Klangkunst, vom 27.01.2017, 00:05 Uhr

Ursendung - Happy Birthday KunstArt's Birthday 2 - die Party geht weiter

Die Kunst hat mal wieder Geburtstag: Am 17. Januar wird sie 1.000.054. Zu verdanken hat sie die Feier dem Fluxuskünstler Robert Filliou. Er erfand im Jahr 1963 den "Art’s Birthday", eine globale Party für die Kunst.

Der Club Berghain in Berlin (dpa / picture alliance / Xamax)
Der Club Berghain in Berlin (dpa / picture alliance / Xamax)

Zum Geburtstag der Kunst vernetzte die EURORADIO Ars Acustica Group am 17. Januar 2017 Konzerte und Performances in über 20 Städten weltweit. Deutschlandradio Kultur beteiligte sich mit einer Veranstaltung im Berliner Club Berghain und mit zwei Klangkunst-Sendungen.

Im zweiten Teil zu hören: Gedichte des Avantgardemusikers Sven-Åke Johansson in Begleitung des Hörspiel- und Theatermachers Oliver Augst; und eine neue Arbeit des französischen Komponisten Frédéric Acquaviva für die britische Stimmkünstlerin Loré Lixenberg.

Von und mit: Sven-Åke Johansson/Oliver Augst, Frédéric Acquaviva/Lore Lixenberg
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2017
Länge: ca. 54'30


In St. Wendel am Schlossplatz…

Die Schraubenlieder und Texte von Sven-Åke Johansson 

In Bearbeitung von Oliver Augst (Gesang/Sprache) und Sven-Åke Johansson (Gesang/Sprache)

Sven-Åke Johansson kreist den Alltag ein. Mit Worten und zirkulären Gedankengängen zeigt er, wie absurd musikalisch das Leben so spielt. Seit vielen Jahren macht er das. Doch seit 2013 erst liegen seine Schriften als Buch vor: "In St. Wendel am Schlossplatz …" ist eine Sammlung aus Texten, Gedichten und Liedern Johanssons. Sie dient nun als Sprechzettel für ein Vocal-Duo aus Sven-Åke Johansson und Oliver Augst. Es entsteht ein weitverzweigtes Bild aus verschiedenen Zeiten und Räumen.

Ausschnitt der Performance (9‘00):

Sven-Åke Johansson, geboren 1943 in Mariestad (Schweden), lebt seit 1968 in Berlin. Er ist Komponist und Musiker, Poet und bildender Künstler, Autor und Initiator verschiedener Musikproduktionen. Er war stilbildend in der freien europäischen Improvisationsmusik. Dort arbeitete er unter anderem mit Alexander v. Schlippenbach, Rüdiger Carl, Hans Reichel, Dietmar Diesner und Axel Dörner. Für den Rundfunk komponierte er unter anderem ›Trilogie für Windgeneratoren‹ (DeutschlandRadio Berlin 2000). Am bekanntesten ist er als virtuoser Schlagzeuger, aber er tritt auch als Sänger und Sprecher auf. Trägt Anzüge von Sali Saliu.

Oliver Augst, geboren 1962 in Andernach am Rhein, lebt als Vokalist, Komponist und Autor in Paris. Er studierte visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Bühne an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und Popularmusik/Performance an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg. Seit 1991 arbeitet er an Musik-, Theater-, und Hörspielproduktionen. Kuratorentätigkeit für ›pol‹ Festival neue Musik (1999-2003) und ›Audio Art Series‹ (2005-2007) im Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, seit 2009 für die Konzertreihe ›What Is Music?‹ im ›raum für kultur‹ der Commerzbank sowie die ›Sommer Musik‹-Konzerte im Städel Museum in Frankfurt. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Frankfurt, University of Applied Sciences und Gast-Dozent an der HfG Offenbach, Kunsthochschule des Landes Hessen.

Sven Åke Johansson und Oliver Augst (Sil Egger)Sven Åke Johansson und Oliver Augst (Sil Egger)

Frédéric Acquaviva:
MESS (UA)
for mezzo-soprano, mouths, skins and buchla
Loré Lixenberg, Stimme
Frédéric Acquaviva, Elektronik

In seiner Kompositon ›Mess‹ vermisst Frédéric Acquaviva den Interferenzraum zwischen den digitalisierten tiefen Frequenzen des legendären Analogsynthesizers Buchla und der erstaunlichen Stimme der britischen Sopranistin Loré Lixenberg.

Mitschnitt der Uraufführung (25’36):

Frédéric Acquaviva, geboren 1967 in Frankreich, ist Komponist experimenteller Musik. Seit 2012 lebt er in Berlin und betreibt dort seit 2014 die Klangkunstgalerie La Plaque Tournante. Abseits der gängigen Musiker- und Komponistenzirkel arbeitete er kontinuierlich mit bildenden Künstlern, Videokünstlern, Dichtern sowie mit dem Filmemacher FJ Ossang und der Choreografin Maria Faustino zusammen. Acquaviva gilt außerdem als ein Wiederentdecker der Lettristen (Isidore Isou), der Lautpoesie (Henri Chopin, Bernard Heidsieck) und einzeln agierender Künstler wie Pierre Albert-Birot und Otto Muehl.

Loré Lixenberg, geboren in Großbritannien, ist Sängerin im Bereich Oper, Konzertrepertoire und Musiktheater. Sie ist bei zahlreichen internationalen Festivals aufgetreten, unter anderem in Salzburg, Luzern, Donaueschingen, Aldeburgh, Witten, Edinburgh, Huddersfield, Wien und Oslo. Sie arbeitete mit Orchestern und Ensembles wie dem Tokyo Philharmonic Orchestra, Danish National Symphony Orchestra, Swedish Radio Orchestra, Ensemble Intercontemporain, London Sinfonietta, Klanforum Wien, BCMG Ensemble Aventure, Icelandic Symphony Orchestra und der Danish Royal Opera.

Frédéric Acquaviva in der Performance "MESS" (Acquaviva und Lixenberg)Frédéric Acquaviva (Acquaviva und Lixenberg)

Loré Lixenberg in der Performance "MESS" (Acquaviva und Lixenberg)Loré Lixenberg (Acquaviva und Lixenberg)

Anschließend:
Satellite Sounds
Ein Streifzug durch den EURORADIO Art’s Birthday 2017
Länge: 16‘16

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