Seit 17:30 Uhr Tacheles

Samstag, 15.12.2018
 
Seit 17:30 Uhr Tacheles

Kulturnachrichten

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Unveröffentlichte Geschichten von Mahfus gefunden

Journalist fand sie bei Recherchearbeiten in Mahfus' Privatarchiv

Bei Recherchearbeiten im Kairoer Privatarchiv von Nadjib Mahfus sind bisher unbekannte Kurzgeschichten des 2006 gestorbenen Literaturnobelpreisträgers aufgetaucht. Das Beiruter Verlagshaus "Dar al-Saqi" kündigte an, die Sammlung zum Geburtstag des Ägypters am 11. Dezember zu veröffentlichen, wie die ägyptische Tageszeitung "Al Ahram" berichtete. Der Verlag habe die Rechte von der Tochter des Autors erworben. Der Band soll den Angaben zufolge den Titel "Hams El-Nogum" (Das Flüstern der Sterne) tragen. Laut Bericht fand ein Journalist bei Recherchen im Archiv in Mahfus' Wohnhaus in Kairo 50 Kurzgeschichten mit dem Vermerk "zur Veröffentlichung 1994". Eine Durchsicht der Bibliografie des Autors ergab, dass 18 der 50 Texte bisher nicht veröffentlicht wurden.

Feine Sahne Fischfilet findet neuen Konzertort

Brauhaus statt Bauhaus

Eine Woche nach der Absage des geplanten Konzerts von Feine Sahne Fischfilet im Bauhaus Dessau hat die Band wohl einen neuen Auftrittsort in der Stadt gefunden. Das erklärten die Musiker bei Facebook. Sie hätten eine Location gefunden, die fast fünf Mal so groß sei, wie das Bauhaus. Das Konzert solle auf einem "Brauhaus-Gelände" stattfinden. Die Bühne müsse in die leere Location eingebaut werden, heißt es auf Facebook. Der Gewinn des Konzertes soll an «Dessau Nazifrei» gehen.
Die Stiftung Bauhaus hatte das am 6. November geplante Konzert in der Reihe «zdf@bauhaus» abgelehnt, nachdem rechte Gruppierungen im Internet zum Protest gegen den Auftritt aufgerufen hatten. Man habe Rechtsradikalen vor dem Bauhaus keine Plattform bieten wollen und das Bauhausgebäude als Unesco-Weltkulturerbestätte schützen wollen, so das Bauhaus Dessau.

Christie's versteigert erstmals KI-Gemälde

Bieter treiben Preis ungeahnt in die Höhe

Das Auktionshaus Christie's hat zum ersten Mal ein Gemälde versteigert, das von einer künstlichen Intelligenz (KI) erschaffen wurde. Den Zuschlag bekam ein anonymer Bieter am Telefon bei gut 432 000 Dollar, was etwa 380 000 Euro entspricht - vierzigmal mehr als erwartet. Der verschwommene Druck "Edmond de Belamy" erinnert an Vermeer oder Rembrandt. Er zeigt einen Mann in dunkler Kutte mit weißem Kragen, der an einen französischen Geistlichen im 17. oder 18. Jahrhundert erinnert. "min G max D Ex[log(D(x))]+Ez[log(1-D(G(z)))]" steht als Signatur unter dem Werk. So heißt der Algorithmus, der das Werk produzierte. Hinter dem Werk steckt das Pariser Kollektiv Obvious. Ihr Motto: "Kreativität ist nicht nur etwas für Menschen." Mit den Einnahmen wollen sie ihren Algorithmus weiter trainieren.

Sitz von Pharao Ramses II. in Ägypten entdeckt

Bauwerk wurde für Feiern genutzt

In Ägypten haben Archäologen Teile einer Kabine mit einem Sitz des berühmten Pharaos Ramses II. entdeckt. Das Ministerium für Altertümer teilte mit, der Fund sei bei Ausgrabungen im Osten von Kairo gemacht worden. Der Ägyptologe Mamduh al-Damati sagte, das Bauwerk sei wahrscheinlich bei Feiern und öffentlichen Versammlungen genutzt worden. Ramses II. herrschte vor mehr als 3000 Jahren in Ägypten. Er war einer der am längsten regierenden Pharaonen und dehnte das Territorium des antiken Ägyptens bis ins heutige Syrien und den heutigen Sudan aus.

Künstler muss wegen Waffenrechtsverstoß zahlen

"Schlagring mit abnehmbarer Sternform" gilt als verbotene Waffe

Weil er mit seinem Kunstwerk "Schlagende Verbindung" gegen waffenrechtliche Vorschriften verstoßen hat, muss der Frankfurter Objektkünstler und Designer Peter Zizka 1000 Euro Geldbuße zahlen. Eine weitere Geldstrafe von 2400 Euro wurde ihm vom Amtsgericht Frankfurt für diesen Fall erlassen. Der 57-Jährige hatte im März eine Vortragsreise nach Dubai angetreten, zu der er auch einige seiner Kunstobjekte mitgenommen hatte. Auf dem Frankfurter Flughafen wurde der "Schlagring mit abnehmbarer Sternform" als verbotene Waffe sichergestellt und beschlagnahmt. Zizka erhielt einen Strafbefehl über 3000 Euro (50 Tagessätze), gegen den er Einspruch einlegte. Vor Gericht berief er sich auf die Kunstfreiheit, die über dem Waffenrecht stehe.

Käthe-Kollwitz-Preis für Hito Steyerl

Auszeichnung ist mit 12.000 Euro dotiert

Die Professorin für Experimentalfilm, Hito Steyerl, erhält den Käthe-Kollwitz-Preis 2019. Steyerl gelinge es wie kaum einer anderen bildenden Künstlerin, auf provokante und scharfsinnige Weise physische, visuelle und intellektuelle Informationen in einem Werk zu bündeln, erklärte die Jury der Berliner Akademie der Künste. Ihr besonderes Interesse gelte den Medien, der Technologie und der Verbreitung von Bildern. Die mit 12.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im Februar in Berlin verliehen.

Honeckers werden nicht in Gedenkstätte beigesetzt

In Gedenkstätte der Sozialisten finden seit 1989 keine Bestattungen mehr statt

Erich und Margot Honecker werden nach Auskunft des Senats nicht in der Berliner Gedenkstätte der Sozialisten beigesetzt. Eine Beisetzung der sterblichen Überreste sei dort nicht möglich, antwortete die Umweltverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der CDU. In der Gedenkstätte in Friedrichsfelde gibt es demnach seit 1989 keine Bestattungen mehr, die Anlage steht unter Denkmalschutz. Sie wurde 1951 von der SED-Führung offiziell eröffnet. Dort wurden Menschen beigesetzt, die sich um die sozialistische Idee verdient gemacht hatten. So erinnert jedes Jahr im Januar die Linke an die 1919 ermordeten Kommunistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

Sadr Haghighian gestaltet Biennale-Pavillon

Bei der Präsentation in Berlin verbarg sie sich kunstvoll

Natascha Sadr Haghighian wird den deutschen Pavillon auf der Kunst-Biennale in Venedig im nächsten Jahr gestalten. Bei der Vorstellung in Berlin verbarg sie ihren Kopf unter einer an einen riesigen Stein erinnernden Skulptur. Sie ergriff nicht selbst das Wort, sondern ließ eine Sprecherin für sich reden. Das Spiel mit Identitäten gehöre zum Kunstkonzept von Haghighian, sagte sie. Zur Zeit lehrt Haghighian an der Hochschule für Künste Bremen als Professorin für Bildhauerei.

Oleg Senzow gewinnt Sacharow-Menschenrechtspreis

Ukrainischer Filmemacher sitzt in Russland im Gefängnis

Der in Russland inhaftierte ukrainische Filmemacher Oleg Senzow ist der Gewinner des diesjährigen Sacharow-Menschenrechtspreises. Senzow war 2015 in einem umstrittenen Prozess in Russland zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden - wegen angeblich geplanter Terroranschläge. Er fordert die Freilassung ukrainischer Gefangener aus russischen Straflagern. Das Europäische Parlament verleiht den Sacharow-Preis seit 1988 jährlich und ehrt damit besonderes Engagement für Menschenrechte. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 12. Dezember verliehen.

UFA-Chef kritisiert Netflix-Dominanz bei Medientagen

Nico Hofmann findet "das Setting schwierig"

Der Generaldirektor der Produktionsfirma Ufa, Nico Hofmann, hat Kritik am Aufbau des TV-Gipfels bei den Medientagen München geübt. "Ich finde das Setting hier schwierig", sagte Hofmann in München. Es sei problematisch, dem Streamingdienst Netflix zunächst separat 30 Minuten Zeit einzuräumen und hinterher eine gemischte Diskussionsrunde mit Vertretern deutscher Medienunternehmen abzuhalten. Zu Beginn der anderthalbstündigen Veranstaltung war die Netflix-Produzentin Kelly Luegenbiehl zu ihren Strategien für den deutschen Markt interviewt worden.

EuGH untersagt Befristung von Opernverträgen

Verhandelt wurde der Fall einer Balletttänzerin in Rom

Tänzer und Musiker bei öffentlichen Kultureinrichtungen sind wie andere Arbeitnehmer davor geschützt, immer wieder nur befristete Verträge zu bekommen. Dies entschied der Europäische Gerichtshof in einem Rechtsstreit um sogenannte Kettenbefristungen von Opern- und Orchesterangestellten in Rom. Konkret ging es in dem Fall um eine Balletttänzerin, die im Rahmen mehrerer befristeter Verträge angestellt war. Die Richter sahen für diese Befristung jedoch keinen sachlichen Grund. Weder der öffentliche Charakter der Stiftungen, noch die Tatsache, dass es in dieser Branche traditionell befristete Verträge gebe, rechtfertigten solche Arbeitsverhältnisse. In Deutschland hatte das Bundesverfassungsgericht erst im Juni das gesetzlich verankerte Verbot einer grundlosen Befristung bestätigt. Ausnahmen seien nur dann möglich, wenn keine Gefahr einer sogenannten Kettenbefristung bestehe, eine Vorbeschäftigung sehr lange zurückliege oder von kurzer Dauer gewesen sei.

Kunsthändler verkauft Privatsammlung für Exilmuseum

Schirmherrin des Projekts ist die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller

Für die Gründung eines Exilmuseums in Berlin verkauft der Kunsthändler Bernd Schultz seine hochkarätige Privatsammlung. Die Versteigerung findet in der von ihm gegründeten Villa Grisebach statt und dauert zwei Tage. Mehr als 300 Zeichnungen mit einem Schätzwert von rund fünf Millionen Euro werden aufgerufen. Vertreten sind große Künstler wie Rembrandt, Kokoschka und Picasso, aber auch unbekanntere Namen. Der gesamte Erlös komme dem geplanten Museum zugute, sagte Schultz Das Haus soll an die rund 500 000 Menschen erinnern, die unter dem Druck der Nazis Deutschland verlassen mussten. Viele kehrten auch nach dem Krieg nicht mehr in die Heimat zurück. Schirmherrin des Projekts ist die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller.

"Toleranz-Preis" für Grossman und Klatten

Heiko Maas und der Soziologe Hartmut Rosa halten die Festreden

Der israelische Schriftsteller David Grossman und die Unternehmerin Susanne Klatten erhalten den "Preis für Verständigung und Toleranz" des Jüdischen Museums Berlin. Die nicht dotierte Auszeichnung wird am 10. November übergeben, wie das Museum in Berlin mitteilte. Außenminister Heiko Maas und der Soziologe Hartmut Rosa halten die Festreden. Der Preis ehrt Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik, "die sich auf besondere Weise um Verständigung und Toleranz verdient gemacht haben". Die von Susanne Klatten gegründete Skala-Initiative setze sich "auf beeindruckende Weise für Menschen ein, die zu einem besseren gesellschaftlichen Miteinander in Deutschland beitragen", begründete die Jury ihre Entscheidung. David Grossman wurde für seine "mutige Teilnahme an den gesellschaftspolitischen Debatten seines Landes" gewürdigt. Der Schriftsteller setze sich mit der israelischen Identität auseinander und engagiere sich für eine Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern.

Steinmeier eröffnet Beckmann-Ausstellung in Madrid

Bundespräsident würdigt den Maler als Mahner für Frieden und Freiheit

Im Rahmen seiner Spanien-Reise hat Bundespräsident Steinmeier am Abend in Madrid die Max-Beckmann-Ausstellung "Figuren im Exil" eröffnet. Die Ausstellung im Museum Thyssen-Bornemisza zeigt 52 Werke, die sich um den Verlust der Identität und Todes-Gedanken drehen. Viele der Bilder sind in Amsterdam entstanden, wohin Beckmann 1937 vor den Nazis floh. Steinmeier warnte davor, den zentralen Wert des vereinten Europas, nämlich 70 Jahre Frieden, in den Hintergrund oder gar in Vergessenheit geraten zu lassen. Das Schicksal Beckmanns lenke unweigerlich den Blick auf die Gegenwart. In der unmittelbaren Nachbarschaft Europas seien heute wieder Künstler, Intellektuelle, Wissenschaftler und Journalisten der Verfolgung ausgesetzt. Viele von ihnen fänden in Spanien und Deutschland Schutz. Die Ausstellung erinnere daran, woher Europa komme. "Und sie mahnt uns, das zu schützen, was wir in jahrzehntelanger Arbeit am europäischen Friedensprojekt erreicht haben."

Gewinner des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises

382 Produktionen wurden eingereicht

Der Spielfilm "Styx" von Wolfgang Fischer über ein Flüchtlingsdrama auf dem Meer und der Dokumentarfilm "Joe Boots" von Florian Baron über einen US-Kriegsveteran erhalten in den Kategorien Langfilm und Kurzfilm den Nürnberger Deutschen Menschenrechts-Filmpreis. Als Magazin-Beitrag wird ein Film von Naima El Moussaoui und Ralph Hötte für die ARD-Sendung "Monitor" über die Asylpolitik in Deutschland ausgezeichnet, wie die Veranstalter mitteilten. Beim mittlerweile 11. Wettbewerb wurden 382 Produktionen eingereicht.
Vergeben werden die Preise am 8. Dezember in Nürnberg. Schirmherr und Festredner ist der frühere Bundespräsident Joachim Gauck. Die Laudationes wird die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, Schauspielerin Iris Berben, halten.

Kulturnachrichten hören

Oktober 2018
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

Fazit

"Staatssicherheitstheater"Ein Ventil für Gegenwartsekel
Drei Männer lesen einen Stadtplan Berlin, den sie auf den Rücken eines vierten Mannes gelegt haben, der vor ihnen sitzt. (Harald Hauswald/Volksbühne Berlin)

In Leander Haußmanns "Staatssicherheitstheater" sieht unser Kritiker viele Männer mit Handtäschchen in krustigen Klamotten. Deren Stasi-Tätigkeit taugt Haußmann, um Abscheu über die Gegenwart auszudrücken. Doch mit dem Jahr 2018 hat das wenig zu tun.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur