Das Feature, vom 18.10.2013, 20:10 Uhr

Unter Null

Leben auf der Straße
Von Jan Tengeler

Bettler bedienen Vorurteile: Jetzt auch wieder vermehrt die Zigeuner! Die betteln bandenmäßig! Klar, arbeiten ist schwerer! Penner! Säufer! Aber wer redet schon mit den abgerissenen Gestalten? Wer sie fragt, erfährt oft Dankbarkeit.

Eine junge obdachlose Frau sitzt in Berlin mit ihren zwei Hunden am Straßenrand. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)
Eine junge obdachlose Frau sitzt in Berlin mit ihren zwei Hunden am Straßenrand. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

"Ich musste mich am Anfang einfach betrinken, sonst hätte ich den Leuten beim Betteln nicht in die Augen schauen können", sagt einer. Ein anderer: "Wenn man sich erst einmal dran gewöhnt hat, ist es gar nicht so schlecht. Stressfrei. Aber es dauert, bis man sich daran gewöhnt."

Die meisten Bettler sind eine eigentümliche Mischung aus zerstörter Existenz und Zähigkeit, aus Individualität und Lügengebäuden, aus Überlebenskunst und Trägheit. Die Philosophen unter ihnen haben das Spiel durchschaut. Sie machen sich und uns nichts mehr vor.

Ihre Geschichten sagen: "Du landest schneller im Abseits, als du denkst." Auch im Sozialstaat Deutschland, dessen Obdachlose noch niemand gezählt hat. Es gibt schätzungsweise 300.000.

DLF 2013

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Unter Null - Leben auf der Straße (PDF)
Unter Null - Leben auf der Straße (Text)

 

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