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Kulturnachrichten

Freitag, 19. Oktober 2018

Urheberrechtsänderung: Mehr Bücher in Blindenschrift

Barrierefreie Kopien von Literatur künftig ohne Zustimmung des Urhebers möglich

Blinde und sehbehinderte Menschen sollen einen besseren Zugang zu Literatur erhalten. Deshalb wird Betroffenen sowie Blindenbibliotheken jetzt das Recht eingeräumt, ohne Zustimmung des Urhebers barrierefreie Kopien literarischer Werke herzustellen - also Hörbücher oder Bücher in Blindenschrift. Eine entsprechende Änderung des Urhebergesetzes hat der Bundestag verabschiedet. Das Parlament setzt damit den Vertrag von Marrakesch aus dem Jahr 2013 um. Dieser regelt die barrierefreie Verfügbarkeit von urheberrechtlich geschützten Werken auf internationaler Ebene. In Deutschland sind Schätzungen zufolge derzeit nur fünf Prozent der veröffentlichten Literatur für Blinde und Sehbehinderte zugänglich.

Muslim wird Hauptrolle in Oberammergau spielen

18-jähriger Muslim aus Oberammergau spielt Johannes, Petrus oder Judas

Bei den nächsten Passionsspielen im bayerischen Oberammergau im Jahr 2020 wird ein 18-jähriger Muslim aus dem Ort zu den Hauptdarstellern gehören. „Er ist für den Christus noch zu jung, aber er wird einer der drei großen Apostel werden: Johannes, Petrus oder Judas, kündigte Intendant Christian Stückl im „Spiegel" an.
Natürlich erwarte er Diskussionen über die Besetzung, sagte Stückl weiter und es gebe immer Leute im Dorf, die das Stück in seinen Wurzeln gefährdet sehen. Aber bei den Fragen des Stückes - Wie gehen wir miteinander um, mit Fremden, mit Flüchtlingen? – sei es ein Gewinn, wenn die Sicht von jungen Muslimen einfließen würde. Die Passionspiele finden alle zehn Jahre statt, Christian Stückl wird sie 2020 zum vierten Mal leiten, als 2. Spielleiter ist der in Oberammergau aufgewachsene Abdullah Karaca dabei.

New Yorker Museen verzichten auf saudische Mittel

Grund ist die Affäre um den verschwundenen Journalisten Khashoggi

In der Affäre um den verschwundenen Journalisten Jamal Khashoggi überdenken zwei renommierte Museen in New York ihre Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien. Das Metropolitan Museum und das Brooklyn Museum wollen finanzielle Mittel von Gruppen, die der saudischen Regierung nahestehen, anders als zuvor geplant nicht nutzen. Eigentlich war das Geld für eine Ausstellung zu syrischen Flüchtlingen in Brooklyn sowie ein Met-Seminar zu Kuratoren-Arbeit im Nahen Osten vorgesehen. Beide Angebote waren Teil einer ein Jahr dauernden Initiative zu Kunst und Bildung im arabischen Raum. Das Met wolle das Nahost-Seminar "im Lichte jüngster Entwicklungen" nun selbst finanzieren, teilte Met-Präsident Daniel Weiss mit. Das Brooklyn Museum teilte mit, dass die saudischen Mittel "im Lichte jüngster Entwicklungen und im Einklang mit Bedenken der internationalen Gemeinschaft" nicht genutzt würden.

Trump: Kritik für Bemerkung über Gewalt gegen Reporter

White House Correspondent's Association: "Bejubeln eines Verbrechens"

Journalistenorganisationen haben US-Präsident Donald Trump scharf dafür kritisiert, dass er einen Kongressabgeordneten für den gewaltsamen Übergriff auf einen Journalisten gelobt hat. Das komme dem Bejubeln eines Verbrechens durch jemanden gleich, der geschworen habe, die Gesetze zu achten, befand die "White House Correspondent's Association", eine Vereinigung von Journalisten in Washington. Trump hatte den Abgeordneten Greg Gianforte am Vorabend mit den Worten gepriesen: "Jeder Typ, der einen Bodyslam machen kann, ist jemand, den ich schätze." Gianforte hatte einen Journalisten der britischen Zeitung "The Guardian" im Mai 2017 am Hals gepackt, zu Boden geschleudert und ihn geschlagen. Ein Gericht verurteilte ihn deswegen zu Sozialstunden und einer Geldstrafe. Er zahlte zudem 50 000 US-Dollar an eine Journalistenorganisation.

Rihanna verzichtet auf Super Bowl-Auftritt

Grund soll der Streit um protestierende Football-Spieler sein

Nach Berichten mehrerer US-Medien soll die Sängerin Rihanna eine Anfrage abgelehnt haben, in der Halbzeitpause des Super Bowls aufzutreten. Das Magazin US Weekly schreibt: "(Die Football-Liga) NFL und (der Fernsehsender) CBS hätten Rihanna wirklich gern verpflichtet." Sie habe aber abgelehnt, weil sie nicht mit dem Umgang der Liga mit protestierenden Spielern einverstanden sei. In letzter Zeit hatten sich immer wieder Spieler beim Abspielen der Nationalhymne hingekniet, um gegen Polizeigewalt und Rassismus zu protestieren.

Minister verteidigt Bauhaus-Entscheidung gegen Konzert

Feine Sahne Fischfilet wird nicht im Bauhaus Dessau auftreten

Die Entscheidung des Bauhauses Dessau ein Konzert der linken Punkband Feine Sahne Fischfilet abzusagen, sorgt weiter für Diskussionen. Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra von der CDU verteidigte die Entscheidung. Die Absage sei nicht in erster Linie eine Reaktion auf die Bedrohung durch Rechtsextreme gewesen. Eine politische Konfrontation sei mit den Prinzipien des Bauhauses nicht vereinbar. Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates wies dagegen darauf hin, die Idee des Bauhauses sei es gewesen, sich gegen künstlerische Einschränkungen zur Wehr zu setzen. „Es berührt den inneren Kern der Kunstfreiheit und ich bin schon darüber schockiert, mit welcher Lässigkeit einfach gesagt wird, dann machen wir das nicht, weil das könnte zu Problemen führen", so Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat gegenüber Deutschlandfunk Kultur.

Roland Jahn verlässt Förderverein Hohenschönhausen

Jahn: Der antitotalitäre Konsens ist nicht mehr gegeben

Der Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Roland Jahn, ist aus dem Förderverein der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ausgetreten. Das teilte seine Sprecherin mit. "Auch für ihn ist nach der Mitgliederversammlung der antitotalitäre Konsens beim Verein nicht mehr gegeben", sagte sie. Am Förderverein hatte es immer wieder Kritik wegen einer vermeintlichen Nähe zur AfD und der Verharmlosung der NS-Zeit in deren Reihen gegeben. Erst vor wenigen Tagen hatten zwei frühere Bundestagsabgeordnete der Grünen, Wolfgang Wieland und Lukas Beckmann, den Verein verlassen. Bei der Neuwahl des Vorstands sei die Chance auf einen personellen und politischen Neubeginn nicht genutzt worden.

Mark Harenberg erhält Leichte-Sprache-Preis

Für die Übersetzung der neuen Datenschutzbestimmungen in Leichte Sprache

NDR-Autor Mark Harenberg ist mit dem Leichte-Sprache-Preis der Universität Hildesheim und der Dudenredaktion ausgezeichnet worden. Er wurde für die Übersetzung der neuen Datenschutzbestimmungen in Leichte Sprache auf ndr.de geehrt, wie der Sender in Hamburg mitteilte. Der mit 1.500 Euro dotierte Preis wurde erstmals auf der Tagung "Barrierefreie Kommunikation" der Universität Hildesheim vergeben. Die sogenannte Leichte Sprache eignet sich für Menschen mit geistiger Behinderung. Die sprachliche Ausdrucksweise zielt dabei auf die besonders leichte Verständlichkeit. Auf Metaphern, Nebensätze oder zusammengesetzte Hauptwörter wird verzichtet.

Antike Buddhastatuen in Myanmar zerstört

Polizei geht von jugendlichen Vandalen als Täter aus

Unbekannte haben in dem Tempelkomplex Mrauk U in Myanmars Teilstaat Rakhine elf antike Buddhastatuen beschädigt. Den Statuen im Lay-Myet-Hnar-Tempel aus dem 14. Jahrhundert seien Köpfe und Arme abgebrochen worden, sagte ein Sprecher des Amtes für Archäologie in Sittwe dem unabhängigen Nachrichtenportal Irrawaddy. Die Polizei geht den Angaben zufolge von jugendlichen Vandalen als Täter aus. Mrauk U mit seinen 380 Tempeln diente bis 1785 als Hauptstadt des Königreichs Arakan. Das myanmarische Ministerium für Religion und Kultur strebt die Anerkennung von Mrauk U als Unesco-Weltkulturerbe an.

Journalistenverband: Kein Buckeln vor dem FC Bayern

DJV: "Es ist Aufgabe der Medien, eine Pannenserie auch so zu nennen."

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Medienschelte von Führungspersönlichkeiten des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München energisch zurückgewiesen. "Wie Journalisten über den Fußballklub, die Spiele und die Verantwortlichen des Vereins berichten, lassen wir uns nicht von der Chefetage des Vereins vorschreiben", erklärt der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Auf einer Pressekonferenz hatten Bayern-Präsident Uli Hoeneß, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic massive Kritik an den Medien geäußert. Sie unterstellten diesen eine "respektlose Berichterstattung" und kündigten an, sich dagegen ab sofort juristisch zur Wehr zu setzen. " Dass der erfolgsverwöhnte Klub vier Spiele ohne Sieg hinter sich gebracht habe, sei nicht die Schuld der Berichterstatter, sondern der Spieler.

Pianist Rhodes: Katholische Kirche ist gefährlich

Der Musiker setzt sich für Kinderschutzorganisationen ein

Der britische Pianist und Aktivist gegen sexuellen Kindesmissbrauch James Rhodes hat die katholische Kirche als "eine der korruptesten und gefährlichsten Institutionen der Welt" bezeichnet "wenn es um Kinder und ihre Sicherheit geht." Der in Spanien lebende Musiker und Autor war als Kind über Jahre von einem Lehrer an seiner Schule missbraucht worden. Er macht sich für Kinderschutzorganisationen stark. Im August hatte James Rhodes den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez aufgefordert, ein Gesetz zum Schutz von Kindern umzusetzen, an dem eine Expertengruppe arbeitet. Es sieht unter anderem verlängerte Verjährungsfristen für sexuelle Gewalt gegen Minderjährige vor.

Pussy-Riot-Aktivistin kritisiert Gefängnisse in Russland

Folter und Todesfälle sei in russischen Straflagern an der Tagesordnung

Die Aktionskünstlerin Nadja Tolokonnikowa von der Moskauer Punkband Pussy Riot hat die grauenvollen Methoden und Zustände in russischen Straflagern kritisiert. Dort gehörten "Folter, Schläge und Todesfälle" zum Alltag, sagte Tolokonnikowa in einer Videobotschaft, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Im Lager "IK-14" östlich von Moskau müssten Frauen 16 Stunden am Tag arbeiten, ohne ausreichend essen oder schlafen zu können. "Ich weiß, dass ein anderes Gefängnissystem möglich ist", sagte sie mit Verweis auf Norwegen und andere skandinavische Länder. Ihre Anhänger rief Tolokonnikowa zu einer "Kultur der Revolte" auf. Die Menschen müssten gegen autoritäre Menschen wie US-Präsident Trump, Russlands Präsident Putin und den ungarische Ministerpräsident Orban aufbegehren.Tolokonnikowa und ihre Mitstreiterin Maria Aljochina waren 2012 nach einem schrillen Punkprotest in einer Kirche wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Sie kamen Ende 2013 frei.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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