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Vollbild | Beitrag vom 03.08.2019

Unsere Besten-Auswahl "Regie-Start"Wegweisende Kino-Debüts

Moderation: Patrick Wellinski

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Die Regisseurin Miranda July sitzt in einem Büro. Im Hintergrund sind ein Tisch und ein Bücherregal zu sehen.  (Picture Alliance / dpa / Everett Collection)
Miranda July hat mit ihrem Debüt "Ich und du und alle, die wir kennen" die Installationskunst ins Kino gebracht. (Picture Alliance / dpa / Everett Collection)

In New Yorker Lincoln Center wird zur Zeit eine Reihe mit den angeblich besten Filmdebüts des 21. Jahrhunderts gezeigt. Das nehmen wir zum Anlass, um unsere Lieblingsdebüts zu küren. Und um uns zu fragen, was überhaupt ein gelungenes Kinodebüt ausmacht.

Vollbild-Redakteur Patrick Wellinski und Filmkritikerin Anke Leweke haben sich jeweils drei interessante und wegweisende Kinodebüts der vergangenen 20 Jahre herausgepickt und sprechen über multiperspektivische Erzählmuster, den Mythos des "Coming of Age"-Films und den Einfluss von Installationskunst auf das Kino im 21. Jahrhundert.

"Ich und du und alle, die wir kennen" von Miranda July (2005)
Das Comedy-Drama der kalifornischen Hippie-Künstlerin Miranda July erzählt ungewöhnlich und verträumt von Liebe und recht schrulligen Personen. July spielt eine Performance-Künstlerin, die sich in einen glücklosen Schuhverkäufer verliebt. Ein Debüt, das die Installationskunst ins Kino brachte.


"Hunger" von Steve McQueen (2008)
Ähnliches gelang, wenn auch im Tonfall komplett anders, dem britischen bildenden Künstler und Regisseur Steve McQueen in "Hunger". Er erzählt darin die Geschichte eines irischen Widerstandskämpfers, der unter menschenunwürdigen Bedingungen in einem Gefängnis in den Hungerstreik tritt. Ein hartes und poetisches Kino, das Steve McQueen zu einem der aufregendsten Filmemacher der letzten 20 Jahre gemacht hat.


"Der Wald vor lauter Bäumen" von Maren Ade (2003)
Wer hätte gedacht, dass Maren Ades spontan und improvisiert wirkende Lehrerkomödie "Der Wald vor lauter Bäumen" schon alle Merkmale ihres späteren Meisterwerks "Toni Erdmann" vorweg nimmt. Ihre ganz besondere Art, Figuren absurden Situationen auszusetzen, zeugt auch von einer intelligenten Art, sich mit filmischen Humortechniken auseinanderzusetzen.


"Amores Perros" von Alejandro González Iñárritu (2000)
Drei Hundeliebhaber in Mexico-City sind schicksalshaft durch einen schweren Autounfall miteinander verbunden. Wuchtig und mit dem wachen Auge für die sozialen Verhältnisse katapultierte sich der spätere Oscar-Gewinner Alejandro González Iñárritu mit seinem spannungsgeladenen Debüt in die erste Liga des Weltkinos und prägte mit seinen späteren Filmen wie "Babel" und "The Revenant" sogar Hollywood.


"Der Morast" von Lucrecia Martel (2001)
Ein Sommer in Argentinien. Die Großfamilie schwitzt auf dem eigenen Grundstück. Ein Gewitter rückt an und am Ende dieses schwülen Sommers wird nichts mehr so sein wie zuvor. In eindringlichen und intelligenten Episoden verwebt die Argentinierin Lucrecia Martel Sozialreportage mit Familiendrama. Ganz nebenbei thematisiert sich das Kolonialerbe ihres Landes. Ein Motiv, das ich bis heute durch das Kino dieser furchtlosen Kinokämpferin zieht.


"12:08 östlich von Bukarest" von Corneliu Porumboiu (2006)
Am Jahrestag des Sturzes des rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu treffen sich in einem rumänischen Lokalfernsehsender ein arroganter Moderator, ein alkoholkranker Lehrer und ein halb-emeritierter Weihnachtsmanndarsteller und diskutieren mit den wenigen Zuschauern die erstaunliche Frage: Hat die Revolution stattgefunden oder nicht? Ein heute noch hochaktueller Film, der die Rolle des Individuums in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs thematisiert. Ein intelligenter Vertreter der sogenannten rumänischen Welle, die das europäische Kino in den vergangenen 20 Jahren stark geprägt hat.

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