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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. September 2020

Lübcke-Demokratie-Preise erstmals vergeben

In Wiesbaden sind die ersten Preisträger des nach dem ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten benannten Lübcke-Demokratie-Preises bekannt gegeben worden. Ausgezeichnet werden die Journalistin Dunja Hayali, das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus und Rassismus in Hessen und Robert Erkan, der sich um Angehörige der Opfer des Anschlags von Hanau kümmert. Die Preisträger setzten sich in herausragender Weise für Demokratie, Freiheit, Respekt und Toleranz ein, erklärte der hessische Ministerpräsident Bouffier. Die Ehrungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt verliehen werden. Der Walter-Lübcke-Demokratie-Preis des Landes Hessen orientiert sich an den Werten, die der Regierungspräsident gelebt habe. Lübcke war im Juni 2019 vor seinem Wohnhaus durch einen Kopfschuss getötet worden. Die Staatsanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Motiv aus.

Nietzsches Nachlass wird vollständig digitalisiert

Der komplette Nachlass von Friedrich Nietzsche soll digital aufbereitet werden. Für eine entsprechende Internet-Plattform und eine Archivdatenbank hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft rund 350.000 Euro bewilligt. Das teilte die Klassik Stiftung Weimar mit. Die Arbeit an der geplanten Faksimile-Gesamtausgabe umfasst Erschließung, Digitalisierung und Online-Publikation des Nachlasses des Philosophen. Die Ergebnisse sollen innerhalb von drei Jahren zur Verfügung stehen. Im Rahmen der ersten Projektphase von 2015 bis 2018 wurden bereits die handschriftlichen Notizbücher, Hefte, Druckmanuskripte und Kompositionen digitalisiert. Bis 2023 folgten nun die Briefwechsel, persönlichen Dokumente und Lebenszeugnisse Nietzsches.

Kein Picasso-Museum in Aix-en-Provence

In Aix-en-Provence wird es Medienberichten zufolge kein Picasso-Museum geben. Nach rund vier Jahren seien die Verhandlungen zwischen der Stadt im Südosten Frankreichs und Catherine Hutin gescheitert. Hutin ist die Tochter von Jacqueline Roque, der zweiten und letzten Ehefrau von Pablo Picasso. Nach Informationen der Zeitungen "Le Quotidien de l'Art" und "La Marseillaise" konnten sich die beiden Parteien nicht über die Dauer der Konzession des ehemaligen Klosters des Predigerordens einigen, in das die rund 2 000 Werke umfassende Picasso-Sammlung der Stieftochter des spanischen Malers hätte ziehen sollen.

Kinderbuchautor Sam McBratney gestorben

Der nordirische Kinderbuch-Autor Sam McBratney, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Das teilte der US-Verlag Candlewick Press mit. Weitere Informationen wurden nicht genannt. McBratney wurde in Belfast geboren, studierte Geschichte und arbeitete zunächst als Grundschullehrer. Er ließ sich früh pensionieren, um sich auf seine Karriere als Autor zu konzentrieren. Seit 1969 schrieb er zahlreiche Bücher, Geschichten und Hörspiele, darunter das Bestseller-Bilderbuch "Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?". Darin wird die Beziehung zwischen einem kleinen und einem großen Hasen - mutmaßlich zwischen Vater und Sohn - illustriert. Das Buch wurde weltweit mehr als 30 Millionen Mal verkauft und in 53 Sprachen übersetzt.

Bronzeschatz: Raubgräber zu Geldstrafe verurteilt

Das Amtsgericht Merseburg hat einen Raubgräber zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Gericht befand den 39 Jahre alten Mann am Dienstag der Unterschlagung eines 3100 Jahre alten Bronzeschatzes für schuldig. Dafür verhängte es eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen je 40 Euro. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft haben angekündigt, auf Rechtsmittel zu verzichten. Anders als zuvor bei der Polizei gab der Angeklagte am Amtsgericht zu, die Bronzetasse, in der sich drei bronzene Anhänger sowie 94 kleine Beschläge und Gürtelschnallen befanden, in Sachsen-Anhalt gefunden zu haben. Zuvor hatte der Mann beteuert, der Fundort des Schatzes sei Bayern gewesen. Damit wäre er straffrei davon gekommen, denn in dem Bundesland ist der Handel mit Artefakten legal. Der 39-Jährige stellte seinen Fund in die Internet-Plattform Ebay ein.

SKD stellt mit Tretjakow-Galerie aus

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) präsentieren 2021 ein deutsch-russisches Kooperationsprojekt mit der Staatlichen Tretjakow-Galerie in Moskau. Gezeigt wird in beiden Ländern die Ausstellung "Träume von Freiheit - Romantik in Russland und Deutschland". "In Zeiten, in denen die politischen Beziehungen beider Länder auf dem Prüfstand stehen, empfinden wir es als ein wichtiges Signal, den Dialog zwischen den deutschen und russischen Museen aufrechtzuerhalten", sagte die Generaldirektorin der Kunstsammlungen, Marion Ackermann, bei der Vorstellung des Jahresprogramms in Dresden. Die Ausstellung wird am 9. Dezember in Moskau eröffnet und am 26. Juni 2021 im Dresdner Albertinum. Gestaltet wird sie von dem Architekten Daniel Libeskind.

Miniserie über Karl Lagerfeld geplant

Die Berliner Produktionsfirma Ziegler Film plant eine Miniserie über Modedesigner Karl Lagerfeld. Es geht demnach um Lagerfelds beispiellose Karriere und auch die emotionale Achterbahnfahrt in der Beziehung zu seinem langjährigen Lebensgefährten Jacques de Bascher. Drehbuchautor ist Alexander Rümelin. Produzentinnen sind Barbara Thielen und Regina Ziegler. Das Projekt werde von Weggefährten aus dem persönlichen Umfeld des Designers beratend begleitet, hieß es weiter. Wo die Serie zu sehen sein wird, wurde nicht mitgeteilt - auch nicht, wer den 2019 verstorbenen Designer spielen wird.

Breker-Skulpturen bei Bauarbeiten gefunden

Zwei verschollene Skulpturen von Arno Breker sind wieder aufgetaucht. Bei der einen handelt sich um die bekannte Plastik „Romanichel", einen überlebensgroßen Porträt-Kopf aus weißem Marmor von 1940. Das gab das Kunsthaus Dahlem bekannt, in dessen Garten, die Skulptur bei Bauarbeiten ausgegraben wurde. Sie zeigt einen jungen Sinto oder Rom, dem Breker in den 1920er Jahren in Paris begegnete und den er mehrfach porträtierte. Neben „Romanichel wurde noch eine zweite Plastik, ebenfalls ein überlebensgroßer Kopf gefunden, die aber noch nicht zugeordnet werden konnte. Beide Plastiken sollen nun bis zum 15. Januar im Kunsthaus Dahlem präsentiert werden. Das Kunsthaus war in den 40er Jahren als Atelier für Breker gebaut worden, er gehörte zu dem meistbeschäftigten Bildhauern im Nationalsozialismus.

US-Filmbranche vereinbart Corona-Schutz in den Studios

In der US-Filmbranche haben Gewerkschaften und Studios Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus vereinbart. Damit soll die komplette Filmproduktion wieder aufgenommen werden können. Vereinbart wurden unter anderem Standards für Corona-Tests. So sollen Schauspielerinnen und Schauspieler häufiger getestet werden als andere Crew-Mitglieder, da sie während der Drehs meist keine Schutzkleidung tragen können. Außerdem sollen Crew-Mitglieder mit positivem Corona-Test in Quarantäne gehen und für zehn Tage eine Lohnfortzahlung erhalten. Die Filmproduktion im Großraum Los Angeles war durch die Corona-Pandemie völlig zum Erliegen gekommen. Ende Juni lief sie mit Einschränkungen wieder an.

Madrider Oper wehrt sich gegen Corona-Vorwürfe

Das Opernhaus Teatro Real in Madrid sieht sich mit heftiger Kritik wegen angeblich zu laxer Corona-Regeln konfrontiert. Die Aufführung "Ein Maskenball" von Giuseppe Verdi war von einigen Zuschauern durch permanentes Klatschen und Zwischenrufe gestört worden, aus Protest dagegen, dass sie ihrer Ansicht nach zu eng beieinander saßen. Die Aufführung wurde daraufhin abgebrochen. Der Verwaltungschef der Oper erklärte, es seien nur gut 50 Prozent der Sitze belegt gewesen, während die Behörden eine Belegung von bis zu 75 Prozent erlaubten.

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