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Lesart / Archiv | Beitrag vom 12.08.2016

"Tschick" von Wolfgang Herrndorf Nach dem Bestseller das Erfolgsstück

Robert Koall im Gespräch mit Joachim Scholl

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Der Chefdramaturg des Staatsschauspiels Dresden, Robert Koall, spricht am 26. Januar 2015 bei einer Großveranstaltung in Dresden, bei der tausende Bürger ein Zeichen für Weltoffenheit setzen wollen (Imago / Max Stein)
Der Dramaturg Robert Koall erarbeitete die erste Bühnenfassung des Erfolgsstücks "Tschick" (Imago / Max Stein)

Nach dem Erfolg des Romanbestsellers "Tschick" des verstorbenen Schriftstellers Wolfgang Herrndorf ist auch das gleichnamige Stück im Theater ein Renner. Der Dramaturg Robert Koall war der erste, der es für die Bühne bearbeitet hat.

"Tschick" ist das meistgespielteste Stück der letzten Theatersaison. Die Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins zeigt, dass das Stück nach dem Romanbestseller des verstorbenen Schriftstellers Wolfgang Herrndorf mit 1156 Aufführungen in der letzten Spielzeit selbst den Dauerbrenner Mozarts "Zauberflöte" überholen konnte. 

Andauernder Erfolg 

Für das Theater hat der Dramaturg Robert Koall die Bühnenfassung erstmals bearbeitet und schon 2011 am Dresdner Staatsschaupiel damit für Furore gesorgt. "Ich bin nicht darüber überrascht, dass es jetzt so ist, sondern dass es immer noch so ist", sagte Herrndorf über den großen Erfolg des Stücks über zwei Ausreißer. "Das kann ich kaum glauben." Im Rowohlt Verlag, der das Stück verlege, heiße es schon, dass es inzwischen weniger Städte gebe, in denen es noch nicht gespielt werde als Städte, wo es gespielt werde.

Moment der Freiheit berührt alle Generationen

"Das Buch wird erstaunlicherweise von allen Generationen geliebt", sagte Koall. "Das spricht dafür, dass es irgendetwas Universelles im Leser anspricht oder eine Seite zum Klingen bringt und offenbar auch im Theaterzuschauer." Es sei vermutlich dieses Moment von Freiheit, dass im Text beschrieben werde und diese "wahnsinnig gut gelaunte Reise durch Deutschland". Das sei offenbar etwas, was man nicht nur im Buch erleben wolle, sondern auch unmittelbar auf der Bühne. Zum Erfolg des Stückes habe auch beigetragen, dass es mit wenigen Schauspielern zu realisieren sei.

Nun kommt auch noch der Spielfilm

Auch der Regisseur Fatih Akin knüpft an diese Erfolge von "Tschick" an und verfilmt den Bestseller als wildes Roadmovie. Die Dreharbeiten laufen bereits unter anderem in Magdeburg. Für Akin ist es die erste Literaturverfilmung. Hauptdarsteller sind die beiden 14jährigen Darsteller Tristan Göbel und Anand Batbileg. Kinostart ist am 15. September.

Wolfgang Herrndorf: Tschick; Rowohlt Verlag, 16,95 Euro

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