Seit 16:05 Uhr Echtzeit
Samstag, 15.05.2021
 
Seit 16:05 Uhr Echtzeit

Interview / Archiv | Beitrag vom 05.06.2018

UnternehmenskulturAus Fehlern lernen statt sie zu bestrafen!

Jan Hagen im Gespräch mit Dieter Kassel

(imago stock&people)
Im Umgang mit Fehlern sollte weniger die Strafe im Vordergrund stehen, so Jan Hagen. (imago stock&people)

Der Wirtschaftswissenschaftler Jan Hagen plädiert für eine Kultur, die Fehler als "Teil jeden menschlichen Handelns" akzeptiert. Daran fehlt es in vielen Unternehmen noch, aber speziell eine Branche setze sich für eine offene Fehlerkultur ein.

Wer Fehler vermeiden will, muss zunächst einmal hinnehmen, dass sie Teil jedes menschlichen Handelns sind. Das meint der Wirtschaftswissenschaftler Jan Hagen von der European School of Management und Technology (ESMT) in Berlin, der sich auf Fehlermanagement spezialisiert hat.

Im Umgang mit Fehlern sollte weniger die Strafe im Vordergrund stehen als die Analyse, wie es zu dem Fehler kommen konnte, so Hagen im Deutschlandfunk Kultur. Denn: "Wenn ich Strafe fürchte, ist natürlich meine erste Reaktion Abwehr."  

Im Unternehmen solle diese Fehlerkultur von oben vorgelebt werden, betont Hagen. "Das heißt, wenn Chefs von sich aus auch Schwachstellen zugeben, verlieren sie nicht Akzeptanz, sondern gewinnen im Gegenteil Akzeptanz und ermöglichen auch ihren Mitarbeitern, selber offen über Fehler zu berichten."

Fokus nicht auf dem Ereignis

Eine Branche, in der man diesbezüglich schon sehr weit sei, ist Hagen zufolge die Luftfahrt, und das lasse sich auch in andere Bereiche transferieren: "Dass eben der Fokus nicht auf dem Ereignis, auf der Konsequenz eines Fehlers liegen sollte vor allen Dingen", betont er. "Sondern vor allen Dingen darauf liegen sollte: Was kann ich machen, um negative Konsequenzen zu vermeiden, wenn sie passieren? Beziehungsweise wenn etwas passiert ist, vor allen Dingen zu lernen: warum?"

(uko)

Mehr zum Thema

Über den Reiz musikalischer Unschärfen - Ode an den Fehler
(Deutschlandfunk, Freistil, 08.04.2018)

Patientenmord - Was Krankenhäuser bei einem Verdacht tun können
(Deutschlandfunk, Sprechstunde, 05.09.2017)

Fehlerkultur in unterschiedlichen Gesellschaften - Schöner Scheitern
(Deutschlandfunk, Aus Kultur- und Sozialwissenschaften, 23.06.2016)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

NahostkonfliktZu viele, die es immer besser wissen
Pro-Israel-Demonstration in München: "Israel muss sich verteidigen" steht auf einem Plakat. (picture alliance / dpa / ZUMAPRESS.com / Sachelle Babbar)

Die Journalistin Esther Schapira kritisiert die deutsche Nahost-Debatte scharf und rät zu "etwas mehr Zurückhaltung und Bescheidenheit". Auch die Verknüpfung von Nahostkonflikt und dem Antisemitismus in Deutschland hält sie für grundfalsch.Mehr

"Dalli Dalli" wird 50Erinnerungen an einen großen Showmaster
Der beliebte Quizmaster Hans Rosenthal während einer "Dalli-Dalli"-Sendung mit einer Karte in der Hand, auf der die Nummer "65" steht. (picture alliance / Istvan Bajzat )

Vor 50 Jahren hieß es erstmals "Dalli Dalli", die Show machte Hans Rosenthal berühmt. Der hatte ein Vierteljahrhundert zuvor den Holocaust überlebt. Seine Tochter erinnert sich an einen Mann, der hart arbeitete und nach Normalität strebte - aber nicht vergaß.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur