Seit 13:05 Uhr Breitband

Samstag, 21.09.2019
 
Seit 13:05 Uhr Breitband

Kulturnachrichten

Mittwoch, 22. Juli 2015

Umstrittene Ausstellung zu Anschlägen in Norwegen

Vierter Jahrestag des Doppelanschlags durch Rechtsterrorist Breivik

In Norwegen wird an die Opfer der Attentate von Oslo und Utoya erinnert. Vor vier Jahren hatte der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik 77 Menschen erschossen. Im Osloer Regierungsviertel öffnet eine Ausstellung zu den Anschlägen. Sie soll Exponate zeigen, die Breivik für die Anschläge benutzte. Beispielsweise ein falscher Pass und eine Polizeimarke, mit der sich der Massenmörder als Polizist ausgegeben hatte. Außerdem die Reste des Autos, in dem er die Bombe in Oslo platziert hatte, sowie ein Koffer mit seiner Ausrüstung. Viele Norweger sehen das kritisch. Sie befürchten, dass die Ausstellung zur Kultstätte für Rechtsextremisten wird. Befürworter halten sie dagegen für wichtig, um sich mit den Attentaten auseinanderzusetzen.

Mehr als fünf Jahre Haft für Giacometti-Fälscher

Schaden von fast fünf Millionen Euro

Im Prozess um Hunderte nachgemachte Giacometti-Skulpturen hat das Landgericht Stuttgart den angeklagten Kunstfälscher heute zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Bei dem Fall geht es um einen Schaden von mindestens 4,75 Millionen Euro. Der 56-jährige Angeklagte hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt. Ihm werden Urkundenfälschung sowie banden- und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Er soll weit mehr als 1000 Skulpturen des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti (1901-1966) gefälscht haben. Komplizen des Mannes waren bereits in der Vergangenheit zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Ai Weiwei erhält Reisepass zurück

Berlin hofft auf baldigen Besuch des Künstlers

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat nach über vier Jahren seinen Reisepass von den chinesischen Behörden zurückerhalten. Zuvor hatte der 57-jährige Ai ein Bild von sich und dem Pass auf dem Fotodienst Instagram gepostet. Chinas berühmtester zeitgenössischer Künstler war 2011 wegen angeblicher Wirtschaftsvergehen auf dem Weg nach Hongkong von der Polizei festgenommen worden. Nach 81 Tagen in Einzelhaft stand er zunächst unter Hausarrest. Sein Pass wurde einbehalten. In Berlin hofft nun die Universität der Künste, dass Ai Weiwei vielleicht schon bald seine Gastprofessur antreten kann, die er vor seiner Reisesperre angenommen hatte.

Bregenzer Festspiele eröffnet

"Turandot" feiert Premiere auf der Seebühne

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer hat heute vor 2000 Gästen die 70. Bregenzer Festspiele eröffnet. Auf der Seebühne feiert heute Abend die Puccini-Oper "Turandot" Premiere. Das Werk mit der weltberühmten Arie "Nessun dorma" erzählt die Geschichte der chinesischen Prinzessin Turandot, die jeden Freier köpfen lässt, der ihre Rätsel nicht lösen kann. Für die Oper, die noch bis zum 23. August zu sehen sein wird, sind rund 180 000 Karten aufgelegt worden. Die diesjährige Saison ist die erste Spielzeit der neuen Intendantin Elisabeth Sobotka. Sie war zuletzt Intendantin der Oper in Graz und von 2002 bis 2007 Operndirektorin der Staatsoper Unter den Linden Berlin.

US-Schriftsteller E.L. Doctorow ist tot

Trauer über Tod von "Ragtime"-Autor

Der Tod des gestern verstorbenen "Ragtime"-Autors E.L. Doctorow sorgt vielerorts für Trauer. US-Präsident Barack Obama würdigte Doctorow als "einen der wichtigsten Schriftsteller Amerikas". "Seine Bücher lehrten mich viel, und er wird uns fehlen", erklärte Obama über den Kurzbotschaftendienst Twitter. Im Deutschlandradio Kultur bezeichnete der Schriftsteller Daniel Kehlmann ihn als seinen wichtigsten Lehrer überhaupt. Doctorow war vor allem für historische Romane bekannt sowie für seinen unkonventionellen Erzählstil. Er erhielt zahlreiche literarische Auszeichnungen, darunter zwei PEN/Faulkner Awards.

Neue Stipendiaten für die Villa Massimo

Stipendiumaufenthalte für 2016 vergeben

Die neuen Stipendiaten für die Deutsche Akademie in Rom stehen fest. In die Ateliers der Villa Massimo dürfen 2016 die Schriftsteller Hartmut Lange, Nina Jäckle und Heike Geißler, die Architektin Anna Kubelik sowie die Künstler Daniel Roth, Nezaket Ekici und Göran Gnaudschun einziehen. Aus dem Musikbereich wurden Lisa Streich und Torsten Herrmann ausgewählt, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute in Berlin mitteilte. Der Aufenthalt in der renommierten Villa Massimo soll hochbegabten Künstlerinnen und Künstlern ermöglichen, sich künstlerisch weiterzuentwickeln. Auch die Stipendienplätze für die zur Villa Massimo gehörige Casa Baldi im Bergstädtchen Olevano wurden vergeben - und zwar an Daniela Danz, Johanna Diehl, Lucy Fricke, Peter Gahn, Antonia Low, Sebastian Multerer, Theodor Schubach und Claudia Wieser.

Kranichsteiner Literaturpreis an Esther Kinsky

Jury würdigt Roman "Am Fluss"

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Esther Kinsky bekommt in diesem Jahr den mit 20 000 Euro dotierten Kranichsteiner Literaturpreis. Die 58-Jährige aus Engelskirchen lebt in Berlin. Die Jury würdigte Kinsky vor allem wegen ihres Romans "Am Fluss" aus dem Jahr 2014. Kinsky nehme "mit behutsamer Präzision armselige Geschäfte, schäbige Reihenhäuser, Stadtbrachen und sumpfige Treidelpfade in den Blick, entwirft die Topographie eines Londoner Vororts und stößt auf Spuren der eigenen Vergangenheit". Die Auszeichnung wird am 6. November in Darmstadt verliehen.

Umbettung der legendären Bundeslade in Äthiopien

Heilige Truhe mit den zehn Geboten erhält neuen Standort

Die Bundeslade mit den zehn Geboten, die Moses von Gott auf dem Berg Sinai erhielt, wird in Äthiopien in eine neue Kapelle umgebettet. Das Dach der Kapelle, in der sie bisher aufbewahrt wurde, ist undicht. Für den Transport der legendären Bundeslade ist ein Mönch verantwortlich, der sich sein Leben lang verpflichtet, die Bundeslade zu bewachen. Er darf das Gelände der Kapelle traditionell nie wieder verlassen. Wann genau der Mönch die Lade an ihren neuen Standort bringen wird, ist geheim. Für Juden und Christen zählt die Bundeslade zu den heiligsten Relikten der Menschheit. Das Mysterium der heiligen Truhe beschäftigt Wissenschaftler und Archäologen seit Hunderten von Jahren. Umstritten ist, ob die Bundeslade tatsächlich in der Stadt Axum im Norden Äthiopiens aufbewahrt wird, wo nun die Umbettung stattfindet.

Kritik an Kulturgutschutzgesetz hält an

Galeristen fordern weitere Nachbesserungen

Kunsthändler und Galeristen in Deutschland fordern von Kulturstaatsministerin Monika Grütters weitere Nachbesserungen an ihrem umstrittenen Gesetz zum Schutz von Kulturgütern. Der Grundtenor des Gesetzes, nämlich den deutschen Kunsthandel zu diskreditieren, habe sich bisher nicht geändert, sagte der Vorsitzende des deutschen Galeristenverbands BVDG, Kristian Jarmuschek. Einen offenen Protestbrief an Grütters haben seinen Angaben zufolge inzwischen rund 330 Galeristen, Sammler und Künstler unterschrieben. Mit Hilfe von Juristen und Staatsrechtlern will der Verband nun konkrete Verbesserungsvorschläge erarbeiten, um Deutschland im internationalen Kunstmarkt besser zu positionieren. Grütters will mit dem Gesetz den illegalen Kunsthandel eindämmen und die Abwanderung von national wertvollem Kulturgut ins Ausland stoppen.

Womöglich älteste Koranausgabe entdeckt

Wissenschaftler identifizieren uraltes Koranfragment in Birmingham

Britische Wissenschaftler haben die möglicherweise älteste Koranausgabe der Welt im Bibliotheksbestand der Universität Birmingham entdeckt. Eine Radiokarbon-Untersuchung datiert die Pergamentblätter auf die Jahre zwischen 568 und 645. Damit wäre die Handschrift nach Einschätzung der Wissenschaftler weniger als zwei Jahrzehnte nach dem Tod des Propheten Mohammed (570-632) entstanden. Das Fragment besteht aus zwei Seiten und enthält die Suren 18 bis 20 in kalligrafischer Hijazi-Schrift. Die Koranseiten sind Teil der Mingana-Sammlung für Handschriften des Nahen Ostens an der Universität Birmingham. Nach Aussage der Forscherin Alba Fedeli, die die Blätter untersuchte, gehören die Fragmente zu einer Handschrift, die in der Pariser Nationalbibliothek aufbewahrt wird.

Drei Millionen Menschen besuchten 9/11-Museum

Das New Yorker Museum ist seit Mai 2014 geöffnet

Rund ein Jahr nach der Eröffnung haben bereits mehr als drei Millionen Menschen das Museum für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York besucht. Die Besucher stammten aus mehr als 150 Ländern, sagte Museumsdirektorin Alice Greenwald der Deutschen Presse-Agentur. "Vom ersten Tag an war das Interesse immens. Und es hört einfach nicht auf." Besonders überrascht habe sie, wie lange die Menschen im Museum bleiben. Anstelle der ursprünglich vorhergesagten zwei Stunden, hielten sich die Besucher durchschnittlich zwischen drei und vier Stunden in dem Museum am Ground Zero auf. Das Museum bereitet sich aktuell auf einen Besuch von Papst Franziskus im September vor. "Wir sind geehrt und hocherfreut, dass er hier über Frieden sprechen will."

US-Schauspieler Theodore Bikel ist tot

Der Broadwaystar starb im Alter von 91 Jahren

Der US-Schauspieler Theodore Bikel ist tot. Der gebürtige Österreicher starb am Dienstag im Alter von 91 Jahren in Los Angeles, wie sein Sprecher mitteilte. Die Todesursache nannte er nicht. Die Familie des 1924 in Wien geborenen Schauspielers ist jüdischer Herkunft und verließ nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten Österreich. In Israel begann Bikel, am Theater aufzutreten. Er arbeitete später auch in Großbritannien und den USA, wo er zahlreiche Rollen am Broadway und in Hollywood bekam. Seine bekannsteste Rolle war die des Tevye im Musical "Fiddler on the Roof", für die er mehr als 2000 Mal am Broadway auf der Bühne stand.

Karlsschrein im Aachener Dom wird versetzt

800-jähriges Jubiläum des Karlsschrein

Der kostbare Karlsschrein wird heute im Aachener Dom versetzt. Die Gebeine Karls des Großen (747 oder 748-814) waren vor 800 Jahren in den damals gerade fertiggestellten Karlsschrein übertragen worden. Für dieses Jubiläum wird der Schrein von der Chorhalle in den Zentralbau des Doms versetzt, wo er ursprünglich bis 1414 stand. Nach der Vollendung der gotischen Chorhalle wurde er in der Chorapsis aufgestellt. An dem ungewohnten Platz haben Besucher eine ganz neue Perspektive und können sich auch die acht Dachreliefs angucken. Sie stellen die Lebensgeschichte des Frankenherrschers dar. Das Jubiläum steht unter dem Leitwort "Karl so nah wie nie".

Kulturnachrichten hören

Juni 2014
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 31 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur