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Interview / Archiv | Beitrag vom 10.07.2016

UNESCO-WelterbeDeutschland schickt Corbusier-Bauten ins Rennen

Katja Römer im Gespräch mit Oliver Thoma

Villa Savoye des Architekten Le Corbusierin Poissy sur Seine (imago / GranAngular)
Die Bauten von Le Corbusier sind überall auf der Welt zu entdecken, zum Beispiel in Poissy sur Seine. (imago / GranAngular)

40 Natur- und Kulturstätten in Deutschland dürfen sich bereits Welterbe nennen. Die Versuche, Bauten des Architekten Le Corbusier den Titel zu verleihen, sind bislang gescheitert. Doch Katja Römer, die Sprecherin der Deutschen UNESCO-Kommission, ist zuversichtlich.

Der Kölner Dom gehört dazu, auch der in Aachen - die Hansestadt Lübeck, Schlösser und Parks in der Region Potsdam-Berlin, das Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau. Insgesamt sind es 40 Natur- und Kulturstätten in Deutschland, die auf der Welterbe-Liste stehen.

Bereits zwei Mal war der Versuch gestartet worden, einige Bauten des schweizerische-französischen Architekten Le Corbusier zum Welterbe erklären zu lassen. Jetzt startet der dritte Anlauf. In den kommenden Tagen kommt das UNESCO-Welterbekomitee in Istanbul zusammen, um darüber zu entscheiden. Insgesamt hoffen 29 Orte darauf, künftig den begehrten Titel tragen zu dürfen. Zuletzt kamen in Deutschland die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhaus-Viertel dazu. Weltweit sind es über 1000 Orte.

Weltumspannendes Werk

Deutschland ist dieses Mal nur mit der Le-Corbusier-Bewerbung vertreten. Zwei Häuser in der Stuttgarter Weissenhof-Siedlung sind Teil des gemeinsamen Antrags mit sechs anderen Ländern, die sich um die Würdigung des einflussreichen Architekten bemühen. Katja Römer – Sprecherin der Deutschen UNESCO-Kommission weiß, dass sie Chancen auf den Welterbe-Titel in diesem Jahr gut stehen.

Ein internationales Gutachter-Team habe die Bewerbung genau geprüft und eine positive Empfehlung abgegeben. Das sei noch nicht gleichbedeutend mit einer festen Entscheidung des Komitees, aber "ein erstes Indiz, in welche Richtung es gehen könnte", sagt Römer im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Teil der Nominierung seien auch repräsentative Bauten für das Werk von Le Corbusier in Indien, Belgien, Argentinien, Frankreich, Japan und der Schweiz. "Das zeigt, wie weltumspannend das Werk Le Corbusiers eben in diesen Jahren tatsächlich war", sagt Römer.

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