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Plus Eins | Beitrag vom 13.10.2019

TurmspringenDie Angst vorm Fliegen wird immer größer

Moderation: Caro Korneli

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Die Silhouette einer Turmspingerin kurz nach dem Absprung (imago / Xinhua )
Trotz jahrelangen Trainings: Der Respekt vor dem Zehnmeterturm bleibt. (imago / Xinhua )

Zwei Turmspringerinnen kämpfen für ihren Traum, Profisportlerinnen zu werden. Trotz der körperlichen und psychischen Belastung, trotz des Respekts vorm Zehnmeterturm wollen die beiden nicht aufgeben. Die Geschichte einer Leidenschaft, die Opfer erfordert.

Seit ihrer Kindheit lernen die Freundinnen My und Kieu Turmspringen. Als Jugendliche gehören sie zu den besten Turmspringerinnen Deutschlands und werden von ihrem Trainer ermutigt, alles zu geben. Turmspringen ist ein Sport, der wenige Fans hat, dafür aber sehr gefährlich ist.

Kieu hat in all den Jahren nie ihren Respekt vor dem Zehnmeterturm verloren: "Weil ich weiß, dass es sehr gefährlich ist. Und man muss unten, wenn man auf die Wasseroberfläche prallt mehr als das Fünffache des Körpergewichts aushalten." Trotzdem gibt es für sie keinen besseren Sport: "Ich weiß nicht, ich kann’s nicht beschreiben, es gibt diese Glücksgefühle, wenn man dann unten heil ankommt."

Die Angst vor den Sprüngen steigt mit dem Alter

Die beiden trainieren jahrelang mehrmals täglich. Freundschaften und Liebe müssen hinter dem Training zurückstehen. Sport ist ihr Leben. Doch die Angst vor den Sprüngen steigt mit dem Alter und wer sich verletzt, wird vielleicht nie wieder in den Leistungssport zurückkehren können. 

Die lange Geschichte diese Woche erzählt von diesen beiden jungen Frauen, die alles tun, um ihren Traum zu verwirklichen. Unser Autor Klaus Schirmer hat Kieu und My mehr als acht Jahre lang begleitet. Beide arbeiten extrem hart an ihrem Ziel und schaffen es doch nicht, ihre Karriere zu kontrollieren. Denn ihre Erfolge als Sportlerinnen sind nicht nur von ihnen selbst abhängig: Als verletzte Sportlerin muss My um ihre Sportförderung bangen, Kieu versteht sich nicht mit ihrem Trainer und fliegt aus dem Team.

Trotz extremer Höhen und Tiefen trainieren beide weiter. "Also wenn ich irgendwann älter bin und ein normales Leben führe, kann ich sagen: Ja! Ich war Sportlerin! Und ich hab’s geschafft, bei dem größten Event mitzumachen", sagt Kieu. Das größte Event sind für sie die Olympischen Spiele. Obwohl die körperliche Belastung mit dem Alter immer mehr zunimmt und die Wahrscheinlichkeit für den Durchbruch abnimmt, wollen die beiden nicht aufgeben. Sie können nicht aufgeben.

Nähe und Distanz

Außerdem in dieser Folge von Plus Eins: Martin Keß sucht eine Antwort auf die Frage, ob es zu viel Nähe in einer Liebesbeziehung gibt. Unsere Autorin Katja Bigalke trifft eine Frau, deren Leben sich um Seile dreht und in unserer Hermann-Reihe reist der Hefeteig fast bis nach Italien.

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