Dienstag, 20.11.2018
 

Kulturnachrichten

Dienstag, 17. Juli 2018

Übersetzerpreis für Olivier Mannoni

Der Deutsch-Französische Übersetzerpreis wird seit 2005 verliehen

Der französische Übersetzer Olivier Mannoni erhält den diesjährigen Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis. Mannoni werde für die Übertragung so unterschiedlicher Autoren wie Martin Suter, Frank Witzel oder Milena Michiko Flasar ins Französische ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. In der Begründung der Jury hieß es, Mannonis Übersetzungen zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur läsen sich wie französische Originaltexte. Mannoni wurde 1960 geboren. Er hat mehr als 200 Werke ins Französische übertragen, neben Belletristik auch historische und philosophische Texte etwa von Hans Blumenberg und Peter Sloterdijk. Der Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis wird seit 2005 abwechselnd an deutsche und französische Übersetzer verliehen.Träger sind unter anderem der Saarländische Rundfunk und die Stadt Sulzbach.

Teuerster chinesischer Film aller Zeiten floppt

Fantasy-Epos "Asura" nach drei Tagen aus Kinos verbannt

Der teuerste chinesische Film aller Zeiten ist an den Kinokassen grandios gefloppt. Die nach Angaben amtlicher Medien umgerechnet knapp 96 Millionen Euro teure Produktion "Asura" ist am Sonntag aus den Kinos verbannt worden. Nach ihrem Kinostart am Freitag hatte sie gerade einmal rund sechs Millionen Euro eingespielt, wie die chinesische Ticketbörse Maoyan am Dienstag mitteilte. Die Filmemacher hatten daher nun mitgeteilt, der Film werde nun nicht mehr gezeigt. Das Fantasy-Epos mit vielen Spezialeffekten sollte der erste Teil einer Trilogie werden. Er basiert auf der tibetisch-buddhistischen Mythologie und ist Teil der staatlichen Bemühungen, Werke mit Elementen traditioneller chinesischer Kultur zu fördern. Mit einem geschätzten Verlust von rund 90 Million Euro ist "Asura" der fünftteuerste Flopp der Filmgeschichte. Spitzenverlierer ist demnach der US-Zeichentrickfilm "Sindbad - Der Herr der Sieben Meere".

Trauer um Pop-Art-Künstlerin Christa Dichgans

"Schlachtfelder gelebten Lebens" nannte sie ihre Werke

Die Künstlerin Christa Dichgans ist mit 78 Jahren in Berlin gestorben. Sie galt als eine der wichtigsten weiblichen Vertreterinnen der Pop-Art. Wie ihre Galerie Contemporary Fine Arts mitteilte, erlag die Berlinerin am Samstag einer langen, schweren Krankheit. Bekannt wurde Dichgans schon früh durch ihre an der Pop-Art orientierten Bilder von Spielzeuganhäufungen, die in New York entstanden. Später konzentrierte sie sich auf Porträts und oft auf das Thema Stadt. "Aus Spielzeuganhäufungen wurden im Laufe ihrer malerischen Entwicklung Schlachtfelder - auch des gelebten Lebens", so die Galerie. 1940 in Berlin geboren und in Düsseldorf aufgewachsen, hatte Dichgans an der Hochschule der Künste in Berlin studiert. Nach Stipendien-Aufenthalten in New York und Florenz lebte sie wieder in Berlin. 2010 waren ihre Arbeiten in der einflussreichen Ausstellung "Power Up Female Popart" in der Kunsthalle Wien vertreten.

Peruanischer Charango-Musiker Jaime Guardia tot

Er wurde 85 Jahre alt

Der peruanische Charango-Spieler Jaime Guardia, eine Ikone der Andenmusik Südamerikas, ist tot. Der Musiker starb gestern im Alter von 85 Jahren in Lima.
In rund sieben Jahrzehnten Karriere nahm Jaime Guardia mit seiner Band "La Lira Paucina" mehr als 60 Alben auf und stand weltweit auf der Bühne. Guardia sang auf Spanisch und auf Quechua. Er gehörte zu den angesehensten Spielern an der Charango - einer Art Mini-Gitarre, deren halbrunder Korpus früher aus dem Panzer eines Gürteltieres bestand. Die Musik brachte sich Guardia, der in der Region Ayacucho in den Anden Perus geboren wurde, selbst bei. Später bildete er mehrere der wichtigsten Charango-Spieler Perus aus.

Enkel von Thomas Mann Ehrenstipendiat

Frido Mann reist 2019 als Ehrenstipendiat nach Kalifornien

Der Psychologe und Schriftsteller Frido Mann (77), Lieblingsenkel von Thomas Mann, wird im kommenden Jahr als Ehrenstipendiat ins Haus seines Großvaters in Kalifornien reisen. Zudem wählte der Beirat sieben renommierte Wissenschaftler und Intellektuelle für ein reguläres Stipendium aus - darunter den Philosophen Armen Avanessian, den Journalisten Andreas Platthaus und den Forscher für Künstliche Intelligenz Damian Borth. Der Schauspieler und Autor Burghart Klaußner wird sein Fellowship aus dem Jahr 2018 nachholen. Das 2016 von Deutschland erworbene Haus Thomas Manns in Los Angeles soll den geistigen und kulturellen Austausch über den Atlantik hinweg stärken. Es war während der NS-Zeit ein wichtiger Treffpunkt für deutsche Intellektuelle im Exil. Seit 2018 läuft dort ein Residenzprogramm, das vom Auswärtigen Amt, der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und mehreren Stiftungen finanziert wird.

Malereien von Bartholomäus Reiter ersteigert

Bayerische Staatsbibliothek erwirbt das einzige Manuskript von Reiter

Die Bayerische Staatsbibliothek hat ein kostbares Stamm- und Wappenbuch mit Malereien des Renaissance-Künstlers Bartholomäus Reiter erworben. Für 10 000 Euro ersteigerte sie das nach derzeitigen Kentnissen einzige bisher nachgewiesene Manuskript von dessen Hand. Das Buch, entstanden zwischen 1568 und 1621, enthält zwölf ganzseitige, farbenprächtige Gouachen. Sie beschäftigen sich mit allegorisch-mythischen Themen wie Europa mit dem Stier, dem Raub der Sabinerinnen oder Apoll und Daphne. Außerdem fänden sich in dem Buch Eintragungen und Wappendarstellungen, die wohl auch zum großen Teil von Reiter stammten, hieß es. Der Münchner Meister lebte von 1570 bis 1622 und ist vor allem für Druckgrafiken bekannt.

Russland wegen Menschenrechtsverletzung verurteilt

Mitgliedern von "Pussy Riot" sollen Entschädigungen erhalten

Russland ist wegen der Verletzung der Menschenrechte von Mitgliedern von "Pussy Riot" verurteilt worden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschied in Straßburg im Fall der Aktivistinnen, dass der russische Staat das Verbot der Misshandlung, das Recht auf Freiheit, das Recht auf ein faires Verfahren und die Meinungsfreiheit missachtet habe. Die Aktivistinnen sollen dem Urteil zufolge Entschädigung erhalten. In dem Verfahren vor Europas höchstem Menschenrechtsgericht ging es um den Umgang des Staates mit den Aktivistinnen nach ihrem "Punkgebet" Anfang 2012 in der russisch-orthodoxen Hauptkirche in Moskau, für die die Feministinnen wegen Rowdytums aus religiösem Hass zu je zwei Jahren Zwangslager verurteilt wurden.

Xavier Naidoo darf nicht Antisemit genannt werden

Das hat das Landgericht Regensburg entschieden

Popstar Xavier Naidoo (46) hat sich vor Gericht erfolgreich gegen Antisemitismus-Vorwürfe gewehrt. In seinem Urteil untersagte das Landgericht Regensburg einer Referentin der Amadeu-Antonio-Stiftung, den Sänger als Antisemiten zu bezeichnen. Die Frau habe diesen Vorwurf nicht ausreichend belegen können, sagte Richterin Barbara Pöschl bei der Urteilsverlesung. Die Referentin hatte im vergangenen Jahr vor Publikum gesagt: "Er ist Antisemit, das ist strukturell nachweisbar." Naidoo, Sänger der Band Söhne Mannheims, hatte sich in der Verhandlung auf die Kunstfreiheit berufen und betont, dass er sich gegen Rassismus einsetze. Die Beklagte hatte dargelegt, dass Naidoo in seinen Liedtexten auch antisemitische Codes und Chiffren verwende. Diese seien ihm nicht bekannt, hielt der Musiker dagegen.

Forbes-Liste der 100 am besten bezahlten Promis

Die Liste basiert auf Schätzungenn, gilt aber als zuverlässiger Indikator

Das Forbes Magazine hat seine Liste der 100 am besten bezahlten Prominenten veröffentlicht. Auf Platz eins steht der US-Boxer Floyd Mayweather – mit einem geschätzten Jahresverdienst von 285 Millionen US-Dollar. Schauspieler George Clooney folgt auf Platz zwei. Er verdiente im ausgewerteten Zeitraum 239 Millionen US-Dollar, vor allem mit dem Verkauf einer Tequila-Firma, die er mit zwei Partnern gegründet hatte. Reality-Star Kylie Jenner schaffte es im Alter von 20 Jahren auf Platz drei. Aus der Musikbranche sind die Bands U2 und Coldplay sowie der britische Sänger Ed Sheeran in den Top Ten vertreten. Dort werden auch die Fußballspieler Lionel Messi und Cristiano Ronaldo gelistet. Als einziger Deutscher landete Formel-1-Fahrer Sebastian Vettel auf Platz 69. 

Filmportal Netflix enttäuscht mit Abozahlen

Weltweit hat Streaming-Dienst 130 Millionen Nutzer

Der Streaming-Dienst Netflix hat deutlich weniger neue Abonnenten gewonnen, als die Aktionäre erwartet hatten. Dem Unternehmen zufolge kamen im zweiten Quartal auf dem US-Heimatmarkt 670.000 neue Nutzer hinzu. Dort hatten Analysten mit 1,2 Millionen gerechnet. Auch weltweit blieben die Abo-Zahlen hinter den Erwartungen zurück. Ende Juni kam der Streaming-Pionier insgesamt auf rund 130 Millionen Nutzer. In den vorherigen Quartalen hatte Netflix mit seinem Wachstum Konkurrenten wie Amazon oder Apple in den Schatten gestellt. Vor allem Eigenproduktionen wie "House of Cards" lockten Kunden an.

Nach Protest: Haft für Pussy-Riot-Aktivisten

Urteil für den Fall einer weiteren Aktivistin steht noch aus

Für ihre Protestaktion beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Moskau sind drei Mitglieder der russischen Frauen-Punkband Pussy Riot zu jeweils zwei Wochen Haft verurteilt worden. Das Gericht warf den Aktivisten vor, "die Regeln für das Verhalten von Zuschauern grob verletzt" zu haben. Daher seien sie zu der Höchststrafe für dieses Vergehen verurteilt worden. Der Fall einer weiteren Aktivistin sollte später verhandelt werden. Die vier Aktivisten waren während des WM-Endspiels am Sonntag in Polizeiuniformen auf das Spielfeld im Moskauer Luschniki-Stadion gerannt. Pussy Riot bekannte sich in sozialen Online-Medien zu der Flitzer-Aktion und stellte zugleich mehrere politische Forderungen. Unter anderem sollten alle politischen Gefangenen freigelassen werden. Zudem forderte die Gruppe ein Ende von Festnahmen bei friedlichen Protesten.

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