jährige Jane Fonda und der 80-jährige Robert Redford. "Unsere Seelen bei Nacht" heißt der Film, in dem verwitwete Nachbarn sich ineinander verlieben. Die erste Werbung mit dem Original-Titel "Our Souls at Night" wurde bereits ins Netz gestellt. Die Netflix-Produktion, bei der Ritesh Batra Regie führte, soll Ende September in die Kinos kommen. Zuvor wird er bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig gezeigt, wo beide mit einem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden.

Zukunft des Käthe-Kollwitz-Museums gefährdet

Neuer Rückschlag bei Suche nach Ausweichquartier

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr der Künstlerin ist die Zukunft des Käthe-Kollwitz-Museums unklar. In den Verhandlungen über einen möglichen Umzug des Museums von der Innenstadtlage in der Nähe des Kurfürstendamms in den Stadtteil Neukölln haben sich der Trägerverein des Museums und die Eigentümer nicht auf einen Mietvertrag einigen können, wie der "Tagesspiegel" berichtete. Das Museum ist seit Monaten in den Schlagzeilen, seit bekannt wurde, dass es aus seinem angestammten Domizil zu Gunsten eines neu zu gründenden Exilmuseum weichen soll. Der Trägerverein ist seither auf der Suche nach einem neuen Standort. Das Museum hatte Mitte Juli wegen des andauernden Streits bereits seine Leiterin Iris Berndt verloren. Die aus Königsberg stammende Bildhauerin und Grafikerin Käthe Kollwitz (1867–1945) lebte und arbeitete mehr als 50 Jahre in Berlin.

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