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Kulturnachrichten

Donnerstag, 24. Juni 2021

Unesco verhindert neue Hochhäuser in Prag

Die Weltkulturorganisation Unesco will den Bau neuer Hochhäuser im Prager Stadtteil Zizkov verhindern. Laut Radio Prag muss ein Projekt für Wohnhäuser im "Neuen Zentrum Zizkov" komplett umgearbeitet werden. Die geplanten Bauten dürften nun maximal 54 Meter hoch werden; die renommierte Architektin Eva Jiricna habe aber 100 Meter Höhe konzipiert. Das ursprüngliche Projekt, das bereits vor zwei Jahren vorgestellt wurde, sah laut Bericht rund 1.000 Wohnungen mit einem geschätzten Gesamtpreis von umgerechnet 236 Millionen Euro vor. Die Prager historische Altstadt gehört seit 1992 zum Weltkulturerbe der Unesco. Diese droht wegen der Hochhäuser mit einem Entzug des Welterbestatus.

Ehren-Oscars 2022 für Ullmann und Jackson

Die norwegische Schauspielerin Liv Ullmann (82) und ihr US-Kollege Samuel L. Jackson (72) werden 2022 mit Ehren-Oscars ausgezeichnet. Dies gab die Oscar-Akademie in Beverly Hills bekannt. Die Trophäen sollen im Rahmen der "Governors Awards"-Gala am 15. Januar 2022 in Los Angeles überreicht werden. Ullmann wurde vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit Regisseur Ingmar Bergman in Filmen wie "Szenen einer Ehe" und "Von Angesicht zu Angesicht" bekannt. Jackson spielte in über 100 Filmen mit, darunter "Pulp Fiction" und "Django Unchained".

Louvre-Attentäter in Paris zu 30 Jahren Haft verurteilt

Gut vier Jahre nach einem Anschlag auf französische Soldaten am Pariser Louvre ist ein Ägypter zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Schwurgericht in der französischen Hauptstadt sprach Abdalla El Hamahmi schuldig, weil er im Februar 2017 eine Militärpatrouille mit Macheten angegriffen und einen Soldaten verletzt hatte. Das Gericht kam damit der Strafforderung der Staatsanwaltschaft nach. Sie sieht in dem Fall eine besondere Schwere der Schuld, da der 33-Jährige nach ihrer Einschätzung immer noch der islamistischen Ideologie verhaftet ist. In dem Prozess gab El Hamahmi an, er habe im Louvre eigentlich berühmte Kunstwerke wie die Venus von Milo oder Gemälde von Leonardo da Vinci zerstören wollen, um gegen die französischen Luftangriffe in Syrien zu protestieren.

Preußen-Stiftung: Mehr Eigenständigkeit für Museen

Bei der Reform der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), Deutschlands größter Kultureinrichtung, sollen die Museen mehr Eigenständigkeit bekommen. Die Autonomie der zur SPK gehörenden Museen, Bibliotheken, Archive und Forschungseinrichtungen soll deutlich gestärkt werden. Das hat die Reformkommission beschlossen und dem Stiftungsrat zur Entscheidung am 29. Juni empfohlen, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters mitteilte. Die Häuser der SPK sollen demnach stärker inhaltlich und fachübergreifend zusammenarbeiten. Die Stiftung soll künftig von einem Kollegialorgan geleitet werden, dessen Mitglieder auf Zeit bestellt werden. Den Vorsitz hat laut den Plänen ein hauptamtlicher Präsident. Allgemein ist vorgesehen, herausgehobene Führungsposten nur noch auf Zeit auszuschreiben.

Springer bekommt für TV-Sender BILD Zulassung

Der Medienkonzern Axel Springer hat für seinen neuen TV-Sender BILD eine Rundfunkzulassung bekommen. Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) bei den Landesmedienanstalten erteilte dem Fernsehvollprogramm die rundfunkrechtliche Zulassung, wie die Medienregulierer in Berlin mitteilten. Der genaue Starttermin ist noch nicht bekannt. Ein "Bild"-Sprecher bekräftigte auf Anfrage, dass es noch vor der Bundestagswahl losgehe. Die Zulassung steht noch unter dem Vorbehalt, dass auch eine weitere Kommission mit Blick auf Medienkonzentration zustimmt. BILD ist der dritte Fernsehsender im Springer-Konzern. Es gibt bereits die Kanäle WELT und N24Doku.

Deutsches Auswandererhaus öffnet wieder

Mit einem großen Erweiterungsbau ergänzt das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven sein bisheriges Themenspektrum unter anderem um Migrationskonflikte. Dabei gehe es zentral um die Frage, wie das Zusammenleben im Einwanderungsland Deutschland bisher gestaltet worden sei und wie das künftig geschehen solle, sagte Museumsdirektorin Simone Blaschke. Der Erweiterungsbau ist ab Sonntag für die Öffentlichkeit zugänglich. Bund, Land und Stadt förderten das Projekt den Angaben zufolge mit mehr als 15 Millionen Euro. Bisher dokumentiert das Haus mit Objekten und Biographien 300 Jahre Aus- und Einwanderungsgeschichte in einer multimedialen Dauerausstellung, die ebenfalls erneuert wurde.

Wuppertals Opernintendant geht 2023

Wuppertals Opernintendant Berthold Schneider verlängert seinen Vertrag nicht über die Spielzeit 2022/23 hinaus. Sein Entschluss, nach dann sieben Jahren zu gehen, habe auch mit den Erfahrungen der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf den Theaterbetrieb zu tun, sagte Schneider bei einer Online-Pressekonferenz. Die Mechanik des Theaters sei aus dem Tritt gekommen, der Wiederaufbau werde dauern. Die Stadtspitze, allen voraus Oberbürgermeister Uwe Schneidewind (Grüne), bedauerte den Schritt und verwies auf die unter Schneiders innovativer Leitung entstandenen Änderungen. Dazu gehören ein Opernstudio für den Nachwuchs, digitale Angebote, das Gewinnen neuer Besucher und überregionale Aufmerksamkeit.

RTL plant "Neue Geschichten vom Pumuckl"

RTL wird den "Pumuckl" neu verfilmen. Das teilte die Mediengruppe in Köln mit. Laut Mitteilung sollen die Dreharbeiten im Frühjahr 2022 in München beginnen. Korbinian Dufter, Geschäftsführer der mitbeteiligten Produktionsfirma NEUESUPER, erklärte, es solle eine zeitgemäße Unterhaltungsserie für die ganze Familie geschaffen werden, dabei wolle man die "bayerische Seele der Pumuckl-Geschichten" bewahren. Die Regie wird Markus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt, ist länger tot") führen. Die Serie soll zunächst beim Streamingdienst RTL+ und dann im Programm von RTL laufen. In den 1980er Jahren war "Meister Eder und sein Pumuckl" eine der beliebtesten Kinderserien im deutschen Fernsehen. Bis heute gelten die Abenteuer des rothaarigen Klabautermanns mit der Stimme von Hans Clarin und dem Schreinermeister, die aus der Feder von Ellis Kaut stammen, als Kult.

Asli Erdogan droht erneut Anklage in der Türkei

Nachdem die bekannte türkische Schriftstellerin Asli Erdogan im letzten Jahr vom Vorwurf der Terrorpropaganda freigesprochen worden war, will die türkische Justiz sie nun in gleicher Sache wieder vor Gericht stellen. Das gab das PEN-Zentrum Deutschland bekannt und berief sich auf die Internetseite der Autorin. Die Schriftstellervereinigung forderte zugleich "deutliche Reaktionen" der Bundesregierung. Man könne mit staatlichen türkischen Stellen nicht weiter zusammenarbeiten wie mit solchen aus demokratischen europäischen Ländern, sagte Vizepräsident Leander Sukov. Asli Erdogan war im August 2016 im Rahmen einer Verhaftungswelle inhaftiert worden und konnte im September 2017 das Land verlassen. Nach ihrem Freispruch 2020 sagte Asli Erdogan selbst, es sei gut möglich, dass sie in derselben Sache erneut angeklagt werden würde.

Wolfgang-Koeppen-Preis für Schriftsteller Marcus Braun

Mit einjähriger Verspätung ist dem Schriftsteller Marcus Braun ("Delhi", "Der letzte Buddha") der mit 5000 Euro dotierte Wolfgang-Koeppen-Preis 2020 der Stadt Greifswald virtuell überreicht worden. Die Preisverleihung war wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Sein Vorgänger als Preisträger, Christoph Peters, hatte ihn vorgeschlagen. Braun nehme in der deutschen Literatur eine Sonderstellung ein, so Peters. "In ihrer Sprachbesessenheit, den kühnen Schnitten bei weitgehendem Verzicht auf die Gewissheiten traditioneller Erzählstrukturen, sind seine Romane und Theaterstücke von Beginn an den experimentellen Ansätzen der klassischen Moderne verpflichtet, wie sie Wolfgang Koeppen mit seiner "Trilogie des Scheiterns" in die Deutsche Nachkriegsliteratur eingeführt hat", zitiert die Stadt aus der Begründung. Der Wolfgang-Koeppen-Preis wird seit 1998 alle zwei Jahre verliehen.

Churchill-Gemälde aus Onassis-Yacht versteigert

Ein vom früheren britischen Premierminister Winston Churchill gemaltes Landschaftsbild ist in New York für umgerechnet etwa 1,5 Millionen Euro versteigert worden. Das Ölgemälde mit dem Titel "The Moat, Breccles" fand im Auktionshaus Phillips einen Käufer. Churchill hatte das Bild 1921 gemalt. Jahrzehnte später schenkte er es dem griechischen Milliardär Aristoteles Onassis, der damit seine Luxus-Yacht schmückte.

Britney Spears will Ende von Vormundschaft

Popsängerin Britney Spears hat um ein Ende der Vormundschaft für sie gebeten. Spears äußerte sich erstmals bei einer öffentlichen Gerichtsanhörung in Los Angeles zu der Vormundschaft, mit der seit 2008 ihr Leben und ihre Finanzen kontrolliert werden. Die Vormundschaft sei Missbrauch, sagte Spears. Sie kritisierte ihren Vater James Spears und andere, die diese geleitet haben. Spears sagte, sie werde gezwungen zu verhüten, obwohl sie sich ein Kind wünsche. Als sie bei einer Show in Las Vegas die Choreographie kritisiert habe, habe sie gegen ihren Willen Lithium nehmen müssen. Die Vormundschaft wurde eingesetzt, weil Spears 2008 an psychischen Problemen litt.

Harrison Ford bei Dreharbeiten verletzt

Schauspieler Harrison Ford hat sich bei den Dreharbeiten für den neuen "Indiana Jones"-Film an der Schulter verletzt. Der 78-Jährige zog sich die Verletzung bei Proben für eine Action-Szene zu, wie der Filmriese Disney am Mittwoch mitteilte. Angaben zur Schwere der Verletzung wurden nicht gemacht. Der Drehplan werde in den kommenden Wochen wenn nötig angepasst, erklärte Disney. Die Dreharbeiten für den fünften und letzten Teil der "Indiana Jones"-Saga hatten im Mai in Großbritannien begonnen. Der Kinostart des von Regisseur James Mangold gedrehten Actionfilms ist für Sommer 2022 geplant. Das Filmprojekt war bereits 2016 angekündigt worden, es gab aber immer wieder Verzögerungen. Harrison Ford hatte seinen ersten Auftritt als abenteuerlustiger Archäologe Henry Walton Jones alias Indiana Jones 1981 in "Jäger des verlorenen Schatzes" von Regisseur Steven Spielberg.

Klopstock-Preis für Schriftstellerin Annett Gröschner

Die Schriftstellerin Annett Gröschner wird mit dem diesjährigen Klopstock-Preis für neue Literatur ausgezeichnet. Sie erhalte den mit 12 000 Euro dotierten Preis für ihr Gesamtwerk, teilte die Staatskanzlei in Magdeburg mit. Mit Annett Gröschner werde eine Schriftstellerin geehrt, die sich seit fast drei Jahrzehnten mit den gesellschaftlichen Veränderungen und Umbrüchen im wiedervereinigten Deutschland beschäftigt. Ihre Werke seien von literarischer Genrevielfalt, Formenreichtum und präziser Analyse geprägt, sagte Sachsen-Anhalts Staats- und Kulturminister Rainer Robra. Sachsen-Anhalt verleiht seit 2015 jährlich den "Klopstock-Preis für neue Literatur" als höchste Auszeichnung des Landes auf diesem Gebiet. Der Preis ist benannt nach Friedrich Gottlieb Klopstock, einem der bedeutendsten Dichter und Literaten der Aufklärung.

EU-Kommission gibt knapp 90 Millionen für Kultur

Europäische Kulturschaffende sollen angesichts der Corona-Pandemie mit knapp 90 Millionen Euro aus EU-Mitteln unterstützt werden. Im Rahmen des Programms Kreatives Europa werden für dieses Jahr 88 Millionen Euro bereitgestellt, "um Künstler, Autoren und Interpreten dabei zu unterstützen, wieder ein Publikum in ganz Europa zu erreichen", wie die zuständige EU-Kommissarin Marija Gabriel am Mittwoch mitteilte. Damit sollen unter anderem europäische Kooperationsprojekte sowie Ausbildungs- und Auftrittsmöglichkeiten für junge Musikerinnen und Musiker gefördert werden. Bewerbungen können den Angaben zufolge ab sofort eingereicht werden. Je nach Ausschreibung reichten die Fristen von Ende August bis Ende September.

Historische Schulbücher aus Bayern im Netz abrufbar

Die Augsburger Universitätsbibliothek macht teils jahrhundertealte Schulbücher aus Bayern online zugänglich. Man digitalisiere dazu nun eine der bedeutendsten deutschen Spezialsammlungen zum Thema historisches Schulbuch, teilte die Uni mit. Es handelt sich demnach um rund 1.500 Fibeln, Vorlegeblätter und Rechentabellen aus der Zeit des 16. bis frühen 20. Jahrhunderts, die in Verlagsorten des Freistaats erschienen sind. Gezeigt würden Schulbücher verschiedener Schularten und -fächer. Die erste Tranche mit 300 Titeln aus den Orten im heutigen Regierungsbezirk Schwaben sei bereits online verfügbar. Man könne die Werke einzeln im Volltext aufrufen, aber auch gruppenweise nach Schulfächern.

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Fazit

Umbenennung von BildernKunstwerke im Diskriminierungscheck
Die Figur eines reitenden osmanischen Paschas auf einer Automatenuhr aus dem 17. Jahrhundert als Ausstellungsstück in einem Museum. (imago / Sylvio Dittrich)

In vielen Titeln von Kunstwerken spiegelt sich historisch tradierter Rassismus. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben deswegen 143 Objekte aus ihrem Bestand umbenannt. Die alten Titel bleiben trotzdem, sagt Generaldirektorin Marion Ackermann.Mehr

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