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Mittwoch, 02.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 15. Mai 2020

UNO-Flüchtlingshilfe verlost Kunstwerke

Die UNO-Flüchtlingshilfe verlost Werke von 100 Künstlerinnen und Künstlern. Anlass ist ihr 40-jährigen Bestehen. An der Aktion beteiligen sich unter anderem Norbert Bisky, Anselm Kiefer, Markus Lüpertz und Thomas Ruff. Im Rahmen der Aktion werden bis zu 25.000 Lose für jeweils 40 Euro verkauft. Die Werke im A5-Format sind ab September für je zwei Wochen in Ausstellungen in Bonn, Hamburg und Berlin zu sehen. Der Erlös aus dem Verkauf der Lose geht an das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen.

Sarah Bosetti hat Salzburger Stier erhalten

Die Berlinerin Sarah Bosetti hat den Kabarettpreis Salzburger Stier 2020 erhalten, der von den öffentlich-rechtlichen Sendern in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol vergeben wird. Die Preisverleihung fand in diesem Jahr ohne Publikum im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks in Köln statt. Die Jury des Salzburger Stiers bescheinigte Bosetti eine innovative mediale Vielfalt und einen eigenen künstlerischen Umgang mit gesellschaftlichen Reizthemen von Populismus bis Feminismus. Weitere Preisträger sind der Österreicher Florian Scheuba und Renato Kaiser aus der Schweiz.

Humboldt Forum erinnert mit Skulptur an Kolonialismus

Mit der Bronze-Skulptur "Statute of Limitations" in Form einer zweigeteilten Flagge auf halbmast will das Humboldt Forum in Berlin an die koloniale Vergangenheit Deutschlands erinnern. Im zentralen Treppenhaus des neuen Gebäudes ist der erste Teil der Arbeit des Berliner Künstlers Sunkoo Kang nun installiert, wie die Stiftung Humboldt Forum mitteilte. Dort steht der über mehrere Stockwerke reichende untere Teil der schwarzen Bronze. Im kommenden Jahr soll die andere Hälfte - die oberen Teile von Mast und Flagge - zunächst auf dem Nachtigalplatz im sogenannten Afrikanischen Viertel des Stadtteils Wedding aufgestellt werden. Ein dauerhafter Ort wird noch gesucht. Aus Sicht von Hartmut Dorgerloh, dem Generalintendanten des Humboldt Forums, stehe die Skulptur sinnbildlich für die unterschiedlichen Positionen und Perspektiven bei der Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte.

Der Musiker Ezio Bosso ist tot

Italien trauert um den Komponisten, Dirigenten und Pianisten Ezio Bosso. Der Klassikstar starb nach langer Krankheit im Alter von 48 Jahren in Bologna, wie seine Agentur mitteilte. Bosso arbeitete unter anderem mit dem London Symphony Orchestra, der Mailänder Scala, der Oper in Venedig und dem Kammerorchester in Bonn. Er schrieb auch Filmmusik und Tanzkompositionen. Seit 2011 litt Bosso an einer Nerven-Krankheit, sodass er zuletzt nicht mehr Klavierspielen konnte. Zu seinen größten Erfolgen zählt das Album "The 12th Room" aus dem Jahr 2017. Bosso spielte darin Eigenkompositionen und interpretierte Werke unter anderem von Bach und Chopin.

Historische "Landshut" soll in Berlin ausgestellt werden

Bei der Suche nach einem neuen Standort für das historische Wrack der 1977 von Terroristen entführten Lufthansa-Maschine "Landshut" zeichnet sich einem Spiegel-Bericht zufolge eine Lösung ab. Das Flugzeug solle im militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Berlin-Gatow ausgestellt werden, schrieb das Magazin. Der Standort für die Maschine werde geprüft, sagte ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Grütters dem Spiegel. Die Landshut war 2017 auf Initiative von Sigmar Gabriel - damals Bundesaußenminister - aus Brasilien nach Deutschland gebracht worden und steht seither am Bodensee in einem Museum. Das Flugzug war 1977 von einem palästinensischen Terrorkommando entführt worden, um inhaftierte Terroristen der Rote Armee Fraktion (RAF) freizupressen. Nach mehrtägigem Irrflug wurde die Maschine in der somalischen Hauptstadt Mogadischu von deutschen Spezialkräften gestürmt.

Maler Juan Genovés in Madrid gestorben

Der Künstler Juan Genovés, einer der Protagonisten der modernen spanischen Malerei, ist im Alter von 89 Jahren in Madrid gestorben. Die Marlborough-Galerien, die den aus Valencia stammenden Genovés seit Jahrzehnten vertreten haben, bestätigten seinen Tod auf Facebook und schrieben dort: "Trotz Deines Erfolgs wolltest Du Spanien nie verlassen, auch nicht, als Dir angeboten wurde, nach New York zu gehen. Denn dies war Dein Land, und Dein Kampf als Künstler war hier." In seinen kritisch-realistischen Werken befasste sich Genovés häufig mit dem Faschismus und der Gewalt während des Franco-Regimes. Oft zeigen seine Bilder gesichtslose Menschenmassen, Festnahmen, Folter und Verfolgungen. Sein bekanntestes Werk "El abrazo" (Die Umarmung) aus dem Jahr 1976 gilt bis heute als Sinnbild der sogenannten "Transición" - jener Zeit, in der Spanien nach dem Ende der Franco-Diktatur verzweifelt nach einer neuen Identität suchte.

Kultureinrichtungen dürfen Gutscheine ausgeben

Konzerthäuser, Theater und Museen können für Schließungen und Veranstaltungsabsagen Gutscheine an betroffene Kunden ausgeben, statt Eintrittspreise zu erstatten. Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat das entsprechende Gesetz gebilligt. Die Regelung gilt für Musik-, Kultur-, Sport- oder sonstige Veranstaltungen, für die vor dem 8. März ein Ticket erworben wurde. Aufgeführt sind auch Museen, Freizeitparks, Schwimmbäder oder Sportstudios, für die beispielsweise Monats- oder Saisonkarten nicht genutzt werden konnten. Nutzen die Kunden den Gutschein nicht, erhalten sie von den Veranstaltern ihr Geld zurück.

Klarheit bei Finanzierung digitaler Endgeräte für Schüler

Bund und Länder haben sich bei der Finanzierung des 500-Millionen-Euro-Sofortprogramms für digitale Geräte an den Schulen geeinigt. Das teilten das Bundesbildungsministerium und die Kultusministerkonferenz mit. Eine Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt Schule regelt nun, dass die Gelder nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel verteilt werden - Anteile der einzelnen Länder sollen somit nach Steueraufkommen und Einwohnerzahl festgelegt werden. Mit diesem Geld werden die Länder Beschaffungsprogramme für mobile Endgeräte einschließlich der Inbetriebnahme sowie des erforderlichen Zubehörs auflegen. Die Geräte selbst sollen von den Schulen und Schulträgern an benachteiligte Schüler ausgeliehen werden.

Rheingau Musik Preis für West-Eastern Divan Orchestra

Der Rheingau Musik Preis geht in diesem Jahr an das West-Eastern Divan Orchestra und seinen künstlerischen Leiter Daniel Barenboim. Das teilte das Rheingau Musik Festival mit. Der Dirigent und Pianist habe mit der Mitgründung des Orchesters 1999 "einen unschätzbaren Beitrag zur kulturellen Bildung und internationalen Integration" geleistet, befand die Jury. Dies sei "Zeugnis eines beispiellosen Engagements für Frieden und Völkerverständigung". Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird zum 27. Mal vergeben. Wegen der Corona bedingten Absage des Rheingau Musik Festivals wurde die Preisverleihung jedoch auf einen unbestimmten Termin verschoben. Bisherige Preisträger waren in den vergangenen Jahren unter anderem Paavo Järvi und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen (2019), der Geiger Gidon Kremer (1996), die Internationale Bachakademie Stuttgart (2000), das Artemis Quartett (2001) und der Countertenor Andreas Scholl (2015).

Kirchenchor-Verband hofft auf gemeinsames Singen

Der Verband der katholischen Kirchenchöre in Deutschland hofft, dass ab Herbst wieder gemeinsames Singen möglich ist. Unter Auswertung von Studien zum Coronavirus werde ein Kriterienkatalog erarbeitet, unter welchen Bedingungen das wieder verantwortbar erscheine, sagte der Präsident des Allgemeinen Cäcilien-Verbands, Marius Schwemmer, dem Sender Domradio. Kirchenchöre hätten im Schnitt um die 30 Mitglieder. Bei einer Grundfläche von rund 300 Quadratmetern erscheine es realistisch, dass Chöre unter Einhaltung des Abstandsgebotes und anderer Sicherheitsvorgaben wieder in Kirchenräumen proben könnten. Schwemmer mahnte aber zu Vorsicht. Es gebe Berichte über eine große Anzahl von Infizierten nach Chorproben. Fachliche Untersuchungen aus der Musikmedizin müssten klären, ob das Singen selbst oder eher die Zeit vor und nach dem Singen für Ansteckungen gefährlich sei.

Tänzer im Friedrichstadt-Palast trainieren wieder

Nach wochenlanger Pause haben die Tänzer im Berliner Friedrichstadt-Palast wieder mit dem gemeinsamen Training begonnen. Allerdings unter besonderen Vorkehrungen. Mit einer Sondergenehmigung trainieren maximal neun Tänzerinnen und Tänzer gleichzeitig im Ballettsaal, wie eine Sprecherin mitteilte. Das Ensemble wurde in mehrere Gruppen aufgeteilt, außerdem gelten Abstandsregeln. Derzeit macht sich das Ensemble für einen Fernsehauftritt fit: Es soll beim Finale der Castingshow "Germany's next Topmodel" auftreten, das nächsten Donnerstag bei ProSieben läuft. Der Friedrichstadt-Palast hat jährlich Hunderttausende Besucher. Wegen des Coronavirus bleibt das Theater noch mindestens bis zum 31. August geschlossen.

Nächster Pisa-Test auch zu sozialen Kompetenzen

Die OECD will ihre regelmäßigen Pisa-Studien unter Schülern um ein weiteres Modul erweitern. Wie das Magazin "Focus" berichtet, sollen künftig auch die sozialen Kompetenzen von Schülern in die Bewertung einfließen. Der Chef der Pisa-Studie und OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher sagte, die Corona-Krise zeige, dass auch soziale und emotionale Kompetenzen im Schulalltag eine wichtige Rolle spielten. Die OECD führt seit 2000 in Abständen von drei Jahren in den meisten Mitgliedstaaten die Pisa-Studien durch. Nächster regulärer Termin ist 2021.

Misshandlungen an Ballettschule bestätigt

Klima und Methoden an der Staatlichen Ballettschule Berlin und der verbundenen Schule für Artistik sind erneut von Experten heftig kritisiert worden. Die von der Bildungsverwaltung im Februar eingesetzte unabhängige Clearingstelle geht nach einem Zwischenbericht davon aus, "dass sich Kindeswohlgefährdung durch physische und psychische Misshandlung, emotionale Vernachlässigung, Vernachlässigung der Gesundheitsfürsorge sowie der Fürsorge- und Aufsichtspflicht erkennen lässt". Bisher haben der Pädagoge Arthur Kröhnert, langjähriger Bundesgeschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren, und die Psychologin Elke Nowotny, Ex-Vorstandsmitglied des Kinderschutz-Zentrum Berlin, 108 Gespräche oder E-Mailwechsel mit aktuellen oder ehemaligen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrerinnen und Lehrern geführt. Insgesamt hatten sich 203 Menschen an die Clearingstelle gewandt.

NDR betont nach Kritik Bedeutung von Literatur

Nach der Kritik von Schriftstellern und Verlegern am geplanten Wegfall der NDR-Sendung "Bücherjournal" hat der öffentlich-rechtliche Sender die Bedeutung der Literatur im Programm betont. "Wir werden in Zukunft mehr Bücherbesprechungen im Angebot haben als bisher. Und diese werden mehr Menschen erreichen", teilte der Intendant des Norddeutschen Rundfunks, Joachim Knuth, mit. Es gehe bei Einstellung der Sendung "Bücherjournal" nicht wie befürchtet darum, den Stellenwert der Literatur im NDR zu mindern. Das Gegenteil sei der Fall. Künftig werde es unter anderem in der Sendung "DAS!", bei NDR 2 und im Internet Buchtipps geben.

Initiative fordert Frauen-Quote in Filmbranche

Die Initiative Pro Quote Film fordert mehr Produzentinnen, Drehbuchautorinnen, Regisseurinnen und Kamerafrauen in der Medienbranche. "Es reicht! Corona und die Folgen zeigen: Wenn die Filmwelt wieder anläuft, dann nur mit Quote", heißt es in einem Aufruf, der unter anderem von der Kabarettistin und Schauspielerin Maren Kroymann unterzeichnet ist. Der Lockdown und der begleitende Drehstopp hätten sichtbar gemacht, "wie schief die Schieflage ist und wie resistent gegen Innovation die Filmbranche". Corona habe insbesondere die prekäre Lage von filmschaffenden Frauen weiter verstärkt. Obwohl seit 25 Jahren 50 Prozent der Alumni von Filmhochschulen weiblich seien, gingen 2019 lediglich 14 Prozent der Projektförderung an Produzentinnen.

Bayern stockt Hilfsprogramm für Kunst und Kultur auf

Bayern stockt sein Hilfsprogramm für die krisengeschüttelte Kulturbranche deutlich auf: 200 Millionen Euro statt wie bisher geplant 90 Millionen Euro sollen nun für Künstler und Kulturschaffende im Freistaat bereitgestellt werden. Das kündigten Ministerpräsident Markus Söder, Kunstminister Bernd Sibler und Digitalministerin Judith Gerlach (alle CSU) in München an. Profitieren sollen nun auch Künstler, die nicht in der Künstlersozialkasse organisiert sind. Und es gibt weitere Millionenhilfen für Spielstätten wie Theater und Kinos, für Musikschulen, Laienmusikgruppen und den Ausfall von Filmproduktionen. Ministerpräsident Söder stellte außerdem eine vorsichtige Öffnung nach Pfingsten in Aussicht. Den Anfang könnten Veranstaltungen im Freien machen.

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