Seit 01:05 Uhr Tonart

Mittwoch, 14.11.2018
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Mittwoch, 10. August 2016

Uni Erlangen schafft Zentrum für Islamforschung

Neuer interdisziplinärer Ansatz im Dialog mit Wissenschaftlern aus der Region

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg konzentriert ihre Orient- und Islamforschung in einem neuen Zentrum, das sich "Centre for Euro-Oriental Studies" (CEOS) nennt. Dazu werden sich Experten aus Geistes- und Kulturwissenschaften, Medizingeschichte, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften und Theologie zusammenschließen, wie die Hochschule ankündigte. Ziel des Projekts sei es, im Dialog mit Wissenschaftlern aus der Region das Beziehungsgeflecht zwischen Europa und dem Orient zu untersuchen. "Bestimmte Phänomene wie zum Beispiel die Entwicklung des Islamischen Staates, aber generell auch die komplexen Gefüge der Region lassen sich fundiert nur interdisziplinär behandeln und setzen Kenntnisse der Region voraus", sagte CEOS-Sprecher Georges Tamer. Auch die Flüchtlingsforschung verdiene einen neuen Ansatz.

Slavoj Žižek vergleicht Pokémon Go mit NS-Ideologie

Kritik am Phantasiebild des digitalen Bildschirms

Der Starphilosoph Slavoj Žižek vergleicht das Smartphone-Spiel Pokémon Go mit dem Mechanismus der nationalsozialistischen Ideologie. In einem Beitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit" schreibt Žižek über das weltweit populäre Spiel: „Statt uns aus der realen Welt herauszureißen und in einen künstlichen virtuellen Raum einzuführen, verbindet es vielmehr beide miteinander" Der Blick auf die Wirklichkeit und der Umgang mit ihr werde vom Phantasiebild des digitalen Bildschirms vorgeformt. "Ganz ähnlich funktionierten alle Ideologien", so der Philosoph, auch die NS-Ideologie: „Hat Hitler den Deutschen nicht das Phantasiebild seiner nationalsozialistischen Ideologie beschert, durch dessen Raster sie überall ein besonderes Pokémon – ‚den Juden‘ – auftauchen sahen, das sie mit einer Antwort auf die Frage versorgte, wogegen man zu kämpfen habe?"

Wolfgang Büchner wechselt zur Mediengruppe Madsack

Journalist tritt neue Leitungsfunktion ab 2017 an

Der ehemalige "Spiegel"-Chefredakteur Wolfgang Büchner wechselt vom Schweizer Ringier-Verlag zur Mediengruppe Madsack in Hannover. Der 50-Jährige übernehme die Leitung des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) und solle die digitale Transformation bei Madsack verantworten, teilte der Medienkonzern in Hannover mit. Büchner, der bei Madsack den Titel "Chief Content Officer" tragen wird, ist derzeit Geschäftsführer der "Blick"-Gruppe des Ringier-Medienkonzerns in Zürich. Er werde das Unternehmen Ende Oktober 2016 verlassen, teilte Ringier mit. Als Leiter des RND soll Büchner ab 1. Januar 2017 die Produktion überregionaler Inhalte für zahlreiche Madsack-Zeitungen (u.a."Hannoversche Allgemeine Zeitung", "Leipziger Volkszeitung" ) verantworten. Das RND beliefert mehr als 30 Tageszeitungen mit einer Auflage von mehr als 1,1 Millionen Exemplaren. Von September 2013 bis Dezember 2014 war Büchner Chefredakteur von "Spiegel" und "Spiegel Online". Davor war er von 2010 bis 2013 Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur.

Autovermieter geht gegen Satirezeitschrift "Titanic" vor

Zeitschrift einigt sich auf Unterlassungserklärung

Das Mietwagenunternehmen Sixt, das in Werbeanzeigen gerne aktuelle Anlässe aufgreift, ist juristisch gegen die Satirezeischrift "Titanic" vorgegangen. Stein des Anstoßes ist eine imitierte Werbung der Autofirma in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift, die den zerschossenen Lastwagen des Amoktäters von Nizza zeigt, schreibt der Mediendienst "Meedia". Darunter stehe der Slogan "Für alle, die gerne Menschen bewegen." Die Autofirma wehrte sich gegen das Motiv und einigte sich mit der Zeitschrift auf eine Unterlassungserklärung.

UN fordert begrenzte Produktwerbung an Kinder

Falsche Prägung in Kindheit führt zu Kultur des Konsums

Die Vereinten Nationen fordern eine stärkere Begrenzung von Produktwerbung, die sich speziell an Kinder richtet. Solche Lockmittel träufelten Kindern eine "Kultur übermäßigen Konsums" ein, kritisiert der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Gesundheit, Dainius Puras, zum Internationalen Tag der Jugend am kommenden Freitag. Kinder lernten, auf kommerzielle Reize zu reagieren, indem sie Unnötiges ohne Rücksicht auf langfristige finanzielle Folgen kauften. So würden sie schon früh an eine "Kultur der Verschuldung" gewöhnt. Diese Art der speziell an Kinder gerichteten Werbung nehme "an Zahl und Reichweite zu" und habe das Potenzial, das Kaufverhalten von Kindern langfristig zu prägen", erläutert Puras. Viele Anzeigen für Kinder förderten zudem den Konsum ungesunder Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt, kritisiert der UN-Experte. Eine Beschränkung von spezieller Lebensmittelwerbung für Kinder könne daher zur Verbesserung der Gesundheit beitragen und Gesundheitsausgaben reduzieren. In vielen Ländern ist TV-Werbung im Umfeld von Kinderprogrammen verboten, unter anderem in Brasilien, Kanada und Norwegen.

Russischer Bildhauer Ernst Neiswestny tot

Der Streit mit Parteichef Chruschtschow machte ihn einst berühmt

Der bedeutende russische Bildhauer Ernst Neiswestny, Schöpfer zahlreicher Monumentalskulpturen, ist tot. Er starb mit 90 Jahren in New York. Neiswestny habe in seinen Werken "der Kraft und Unzerstörbarkeit des menschlichen Geistes Ausdruck verliehen", würdigte Kulturminister Wladimir Medinski den Künstler. Krieg und Leiden, aber auch Lebensfreude - diesen Themen widmete Neiswestny seine großen, oft aus menschlichen Gesichtern gebildeten Skulpturen. Seit 1996 erinnert eine 15 Meter hohe "Maske der Trauer" in der Häftlingsstadt Magadan an die Opfer sowjetischer Repression. Andere Werke stehen im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz, bei den Vereinten Nationen in Genf oder im Vatikan.1962 lieferte er sich mutig einen Streit mit dem damaligen sowjetischen Parteichef Nikita Chruschtschow. Der Bildhauer forderte Freiheit von der damals vorherrschenden Kunstrichtung des Sozialistischen Realismus.

Früherer "Tagesspiegel"-Chefredakteur Stützle gestorben

Thematische Schwerpunkte waren Außen- und Sicherheitspolitik

Der frühere Chefredakteur des Berliner "Tagesspiegels", Walther Stützle, ist tot. Stützle sei am Montag im Alter von 74 Jahren gestorben, teilte die Zeitung heute unter Berufung auf seine Familie mit. Stützle war von 1994 bis 1998 zusammen mit Monika Zimmermann und Gerd Appenzeller "Tagesspiegel"-Chefredakteur. Zuvor sei er drei Jahre lang Stellvertreter des Chefredakteurs Hermann Rudolph gewesen, so die Zeitung. In den 80er Jahren arbeitete Stützle als Korrespondent der "Stuttgarter Zeitung". Stützle, Politikwissenschaftler, kam vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI zum "Tagesspiegel" nach Berlin. Auch dort habe sein besonderes Interesse der Außen- und Sicherheitspolitik gegolten. 1998 wechselte Stützle als Staatssekretär ins Bundesverteidigungsministerium. Dort habe er als SPD-Politiker vor seiner Zeit als Journalist bereits von 1969 an in verschiedenen Funktionen gearbeitet, so der "Tagesspiegel".

Stufen der Berliner Staatsoper stehen zum Verkauf

Marmorelemente wurden während Sanierungsarbeiten ausgebaut

Stufen aus der Berliner Staatsoper Unter den Linden werden im Internet zum Verkauf angeboten. Ein privater Händler historischer Bauelemente offeriert 200 Marmorstufen aus dem denkmalgeschützten Gebäude für je 75 Euro, wie der Berliner "Tagesspiegel" berichtet. Nach Angaben der Senatsbauverwaltung wurden die Stufen im Zuge der Sanierung vor fünf Jahren ausgebaut. Die beauftragte Firma habe wiederverwendbare Platten eingelagert, die nicht mehr verwendbaren sollten entsorgt werden. "Wie sie vom Bauschutt ins Internet kommen, können wir nicht nachvollziehen", sagte die Sprecherin. Ihr Haus werde der Frage aber nachgehen. Olaf Elias, Inhaber des Bauelemente-Unternehmens im brandenburgischen Marwitz, teilte auf Anfrage mit, dass es sich um DDR-Ware handele, die bei Baubeginn während der Entkernung der Staatsoper vor einigen Jahren entsorgt worden sei. Sie befinde sich seit einigen Jahren in seinem Besitz. Grünen-Abgeordnete Sabine Bangert forderte Aufklärung über den Weg der Stufen. "Wenn man bei der Staatsoper noch etwas zu Geld machen könnte, sollte das der Staatskasse zugute kommen", sagte sie. Laut Bauverwaltung wären die Stufen jedenfalls nicht mehr für ihren bisherigen Zweck verwendbar. Sie stammten aus den sogenannten Schachteltreppenhäusern zu den Rängen, die aus Brandschutzgründen so nicht mehr gebaut werden dürften.

Österreicher keltern 500 Jahre alte Weinsorte

Anbaufläche soll vergrößert werden

Weinliebhaber können jetzt einen Vorfahren des Grünen Veltliners verkosten. Österreichische Winzer hätten vor 16 Jahren in Eisenstadt einen etwa 500 Jahre alten Rebstock entdeckt, eine Urform des heutigen Grünen Veltliners, berichtete der Österreichische Rundfunk (ORF). Daraus seien Sprösslinge gezogen worden, deren Trauben im vergangenen Jahr erstmals geerntet und zu 300 Liter Weißwein verarbeitet worden seien. Der Tropfen habe einen interessanten und sehr würzigen Geschmack, sagte Winzer Hans Moser. Selbst Kollegen aus den USA seien beeindruckt gewesen. Jetzt hoffe er, die Anbaufläche vergrößern zu können. Von Rebstöcken werden rund 30 Jahre lang ertragreich Weintrauben für die Weinproduktion geerntet. Einzelne Pflanzen werden normalerweise nur bis zu 100 Jahre alt.

ORF-Intendant Wrabetz bleibt im Amt

Er leitet den Sender weitere fünf Jahre

Der langjährige Intendant des Österreichischen Rundfunks (ORF) Alexander Wrabetz wird den Sender weitere fünf Jahre leiten. Das oberste ORF-Gremium entschied sich für den 56-jährigen Wiener. Wrabetz, der den Sozialdemokraten der SPÖ nahesteht, ist seit zehn Jahren im Amt. Er setzte sich gegen Richard Grasl, den kaufmännischen Direktor des ORF, durch, der der konservativen Volkspartei ÖVP zugerechnet wird. Die Besetzung des Chef-Postens gilt als politisch brisant. SPÖ und ÖVP ringen stets darum, ihnen nahestehende Kandidaten ins Amt zu hieven. Der ORF hat mit seinen TV- und Radioprogrammen eine dominante Rolle in Österreich. Das Jahresbudget liegt bei knapp einer Milliarde Euro. Das Unternehmen hat fast 4000 Mitarbeiter.

Name für neues Jüdisches Museum in Köln gesucht

Bürger können ihre Ideen einreichen

Gut einen Monat lang können Bürger der Stadt Köln und dem Landschaftsverband Rheinland ihre Ideen für einen Namen für das neue Jüdische Museum einreichen. Bis zum 15. September werden Vorschläge entgegen genommen, wie es in einer Mitteilung der Stadt Köln hieß. Die Ideen sollen bei der Namensfindung helfen, eine Entscheidung soll Ende 2016 fallen. Das Museum soll 2019 auf dem Kölner Rathausplatz im Zentrum der Altstadt eröffnen. Archäologen hatten dort seit 2007 das mittelalterliche Judenviertel ausgegraben. Dazu gehören die Ruinen von Hospital, Bäckerei und Synagoge. Die Forscher fanden viele kostbare Artefakte, so einen halbmondförmigen, edelsteinbesetzten Goldohrring aus dem 11. Jahrhundert. Experten bezeichnen die Ausgrabungsstätte als einzigartig. Köln war im Mittelalter die größte deutsche Stadt, seine jüdische Gemeinde gilt als die älteste nördlich der Alpen.

Wissenschaftler beraten über Wiederaufbau von Aleppo

Gerda Henkel Stiftung fördert zwei Vorhaben mit knapp 750.000 Euro

Syrische und deutsche Wissenschaftler befassen sich mit einem künftigen Wiederaufbau der umkämpften syrischen Stadt Aleppo. Auch wenn die Kampfhandlungen andauerten, müssten bereits jetzt Szenarien für die Zeit nach dem Bürgerkrieg entwickelt werden, erklärte die Gerda Henkel Stiftung in Düsseldorf. Die Altstadt Aleppos ist Unesco-Welterbestätte; Hunderttausende Menschen sind derzeit in der nordsyrischen Metropole eingeschlossen. Die gemeinnützige Gerda Henkel Stiftung fördert nach eigenen Angaben zwei aktuelle Vorhaben mit insgesamt rund 750.000 Euro. Unter dem Titel "Die Stunde Null - Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise" bauen Wissenschaftler eine Datenbank auf, mit der sie die kriegsbedingten Schäden in Aleppo systematisch dokumentieren. Zudem erstellen sie ein 3D-Modell des weitgehend zerstörten Basars. Die Vorhaben sind angesiedelt am Deutschen Archäologischen Institut und am Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen-Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Wirbel um Netrebko bei den Bayreuther Festspielen

Singt sie auf dem Grünen Hügel - oder singt sie nicht?

Ein mögliches Engagement von Opern-Star Anna Netrebko bei den Bayreuther Festspielen ist unklar. Der Sprecher der Festspiele, Peter Emmerich, betonte, dass Verhandlungen mit Netrebko über einen Auftritt als Elsa in der Richard-Wagner-Oper "Lohengrin" im Jahr 2018 nach wie vor laufen. Ein Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hatte zuvor für Wirbel gesorgt. Darin sagte die 44-Jährige auf die Frage, ob sie 2018 im Festspielhaus auf der Bühne stehen wird: "Nein. Das heißt, wir sind noch im Gespräch." Wie der "Nordbayerische Kurier" und der "Münchner Merkur" berichteten, fiel die Antwort in der Online-Ausgabe der FAS noch deutlicher aus: "Das ist Gossip." Inzwischen ist aber auch online die Version aus der gedruckten Zeitung zu finden. "Französisch, Italienisch, das kann ich alles singen, aber deutsche Texte sind zu schwer für mich.", erklärte Netrebko ihre Probleme mit Richard Wagners Opern. Festspielchefin Katharina Wagner betonte im "Nordbayerischen Kurier", dass es bislang keinen Vorvertrag mit Netrebko gegeben habe - nur Gespräche. "Anna Netrebko hat sich absolut korrekt verhalten."

Kulturnachrichten hören

August 2016
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur