Seit 23:05 Uhr Fazit

Montag, 18.11.2019
 
Seit 23:05 Uhr Fazit

Kulturnachrichten

Samstag, 9. November 2019

Deutscher Hörspielpreis für WDR-Produktion

Das Hörspiel "Chinchilla Arschloch, waswas" von Helgard Haug und Thilo Guschas hat den Deutschen Hörspielpreis der ARD gewonnen. Die Jury, die in diesem Jahr ausschließlich mit Frauen besetzt war, lobte das Werk bei der Preisverleihung am Samstag in Karlsruhe als "klug und vertrauensvoll konstruiert". Die WDR-Produktion erzählt von der Reise eines am Tourette-Syndrom erkrankten Vaters und seiner Tochter in einem Camping-Bus durch Deutschland. Der Hörspielpreis ist mit 5000 Euro dotiert. Zu der Auszeichnung gehört auch die Ausstrahlung in den Kulturradios der beteiligten Sender von ARD, Deutschlandradio, ORF (Österreich) und SRF (Schweiz). Die Ehrung gilt als höchstdotierter Hörspielpreis im deutschsprachigen Raum. Zwölf Produktionen hatten sich beworben. Für ihre schauspielerische Leistung im Hörspiel "Die Jahre" (HR 2018) erhielt Nicole Heesters den Deutschen Hörspielpreis. Gewinner des Publikumspreises ist das Hörspiel "Die dritte Arbeitskraft, mein Geld" des Schweizer Autors Michael Stauffe. Der Deutsche Kinderhörspielpreis ging an die Autorin Angela Gerrits für ihr Hörspiel "Eineinhalb Wunder und ein Spatz". Die ARD Hörspieltage enden am Sonntag.

Faust 2019: Marlúcia do Amaral ist beste Tänzerin

Der Regisseur, Schauspieler und Theaterleiter Roberto Ciulli hat am Samstagabend in Kassel den Deutschen Theaterpreis "Der Faust 2019" für sein Lebenswerk entgegengenommen. "Es ist eine ungeheure Anerkennung, mehr kann ich nicht erwarten", sagte Ciulli. Weitere Preisträger sind: Marlúcia do Amaral, Deutsche Oper am Rhein (beste Darstellerin Tanz); Anne Teresa de Keersmaeker, Volksbühne Berlin (Choreografie); Helge Schmidt, Lichthof Theater Hamburg (Regie Schauspiel); Maja Beckmann, Münchner Kammerspiele (Darstellerin Schauspiel); Elisabeth Stöppler, Theater Chemnitz (Regie Musiktheater); Johannes Martin Kränzle, Oper Frankfurt (Sängerdarsteller Musiktheater); Birgit Freitag, Junges Theater Bremen (Regie Kinder und Jugendtheater); Étienne Pluss, Staatsoper Unter den Linden Berlin (Bühne); das Tanz-Netzwerk "Explore Dance" aus Hamburg, Potsdam und München. Der Deutsche Theaterpreis wird seit 2006 vom Deutschen Bühnenverein in Köln, der Kulturstiftung der Länder und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Bensheim vergeben.

Filmfestival Cottbus: Hauptpreis geht nach Bulgarien

Der Hauptpreis des Filmfestivals Cottbus geht in diesem Jahr an den bulgarischen Film "Sestra" (Schwester). Regisseurin Svetla Tsotsorkova zeichne ein bildsprachlich eindrucksvolles, konfliktreiches Familienporträt, hieß es zur Begründung. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Mit dem Preis für die beste Darstellerin wurde erstmalig ein ganzes Frauenensemble geehrt. Fünf Schauspielerinnen erhielten die Auszeichnung für ihre Leistung im Streifen "Shpia e Ages" (Agas Haus) von Regisseurin Lendita Zeqiraj. Sie spielen fünf Frauen, die nach dem Kosovokrieg in der Einöde leben, abgeschnitten von männlichem Einfluss. Tragik und Traumata werden langsam sichtbar. Bester Schauspieler des Festivals wurde Alban Ukaj für seine Darstellung im bosnischen Film "Pun Mjesec" (Vollmond). Er spielt einen Polizisten, der sich entscheidet, aus einem korrupten Kreis auszusteigen. Den Publikumspreis gewann die Regisseurin Liubov Borisova für ihre Tragikkomödie "Min urduber kyun Khahan da Kiirbet" (Jakutisch: Die Sonne über mir geht nie unter).

Neue Vergewaltigungsvorwürfe gegen Roman Polanski

In französischen Medien sind neue Vergewaltigungsvorwürfe gegen Roman Polanski publik geworden. Die französische Schauspielerin und Fotografin Valentine Monnier beschuldigt den polnisch-französischen Regisseur demnach, sie 1975 als 18-Jährige vergewaltigt zu haben. In Briefen hat sich die 63-Jährige auch an die Polizei von Los Angeles und die französische Präsidentengattin Brigitte Macron gewandt. Sie sei der Einladung einer Bekannten in das Chalet von Polanski in Gstaad gefolgt, sagte Monnier der französischen Tageszeitung "Le Parisien". Dort sei es nach Schlägen zur Vergewaltigung gekommen. Polanskis Anwalt Hervé Témime bestritt den Vergewaltigungsvorwurf. Es ist nicht das erste Mal, dass Polanski dem Vorwurf sexuellen Missbrauchs ausgesetzt wird. Bis heute kann der Filmschaffende nicht in die USA einreisen, weil dort eine auf das Jahr 1977 zurückgehende Ermittlung gegen ihn läuft.

"Systemsprenger" für Europäischen Filmpreis nominiert

Das deutsche Drama "Systemsprenger" ist für den Europäischen Filmpreis nominiert. Das gaben die Ausrichter auf dem Filmfestival im spanischen Sevilla bekannt. Die minderjährige Hauptdarstellerin von "Systemsprenger", Helena Zengel, ist darüber hinaus als beste europäische Schauspielerin nominiert. Als bester europäischer Schauspieler hat unter anderen Alexander Scheer ("Gundermann") eine Nominierung erhalten. Er geht u.a. ins Rennen gegen Antonio Banderas ("Leid und Herrlichkeit") und Jean Dujardin ("An Officer and a Spy"). Für die beste Regie nominiert sind laut der Mitteilung Pedro Almodóvar für "Leid und Herrlichkeit", Marco Bellocchio für "The Traitor", Yorgos Lanthimos für "The Favourite", Roman Polanski für "An Officer and a Spy" sowie Céline Sciamma für "Porträt einer jungen Frau in Flammen". Die Gala ist am 7. Dezember in Berlin geplant. Der Europäische Filmpreis wird abwechselnd in Berlin und einer anderen Stadt in Europa verliehen. Er gilt als einer der wichtigsten Auszeichnungen der Branche.

Beatles-Fotograf Robert Freeman gestorben

Der berühmte Beatles-Fotograf Robert Freeman ist im Alter von 82 Jahren gestorben. "Er war einer unserer Lieblingsfotografen während der Beatles-Jahre, der einige unserer legendärsten Albumcover realisiert hat", würdigte Ex-Beatle Paul McCartney den Verstorbenen auf seiner Internetseite. Auch das ehemalige Bandmitglied Ringo Starr sprach sein Mitgefühl aus: "Gott segne Robert Freeman, Frieden und Liebe für seine ganze Familie", schrieb er in einem Tweet. Die britische Band teilte den Tod des Fotografen im Internet mit, machte jedoch keine Angaben zur Todesursache. Freeman, der am 5. Dezember 1936 geboren wurde, fotografierte unter anderem das Cover des zweiten Albums "With the Beatles" (1963), auf dem die vier Bandmitglieder auf einem Schwarz-Weiß-Foto mit zur Hälfte belichteten Gesichtern zu sehen sind. Neben "With the Beatles" schoss Freeman auch die Fotos für die Cover der Alben "Beatles for Sale" (1964), "Help" (1965) und "Rubber Soul" (1965).

Gedenkfeier zum Mauerfall in Berlin

Die Spitzen der Bundesrepublik haben gemeinsam mit den Präsidenten mehrerer ehemaliger Ostblock-Staaten bei einer zentralen Gedenkfeier in Berlin an den Fall der Mauer vor 30 Jahren erinnert. An der Feier nahmen neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesratspräsident Dietmar Woidke (SPD) auch die Staatspräsidenten der Slowakei, Polens, Tschechiens und Ungarns sowie Zeitzeugen und Schüler teil. Steinmeier dankte den Bürgern der vier Staaten für ihren maßgeblichen Beitrag zur Wiedervereinigung. Er sprach von "Mitgestaltern der deutschen Geschichte".

In San Francisco entsteht ein Mural von Greta Thunberg

Ein argentinischer Maler fertigt in San Francisco ein Riesenporträt von Umweltaktivistin Greta Thunberg an. In der kommenden Woche solle das Wandbild an einem Gebäude am Union Square im Zentrum der US-Metropole fertig werden, berichtete das Online-Portal SFGate. Gemalt wird es von Andres Iglesias, der mit dem Pseudonym "Cobre" arbeitet. Iglesias sagte, er widme seine gesamte Zeit der Fertigstellung des Wandbilds. Er hoffe, dass es Menschen helfen werde, zu erkennen, dass "wir uns um die Welt kümmern müssen".

Synagogenneubau in Hamburg?

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher setzt sich für einen möglichen Wiederaufbau der von den Nazis zerstörten Synagoge in der Hansestadt ein. Das wäre "ein starkes Zeichen für das jüdische Leben in Hamburg", sagte der SPD-Politiker dem "Spiegel". Zunächst solle es eine Machbarkeitsstudie zur Gestaltung der Synagoge und ihrer Nutzung als künftiges jüdisches Zentrum geben. Dafür stellte Tschentscher auch finanzielle Unterstützung in Aussicht: "Wir sprechen derzeit darüber, wie die weitere Förderung der jüdischen Gemeinde gestaltet wird, dabei geht es auch um den Neubau einer Synagoge."

American Cinematique Award für Charlize Theron

Die Hollywood-Schauspielerin Charlize Theron ist mit dem prestigeträchtigen American Cinematique Award ausgezeichnet worden. Die 44-jährige Oscar-Gewinnerin werde für ihre "furchtlose" Karriere geehrt, in der sie sich bereits lange vor der "Me-Too"-Bewegung gegen sexuelle Belästigung stark gemacht habe, hieß es bei der Preisverleihung in Beverly Hills. Theron wurde im Jahr 2004 für ihre Rolle als Serienmörderin im Film "Monster" mit dem Oscar ausgezeichnet.

Deutscher Theaterpreis "Der Faust 2019" wird vergeben

Der 85 Jahre alte Regisseur und Schauspieler Roberto Ciulli erhält am Abend in Kassel für sein Lebenswerk den Deutschen Theaterpreis "Der Faust 2019". Der vielfach geehrte Ciulli, der 1980 das Theater an der Ruhr in Mülheim gegründet hatte, steht als Preisträger bereits fest. Die undotierte Auszeichnung wird für herausragende künstlerische Leistungen vergeben. Nominiert sind weitere 24 Künstler in acht Kategorien. Außerdem wird ein Perspektivpreis verliehen. Er geht an das Tanz-Netzwerk "Explore Dance", eine Initiative dreier Gruppen aus Hamburg, Potsdam und München. Der Deutsche Theaterpreis "Der Faust" wird seit 2006 vergeben - vom Deutschen Bühnenverein in Köln, der Kulturstiftung der Länder und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste im südhessischen Bensheim.

Hindu-Tempel statt zerstörter Moschee in Nordindien

Die indische Justiz hat grünes Licht für den Bau eines umstrittenen Hindu-Tempels am Standort einer zerstörten Moschee in Nordindien gegeben. Das Urteil soll einen jahrzehntelangen Konflikt zwischen Muslimen und Hindus beenden. Die Richter urteilten zudem, dass ein separates Stück Land an muslimische Gruppen übergeben werden soll, um dort eine neue Moschee zu bauen. Die Regierung hatte vor der Verkündung des Urteils landesweit die Sicherheitsvorkehrungen aufgestockt, weil befürchtet wurde, dass das Urteil Unruhen auslösen könnte.

Widerstand in Tiflis gegen Film über schwule Tänzer

In Georgien sind bei Protesten gegen einen Film über die Liebe zweier schwuler Tänzer 27 Menschen festgenommen worden. Wie das Innenministerium der Hauptstadt Tiflis mitteilte, wurden zwei Polizisten verletzt, als sie die Premiere des Dramas "And then we danced" schützten. Der Film des schwedischen Regisseurs Levan Akin sollte an diesem Wochenende in fünf unter Polizeischutz stehenden Kinos in Georgien gezeigt werden. Das in er Kaukasusrepublik spielende Drama erzählt, wie sich ein angehender Tänzer des Nationalballetts in Tiflis in einen anderen Studenten verliebt. Der Film feierte in diesem Jahr bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes Premiere.

Kulturnachrichten hören

November 2019
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur