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Donnerstag, 15.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 20. Oktober 2018

Unesco-Chefin Azoulay verurteilt Tötung von Khashoggi

Tod des Journalisten im saudischen Konsulat in Istanbul eingeräumt

Unesco-Chefin Audrey Azoulay hat die Tötung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi als "brutalen Mord" verurteilt. "Ich verurteile nachdrücklich den Mord an Jamal Khashoggi", erklärte die Generaldirektorin der UN-Kulturorganisation in Paris. Sie forderte eine eingehende Untersuchung zu "diesem Verbrechen"; die Täter müssten vor Gericht gebracht werden. Die Unesco setzt sich unter anderem für die Sicherheit von Journalisten ein. Mehr als zwei Wochen nach dem mysteriösen Verschwinden Khashoggis hatte Saudi-Arabien den Tod des Journalisten im saudischen Konsulat in Istanbul eingeräumt. Vorläufige Ergebnisse hätten gezeigt, dass es zwischen Khashoggi und mehreren Personen in der diplomatischen Vertretung zu einem tödlichen Streit gekommen sei, behauptete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA.

Nationaltheater Mannheim: Land gibt 40 Millionen Euro

Betrag reicht aber nicht für die Sanierung

Zur Generalsanierung des Mannheimer Nationaltheaters plant das Land Baden-Württemberg 40 Millionen beizutragen. Das habe die Haushaltskommission, in der Vertreter der Regierung und der Regierungsfraktionen sitzen, beschlossen, teilte die Mannheimer Landtagsabgeordnete Elke Zimmer mit. Damit klafft nun eine Lücke in den Finanzplanungen. SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch hatte die grün-schwarze Landesregierung im August aufgefordert, sich mit 80 Millionen Euro zu beteiligen. In dieser Höhe will sich nämlich der Bund an den geschätzten Kosten für die Sanierung des Theaters und die Ersatzspielstätten beteiligen. Ebenfalls 80 Millionen plant die Stadt zu zahlen. Insgesamt werden etwa 240 Millionen Kosten veranschlagt.

Stiftung begrüßt Kompromiss bei Benin-Bronzen

Bronzen werden in Nigeria gezeigt

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat den Kompromiss im langjährigen Streit um die Benin-Bronzen begrüßt. "Es zeigt sich, wie wichtig das gemeinsame Gespräch ist, die Offenheit, aufeinander zuzugehen und lösungsorientiert zu denken", erklärte Parzinger laut Homepage der Stiftung. Eine Gruppe von neun europäischen Museen hatte sich nach Gesprächen mit nigerianischen Partnern darauf verständigt, einige der in der Kolonialzeit geraubten Bronzen in einem künftigen Museum in der nigerianischen Stadt Benin City auszustellen. Die Preußenstiftung, die auch umstrittene Stücke in ihrer Sammlung hat, unterstützt laut Parzinger das Projekt. Die Benin-Bronzen, wichtige Kunstwerke aus dem heutigen Nigeria, waren in der Kolonialzeit von den Briten geraubt und später an Museen in aller Welt verkauft worden. Seit Jahren wird um eine mögliche Rückgabe an Nigeria gestritten.

Kritik an Konzert-Absage im Bauhaus reißt nicht ab

Band will auf jeden Fall am 6. November in Dessau-Roßlau auftreten

Nach der Absage des Konzerts der linken Punkband Feine Sahne Fischfilet im Bauhaus Dessau reißt die Kritik an der Entscheidung nicht ab. "Es darf niemals der Eindruck entstehen, dass der Druck der rechtsextremistischen Szene ausreicht, ein Konzert zu verhindern", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Der diesjährige Vorsitzende des Bauhaus Verbundes, Berlins Kultursenator Klaus Lederer, schrieb in einem Brief an die Mitglieder des Museumsverbandes, er widerspreche entschieden den Äußerungen der Stiftung Bauhaus Dessau, das Bauhaus sei ein "bewusst unpolitischer Ort". Die Kunstschule fordere nach ihren eigenen Erfahrungen in der Nazi-Zeit und der DDR zu einer klaren Haltung gegen alle Einschüchterungsversuche auf. Feine Sahne Fischfilet kündigte an, auf jeden Fall am 6. November in Dessau-Roßlau aufzutreten.

Rollenverteilung für Passionsspiele steht fest

Nur Oberammergauer dürfen mitspielen

Die angekündigte Überraschung ist perfekt. Mit Cengiz Görür wird erstmals ein Oberammergauer Muslim mit türkischen Wurzeln eine Hauptrolle im weltberühmten Passionsspiel übernehmen. Er teilt sich die Rolle des Judas mit Martin Schuster, wie bei der Vorstellung der Hauptdarsteller für die Passion 2020 bekanntgegeben wurde. Zudem wird der türkischstämmige Muslim Abdullah Karaca, der zugleich zweiter Spielleiter ist, als Nikodemus zu sehen sein. Er teilt sich diese Rolle mit Jonas Konsec. Als Jesus wird wie bereits 2010 Frederik Mayet auftreten, der Pressesprecher des Münchner Volkstheaters. Mitmachen darf nur, wer in Oberammergau geboren und aufgewachsen ist oder seit mindestens 20 Jahren im Dorf wohnt.

Medienpreis Prix Europa verliehen

Laurent Richard als Journalist des Jahres ausgezeichnet

Journalist des Jahres wurde der Franzose Laurent Richard. Der 41-Jährige hat das Reporter-Netzwerk "Forbidden Stories" gegründet. Den Preis für die beste investigative Reportage erhielt der Film "Menschenschmuggler", eine Produktion des Dänischen Fernsehens. Bester Dokumentarfilm war für die Jury "The Cleaners". Er beleuchtet die Arbeit von Menschen, die in Manila pornografische oder gewalttätige Inhalte aus den sozialen Netzwerken löschen. Der Prix Europa ist eines der wichtigsten europäischen Medienfestivals. Es wird von der Europäischen Union und 21 Sendeanstalten getragen. Die Sieger des Wettbewerbs werden mit einer Stier-Skulptur geehrt, Preisgelder werden nicht vergeben.

Fossil nach Museumsbrand in Rio wieder gefunden

Es war eines der wertvollsten Ausstellungsstücke

In den Trümmern des niedergebrannten brasilianischen Nationalmuseums ist eines der wertvollsten Ausstellungsstücke entdeckt worden. Es handele sich um "Luzia", das bisher älteste in dem Land gefundene Fossil, teilte Museumsdirektor Alexander Kellner der Nachrichtenagentur AP mit. Demnach war es beschädigt worden, doch sind inzwischen 80 Prozent der Bestandteile des Fossils wieder aufgetaucht. Es war 1975 bei Ausgrabungen nahe der Stadt Belo Horizonte entdeckt wurden und gehört zu den ältesten auf dem amerikanischen Kontinent. Den Namen "Luzia" bekam es in Anlehnung an "Lucy", ein in Afrika entdecktes Teilskelett eines Vormenschen, das auf ein Alter von 3,2 Millionen Jahren geschätzt wird. Das Nationalmuseum war am 2. September in Flammen aufgegangen. Es beherbergte mit rund 20 Millionen Stücken Lateinamerikas größte Sammlung historischer Artefakte.

Mehr Studierende mit psychischen Erkrankungen

Umfrage der AOK für "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten"

Laut einer neuen Umfrage leiden immer mehr Studierende unter psychischen Problemen und Stress, manche werden sogar krank. In einer Erhebung der AOK für "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" sei herausgekommen, dass in Baden-Württemberg bei etwa 25 Prozent der Studentinnen und Studenten 2017 eine psychische Erkrankung diagnostiziert wurde, bei zehn Prozent sogar mehrfach. Betroffen seien vor allem Frauen. Wer sich nicht behandeln lässt oder wer zwar psychisch belastet, aber nicht krank ist, sei dabei noch nicht einmal erfasst worden, berichten die Zeitungen weiter. Psychologen nehmen laut dem Bericht speziell seit den Bologna-Reformen einen gestiegenen Leistungsdruck wahr. Viele Studierende wollten generell möglichst alles in minimaler Zeit durchziehen, um keine Lücken im Lebenslauf entstehen zu lassen. Zudem beobachteten Experten eine hohe Selbstoptimierung, bis hin zu perfektionistischen Ansprüchen, die zu Zusammenbrüchen führen könne.

Hälfte der Lehrer hält digitale Medien für überschätzt

"Entscheidend für den Lernerfolg bleibt die Persönlichkeit des Lehrers"

Die Hälfte der Lehrer in Deutschland hält einer Studie zufolge den Einsatz digitaler Medien an Schulen für überbewertet. In ihren Kollegien gebe es zu 50 Prozent Vorbehalte gegen digitale Medien, erklärten 1471 Schulleiter im Schulleitungsmonitor der Universität Essen-Duisburg, wie die "Rheinische Post" berichtete. Auftraggeber der Studie war demnach die Wübben-Stiftung, die sich die Förderung benachteiligter Kinder auf die Fahnen schreibt. Die Stiftung sieht die Einstellung der Lehrer dem Bericht zufolge als Problem. "Dass der Schulleitungsmonitor diese Diskrepanz aufdeckt, halte ich für bedenklich, zeigt er doch, dass zu viele Schulleiterinnen und Schulleiter die Herausforderungen der Gegenwart nicht realisiert haben", sagte Hauptgeschäftsführer Markus Warnke dem Blatt. Dagegen sagte der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meininger, die Lehrerschaft sei sich einig, eine bessere digitale Ausstattung der Schulen zu wollen. Die Schulen könnten sich bei der Digitalisierung nicht rausnehmen. Skepsis gebe es aber in der Frage, ob die Schüler durch digitale Stoffvermittlung besser abschnitten. "Entscheidend für den Lernerfolg bleibt die Persönlichkeit des Lehrers", sagte Meidinger.

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