Seit 01:05 Uhr Tonart

Freitag, 22.11.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 20.05.2016

Unendliche Leinwand statt BuchseiteDie digitale Zukunft des Comics

Von Ralf Hutter

Podcast abonnieren
Illustratorin bei der Kreation eines Comics in digitalem Format. (imago)
Eine Illustratorin bei der Kreation eines Comics im digitalen Format (imago)

Spielerisch und mehrdimensional: Die Digitalisierung hat die Comics erfasst, gestalterisch ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Die Grenzen zu Zeichentrick und Computerspiel bröckeln, wenn bei Internet- und E-Comics interaktive und bewegte Elemente integriert werden.

Der Buchmarkt durchlebt den Umbruch hin zur digitalen Welt. Ein ganz anderes Potenzial als für das gedruckte Wort hat die Digitalisierung dabei für Bildergeschichten. Die Grenze zwischen den Genres Comic und Zeichentrick wird durchlässig. Zum Beispiel kann auf einem elektronischen Lesegerät ein Comic auch Filmelemente enthalten. Und er kann interaktiv sein. Auch die Unterscheidung zwischen Comic und Computerspiel steht so zur Debatte.

Das Internet 2.0 bringt weitere Neuerungen für das Comic-Genre. Es bietet auch ohne Bewegtbild und Interaktivität Freiraum für Minderheitenthemen und Experimente. Dabei haben Internetcomics und interaktive E-Comics etwas gemeinsam: Das Konzept der gedruckten Seite ist nicht mehr nötig. Gestalterisch tut sich für Leute, die bisher Comics gemacht haben, eine neue Dimension auf: eine unendliche, mehrdimensionale Leinwand.

Geschichten ohne traditionelles Layout

Die große Schwierigkeit beim Konzipieren eines E-Comics ist das grundsätzliche Layout, erzählt der etablierte Comiczeichner Felix Mertikat. Das Seitenlayout, das Comics traditionell eine Form gibt, ist ja nicht mehr gegeben:

"In einem digitalen Comic brauche ich keine Seite, weil ich ja alle Panels unsichtbar hintereinander, übereinander, nebeneinander stapeln kann. Der Begriff der Seite ist also ein, wenn man im digitalen Bereich ist, ein überholter Begriff, weil die Seite einen begrenzten Raum für eine Anzahl Panels definiert. Im digitalen Comic gibt es das nicht."

Manuskript zur Sendung als PDF und im barrierefreien Textformat

Mehr zum Thema

Neu im Kino: "X-Men: Apocalypse" - Falsche Götzen, falsche Kriege
(Deutschlandradio Kultur, Frühkritik, 19.05.2016)

Heimkino-Tipp: "Silicon Valley" - Böse Parodie auf Google & Co.
(Deutschlandradio Kultur, Vollbild, 14.05.2016)

Ausstellung zu "Eternauta" - Argentinische Comic-Figur als Symbol des Widerstands
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 11.05.2016)

Zeitfragen

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur