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Samstag, 26.09.2020
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 26. März 2020

Umfrage: Künstler rechnen mit massiven Verlusten

Künstler und Künstlerinnen rechnen während der Coronakrise mit massiven Einschnitten bei ihren Einkommen. Einer Umfrage zufolge gehen 58 Prozent der Berliner Kunstschaffenden davon aus, mehr als 75 Prozent ihres monatlichen Einkommens zu verlieren. An der Online-Befragung nahmen 1623 der nach Schätzungen 8000 bis 10.000 Künstlerinnen und Künstler in der Hauptstadt teil. In der Folge der Einbußen sorgen sich die Betroffenen um ihr Auskommen. Mehr als drei Viertel fürchten, die nächste Miete oder grundlegende Lebenshaltungskosten nicht mehr bezahlen zu können. Mehr als 90 Prozent der Künstlerinnen und Künstler bekommen danach bei anhaltenden Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus in den nächsten Monaten akute finanzielle Probleme.

Medienanstalten: Jugendschutz bei Betriebssystemen

Die Landesmedienanstalten wollen den Jugendschutz für das Internet auch auf Betriebssysteme ausweiten. Der Vorsitzende der Direktorenkonferenz, Wolfgang Kreißig, kritisierte die vom Bundesfamilienministerium geplante neue Alterskennzeichnung für Filme und Spiele. Der Ansatz trage nicht so gut wie bei CDs oder DVDs, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Kreißig plädierte für zusätzliche technische Mechanismen, um den Medienkonsum von Kindern zu regulieren. Als Beispiel nannte er Filter oder Voreinstellungen, die Eltern an Spielkonsolen vornehmen könnten.

100 Millionen Euro für schulische Online-Plattformen

Aus dem Digitalpakt Schule sollen 100 Millionen Euro kurzfristig für den Auf- und Ausbau von Online-Lernplattformen bereitgestellt werden. Darauf haben sich die Länder und das Bundesbildungsministerium geeinigt. Mit diesen Mitteln könnten die Länder den schnellen Aufbau der Infrastruktur und die Ausweitung des digitalen Unterrichts in Zeiten bundesweit geschlossener Schulen umsetzen, heißt es in einer Erklärung.

8000 Anträge in NRW auf Soforthilfe für freie Künstler

Die Soforthilfe des Landes Nordrhein-Westfalen für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, die derzeit nicht auftreten können, wird stark nachgefragt. Den Bezirksregierungen lägen bislang rund 8000 Anträge vor, sagte das NRW-Kulturministerium der Deutschen Presse-Agentur. Freie Künstlerinnen können seit dem vergangenen Freitag eine Einmalzahlung von bis zu 2000 Euro für ihre nötigsten Ausgaben erhalten. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden. Theater und Konzerthäuser sind derzeit wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus geschlossen. Auch andere Bundesländer wollen ähnliche Maßnahmen zeitnah umsetzen.

Kunstmesse Art Basel wird auf Herbst verschoben

Die Kunstmesse Art Basel findet wegen der Coronavirus-Pandemie nicht wie geplant im Juni statt. Die Veranstalter wollen auf September ausweichen, wie sie mitteilten. Die Art Basel gilt als eine der wichtigsten Kunstmessen der Welt. Sie zog im vergangenen Jahr 93 000 Besucher an. 290 Galerien aus 35 Ländern waren vertreten. Geplant ist die Messe nun vom 17. bis 20. September.

Köln unterstützt Clubszene mit Nothilfe

Köln will mit einem Hilfspaket die Kultur- und die Clubszene in der Stadt durch die Coronavirus-Zeit retten. Für die Musik-Clubs sei eine Nothilfe geplant, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Die Clubkultur sei ein wichtiger Standortfaktor für Köln, für die Start-ups, für die Studierenden. Deswegen müsse sie erhalten bleiben. Gerade im Gespräch mit Gründern werde ihr immer wieder berichtet, wie wichtig die Szene sei. Daneben wird für die freie Kulturszene ein Notfallfonds aufgelegt - ergänzend zu den Hilfsprogrammen von Bund und Land. In den Fonds sollen städtische Mittel in Höhe von drei Millionen Euro einfließen.

Zwölf Millionen Euro für Denkmal-Restaurierung

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt in diesem Jahr zwölf Millionen Euro für Restaurierungsarbeiten an insgesamt rund 400 Denkmalen bundesweit bereit. Das Förderprogramm 2020 umfasse Denkmale aller Gattungen, angefangen von der archäologischen Grabung bis hin zur denkmalgeschützten Maschinenhalle, teilte die Stiftung in Bonn mit. Dazu gehörten unter anderem Schloss Mainau auf der gleichnamigen Insel im Bodensee, die Löwenvilla in Potsdam, das Altbremer Haus in der Mathildenstraße in Bremen und das Feuerschiff Elbe 3 in Hamburg-Ottensen.

Digitales Kulturportal in Brandenburg startet

Kultur trotz Krise - das soll nun auch in Brandenburg einfacher möglich sein. Kulturministerin Manja Schüle eröffnete gemeinsam mit der Digital Agentur Brandenburg die Online-Plattform "Digitale Kultur in Brandenburg". Alle mit dem Hashtag "#KulturBB" markierten Videos, Streams, Podcasts, Audiofiles, Tweets und Nachrichten sollen automatisch auf der Seite www.kultur-bb.digital veröffentlicht werden. Später können den Angaben nach weitere Funktionen auf der Seite hinzukommen, beispielsweise Direktspenden oder Livestreams.

Journalisten sehen Pressefreiheit durch Corona bedroht

Das Europäische Zentrum für Presse- und Meinungsfreiheit (ECPMF) hat Einschränkungen der Pressefreiheit im Zuge der Coronakrise kritisiert. Geschäftsführer Lutz Kinkel sagte in Leipzig, der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban etwa wolle am Parlament vorbei per Dekret regieren und behaupte, das sei notwendig, um den Coronavirus zu bekämpfen. Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis habe den Zugang zu Pressekonferenzen limitiert, in denen er über den Status des Landes und die Ausbreitung des Coronavirus informiere. Er lasse nur noch ihm gewogene Medien zu. In Deutschland sieht Kinkel die Lage diesbezüglich stabil. Es gebe eine breite Diskussion mit Politikern und Virologen, es gebe unterschiedliche Einschätzungen und die Qualitätsmedien bildeten das professionell ab.

Mainzelmännchen werben für körperlichen Abstand

Auch die Mainzelmännchen gehen auf Distanz: Ab sofort werben die sechs Maskottchen des ZDF dafür, zu Hause zu bleiben, im Home-Office zu arbeiten und körperlichen Abstand zu halten. Die neuen Kurzfilme zeigen die Figuren etwa bei der Gartenarbeit begleitet vom Schriftzug "Wir bleiben zu Hause", wie der Sender mitteilte. Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen sind seit dem 2. April 1963 Begleit- und Werbefiguren des ZDF.

Zeithistorisches Archiv zur aktuellen Corona-Krise

Forscher deutscher Universitäten arbeiten am Aufbau eines zeithistorischen Archivs zur Corona-Pandemie. Mit der Unterstützung von Freiwilligen solle eine möglichst umfassende Sammlung von Dokumenten und Eindrücken des Lebens während der Krise angelegt werden, teilten die Organisatoren der Hochschulen Hamburg, Gießen und Bochum mit. Ziel des Projekts sei es, künftigen Expertengenerationen das Material zur Erforschung der Ereignisse des Jahres 2020 zu liefern. Das "coronarchiv" ist demnach als Internetbibliothek konzipiert und soll aus Texten, Fotos, Social-Media-Beiträgen und Videos bestehen, die verschiedene Aspekte des Krisenalltags aus unterschiedlichsten Blickwinkeln abbilden.

Kulturrat fordert mehr Hilfen für Künstler

Der Deutsche Kulturrat fordert weitere Maßnahmen, um Künstlern und Kreativwirtschaft das Überleben in der Corona-Krise zu ermöglichen. Geschäftsführer Olaf Zimmermann sagte in Berlin, zwar sei mit dem Rettungspaket die erste Hürde genommen, doch die Hilfen reichten nicht aus. Notwendig sei unter anderem ein nationaler Kulturförderfonds. Zufrieden zeigte sich Zimmermann mit der beschlossenen Nothilfe für Solo-Selbstständige. Sie sollen für die kommenden drei Monaten 9.000 Euro bekommen können. Das sei ein "vernünftiges" Paket.

Deutscher Sachbuchpreis erst 2021

Der Deutsche Sachbuchpreis wird wegen der Coronavirus-Krise in diesem Jahr nicht vergeben. Das teilte der Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main mit. Die Premiere, die eigentlich für dieses Jahr geplant war, soll 2021 stattfinden. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verleiht den Preis an ein herausragendes, in deutscher Sprache verfasstes Sachbuch, das Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung gibt. Er ist mit insgesamt 42.500 Euro dotiert.

Interreligiöses Gebet gegen Corona-Pandemie

Mit einem gemeinsamen Gebet wollen Vertreter der verschiedenen Religionen in Israel Gott um ein Ende der Corona-Pandemie bitten. Zu der Initiative des Jerusalemer Bürgermeisters Mosche Leon werden am Donnerstagmittag ranghohe jüdische, muslimische und christliche Vertreter sowie Repräsentanten der Drusen und der Bahai im Rathaus erwartet, so die Franziskanerkustodie in Jerusalem. Jede Religion werde ein Gebet nach ihrer eigenen Tradition sprechen.

Tony-Theaterpreise wegen Corona verschoben

Wegen der Corona-Pandemie werden auch die amerikanischen Tony-Theaterpreise verschoben. Die eigentlich für den 7. Juni geplante Verleihung in der New Yorker Radio City Music Hall werde auf unbestimmte Zeit verschoben, teilten die Veranstalter mit. "Die Gesundheit und Sicherheit der Broadway-Gemeinschaft, der Künstler und Fans ist für uns von größter Bedeutung", heißt es in einer Mitteilung. Die Tonys zählen zu den wichtigsten Theaterpreisen der Welt.

Goethe-Institute stellen Kurse online

Angesichts der vorübergehenden Schließung zahlreicher Goethe-Institute in vielen Ländern stellt die Kultureinrichtung Kursangebote online. Darunter finden sich digitale Sprach- und Bildungsprogramme, die es auch von zuhause aus ermöglichen, Deutsch zu lernen oder sich fortzubilden, teilte das Goethe-Institut in Berlin mit. Die Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche, Deutschlerner sowie Lehrkräfte für Deutsch. Das Goethe-Institut ist für die kulturelle Repräsentanz Deutschlands im Ausland zuständig. Von den weltweit 157 Einrichtungen in 98 Ländern waren zuletzt rund 90 für das Publikum geschlossen.

Horrorfilm-Regisseur Stuart Gordon gestorben

Der US-amerikanische Horrorfilm-Meister Stuart Gordon ist tot. Der Regisseur von Kultstreifen wie "Re-Animator" (1985) und "From Beyond - Aliens des Grauens" (1986) sei gestorben, teilte seine Tochter Margaret Gordon dem US-Branchenblatt "Hollywood Reporter" mit. Der Regisseur und Drehbuchautor wurde 72 Jahre alt. Gordon wurde neben seinen Splatter- und Horrorfilmen auch durch experimentelle Theater-Produktionen bekannt. Er schrieb mehrere Drehbücher, darunter für Filme wie "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft" (1989) und "Body Snatchers - Angriff der Körperfresser" (1993).

Kunsthistoriker Beil leitet Völklinger Hütte

Der Kunsthistoriker Ralf Beil (55) wird vom 1. Mai an neuer Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Das habe der Aufsichtsrat der Stätte entschieden, teilte das saarländische Kulturministerium in Saarbrücken mit. Beil sei "ein mutiger Macher", der zur Vermittlung der Industriekultur im Saarland neue Ansätze, auch grenzüberschreitend, entwickeln solle. Beil folgt Meinrad Maria Grewenig nach, der bis Ende Juni 2019 rund 20 Jahre lang den Kurs des Weltkulturerbes Völklinger Hütte gesteuert hatte. Beil leitete knapp vier Jahre lang das Kunstmuseum Wolfsburg, das er im Streit verließ. Danach war er künstlerischer Berater zu Hannover als Kulturhauptstadt Europas 2025.

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