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Kulturnachrichten

Donnerstag, 22. September 2016

Türkei lässt Journalisten Ahmet Altan frei

Fast 300 Schriftsteller hatten sich für seine Freilassung eingesetzt

Nach heftigen internationalen Protesten hat ein türkisches Gericht den renommierten Journalisten Ahmet Altan auf freien Fuß gesetzt. Altan bleibe aber unter "Kontrolle der Justiz" und dürfe das Land nicht verlassen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Sein ebenfalls inhaftierter Bruder, der Akademiker Mehmet Altan, bleibt bis zu seinem Prozess weiter in Haft. Nach einer zwölfstündigen Marathonsitzung klagte das Gericht Mehmet Altan der "Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation" an. Zudem werde ihm "Umsturzversuch oder Störung der Regierungsarbeit" vorgeworfen. Im Rahmen ihrer Ermittlungen zu dem gescheiterten Putsch am 15. Juli hatte die Polizei die beiden bekannten Brüder vor knapp zwei Wochen festgenommen. Sie wirft ihnen vor, in einer Talkshow des Fernsehsenders Can Erzincan einen Tag vor dem Putsch Anspielungen auf die bevorstehenden Ereignisse gemacht zu haben. Der inzwischen geschlossene Sender soll dem in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen nahestehen, den die Regierung für den Putschversuch verantwortlich macht. Ahmet Altan ist einer der bekanntesten Journalisten der Türkei. Sein Bruder Mehmet ist Autor mehrerer politischer Bücher. In einem offenen Brief hatten fast 300 Schriftsteller und andere Persönlichkeiten, darunter Salman Rushdie und die beiden Literaturnobelpreisträger J.M. Coetzee und Orhan Parmuk, die türkischen Behörden zur Freilassung der Altan-Brüder und der Respektierung der Meinungsfreiheit aufgerufen.

Russische Zirkuslegende Mstislaw Sapaschny gestorben

Kulturminister: großer Verlust für die internationale Zirkuskunst

Die russische Zirkuslegende Mstislaw Sapaschny ist im Alter von 78 Jahren im Schwarzmeerkurort Sotschi gestorben. Das teilte die Familie des Raubtierdompteurs und Akrobaten der Agentur Tass zufolge mit. Kulturminister Wladimir Medinski sprach von einem großen Verlust für die internationale Zirkuskunst. Der am 16. Mai 1938 in Leningrad (heute St. Petersburg) geborene Sapaschny entstammt einer Dynastie von Kunstreitern, Dompteuren und Akrobaten. Nach seinem Abschied von der Manege betätigte er sich unter anderem als Generaldirektor des berühmten russischen Staatszirkus. Sein Sohn Mstislaw setzt die Familientradition fort.

Bund gibt Geld für Instandhaltung bedeutsamer Orgeln

Fünf Millionen Euro zur Bewahrung der vielfältigen Orgellandschaft

National bedeutsame Orgeln sollen mit fünf Millionen zusätzlichen Bundesmitteln saniert und modernisiert werden. Ein entsprechendes Sonderprogramm hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters aufgelegt. "Deutschland verfügt über eine unglaublich vielfältige und traditionsreiche Orgellandschaft, die weltweit ihresgleichen sucht. Diesen Reichtum zu schützen und zu bewahren, ist auch eine Frage staatlicher Fürsorge, sagte Grütters in Berlin. Zu den nun geförderten Instrumenten gehören unter anderem die Orgel der Großen Kirche in Leer, die Orgel der Frauenkirche in Görlitz, die Orgel der Kulturkirche St. Jakobi in Stralsund, die Orgel für Neue Musik in der Kunst-Station Sankt Peter in Köln, die Zacharias Hildebrandt-Orgel in der St. Jacobi-Kirche Sangerhausen und die Orgel in der Nathanaelkirche Leipzig.

Meckel tritt als Chef des Volksbundes zurück

Streit um Kompetenzen, Gelder, die künftige Ausrichtung

Der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Markus Meckel, hat am Donnerstag seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Der 64-Jährige zog damit die Konsequenzen aus einem monatelangen Führungs- und Richtungsstreit innerhalb des Verbandes. Meckel kam damit seiner für Freitag erwarteten Abwahl durch eine Delegiertenversammlung in Göttingen zuvor. Der letzte Außenminister der DDR und langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Meckel führte den Verband seit Oktober 2013. Im Frühsommer war der Streit zwischen Meckel und der erst seit Oktober 2015 im Amt befindlichen Generalsekretärin Daniela Schily und einigen Landesvorsitzenden im Verband eskaliert und wurde in der Öffentlichkeit ausgetragen. Dabei ging es um Kompetenzstreitigkeiten, die Verwendung von Geldern und die künftige Ausrichtung des Volksbundes. Nach dem Rücktritt Meckels wird voraussichtlich erst einmal sein Stellvertreter, der ehemalige Bundeswehrgeneral Wolfgang Schneiderhan, den Vorsitz in dem Traditionsverein übernehmen. Der 1919 gegründete Volksbund betreut aktuell 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit etwa 2,7 Millionen Kriegstoten. Jährlich werden knapp 30.000 weitere Kriegstote geborgen. Im vergangenen Jahr verzeichnete er Einnahmen von 50,4 Millionen Euro. Fast drei Viertel der Einnahmen stammen aus Spenden, Nachlässen und Sammlungen, der Rest von der Bundesregierung sowie ein kleiner Teil von den Bundesländern.

Spanische Treppe wieder begehbar

Missbräuchliche Nutzung soll unterbunden werden

Nach fast einjähriger Restaurierung ist die Spanische Treppe in Rom wieder zugänglich. Bürgermeisterin Virginia Raggi sagte bei der Vorstellung der Arbeiten, der berühmte Treppenaufgang solle wieder zum Alltag der Bürger gehören. Der Luxusgüter-Hersteller Bulgari, dessen Hauptsitz am Fuß der Spanischen Treppe in der Via Condotti liegt, hatte die Reinigungs- und Konservierungsmaßnahmen mit 1,5 Millionen Euro finanziert. Aus der Zusammenarbeit der römischen Institutionen und der Bürger sowie öffentlicher und privater Investoren solle "eine neue Art entstehen, als Stadt zu leben", sagte Raggi weiter. Rom solle wieder "eine große europäische Hauptstadt" werden. Zugleich kündigte sie an, jede Form von missbräuchlicher Nutzung und Verwahrlosung zu unterbinden, die die Restaurierung erst notwendig gemacht hätten. Künftig werde die Spanische Treppe stärker überwacht und von Polizisten kontrolliert. Zur Frage, ob das Monument nachts geschlossen werde, sagte Raggi: "Ich glaube nicht."

Cornelia Funke schreibt Fortsetzung von "Tintenherz"

Der neue Band soll fünf Jahre später spielen als der letzte

Bestsellerautorin Cornelia Funke (57) will auch ihre "Tintenwelt"-Reihe fortsetzen. "Ich schreibe ja gerade an einer Fortsetzung der "Tintenbücher", und die heißt 'Die Farbe der Rache'", sagte Funke der SWR-Sendung "lesenswert". Gerade erst hatte die in Los Angeles lebende Schriftstellerin, die viele Jahre in Hamburg wohnte und dort auch ihren Verlag (Dressler Verlag) hat, mit "Die Feder eines Greifs" ihren Fantasyroman "Drachenreiter" fortgesetzt. "Tintenherz" war 2003 erschienen und später verfilmt worden. In "Tintenblut" (2005) und "Tintentod" (2007) hatte Funke die Geschichte um das Vater-Tochter-Gespann Mo und Meggie, das beim Vorlesen Figuren aus Büchern lebendig werden lassen kann, weitererzählt. Das neue Buch werde fünf Jahre später spielen als das letzte, kündigte Funke an. "Da geht es um das Bild gegen das Wort und das Bild mit dem Wort", berichtete sie. "Ich will eine Lanze brechen für das illustrierte und das illuminierte Buch, weil ich glaube, dass sich so manche Dinge im Bild einfangen lassen, die sich im Wort nicht einfangen lassen."

Ruhrtriennale endet mit Besucherrekord

Auslastung lag bei 86 Prozent

Die Ruhrtriennale geht im zweiten Jahr unter Intendant Johan Simons mit einem Besucherrekord zu Ende. Rund 50 000 Menschen verfolgten im Sommer die 200 Veranstaltungen an teils außergewöhnlichen Orten. Die Auslastung lag bei 86 Prozent. Die Zuschauer konnten Produktionen in monumentalen Industriehallen, auf freiem Feld oder an religiösen Stätten verfolgen. Zuschauermagneten waren die Oper "Alceste" oder das religiös bestimmte Musiktheater "Die Fremden" in der Kohlemischhalle der stillgelegten Zeche Auguste Victoria in Marl.

Historiker: Populismus in Deutschland besorgniserregend

"Vergleich mit der Weimarer Republik geht zu weit"

Martin Schulze Wessel, der Vorsitzende des deutschen Historikerverbandes, hält den neuen Populismus in Deutschland für eine "besorgniserregende Erscheinung". "Es ist höchst problematisch, wenn bestimmte Strömungen - ich meine jetzt nicht Parteien - das Volk für sich reklamieren und damit bestimmte Minderheiten im Volk ausschließen wollen", sagte Schulze Wessel in Hamburg auf dem 51. Deutschen Historikertag. Ein Auseinanderbrechen der politischen Mitte und eine Entwicklung wie in der Weimarer Republik befürchtet er trotz des jüngsten Berliner Wahlergebnisses nicht: "Das ist gefährlich, aber ein Vergleich mit der Weimarer Republik geht zu weit."

Ulrich Wickert erhält Verdienstorden der BRD

Einer der "großen bundesdeutschen Journalisten"

Der Journalist Ulrich Wickert wird mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Dem 73-Jährigen und 28 weiteren Bürgern werden die Orden am 4. Oktober von Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue verliehen. Wickert sei einer "der großen bundesdeutschen Journalisten", der bis heute als "moralische Instanz" gelte, hieß es zur Begründung. Der frühere Moderator der ARD-"Tagesthemen" habe es über viele Jahre verstanden, "einem großen Publikum auch schwierige Sachverhalte verständlich zu machen", erklärte das Präsidialamt. Wickert engagiert sich seit Jahren auch ehrenamtlich und gründete eine eigene Stiftung, die sich für Kinderrechte einsetzt. Insgesamt werden 13 Frauen und 16 Männer von Bundespräsident Gauck ausgezeichnet, die sich unter anderem im sozialen Bereich, in der Kultur oder in der Flüchtlingshilfe verdient machten.

Hollywoodstars rufen zur Wahl auf - gegen Trump

"Wir können diesen Albtraum beenden, bevor er begonnen hat"

Auf den ersten Blick wirkt das Video wie ein Aufruf der US-Behörden an die Bevölkerung, zur Präsidentschaftswahl am 8. November zu gehen. Auf den zweiten Blick entpuppt es sich als Wahlaufruf gegen Donald Trump: Ohne auch nur einmal seinen Namen zu nennen, machen Filmstars wie Robert Downey Jr. und Scarlett Johansson gegen den umstrittenen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner mobil. Nach zunächst braven Appellen, sich an der Wahl zu beteiligen, legen die Stars gegen Trump los: "Wollen wir Atomwaffen tatsächlich einem Mann anvertrauen, dessen Markenzeichen es ist, zu feuern?", fragt Musical-Star Leslie Odom Jr. in Anspielung auf Trumps frühere TV-Reality-Show "The Apprentice" (Der Lehrling), dessen Verlierer mit den Worten verabschiedet wurde: "You're fired" - "Du bist gefeuert". "Wir können diesen Albtraum beenden, bevor er begonnen hat", sagte Julianne Moore, Don Cheadle spricht von einem "Rassisten, der das Gewebe unserer Gesellschaft dauerhaft zerstören könnte". Hinter dem Video steht das politische Aktionskomitee "Save the Day" des "Avenger"-Regisseurs Joss Whedon, das Trumps Rivalin Hillary Clinton unterstützt.

Berliner Fashion Week nicht mehr am Brandenburger Tor

Ehemaliges Kaufhaus in Mitte neuer Veranstaltungsort

Die Berliner Fashion Week zieht weg vom Brandenburger Tor und wird im Januar in einem ehemaligen Kaufhaus in der Brunnenstraße ausgerichtet. "Die historische Architektur des Gebäudes spiegelt das urbane Flair Berlins wider, deshalb freuen wir uns, das Kaufhaus Jandorf als unseren neuen Veranstaltungsort zu verkünden", teilte Catherine Bennett vom Veranstalter IMG mit. Ob der Ort eine längerfristige Lösung sein wird, ist noch offen. Die Modewoche werde aber nicht mehr ans Brandenburger Tor zurückkehren, hieß es. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Kritik an der Sperrung der Straße des 17. Juni gegeben. Bei der Mercedes-Benz Fashion Week werden vom 17. bis 20. Januar die Trends für den danach kommenden Herbst und Winter vorgestellt.

"Cumhuriyet" bekommt Alternativen Nobelpreis

Weiterhin wurden u.a. die syrischen Weißhelme geehrt

Die türkische Zeitung "Cumhuriyet" ist mit einem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. Einen weiteren Preis bekam die Organisation Weißhelme für ihr Engagement bei der Rettung von Zivilisten im syrischen Bürgerkrieg. Zum ersten Mal geht der Preis damit nach Syrien, wie die Right Livelihood Award Stiftung in Stockholm berichtete. Außerdem wurden die ägyptische Feministin Mozn Hassan und die russische Menschenrechtsaktivistin Swetlana Gannuschkina geehrt. Die vier Preisträger teilen sich das Preisgeld von drei Millionen schwedischen Kronen (rund 313 000 Euro). Die Alternativen Nobelpreise werden seit 1980 jährlich in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen an Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden vergeben.

Geigerin Kopatchinskaja: CD-Aufnahmen erzeugen Druck

Völlig falsche Illusion, wie Musik echt klingt

Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja (39) fühlt sich durch den technisch perfekten Klang von Musik auf CDs eingeengt. "CD-Aufnahmen geben uns eine völlig falsche Illusion, wie Musik echt klingt. CDs erzeugen großen Druck auf uns Musiker", sagte die in der Schweiz lebende Künstlerin in Stuttgart. Ein Konzert dagegen sei ein "einmaliges Erlebnis", sagte sie vor der für heute Abend angesetzten Premiere des neuen SWR-Symphonieorchesters in der Stuttgarter Liederhalle. "Da geht es um die Energie. Wenn die Energie auf das Perfekte gerichtet ist, dann ist man eingeengt, dann passiert nichts", meinte die Musikerin, die immer wieder barfuß auf der Bühne steht. Die Mutter einer elfjährigen Tochter bedauerte, dass sie kaum Entspannung findet. "Ein Konzert folgt auf das andere. Ich lebe wie in einer Blase. Schwierig ist, dass ich nicht wie ein normaler Mensch leben kann - und dass mich die Schuldgefühle als Mutter ein bisschen auffressen", sagte sie.

SWR-Symphonieorchester: erstes Konzert nach Fusion

Live-Übertragung im Internet

Unter den Augen der Klassikwelt spielt das neue SWR-Symphonieorchester nach einer umstrittenen Orchesterfusion zum ersten Konzert auf. Die mehr als 90 Musiker spielen in der Liederhalle in Stuttgart Werke von Gustav Mahler, Kaija Saariaho, Peter Eötvös und Béla Bartók. Eötvös steht selbst am Pult. Die Musiker stammen aus dem Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg (SO) und dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart (RSO). Der SWR überträgt das ausverkaufte Konzert mit einem Live-Stream auf seiner Seite im Internet. Die Ensembles hatten nach 70 Jahren ihre Eigenständigkeit verloren - zum Ärger vieler Musikfreunde, die um die kulturelle Vielfalt fürchten. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hatte die vor mehr als vier Jahren beschlossene Fusion mit Sparzwängen begründet.

Gernhardt-Preis für Scheuermann und Zähringer

Beide Autoren erhalten den Preis zu gleichen Teilen

Die Lyrikerin Silke Scheuermann und der Prosa-Autor Norbert Zähringer haben den Robert-Gernhardt-Preis 2016 erhalten. Der hessische Kulturminister Boris Rhein in Frankfurt am Main den mit 24.000 Euro dotierten Preis den Schriftstellern zu gleichen Teilen. Die Auszeichnung soll Autorinnen und Autoren mit hessischem Bezug die Realisierung eines größeren literarischen Vorhabens ermöglichen. Sie ist nach dem 2006 in Frankfurt am Main gestorbenen Autor, Zeichner und Maler Robert Gernhardt benannt.

Volksbühne: Letzte Spielzeit von Castorf hat begonnen

Christoph Marthaler zeigt sein neues Stück "Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter"

Der Schweizer Christoph Marthaler hat den Abschiedsreigen an der Berliner Volksbühne eröffnet. Mit der Uraufführung von Marthalers neuem Stück "Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter" startete das Theater am Mittwochabend in die letzte Spielzeit unter Führung seines langjährigen Intendanten Frank Castorf. Nach einem Vierteljahrhundert wird Castorf die Volksbühne im nächsten Sommer verlassen und seinem umstrittenen Nachfolger, dem Museum-Experten Chris Dercon, Platz machen. In Marthalers anspielungsreichem Stück, das ausgerechnet in einem kahlen Museum spielt, geht es unter anderem um die Frage, wo man seinen Platz im Leben finden kann. Auf der Bühne stehen Schauspieler wie Olivia Grigolli, Irm Hermann, Ueli Jäggi, Jürg Kienberger und Sophie Rois. Das Premierenpublikum war begeistert und bedachte Marthaler und sein Ensemble mit stehenden Ovationen.

BVerwG fordert BND-Akten zur Spionage bei Springer an

BND hatte Unterlagen teils geschwärzt übergeben

Im Streit zwischen dem Axel Springer Verlag und dem Bundesnachrichtendienst (BND) um Spionage verlangt das Bundesverwaltungsgericht mehr Akteneinsicht. Das Gericht erließ heute einen Beweisbeschluss, mit dem es die BND-Unterlagen, um die es in dem Streit geht, ungeschwärzt anfordert. Eine richterliche Kontrolle sei auf einer zu schmalen Tatsachenbasis nicht möglich, erklärte der Vorsitzende Richter in der mündlichen Verhandlung. Springer verlangt vom BND Auskunft, welche Quellen der Geheimdienst in den 1950er bis 1970er Jahren in dem Verlag hatte. Der Verlag beruft sich auf das Bundesarchivgesetz und das Presserecht. Der BND hat zwar einzelne Angaben gemacht, allerdings Unterlagen teilweise geschwärzt übergeben. Es gelte ein absoluter Quellenschutz. Der Verlag verlangt jedoch eine vollständige Offenlegung.

Bassist Cliff Williams verlässt AC/DC

Mehr Zeit für die Familie

Zum zweiten Mal in diesem Jahr verliert die Rockband AC/DC ein Mitglied: Bassist Cliff Williams will sich aus dem Musikgeschäft zurückziehen, wie die Band auf ihrem YouTube-Kanal mitteilte. Williams sagte, er sei bereit, das Tour-Leben hinter sich zu lassen. Er brauche mehr Zeit für seine Familie und zum Entspannen. Im März hatte Leadsänger Brian Johnson AC/DC wegen eines Hörschadens verlassen. Vor zwei Jahren musste Gitarrist Malcolm Young aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Schlagzeuger Phil Rudd verließ die Band ebenfalls 2014, nachdem er wegen Drogenkonsums angeklagt worden war.

Zweiter Prozess gegen türkische Journalisten begonnen

Can Dündar und Erdem Gül drohen drei Jahre Haft

Zwei regierungskritischen Journalisten wird in der Türkei zum zweiten Mal der Prozess gemacht. Dem früheren "Cumhuriyet"-Chefredakteur Can Dündar und dem Hauptstadtbüroleiter der Tageszeitung, Erdem Gül, wird die Unterstützung einer Terrororganisation - der Bewegung des im US-Exil lebenden Geistlichen Fethullah Gülen - vorgeworfen. Dündar und Gül waren im Mai wegen der Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die "Cumhuriyet" hatte geheime Dokumente enthüllt, die mutmaßlichen türkischen Waffenschmuggel an syrische Rebellen beweisen sollen. Die Verurteilten haben Berufung eingelegt. Im nun begonnenen Prozess drohen den beiden bis zu drei Jahre Haft, weil sie der Gülen-Bewegung mit ihren Veröffentlichungen "wissentlich und bereitwillig" geholfen haben sollen. Die türkische Regierung macht Gülen unter anderem für den Mitte Juli gescheiterten Putschversuch verantwortlich, er selbst bestreitet die Vorwürfe. Die beiden Journalisten streiten die Anschuldigungen ab. Sie führen an, die Berichte und Bilder aus journalistischem Interesse veröffentlicht zu haben. "Das wird überall auf der Welt als Journalismus betrachtet", sagte Gül vor dem Gerichtsgebäude zu Reportern. Dündar, der sich im Ausland aufhält, nahm nicht an dem Prozessauftakt teil. Während des Gerichtstermins entschieden die zuständigen Richter, den Prozess mit dem gegen den oppositionellen Parlamentarier Enis Berberoglu zusammenzufassen. Berberoglu wird vorgeworfen, eine "Quelle" für die Berichte gewesen zu sein. Die nächste Verhandlung findet am 16. November statt.

Journalist Klaus Harpprecht gestorben

Autor zahlreicher Bücher war auch Berater Willy Brandts

Der Journalist und Autor Klaus Harpprecht ist heute im südfranzösischen La Croix Valmer im Alter von 89 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Frau Renate der Deutschen Presse-Agentur in Paris. Harpprecht war Zeitungsjournalist, Auslandskorrespondent bei Radio und Fernsehen, Berater des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt und Verleger. Der gebürtige Stuttgarter war Autor zahlreicher Bücher, unter anderem über den Schriftsteller Thomas Mann. Harpprecht hatte seit 1982 seinen ständigen Wohnsitz in Südfrankreich.

Luther-Kopf in 3D-Animation vorgestellt

Aussehen aus Totenmaske und Luther-Bildern rekonstruiert

Vor dem Start der Feierlichkeiten zum 500. Reformationsjubiläum am 31. Oktober gibt es jetzt eine 3D-Darstellung von Martin Luther als Video. Der Leiter des Landesdenkmalamts Sachsen-Anhalt, Harald Meller, sagte, die Animation zeige "ein relativ authentisches Bild" des im Alter von 62 Jahren 1546 gestorbenen Luthers. So habe es zwischen der aus dem 17. Jahrhundert überlieferten Totenmaske aus Wachs und den zahlreichen Luther-Darstellungen von zeitgenössischen Künstlern eine große Übereinstimmung gegeben, sagte Meller, auch Gerichtsmediziner hätten mitgewirkt. Der Film zeigt einen vom Alter und vom grauen Star im linken Auge gezeichneten, massigen Mann. Das knapp einminütige Video soll unter anderem als Ergänzung zu den verschiedenen Reformationsausstellungen im In- und Ausland eingesetzt werden. Die Kosten lagen den Angaben zufolge bei 20.000 Euro.

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