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Kulturnachrichten

Dienstag, 29. September 2015

Türkei: Wieder sorgt Restaurierung für Empörung

Zeitung kritisiert Verlegung von "Küchenmarmor"

Die Restaurierung des antiken Theaters von Aspendos im südtürkischen Antalya sorgt für Empörung. Zuvor habe das Theater besser ausgesehen, kritisierte Recep Yavuz, Chef der Arbeitsgruppe für Tourismus in Antalya, laut einem Bericht der Zeitung "Hürriyet" vom Dienstag. Die Restaurierer hatten weißen Marmor zwischen die originalen dunkelgrauen Stufen des Theaters eingesetzt. Das fleckige Aussehen führte zu heftiger Kritik in den Medien: "Sie haben Aspendos mit Küchenmarmor verlegt", schrieb etwa die Zeitung "Zaman". Das Kulturministerium beschwichtigte und teilte in einer Erklärung mit, die Farbe der Steine würde sich mit der Zeit dem Original anpassen. In der Türkei kommt es immer wieder zu Pannen bei Restaurierungsarbeiten. Im Mai waren in der südtürkischen Stadt Antakya zehn historische Mosaiken schwer beschädigt worden. Im August wurde ein restaurierter Turm in der Nähe von Istanbul in den sozialen Medien als "Sponge-Bob" verspottet.

Beatles-Vertrag für eine halbe Million versteigert

Flügel von Abba und Bob Dylan-Songtext fanden bei der Sothebys keinen Käufer

Der Management-Vertrag der Beatles mit Brian Epstein aus dem Jahr 1962 brachte bei einer Auktion in London umgerechnet rund 494 000 Euro ein. Das vergilbte Papier mit den Unterschriften der vier Musiker und ihres Managers war eine Art Gründungsvertrag der legendären Band aus Liverpool. Wenige Tage nach der Unterzeichnung veröffentlichten sie ihre erste Single "Love Me Do" in Großbritannien. Der Vertrag, der am Dienstag bei Sotheby's unter den Hammer kam, wurde damit etwa zum mittleren Schätzwert verkauft.Ein weiteres Stück Popmusik-Geschichte fand dagegen keinen Käufer: Der Flügel, mit dem die Musiker von Abba Hits wie "Money, Money, Money" und "Dancing Queen" im Studio aufgenommen haben, war auf bis zu 1,08 Millionen Euro geschätzt worden. Auch ein von Bob Dylan getippter und handschriftlich ergänzter Songtext fand keinen Abnehmer zum geforderten Mindestpreis von 203 000 Euro.

Album in Studioqualität aus der Sixtinischen Kapelle

Der Papst genehmigte persönlich die Aufnahme des päpstlichen Chores

Musik aus der Sixtinischen Kapelle gibt es nun erstmals auch in Studioqualität: Kurienerzbischof Georg Gänswein stellte ein neues Album des päpstlichen Chores, der "Capella Sistina", mit geistlicher Chormusik aus der Renaissance vor. Die CD mit dem Titel "Cantate Domino" ist nach Angaben des Produzenten "Deutsche Grammophon" die erste Aufnahme, die in der Sixtinischen Kapelle unter Aufnahmebedingungen wie in einem Tonstudio entstand. Bislang waren nur Konzertmitschnitte aus der wegen ihrer Fresken weltberühmten Kapelle erhältlich.
Papst Franziskus gab persönlich eine Sondergenehmigung für die Produktion, berichtete der Leiter der "Capella Sistina", Massimo Palombella. Die erste Kopie der CD erhielt der Papst selbst.

Deutsche Kurzfilme im Rennen um Europäischen Filmpreis

Ein Animationsfilm und ein Dokumentarkurzfilm haben Chancen

Zwei deutsche Kurzfilme gehen ins Rennen um den 28. Europäischen Filmpreis. Nominiert ist Till Nowak mit seinem Animationsfilm "Dissonance", wie die Europäische Filmakademie mitteilte. Chancen haben außerdem Mischa Leinkauf, Lutz Henke und Matthias Wermke mit ihrem Dokumentarkurzfilm "Symbolic Threats". Darin geht es um Wermkes und Leinkaufs Aktion, bei der sie im Sommer 2014 auf der New Yorker Brooklyn Bridge statt des Sternenbanners zwei weiße Flaggen hissten. Insgesamt sind 15 europäische Kurzfilme am Start.

Radio Vatikan hat einen neuen Programmdirektor

Andrzej Majewski übernimmt die die 50 Programme des Senders

Der polnische Jesuit Andrzej Majewski ist neuer Programmdirektor von Radio Vatikan. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin habe ihn am Dienstag ernannt, teilte der Vatikan mit. Der 54-jährige frühere Mitarbeiter im polnischen Programm des Papst-Senders wird Nachfolger seines Landsmanns Andrzej Koprowski. In seiner neuen Funktion koordiniert er die rund fünfzig Programme des Senders, die meisten von ihnen sind Sprachprogramme. Der 75 Jahre alte Koprowski gehe nach zehn Jahren bei Radio Vatikan in den Ruhestand, teilte der Sender mit. Er war in früheren Jahren ein Mitarbeiter des polnischen Erzbischofs Karol Wojtyla, des späteren Papstes Johannes Paul II.

Literaturfest München sucht Dialog mit Flüchtlingen

"front:text" heißt das von Albert Ostermaier kuratierte Autorenforum

Das Literaturfest München will in diesem Jahr den Dialog mit Flüchtlingen suchen. "front:text" lautet der Titel des Autorenforums, das von Albert Ostermaier kuratiert wird. Die Bezeichnung ist angelehnt an die Organisation "Frontex", die die Außengrenzen der Europäischen Union schützen soll. Das Literaturfest solle "ein Ort der Grenzüberschreitungen, ein Ort der Begegnung" werden, sagte Ostermaier in München: "Wir hören immer nur Zahlen, aber hinter diesen Zahlen stecken Menschen." Das Literaturfest findet vom 18. November bis zum 6. Dezember statt. Als prominente Gäste sind unter anderem Star-Autor Salman Rushdie und die britische Schriftstellerin Jojo Moyes eingeladen.

Neuverfilmung des DDR-Klassiker "Alfons Zitterbacke"

Autor Mark Schlichert erhielt dafür eine Drehbuchförderung

Die Lausbuben-Streiche von "Alfons Zitterbacke" werden neu für das Kino verfilmt. Autor Mark Schlichter erhalte dafür eine Drehbuchförderung in Höhe von 30 000 Euro, teilte die Filmförderungsanstalt (FFA) mit. Zum ersten Mal war die Kindergeschichte im Jahr 1966 von der DEFA mit Helmut Rossmann in der Titelrolle verfilmt worden. Schöpfer der Kinderbuchfigur Alfons Zitterbacke ist der Schriftsteller Gerhard Holtz-Baumert (1927-1996). Der fantasievolle Alfons träumt davon, ein erfolgreicher Sportler oder Astronaut zu werden - in der Realität kämpft er unter anderem gegen den Spott seiner Mitschüler, die ihn wegen seines komischen Nachnamens hänseln.

David Lynch trauert um "Log Lady"

Catherine Coulson strab im Alter von 71 Jahren

Für Fans war sie die Frau mit dem Holzscheit: US-Regisseur David Lynch trauert um die Schauspielerin Catherine Coulson, die in der Kultserie "Twin Peaks" die mysteriöse "Log Lady" spielte. "Catherine war aus reinem Gold. Sie war immer für ihre Freunde da. Sie war von Liebe erfüllt, für alle Menschen, für ihre Familie und ihre Arbeit", sagte Lynch in einem Statement an mehrere US-Medien. Coulson sollte Medienberichten zufolge ihre Rolle auch in der für 2016 geplanten dritten Staffel übernehmen, bei der Lynch ebenfalls Regie führen wird. AM MOntagmorgen starb sie nach Angaben des US-Magazins "Variety" am Montagmorgen an Krebs. Catherine Coulson wurde 71 Jahre alt.

Ostdeutsche Orchester noch nicht gesichert

Orchestervereinigung beklagt fortgesetzen Abbau der Ost-Orchester

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) sieht auch 25 Jahre nach der deutschen Einheit die Orchester im Osten noch nicht gesichert. DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens verwies auf den im Einigungsvertrag von 1990 enthaltenen Passus, wonach die kulturelle Substanz keinen Schaden nehmen solle. Mertens beklagte, dass die Zahl der professionellen Kulturorchester in Ostdeutschland seit 1992 von 72 auf 43 geschrumpft ist. Laut DOV gibt es aktuelle Brennpunkte derzeit in Mecklenburg-Vorpommern, in Sachsen und vor allem in Thüringen. Allein in Thüringen seien in den vergangenen 25 Jahren von 1070 Musikerarbeitsplätzen 470 abgebaut worden. Damit müsse Schluss sein, forderte Mertens. Schließlich sei die deutsche Orchester- und Theaterlandschaft im Dezember 2014 in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes der Unesco aufgenommen worden.

Hartwig Fischer wird Direktor des British Museums

Erstmals seit fast 200 Jahre leitet ein Ausländer die weltberühmte Sammlung

Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Hartwig Fischer, wird Direktor des British Museum in London. Dies bestätigte das Kunstministerium in Dresden. "Es ist eine hohe Auszeichnung und Ehre, das British Museum zu leiten", sagte Fischer. Der 53-Jährige wird damit Nachfolger von Neil MacGregor, der seinerseits Gründungsintendant des Humboldtforums im rekonstruierten Berliner Stadtschloss wird.
Es ist das erste Mal seit fast 200 Jahren, dass ein Ausländer die weltberühmte Sammlung mit rund 6,7 Millionen Besuchern pro Jahr leitet.

Jürgen Habermas erhält Kluge-Preis

Die Auszeichnung gilt als Nobelpreis der Geistes- und Sozialwissenschaften

Jürgen Habermas erhält heute in Washington den mit 1,3 Millionen Dollar ausgestatteten "Kluge Prize". Der Preis gilt als "Nobelpreis der Geistes- und Sozialwissenschaften" und geht zu gleichen Teilen an den deutschen Sozialphilosophen Habermas und seinen kanadischen Kollegen Charles Taylor. Vergeben wird die Auszeichnung seit 2003 vom "John W. Kluge Center" an der Washingtoner Library of Congress für Lebenswerke in den Human- und Sozialwissenschaften. Jürgen Habermas lehrte 25 Jahre als Professor für Philosophie und Soziologie an der FRankfurter Goethe-Universität und gilt als bekanntester Vertreter der Kritischen Theorie in der Generation nach Adorno und Horkheimer. Zu Habermas Hauptwerken zählen "Strukturwandel der Öffentlichkeit", "Theorie des kommunikativen Handelns" und "Der philosophische Diskurs der Moderne".

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