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Interview / Archiv | Beitrag vom 23.04.2019

Unternehmer gegen Mietspekulationen"Wer keine Gewinne braucht, der braucht keine hohen Mieten"

Hamid Djadda im Gespräch mit Dieter Kassel

Ein Transparent gegen Wohnungsspekulationen hängt an einer Fassade eines Mietshauses im Berliner Bezirk Friedrichshain.  (Wolfgang Kumm/dpa )
In Berlin hängen an zahlreichen Häusern Transparente gegen Wohnungsspekulation. (Wolfgang Kumm/dpa )

Der Berliner Unternehmer Hamid Djadda will Mietenspekulation verhindern. Eine Stiftung soll dafür Häuser aufkaufen und den Spielkräften des Marktes entziehen. Sein Verein "Erste Sahne" vergibt dafür die Darlehen.

Die Debatte um bezahlbaren Wohnraum hat den Berliner Unternehmer dazu bewogen, den Verein "Erste Sahne" zu gründen. Seine Idee ist, dass eine gemeinnützige Stiftung, Häuser kauft, deren Mieter von Verdrängung bedroht sind und danach eine bezahlbare Miete garantiert. "Wenn  eine Stiftung eine Immobilie kauft, kann diese Immobilie keiner mehr kaufen", sagte Djadda im Deutschlandfunk Kultur.

Der Unternehmer Hamid Djadda steht in Berlin auf der maroden und denkmalgeschützte Tribüne an der ehemaligen Autorennstrecke AVUS.  (Gregor Fischer/dpa )Der Unternehmer Hamid Djadda will mit einer neuen Idee den Berliner Mietmarkt entlasten. (Gregor Fischer/dpa )

Da könne kein Investor aus den USA mehr kommen und dieses Haus aufkaufen. "Die Immobilie ist dem Markt quasi entzogen." Der Verein diene dazu, um das Geld aufzutreiben und den jeweiligen Stiftungen  Darlehen zur Verfügung zu stellen, damit sie die Immobilie kaufen könne. Entscheidend sei dabei, dass eine gemeinnützige Stiftung keinen Gewinn erwirtschaften müsse. 

Regulierung für Wohnungsmarkt nötig  

Bisher basiere das Problem des Mietmarktes vor allem darauf, dass die Immobilienfirmen Gewinne erwirtschaften müssten. Eine Stiftung müsse das dagegen nicht. "Wer keine Gewinne braucht, der braucht keine hohen Mieten", sagte Djadda, dessen Buch "Teure Mieten abschaffen" über dieses Modell Anfang Mai erscheinen soll.

Der Unternehmer sagte, er hege nicht die Illusion, dass sein Verein das Berliner Wohnungsproblem alleine lösen könne. Aber er könne mit einem Beispiel vorangehen. Djadda sagte, die freie Marktwirtschaft sei zwar das beste System in der Geschichte, aber der Wohnungsmarkt benötige eine gewisse Regulierung. "Wohnungen braucht man zum Leben", machte er den Unterschied zu andere Wirtschaftgütern wie Gold und Öl deutlich. 

(gem)

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