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Interview / Archiv | Beitrag vom 05.09.2014

Ukraine-Krise"Alte Sowjetunion im neuen Gewand"

Historiker: Putins Ziel ist aber kein unabhängiges "Neu-Russland" in der Ost-Ukraine

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Wladimir Putin (dpa/picture-alliance/Druzhinin Alexei)
Wladimir Putin bei einem Treffen in der Amur Region (dpa/picture-alliance/Druzhinin Alexei)

Zwischen Russland und dem Westen herrsche wieder Kalter Krieg, meint der Historiker Rolf Steininger. Die Ost-Ukraine sehe Russlands Präsident Wladimir Putin aber nicht als "unabhängiges Neu-Russland", sondern wahrscheinlich als Teil einer föderativen Ukraine.

Nach Ansicht des Historikers Rolf Steininger befinden sich Russland und der Westen in gewisser Weise wieder im Kalten Krieg. Russlands Präsidenten Wladimir Putin habe noch nicht akzeptiert, dass ein Großteil der früheren Sowjetbürger inzwischen eine andere Lebensform gewählt habe, sagte Steininger

Das sei der Hintergrund des gegenwärtigen Konflikts. "Putin möchte wohl so eine Art alte Sowjetunion in neuem Gewand herstellen, aber das geht nicht mehr", so der Historiker.

"Westen muss reagieren"

"Putin reizt sozusagen sein Spiel aus", sagte Steininger weiter. Ein "Vabanquespieler" sei der russische Präsident jedoch nicht. Hinsichtlich der Ukraine müsse der Westen jetzt reagieren und herausfinden, "was denn da gespielt wird".

Der Historiker vermutet, dass es Putin nicht um eine Art "unabhängiges Neu-Russland" auf dem Gebiet der Ost-Ukraine geht: "Dann würde Putin den Einfluss auf die Ukraine vollkommen verlieren." Für wahrscheinlicher halte er, dass Putin die Ost-Ukraine als Teil einer föderativen Ukraine sehen wolle, "wo er jederzeit den Hebel ansetzen kann mit Blick auf die Zentralregierung in Kiew".

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