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Lesart / Archiv | Beitrag vom 06.01.2015

Unterworfenes Abendland? Aufregung über Houellebecqs neuen Roman

Dirk Fuhrig im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Der französische Autor Michel Houellebecq im November 2014 in einem Pariser Restaurant, eine Zigarette in der Hand. (Lionel Bonaventure / AFP)
Provokant wie eh und je - der neue Roman "Unterwerfung" des französischen Autors Michel Houellebecq. (Lionel Bonaventure / AFP)

Schon vor seiner Veröffentlichung erregt Michel Houellebecqs "Soumission" ("Unterwerfung") die Gemüter: Der Roman ist eine politische Fiktion, in der im Jahr 2022 ein radikaler Muslim Präsident von Frankreich wird.

"Soumission" ("Unterwerfung") heißt das neue Buch von Frankreichs umstrittenstem und erfolgreichstem lebenden Schriftsteller Michel Houellebecq. Schon Wochen vor der Auslieferung an die Buchhandlungen (am 7. Januar in Frankreich, am 19. Januar bei uns) wurde über den Inhalt spekuliert. Es sickerte durch, dass der Islam im Mittelpunkt stehen soll. Nachdem das Buch jetzt vorab illegal ins Netz gestellt wurde, ist die Houellebecq-Hysterie kaum mehr aufzuhalten.

Für unseren Kritiker Dirk Fuhrig ist "Soumission" ein "toller Roman - flott zu lesen und sprachlich ausgefeilt." Houellebecq sei "auf der Höhe seiner Kunst, was die Sezierung der Gesellschaft anbetrifft". Vor dem Hintergrund der verbreiteten Islamfeindlichkeit in Frankreich sei das Buch allerdings "brandgefährlich".

Der Roman treffe "in einen ganz empfindlichen Kernbereich der französischen gesellschaftlichen Debatte". Man müsse sich bewusst machen, dass es in Frankreich eine viel heftigere Auseinandersetzung um den Islam als bei uns gebe. Dagegen sei PEGIDA "ein laues Lüftchen".

Islamfeindlich sei "Soumission" zwar nicht, meint Fuhrig. "Es ist eine Satire, die eine politische Fiktion beschreibt." Doch natürlich würden die Rechten versuchen, Houellebecq und das Buch für sich zu vereinnahmen. "Das ist durchaus möglich."

Mehr zum Thema:

Aus den Feuilletons - Die nächste Gruselwelle in Sachen Abendland
(Deutschlandradio Kultur, Kulturpresseschau, 02.01.2015)

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