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Fazit / Archiv | Beitrag vom 03.06.2019

Umgang mit der AfD in SachsenSouveräne Reaktion oder unnötige Eskalation?

David Begrich im Gespräch mit Susanne Burkhardt

Aus dem ersten Stock des Bibliotheksgebäudes der HfBK Dresden hängt ein weißes Stoffbanner, auf das in schwarzer Schrift steht: "HfBK oder AfD - beides geht nicht". (Deutschlandradio/ Bastian Brandau)
Die besetzte Bibliothek der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden (Deutschlandradio/ Bastian Brandau)

Die Absage einer Ausstellung wegen eines AfD-nahen Künstlers, die Besetzung einer Bibliothek, weil die Leiterin für die AfD kandidiert: Das seien letztlich Reaktionen auf eine Art Kulturkampf der AfD, sagt der Rechtsextremismus-Experte David Begrich.

Zwischen beiden Fällen liegen Welten, meint David Begrich von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V. Die Jahresausstellung in der Leipziger Baumwollspinnerei abzusagen, weil einer der eingeladenen Künstler der AfD nahesteht, hält Begrich für gerechtfertigt.

Künstler ständen im Licht der Öffentlichkeit und müssten für ihre Position einstehen, so Begrich. Er halte die Absage für legitim.

Die Besetzung sieht Begrich kritisch 

Die Besetzung der Bibliothek der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden, weil die Leiterin als Parteilose bei den Kommunalwahlen für die AFD kandidiert, sieht Begrich kritischer: "Das ist ein nicht-öffentlicher Job."

Generell sei das Setting das Problem, meint der Rechtsextremismus-Experte.

"Die AfD und ihr intellektuelles Umfeld strickt so eine Art Kulturkampf-Konzept von Rechts. Und versucht ihre liberalen Gegner da auf ein Terrain zu bringen. Die Frage ist, wie man da gut reagiert und sich nicht das Agenda-Setting diktieren lässt."

Wie souverän reagieren?

Die Herausforderung bestehe darin, auf solche Kulturkampf-Angebote souverän zu reagieren, meint Begrich. "Und letzlich in einem Wechselspiel zwischen Diskursfähigkeit und Grenzsetzung in der Lage zu sein, die eigenen Positionen darzustellen und zu vermitteln."

Die Grundfrage sei immer "Mit wem rede ich worüber mit welchem Ziel?", sagt Begrich. Diese Grundfrage müsse in jeder Situation und jeder Konstellation neu beantwortet werden.

Keine Ideologie verbreiten

"Aus meiner Sicht hat es keinen Sinn, sich mit den Ideologie-Produzenten dieses Milieus öffentlich auseinanderzusetzen, weil das einen Multiplikations-Effekt ihrer Inhalte zur Folge hat", so Begrich. Ganz anders sei das bei Leuten, die nur eine Nebenrolle spielen.

Deshalb könne ein genereller Umgang mit solchen Problemen nicht gefunden werden, meint Begrich:

"Es muss von Punkt zu Punkt, von Ereignis zu Ereignis immer neu entschieden werden, wie darauf reagiert werden kann, um in der Lage zu sein, eine kritische Auseinandersetzung selbstbestimmt zu führen."

(beb)

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