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Alte Musik | Beitrag vom 24.03.2021

Universum JSB (26) - Johann Sebastian Bach unter BeschussFrontaler Angriff auf den Thomaskantor

Von Michael Maul

Eine Säule zeigt Bachs Porträt, das von einem Dach geschützt ist. (IMAGO / Schöning)
Während Bach zu Lebzeiten angefeindet wurde, erhielt er allein ein erstes Denkmal in Leipzig in der Nähe der Thomaskirche. (IMAGO / Schöning)

"Schwülstig" und "wider die Natur" sei Bachs Musik. Das veröffentlicht Johann Adolph Scheibe in seiner Zeitschrift "Der Critische Musicus" als angeblich anonymen Leserbrief. Bach tobt. Und er weiß, wer hier schreibt. Er wehrt sich, auch auf Nebenschauplätzen.

Am 14. Mai 1737 veröffentlichte Johann Adolph Scheibe in seiner Zeitschrift "Der Critische Musicus" einen angeblich anonymen Leserbrief. In diesem wird die Kompositionskunst eines "gewissen großen Mannes" heftig kritisiert. Sie sei verworren und finster. Die Schwülstigkeit habe diesen Meister "von dem Natürlichen auf das Künstliche und von dem Erhabenen auf das Dunkle geführet."

Er überfordere seine Musiker permanent, weil er glaubte, diese müssten "durch ihre Kehle und Instrumente eben das machen, was er auf dem Claviere spielen kann". Deshalb sei all seine Kunst vergebens angewendet: "weil sie wider die Natur streitet". Bach ahnte, dass jeder Kenner sofort erraten würde, wer hier gemeint war.

Wütender Gegenangriff

Johann Sebastian Bach tobte. Und er war sich sicher, wer hier "anonym" wetterte. Wie er sich gegen die heftigen Vorwürfe des "Critischen Musicus" verteidigte, und dass der berühmte Disput bald auch auf einigen Nebenschauplätzen stattfand, darüber berichtet der 26. Teil unserer Sendereihe "Universum JSB".

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