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Donnerstag, 15.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 20. September 2018

US-Ballett-Pionier Arthur Mitchell gestorben

Ballett-Star wurde 84 Jahre alt

Der US-Ballett-Tänzer Arthur Mitchell ist tot. Er starb nach Angaben seiner Angehörigen im Alter von 84 Jahren in einer New Yorker Klinik. Mitchell war 1957 der erste afro-amerikanische Ballett-Star mit Festanstellung beim New York City Ballet. 1969 gründete er die weltweit erste klassische Ballett-Compagnie mit ausschließlich schwarzen Tänzern: Das Dance Theatre of Harlem.

Kunstprojekt DAU in Berlin wird abgesagt

Keine Genehmigung wegen fehlender Sicherheitsprüfung

Das umstrittene Kunstprojekt "DAU Freiheit" mit dem Nachbau einer Mauer in Berlin muss abgesagt werden. Die Veranstalter bekommen nach Informationen der dpa keine Genehmigung, weil den Behörden die Zeit für die notwendigen Sicherheitsprüfungen zu kurz ist. Bei dem Projekt sollte ab dem 12. Oktober vier Wochen lang ein ganzes Straßenkarree in Berlin-Mitte mit einer Mauer abgeriegelt werden. Besucher sollten vorgebliche Visa kaufen, um hinter der Mauer eine andere, fiktive Welt zu erleben, wie die Veranstalter ankündigten. Um das Projekt war eine erregte Debatte entbrannt. Zahlreiche Kulturschaffende, darunter Iris Berben und Veronica Ferres, hatten sich in einer Erklärung dafür eingesetzt. Die Mauer sei keine platte Nachahmung, sondern ein Symbol für eine auch gegenwärtige, reale Gefahr. Andere Prominente protestierten mit einem Offenen Brief gegen das Projekt, wie etwa Dirigent Christian Thielemann, und die frühere Stasiunterlagen-Beauftragte Marianne Birthler.

Freiheitswippe in Bewegung

Baugenehmigung für Einheitsdenkmal verlängert

Das in Berlin geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal in Erinnerung an die friedliche Revolution in der DDR hat wieder eine Hürde genommen. Die Senatsbauverwaltung verlängerte die Baugenehmigung für das Areal neben dem wiedererrichteten Berliner Stadtschloss um ein Jahr. Die aktuelle Genehmigung wäre in knapp drei Wochen ausgelaufen. Um das Einheits- und Freiheitsdenkmal gibt es seit langem Streit. Noch sind die finanziellen Mittel von 17,1 Millionen Euro nicht freigegeben worden. Dies soll am 27. September durch den Haushaltsausschuss des Bundestages erfolgen. Das Freiheits- und Einheitsdenkmal soll auf der Westseite des neuaufgebauten Berliner Stadtschlosses entstehen. Geplant ist eine begehbare, überdimensionierte Schale. Ursprünglich war eine Fertigstellung zum 30. Jahrestag des Mauerfalls im Jahre 2019 vorgesehen.

Fukunaga wird nächster Bond-Regisseur

Emmy-Gewinner folgt auf Danny Boyle

Der Regisseur des nächsten Bond-Films ist der US-Amerikaner Cary Joji Fukunaga. Er wird Oscar-Preisträger Danny Boyle ("Slumdog Millionaire") ersetzen, der kürzlich zurückgetreten war. Die Dreharbeiten werden am 4. März beginnen, wie die Produzenten mitteilten. Der 25. Bond-Film soll im Februar 2020 in die Kinos kommen. Der 41-jährige Fukunaga hat die erste Staffel der hochgelobten HBO-Fernsehserie "True Detective" gemacht und dafür einen Emmy gewonnen. Er ist auch Regisseur der neuen Netflix-Serie "Maniac".

Kündigungsstreit am Staatstheater Cottbus

Gekündigter Generalmusikdirektor erzielt Vergleich

Der Rechtsstreit um die Kündigung des Generalmusikdirektors am Cottbuser Staatstheater, Evan Alexis Christ, ist beendet. Die Parteien hätten einen Vergleich erzielt, teilte das Arbeitsgericht Cottbus mit. Weitere Details wurden nicht genannt. Anfang Juli hatte die Güteverhandlung begonnen. Christ war gekündigt worden, nachdem aus dem Ensemble harsche Kritik an dessen Führungsstil immer lauter geworden war. Die Vorwürfe drehten sich zum Beispiel um cholerische Ausfälle.

Belästigungs-Vorwürfe in Stasi-Gedenkstätte

Mindestens sechs Frauen beklagen Vorfälle

Nach Belästigungs-Vorwürfen gegen einen Mitarbeiter der Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen kommt der Stiftungsrat der Einrichtung zu einer Sondersitzung am nächsten Dienstag zusammen. Das kündigte der Direktor der Gedenkstätte Hubertus Knabe an. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sei ein absolutes No-Go. In einem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hatten Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte Anschuldigungen gegen einen dort arbeitenden Mann erhoben. Es ging um verbale Belästigungen mit sexuellem Charakter, aufdringliche private Einladungen, Berührungen wie Umarmungen und Mobbing.

Inge Feltrinelli ist tot

Verlegerin und Fotografin wurde mit Bildern von Hemingway bekannt

Die deutsch-italienische Verlegerin und Fotografin Inge Feltrinelli ist tot. Sie starb heute im Alter von 87 Jahren, wie der in Mailand ansässige Verlag Feltrinelli mitteilte. Er gehört in Italien zu einem der bekanntesten. Inge Feltrinelli wurde am 24. November 1930 als Inge Schoenthal in Essen geboren. Sie musste wegen ihrer jüdischen Herkunft kurz vor Kriegsende im März 1945 das Gymnasium verlassen. Nach dem Krieg machte sie als Fotografin Karriere. Den internationalen Durchbruch erzielte sie mit einer Fotoreportage über den Schriftsteller Ernest Hemingway, den sie auf Kuba besuchte. 1960 heiratete sie den Verleger Giangiacomo Feltrinelli. Seit dem Tod ihres Mannes 1972 leitete sie die Geschicke des Mailänder Hauses und war bis zuletzt dessen Präsidentin.

Chef verlässt "New York Review of Books" nach Kritik

Anlass war ein veröffentlichter Essay

Der Chefredakteur der "New York Review of Books" ist nicht mehr im Amt. Ian Burumas Abgang folgte auf einen Aufschrei, den die Intellektuellenzeitschrift evozierte, als sie einen Essay eines Radiomoderators veröffentlichte, der des sexuellen Fehlverhaltens beschuldigt worden war. Kritiker hatten argumentiert, der Moderator habe seine Taten in dem Essay kleingeredet. Der im vergangenen Jahr an die Spitze der Zeitschrift berufene Buruma sei nicht mehr auf diesem Posten, sagte Nicholas During, ein Sprecher des Magazins. Ob Buruma zurückgetreten war oder gefeuert wurde, war unklar.

Deutscher Theaterpreis für Aribert Reimann

Zudem wurden die Nominierungen bekannt gegeben

Der Berliner Komponist Aribert Reimann erhält den Deutschen Theaterpreis "Der Faust" 2018 für sein Lebenswerk. Yael Ronen vom Maxim Gorki Theater kann sich Hoffnung auf eine Ehrung in der Kategorie "Regie Schauspiel" machen. Stefan Herheim wurde für seine Inszenierung von "Wozzeck" an der Deutschen Oper Düsseldorf / Duisburg in der Kategorie "Regie Musiktheater" nominiert. Den Faust für Choreographie könnte Sidi Larbi Cherkaoui mit nach Hause nehmen, den in der Kategorie "Darstellerin / Darsteller Tanz" Stephanie Troyak vom Tanztheater Pina Bausch. Die Preisverleihung findet am 3. November im Theater Regensburg statt.

Kunst-Nachlass von Kardinal Meisner wird versteigert

Mehr als 500 teils wertvolle Objekte kommen unter den Hammer

Gut ein Jahr nach dem Tod von Kardinal Meisner wird heute in Köln der zweite Teil seines Kunst-Nachlasses versteigert. Es geht um 575 Objekte, darunter Gemälde aus dem 19. Jahrhundert, Gnaden- und Andachtsbilder, Porzellan, Kruzifixe und Volkskunst. Das teuerste Los der Auktion ist mit 4.000 Euro eine russische Christus-Darstellung. Die 28 wertvollsten Werke aus Meisners Privatsammlung hatten im Mai einen Gesamterlös von 840.000 Euro erzielt. Auch diesmal soll der Erlös an die Kardinal-Meisner-Stiftung fließen, die Gemeinden im Erzbistum Köln sowie in Osteuropa fördert. Meisner war am 5. Juli 2017 im Alter von 83 Jahren während seines Sommerurlaubs in Bayern gestorben. Der konservative Geistliche interessierte sich zeitlebens für Kunst, auch für moderne.

Skulpturen sorgen in Valencia für Aufruhr

Konservative sehen Kindeswohl durch Kunstwerke bedroht

Im spanischen Valencia sorgen Skulpturen mit eindeutigen Sex-Szenen an einer Hafenpromenade für Aufruhr. Die Ausstellung im öffentlichen Straßenraum mit Figuren, die "Masturbation, Genitalien und verschiedene Sexpraktiken" zeigen, verstoße möglicherweise gegen das Gesetz zum Schutz von Minderjährigen, erklärte das konservative Familienforum. Der 74-jährige Künstler Antoni Miró wies die Kritik zurück und hob hervor, dass griechische Vasen mit erotischen Szenen in Schwarz und Weiß die Vorlage für seine Kunstwerke bildeten. Miró sagte spanischen Medien, viele Menschen würden seine Werke als "normal" ansehen. Die Skulpturen schockierten weniger die Kinder als vielmehr "rückständige" Eltern. Die Kunstwerke an der Hafenpromenade der Mittelmeerstadt Valencia sollen einen Vorgeschmack auf eine Ausstellung geben, die demnächst in einem neuen Kulturzentrum in der Nähe gezeigt werden soll.

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