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Kulturnachrichten

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Türkischer Journalist Ahmet Sik ausgezeichnet

"Raif Badawi Award" würdigt Einsatz mutiger Journalisten

Der türkische Journalist Ahmet Sik hat den «Raif Badawi Award" für mutige Journalisten 2017 erhalten. Die Friedrich-Naumann-Stiftung verlieh ihn auf der Frankfurter Buchmesse. Mit der Auszeichnung soll den Angaben zufolge der Einsatz mutiger Journalisten in überwiegend islamisch geprägten Weltregionen gewürdigt werden. Zudem soll er auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen. Sik schreibt unter anderem für die regierungskritische Zeitung "Cumhuriyet". Sein Buch "Die Armee des Imam" über die Gülen-Bewegung galt in der Türkei als "das gefährlichste Buch des Landes". 2011 wurde er noch vor Veröffentlichung inhaftiert. 2012 wurde er entlassen; er ist jedoch seit dem 29. Dezember 2016 erneut im Gefängnis.

EU-Jugendorchester verlässt London

Ab 2018 Umzug wegen Brexit nach Italien

Das Jugendorchester der Europäischen Union (EUYO) verlagert nach dem Brexit ab 2018 seinen Standort von London ins norditalienische Ferrara. Der Direktor Marshall Marcus sagte der Zeitung "Guardian", nach mehr als 40 Jahren in der britischen Hauptstadt erwarte er eine "kühne, fantasievolle und dauerhafte Zukunft" für das Orchester. Es sei sinnlos, Büros außerhalb der Eu beizubehalten. Das Orchester folgt einer Einladung des italienischen Kulturministers Dario Franceschini. Der Vertrag mit Italiens öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalt RAI sei bereits unterzeichnet. Dem EU-Jugendorchester gehören derzeit 116 Musiker im Alter von 17 bis 24 Jahren an. Die 13 britischen Musiker werden ausscheiden.

Roman "Unterwerfung" wird für TV verfilmt

Schauspieler Edgar Selge übernimmt die Hauptrolle

Michel Houellebecqs viel diskutierter Roman "Unterwerfung" kommt ins Fernsehen. Die Produktionsfirma NFP hat im Auftrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) mit der Verfilmung begonnen. Die Hauptrolle des Literaturwissenschaftlers François spielt Edgar Selge. Die Fernsehfassung kombiniert Ausschnitte von Katrin Beiers Theaterinszenierung am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg mit Filmszenen. Als Sendetermin ist Frühjahr 2018. geplant . Für Drehbuch und Regie ist Titus Selge verantwortlich.

Reliquie aus Kapelle in Kevelaer gestohlen

Verschlossener Wandkäfig wurde von Tätern aufgebrochen

Eine wertvolle Reliquie ist aus der Sakramentskapelle im niederrheinischen Marienwallfahrtsort Kevelaer gestohlen worden. Bisher unbekannte Täter hätten das reich verzierte Kunstwerk in Form eines Armes und einer Hand entwendet, wie die Polizei mitteilte. Das etwa 30 Zentimeter hohe, versilberte, vergoldete und mit Edelsteinen besetzte Behältnis mit Knochenresten des heiligen Petrus Canisius (1521-1597) befand sich in einem verschlossenen Wandkäfig, den die Täter aufbrachen. Der Diebstahl fand während der Öffnungszeiten der Kapelle statt. Das Armreliquiar habe einen unschätzbaren ideellen Wert. Seit 2010 seien dem Bistum 179 Diebstähle aus Kirchen gemeldet worden.

Bafta-Akademie wirft Harvey Weinstein hinaus

Britische Filmakademie reagiert auf Missbrauchsvorwürfe

Wegen der Vergewaltigungsvorwürfe gegen Harvey Weinstein hat die britische Filmakademie Bafta die Mitgliedschaft des US-Filmproduzenten ausgesetzt. Weinstein sei darüber informiert worden, dass seine Mitgliedschaft mit sofortiger Wirkung suspendiert sei, erklärte die Akademie. Sein Verhalten sei "völlig inakzeptabel und unvereinbar mit den Werten der Bafta" und habe "absolut keinen Platz" in der Filmindustrie. Die Bafta vergibt die wichtigsten Filmpreise Großbritanniens. Zahlreiche Frauen, darunter mehrere Hollywoodstars, werfen Weinstein vor, sie sexuell belästigt oder gar vergewaltigt zu haben. Der einst einflussreiche Produzent weist die Vorwürfe zurück und behauptet, nur einvernehmlich Sex gehabt zu haben. Die von ihm mitgegründete Produktionsfirma Weinstein Company hat den 65-Jährigen entlassen.

Gemeinsamer Umstieg mit Privatsendern

Deutschlandradio setzt auf Kooperation bei DAB+

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue will beim Ausbau von DAB+ mit den privaten Radiosendern an einem Strang ziehen. "Es muss unser aller Interesse sein, die technische Reichweite zu erhöhen - über UKW und über DAB+", teilte Raue mit. "Denn die Beitragszahler erwarten zu Recht, dass sie unser Angebot überall nutzen können.»"Der Deutschlandfunk könne aber wegen der schlechten UKW-Abdeckung nur von rund 80 Prozent der Bevölkerung empfangen werden, Deutschlandfunk Kultur sogar nur von etwa 64 Prozent. Neben technischen Vorteilen sei DAB+ der deutlich preiswertere Verbreitungsweg.Das Ziel laute: "UKW so lange wie nötig, DAB+ so schnell wie möglich." Gleichzeitig nehme man die von privaten Sendern geäußerten Bedenken ernst. Deutschlandradio habe außerdem immer betont, dass private Radioanbieter während der parallelen Nutzung von UKW und DAB+ finanziell gefördert werden sollten.

Neue Bestenliste für Sachbücher

Jury aus 30 Kritikern gibt Leseempfehlungen

Deutschlandfunk Kultur, das ZDF und die Wochenzeitung "Die Zeit" präsentieren künftig eine Bestenliste für Sachbücher. Eine Jury aus 30 Kritikern werde monatlich zehn herausragende Bücher empfehlen, teilten die Medienhäuser mit. Die Jury stellt sich und ihre Arbeitsweise auf der Frankfurter Buchmesse vor. Die Empfehlungen der Juroren werden im Programm von Deutschlandfunk Kultur , in der "Zeit" sowie in den Sendungen "Aspekte" (ZDF) und "Kulturzeit" (3sat), aber auch im Internet vorgestellt. Die Jury wolle "die ganze Bandbreite des Sachbuchs" abbilden. Zu dem Gremium gehören neben jeweils sechs Redakteuren und Autoren der beteiligten Medien zwölf weitere Experten. Empfehlen sollen sie deutschsprachige oder ins Deutsche übersetzte Sachbücher. Eine frühere Bestenliste von NDR und Süddeutsche Zeitung war im Sommer eingestellt worden, nachdem ein umstrittenes Buch nominiert worden war.

Protest vor Antaios-Stand auf der Buchmesse

Demonstration gegen Stand des rechtsgerichteten Verlags

Mit Postern wie "Gegen Rassismus" und "Für Freiheit und Vielfalt" haben auf der Frankfurter Buchmesse Spitzenvertreter der deutschen Buchbranche vor dem Antaios Verlag demonstriert. Damit solle deutlich gemacht werden, dass der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die Werte des rechts angesiedelten Verlags nicht teile, sagte Börsenvereins-Sprecher Thomas Koch. Es gehe aber nicht um die Präsenz des Verlags auf der Messe. Antaios, das den umstrittenen Bestseller "Finis Germania" von Rolf Peter Sieferle und Werke des deutsch-türkischen Rechtspopulisten Akif Pirinçci verlegt, ist zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt wieder auf der Messe. Den Stand hatte der Börsenverein ausdrücklich verteidigt. Die Meinungs- und Publikationsfreiheit gelte für alle.

Düsseldorf erwirbt Archiv der Fotografin Erika Kiffl

Kunststiftung NRW unterstützt Ankauf von 9000 Negativen

Die Stadt Düsseldorf erwirbt mit Unterstützung der Kunststiftung NRW das gesamte fotografische Archiv der Düsseldorfer Fotografin Erika Kiffl. Die rund 9000 Negative würden in das Archiv künstlerischer Fotografie der rheinischen Kunstszene (AFORK) überführt, teilte die Stadt mit. Kiffl hatte das Archiv mitbegründet. Die 77-jährige Kiffl war bekannt geworden durch ihre Fotos von Künstlerateliers und Arbeitssituationen heute weltbekannter Künstler.
Seit den 1960er Jahren fotografierte sie Gerhard Richter, Gotthard Graubner oder Günther Uecker in ihren Ateliers, als diese noch am Anfang ihrer Karrieren standen. Für das AFORK wurden bereits 1100 Schwarzweiß-Fotoabzüge Kiffls angekauft. Das Archiv wurde 2003 gegründet, um die Geschichte der rheinischen Kunst seit den 50er Jahren zu dokumentieren und umfasst rund 8000 Künstlerfotos.

Baubeginn für Museum der Moderne erst 2019

Staatsministerin Monika Grütters sieht noch hohen Abstimmungsbedarf

Der Baubeginn für das Museum der Moderne in Berlin wird sich weiter verzögern. Der umstrittene Bau soll nun erst 2019 realisiert werden, wie der Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) meldete. Nach dem Wettbewerb, den das Basler Architekturbüro Herzog/de Meuron vor rund einem Jahr gewonnen hatte, seien noch umfangreiche Nacharbeiten nötig, sagte Monika Grütters (CDU), Staatsministerin für Kultur dem Sender. Viele Gewerke müssten sich noch absprechen, die baubetreuende Behörde aus Baden-Württemberg mit dem Land Berlin, mit den Architekten und den Nutzern, also der Nationalgalerie. "Da geht es um den Baugrund, um die städtebauliche Einordnung, um den Abstand zur Kirche St. Matthäus", sagte Grütters."Und natürlich müssen die Nutzer ihr Raumkonzept präzisieren. Alles das kostet Zeit und wird sehr genau vorbereitet, weil es die Basis für den zukünftigen Bauverlauf ist."

Papst Franziskus folgen 40 Millionen bei Twitter

@Pontifex versandte seit 2013 mehr als 1300 Tweets

Papst Franziskus hat die Marke von 40 Millionen Followern bei Twitter geknackt. Damit liegt er nun in etwa gleichauf mit dem US-Präsidenten Donald Trump. Franziskus twittert auf neun Sprachkanälen, die meisten Follower hat der spanischsprachige mit 14,6 Millionen, die deutschen Twitter-Botschaften haben 523.000 Abonnenten. Seit seinem Amtsantritt im März 2013 versandte der Papst mehr als 1.300 Tweets. Auch sein Vorgänger Benedikt XVI war auf Twitter als erster Papst aktiv. Unter Papst Franziskus wurde im März 2015 auch ein Instagram-Account geschaffen; dem fast fünf Millionen Menschen folgen.

Neun von zehn Deutschen gehen ins Internet

Studie von ARD und ZDF zeigt Anstieg der Online-Nutzung

Neun von zehn Deutschen gehen einer Studie zufolge mittlerweile regelmäßig oder gelegentlich ins Internet. Nach einer Untersuchung im Auftrag von ARD und ZDF ist die Zahl der Onlinenutzer im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Millionen auf rund 62,4 Millionen Menschen gestiegen. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 89,8 Prozent. Täglich seien rund 50,2 Millionen Menschen online. Der Zuwachs sei auch auf eine geänderte Abfrage zurückzuführen. Zugenommen habe gegenüber dem vorigen Jahr auch die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer: um 21 auf 149 Minuten. Männer seien gut zwei Stunden online, Frauen fast drei Stunden. Die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen verbringt der Studie zufolge mehr als viereinhalb Stunden am Tag im Netz. Für die repräsentative Studie wurden Personen ab 14 Jahren befragt.

Kabarettpreis für das Duo "Pigor und Eichhorn"

Berliner Satiriker bekommen den "Salzburger Stier"

Das in Berlin lebende Musikkabarett-Duo "Pigor und Eichhorn" bekommt den wichtigsten deutschen Kabarettpreis "Salzburger Stier". Die mit 18.000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 1982 jedes Jahr verliehen, wie der Mitteldeutsche Rundfunk mitteilte. Für Österreich erhalten sie die "Science Busters", für die Schweiz der Slam-Poet Christoph Simon. Verliehen wird die Auszeichnung im Mai in Halle an der Saale. Die Jury lobte, dass "Pigor und Eichhorn" nicht nur ihre eigene Sprache und Form entwickelt hätten, sondern ein eigenes Genre erfunden hätten. Die Satire der beiden Künstler sei "stets aktuell und meidet weder gesellschaftliche noch politische, weder profane noch vermeintlich sakrale Themen", hieß es in der Begründung.

Ai Weiwei zeigt Kunst in New Yorks Straßen

An mehr als 300 öffentlichen Orten werden Werke zum Thema Migration gezeigt

Ai Weiwei Kunstschau heißt übersetzt "Gute Zäune machen gute Nachbarn". Sie sei "der Höhepunkt von Ai Weiweis bisherigem Schaffen", sagt Nicholas Baume, Chef des Vereins Public Art Fund, einer nicht-kommerziellen Organisation, die Kunst im öffentlichen Raum möglich macht. Ai Weiwei setzt sich kritisch mit dem Umgang großer westlicher Länder mit Migration und Flüchtlingen auseinander. Zu der Ausstellung gehören großformatige Objekte in Parks ebenso wie kleine Werke an Laternenmasten und Bushaltestellen. Ai Weiwei war in den 80er Jahren selbst als Einwanderer nach New York gekommen.

Prozess gegen Mesale Tolu beginnt in Instanbul

Deutscher Journalistin wird Terrorpropaganda vorgeworfen

Mesale Tolu kommt heute in Istanbul vor Gericht. Tolu muss sich zusammen mit 17 weiteren Angeklagten vor dem Gericht von Silivri wegen 'Mitgliedschaft in einer Terrororganisation' und 'Terrorpropaganda' verantworten. Die Mutter eines zweijährigen Kindes war Ende April festgenommen worden und sitzt seitdem mit ihrem Sohn im Frauengefängnis Bakirköy in Haft. Der jungen Frau aus Neu-Ulm wird Mitgliedschaft in der Marxistisch-leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP) vorgeworfen. Ihr drohen 15 Jahre Haft. Ihre Unterstützer beklagen einen Mangel an Beweisen und sehen den Prozess als politisch motiviert. Die Bundesregierung hat sich bisher vergeblich für ihre Freilassung eingesetzt. Der Fall belastet seit Monaten die deutsch-türkischen Beziehungen.

Frankreich Gastland der Frankfurter Buchmesse

Merkel und Macron machen Ausflug in die Geschichte des Buches

Die 69. Frankfurter Buchmesse ist am Abend offiziell eröffnet worden. Bundeskanzlerin Merkel und der französische Staatspräsident Macron betonten in ihren Ansprachen, wie sehr die Kultur beide Länder verbinde - trotz aller Kontroversen und Kriege. Beide besichtigten gemeinsam einen Nachbau der Gutenberg-Presse und druckten die erste Seite der Menschenrechtserklärung. Die deutsche Buchbranche forderte von der künftigen Bundesregierung mehr Einsatz für eine unabhängige Verlagslandschaft. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Riethmüller, kritisierte die vom Bundestag im Sommer beschlossenen Einschränkungen des Urheberrechts. Verlage könnten in Literatur und innovative Vertriebsmodelle nur investieren, wenn sie auch marktgerecht vergütet würden. In Frankfurt werden bis Sonntag rund 270 000 Besucher erwartet. Rund 7300 Aussteller aus mehr als 100 Ländern stellen sich vor.

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