Über die Angst des mittelalten Mannes
Den Schriftsteller Burkhard Spinnen interessieren Menschen in Extremsituationen und die Verarbeitung von Lebenskrisen. Für sein neues Buch hat er die Form des Krimis gewählt. "Scheitern ist der Normalfall: Aber die wenigsten kriegen es hin", heißt es an einer Stelle von "Mehrkampf".
Was stellt ein Zehnkämpfer mit dem Rest seines Lebens an, wenn er nach zwei Übertritten im Weitsprung bei Olympia seine ganze Karriere an den Nagel hängen muss? Menschen in Extremsituationen, die Verarbeitung von Lebenskrisen, Scheitern und Niederlagen sind die Themen von Burkhard Spinnens vielschichtigem neuem Roman "Mehrkampf".
Erzählt wird die Geschichte des Athleten Roland Farwick, der sich nach seinem Scheitern bei den Spielen von Los Angeles gegen jede Veränderung im Leben stemmt – nur um später, mit 40, festzustellen, dass er damit vor sich und der eigenen Verantwortung davonläuft.
Spinnen wählt für sein neues Buch die Form des Krimis. Der Auftakt ist für Spinnen ungewohnt actionbetont: über 20 Jahre nach der spektakulären Olympiapleite legt ein Scharfschütze auf Farwick an, von mehreren Schüssen getroffen, bricht dieser in einer westdeutschen Kleinstadt zusammen. Der ermittelnde Kommissar Grambach hat eigene Erfahrungen mit dem Versagen. Zwischen Kommissar und Opfer entwickelt sich rasch eine eskalierende Duellsituation: "Scheitern ist der Normalfall: Aber die wenigsten kriegen es hin", heißt es an einer Stelle von "Mehrkampf". Burkhard Spinnen ist ein furioser Roman über die Angst des mittelalten Mannes gelungen.
Rezensiert von Denis Scheck
Burkhard Spinnen: Mehrkampf.
Schöffling Verlag, 392 Seiten, 19.90 €
Erzählt wird die Geschichte des Athleten Roland Farwick, der sich nach seinem Scheitern bei den Spielen von Los Angeles gegen jede Veränderung im Leben stemmt – nur um später, mit 40, festzustellen, dass er damit vor sich und der eigenen Verantwortung davonläuft.
Spinnen wählt für sein neues Buch die Form des Krimis. Der Auftakt ist für Spinnen ungewohnt actionbetont: über 20 Jahre nach der spektakulären Olympiapleite legt ein Scharfschütze auf Farwick an, von mehreren Schüssen getroffen, bricht dieser in einer westdeutschen Kleinstadt zusammen. Der ermittelnde Kommissar Grambach hat eigene Erfahrungen mit dem Versagen. Zwischen Kommissar und Opfer entwickelt sich rasch eine eskalierende Duellsituation: "Scheitern ist der Normalfall: Aber die wenigsten kriegen es hin", heißt es an einer Stelle von "Mehrkampf". Burkhard Spinnen ist ein furioser Roman über die Angst des mittelalten Mannes gelungen.
Rezensiert von Denis Scheck
Burkhard Spinnen: Mehrkampf.
Schöffling Verlag, 392 Seiten, 19.90 €
