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Interview / Archiv | Beitrag vom 29.04.2016

Udo Lindenbergs neues Album"Glatter Balladen-Pop"

Jens Balzer im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Der Musiker Udo Lindenberg posiert am 26.04.2016 in Hamburg bei einem Photocall im Passage-Kino vor der Preview einer Dokumentation (picture alliance / dpa / Christian Charisius)
Udo is back: Lindenberg hat ein neues Album auf den Markt gebracht. (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Udo Lindenberg hat kurz vor seinem 70. Geburtstag sein neues Album "Stärker als die Zeit" herausgebracht und zelebriert sein Comeback. Musikkritiker Jens Balzer ist von dem Album jedoch nicht überzeugt - er findet die meisten Songs "konventionell und glatt".

"Glatter Balladen-Pop, konventionell - ich bin enttäuscht." So lautet das Urteil unseres Musikkritikers Jens Balzer über Udo Lindenbergs neues Album "Stärker als die Zeit", das dieser sich kurz vor seinem 70. Geburtstag gegönnt hat.

Zugleich zollt Balzer der in die Jahre gekommenen Ikone, die noch vor acht, neun Jahren komplett abgemeldet zu sein schien und mit Mühe und Not noch halbe Konzerthallen füllte, großen Respekt. Neuerdings spielt der Alt-Rocker wieder in großen Hallen und füllt Arenen. Es sei ein Phänomen, wie es Lindenberg gelungen sei, erneut auf Erfolgskurs zu gehen: 

"Man hatte ein bisschen Mitleid. Er war aber auch eine komplett aus der Zeit gefallene Figur  – mit seiner berufsjugendlichen Sprache, diesem 'Ey, Alter'-Gehabe, diesen Röhrenhosen."

Jan Delay hat geholfen

Bereits 2008 habe sich mit seinem damaligen Album ein Comeback angekündigt - offenbar sei es ihm gelungen, auch ein jüngeres Publikum zu interessieren und nicht nur die Über-Fünfzigjährigen, für die "Udo" ein Art "grönemeyerhafter Nationalheld" sei. Zugleich hätten trendige Musiker und Autoren wie Jan Delay oder Benjamin von Stuckrad-Barre Lindenberg neu "entdeckt" um zum Vorbild erklärt. Auch das habe zur neuen Popularität beigetragen.

Auf der neuen Platte besingt Lindenberg unter anderem seine eigene Beerdigung - wo Bundeskanzlerin Angela Merkel an seinem Grab weint. Er tue dies mit der ypischen Udo-Lindenberg-Attitüde, meint Balzer: "Skurril und leicht größenwahnsinnig".

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