Feature, vom 26.11.2014, 00:05 Uhr

UrsendungWas geht ihnen durch den Kopf? - Ein Messer

Nachuntersuchung eines psychochirurgischen Verfahrens
Von Michael Lissek

Lobotomie, Hypothalamotomie, Leukotomie oder Stereotaxie, so hießen die Verfahren. Ohne zu wissen, was sie genau treffen, bohrten Operateure unter lokaler Betäubung ein oder zwei Löcher in das Hirn eines Patienten und setzten "Läsionen".

Die Grafik zeigt die äußerste Schicht des Gehirns, die Hirnrinde. (picture alliance / dpa / Wissen Media Verlag)
Die äußerste Schicht des Gehirns, die Hirnrinde. (picture alliance / dpa / Wissen Media Verlag)

Operiert wurden Depressive und Schizophrene, aber auch Homosexuelle, Pädophile oder allzu untreue Ehefrauen. Erst Ende der 1970er-Jahre setzte sich der Gedanke durch, dass das medizinisch fragwürdig und moralisch vielleicht unvertretbar ist. Jahrelang noch kämpften die Operateure um ihren Ruf, führten "Follow-Up-Studien" durch, um nachzuweisen, dass Patienten seit der Operation ein glückliches Leben führen.

Ton und Regie: der Autor
Mit: Sascha Gersak, Tonio Arango, Oliver Brod und Mirjam Smejkal
Produktion: SWR / Deutschlandradio Kultur / ORF 2014

Länge: ca. 54'03

Michael Lissek ist Autor, Regisseur und Produzent von Radiofeatures. Außerdem Kurator der "Rendsburger Symposien für akustische Medien".

 

Abonnieren Sie unseren Newsletter!