Montag, 26.10.2020
 

Kulturnachrichten

Freitag, 7. August 2020

Twitter versieht staatsnahe Konten mit Symbolen

Twitter versieht eine Reihe von Nutzerkonten mit Verbindung zu Regierungen künftig mit Symbolen, um seinen Usern eine bessere Orientierung zu bieten. So würden kleine Flaggen ab sofort anzeigen, wenn es sich um den Account von Mitgliedern von Regierungen oder Spitzendiplomaten handele, teilte der Kurzmitteilungsdienst mit. Betroffen seien auch staatsnahe Medien sowie deren Herausgeber oder hochrangige Journalisten. Solche Medienkonten würden ab sofort von Twitter auch nicht mehr für andere Nutzer für Abonnements empfohlen. Beispielsweise führte das Unternehmen aus San Francisco die chinesische Staatsagentur Xinhua mit dem Label "Staatsnahe Medien in China", das russische Medium RT bekam den Hinweis "Staatsnahe Medien in Russland". Laut Twitter sollen die Maßnahmen der besseren Einordnung von Informationen im öffentlichen Gespräch dienen.

"Dirty Dancing" bekommt eine Fortsetzung

Der 80er-Jahre-Kultfilm "Dirty Dancing" bekommt eine Fortsetzung. Das bestätigte der Chef der Filmproduktionsfirma Lionsgate, John Feltheimer. Demnach soll der Film "nostalgisch" und "romantisch" werden. Produziert wird er von Jennifer Grey, die im Original die weibliche Hauptrolle spielte. Auch in der Fortsetzung soll sie Frances "Baby" Houseman - nur 30 Jahre später - darstellen. Wann der Film in die Kinos kommt und wer die männliche Hauptrolle spielt, ist noch nicht bekannt. Der Star des Originals, Patrick Swayze, war vor elf Jahren an Krebs gestorben.

Verlag kritisiert Hamburger Ausladung von Lisa Eckhart

Der Leiter des österreichischen Paul-Zsolnay-Verlags, Herbert Ohrlinger, hat die Ausladung seiner Autorin, der Kabarettistin Lisa Eckhart, vom Hamburger Lesefest "Harbour-Festival" kritisiert. Im Deutschlandfunk Kultur sprach er von einem Skandal, wie er ihn in seiner gesamten Verlagszeit noch nicht erlebt habe. Es sei absurd, Eckhart Antisemitismus vorzuwerfen. Kritiker werfen Eckhart vor, antisemitische und rassistische Klischees zu bedienen. Einer der Festivalleiter, der Verleger Nikolaus Hansen, hatte die Ausladung am Abend im Deutschlandfunk Kultur verteidigt. Man habe konkrete Drohungen vom Schwarzen Block erhalten und "Angst vor rabiater Gewalt“. Zudem hätten sich Autoren geweigert, am 14. September mit Eckhart im "Debütantensalon“ aufzutreten.

Israelisches Staatsarchiv vermisst tausende Dokumente

Im israelischen Staatsarchiv werden rund 10.000 Schriftstücke vermisst. Wie die Zeitung "Haaretz" unter Berufung auf das Journalismus- und Medienportal "The Seventh Eye" berichtet, gehören dazu Dokumentationen zur Ermordung von Ministerpräsident Jitzak Rabin, zum Verfahren gegen Naziverbrecher Adolf Eichmann und zum Jom-Kippur-Krieg. Das Staatsarchiv selbst äußerte sich laut der Zeitung bislang nicht. Bereits vor zwei Jahren hatte die Zeitung über das Verschwinden von 40 Dokumenten zur mutmaßlichen Entführung von Kindern jemenitischer Einwanderer berichtet. Mitarbeiter des Staatsarchivs hätten berichtet, menschliche Fehler oder Mängel in den Arbeitsabläufen seien keine Seltenheit.

China verurteilt US-Verfügung gegen Video-App Tiktok

China hat die USA erneut für ihr Vorgehen gegen die Video-App Tiktok scharf kritisiert. Außenmamtsprecher Wang Wenbin sprach von "Mobbing". Washington schiebe Bedenken um die nationale Sicherheit als Grund vor, um Nicht-US-Unternehmen zu unterdrücken. Dies werde langfristig Konsequenzen nach sich ziehen. US-Präsident Trump hatte zuvor eine neue Verfügung angekündigt, mit der offensichtlich der Verkauf des US-Geschäfts der beliebten chinesischen Video-App erzwungen werden soll. Die Verfügung, die in 45 Tagen in Kraft treten soll, untersagt US-Bürgern Geschäfte mit Bytedance, dem Eigentürmer der App, zu machen. Sie stelle eine "Bedrohung der nationalen Sicherheit" dar.

Erstes Großkonzert seit März in Düsseldorf geplant

In Düsseldorf soll am 4. September im Fußballstadion der Stadt ein Konzert mit 13 000 Zuschauern stattfinden. Unter anderen Bryan Adams, Sarah Connor und "The Boss Hoss" unter dem Motto "Give Live A Chance" auftreten. Das 150-minütige Konzert soll teilweise "unplugged", also ohne elektrische Gitarren und ähnliches, gespielt werden. Das sei ein Zeichen, auf das Fans, Künstler und Crews sowie die gesamte Musikindustrie sehnsüchtigst gewartet hätten, erklärte Veranstalter Marek Lieberberg. Seinen Angaben zufolge wäre es das erste Großkonzert seit Mitte März in Deutschland. Dabei müsse das Publikum Schutzmasken tragen, und zwischen den Sitzplätzen werde der Sicherheitsabstand gewahrt.

Kein Fächerwedeln mehr bei Salzburger Festspielen

Bei den Salzburger Festspielen ist der Gebrauch von Fächern während der Vorstellungen künftig untersagt. Dadurch könnten infektiöse Aerosole, die eigentlich von der Klimaanlage nach oben abgesaugt werden sollen, seitlich verteilt werden, sagte der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz, der Deutschen Presse-Agentur. Ein entsprechender Hinweis wurde nachträglich in die automatische Ansage aufgenommen, die vor Beginn jeder Aufführung in deutscher und englischer Sprache zu hören ist. Als eines der wenigen Kulturfestivals weltweit wurden die Salzburger Festspiele, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiern, nicht wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Dafür gelten strenge Hygieneregeln. Die verkürzten und wegen der Pandemie stark modifizierten Festspiele laufen noch bis Ende August.

Italienische Forscher rekonstruieren Raffaels Gesicht

Das Gesicht des Renaissance-Malers Raffael (1483-1520) haben Forscher aus einem Gipsabdruck seines Schädels rekonstruiert. Dank der 3D-Nachbildung könne "zum ersten Mal" mit Sicherheit gesagt werden, dass die im Grab des römischen Pantheons aufbewahrten Überreste tatsächlich zu Raffael gehörten, hieß es in einer Pressemitteilung der Universität Tor Vergata in Rom. Eine spezielle Technik ermöglichte es den Wissenschaftlern, nur auf Grundlage der Morphologie des Schädels das Gesicht eines Menschen zum Zeitpunkt seines Todes nachzubilden. Das entstandene Abbild des im Alter von 37 Jahren in Rom verstorbenen Malers stimme klar überein mit den Selbstporträts des Künstlers sowie Raffael-Porträts von anderen Malern, sagte der Molekularbiologe Mattia Falconi. Die neu geschaffene Büste Raffaels soll nun im Geburtshaus des Malers im italienischen Urbino ausgestellt werden.

NRW hilft Laienmusikvereinen in Coronakrise

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat wegen der Coronakrise ein Sonderhilfsprogramm für Laienmusikvereine in Höhe von 500.000 Euro aufgelegt. Dies entspreche einer Erhöhung um 35 Prozent der regulären Landesförderung von rund 1,4 Millionen Euro, teilte das Kulturministerium in Düsseldorf mit. Die Mittel kämen gemeinnützigen Chören und Musikvereinen zu Gute, die durch Ausfälle von Proben und Auftritten während der Pandemie in finanzielle Engpässe geraten sind. Der Landesmusikrat NRW hat laut Ministerium mit den Dachverbänden der Laienmusik drei Stufen für pauschale Zuschüsse definiert: Chöre erhielten 400 Euro, Instrumentalvereine 800 Euro und größere Oratorienchöre 2.500 Euro. So könne etwa der Honorarausfall einer Ensembleleitung teilweise aufgefangen werden.

Kölner Sängerin bleibt in der Türkei inhaftiert

Die in der Türkei vor zwei Jahren wegen Terrorvorwürfen verurteilte Sängerin mit dem Künstlernamen Hozan Cane muss weiter im Gefängnis bleiben. Bei einer Neuverhandlung des Falls im westtürkischen Edirne ordneten die Richter eine Fortsetzung der Untersuchungshaft an. Sie kamen damit der Forderung der Staatsanwaltschaft nach. Nächster Gerichtstermin ist der 3. September. Im November 2018 war Cane wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation zunächst zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht hatte das Urteil jedoch nicht bestätigt und eine Neuverhandlung angeordnet, weil es keine klaren Beweise für den Vorwurf gab. Die Anklage hatte sich unter anderem auf Inhalte von Facebook- und Twitter-Profilen gestützt. Der Fall wurde nun neu aufgerollt. Cane hat kurdische Wurzeln und besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft.

NDR Chor protestiert gegen Privatisierung

Der Chor des NDR wehrt sich gegen eine schrittweise Umwandlung in eine GmbH. Dort würden laut der Deutschen Orchestervereinigung DOV frei werdende Chorstellen nicht mehr besetzt. Außerdem wären die Sängerinnen und Sänger nur noch auf Honorar-Basis beschäftigt und könnten jederzeit entlassen werden. Das sei laut DOV keine Berufsperspektive für den professionellen Chornachwuchs. Die mehrwöchige Protestaktion startete heute mit einem gemeinsamen Singen vor der Hamburger Elbphilharmonie. Nächstes Jahr feiert der NDR Chor sein 75-jähriges Bestehen.

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