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Montag, 23.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 18. Januar 2018

Trump vergibt "Fake News Awards"

Nobelpreisträger Paul Krugmann auf Platz eins

US-Präsident Donald Trump hat "Fake News Awards" für aus seine Sicht besonders unredliche und falsche Berichterstattung verliehen. Gleich vier Mal fand sich auf der Liste, deren exaktes Zustandekommen nicht näher begründet wurde, der Sender CNN. Auf Platz eins landete Paul Krugman, Nobelpreisträger und Kolumnist der "New York Times". Grund: Er habe behauptet, die US-Wirtschaft werde sich nie "erholen", dabei boome sie extrem. Trump hatte die "Preise" wochenlang angekündigt, ihre Verkündung war bereits verschoben worden. Von einer Zeremonie zu ihrer Verleihung der Preise war nun nicht mehr die Rede. Der Versuch, den "Fake News Award" per Twitter zu vergeben, ging in der Nacht allerdings ins Leere. Der Link für seine Medienschelte, den Trump seiner Twitterbotschaft hinzufügte, funktionierte nicht. Möglicherweise brach der Server wegen hoher Nachfrage zusammen.

Yoko Tawada erhält Carl-Zuckmayer-Medaille 2018

Tawada sei ein Sprachkünstlerin, sagte Malu Dreyer

Die deutsch-japanische Schriftstellerin Yoko Tawada hat am Donnerstagabend in Mainz für ihre Verdienste um die deutsche Sprache die Carl-Zuckmayer-Medaille 2018 des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. "Die neue Preisträgerin ist eine wahre Sprachkünstlerin, deren Erzählungen, Gedichte, Romane und Theaterstücke ein besonderer Lesegenuss sind", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer über die Preisträgerin. Die 1960 in Tokio geborene Yoko Tawada war für ein Studium der Literaturwissenschaften nach Deutschland gekommen. Mittlerweile lebt sie seit über 30 Jahren in der Bundesrepublik, wo sie Gedichte und Romane in deutscher und japanischer Sprache veröffentlicht. Zuletzt erschien 2014 ihr Roman "Etüden im Schnee".

Britischer Schauspieler Peter Wyngarde gestorben

Wyngardes Rolle als Jason King inspirierte die "Austin Powers"-Filme

Der britische Fernseh- und Bühnenschauspieler Peter Wyngarde ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Wie sein Manager Thomas Bowington mitteilte, starb Wyngarde bereits am Montag in einem Krankenhaus in London. "Sein Verstand war bis zum Ende rasiermesserscharf", so Bowington, "er unterhielt das ganze Krankenhaus." Wyngarde spielte Nebenrollen in "Mit Schirm, Charme und Melone" und "Flash Gordon", am bekanntesten war jedoch seine Verkörperung von Jason King in der Serie "Department S", die die "Austin Powers"-Filme inspiriert haben soll.

Uni Osnabrück schließt Kunstgeschichte-Institut

Widerstand war erfolglos

Die Universität Osnabrück wird ihr Institut für Kunstgeschichte nun definitiv schließen. Das Präsidium beschloss, die drei Professuren nicht mehr neu zu besetzen, teilte die Uni mit. Das Ende des Instituts ist für 2024 geplant, wenn alle jetzigen Professoren aus Altersgründen ausgeschieden sind. Gegen die schon seit längerem geplante Schließung des Instituts hatte sich viel Widerstand geregt. Im Sommer hatten zahlreiche Museen und Kulturinstitutionen in Osnabrück dagegen protestiert.

Dieter Wedel wehrt sich gegen neue Anschuldigungen

Anwalt: "Offenkundig ist jedes Maß an Rechtsstaalichkeit verloren gegangen"

Der Regisseur Dieter Wedel (75) wehrt sich über seinen Anwalt gegen neue Anschuldigungen. "Offenkundig ist durch den provozierten "Berichterstattungs-Tsunami" über unsern Mandanten jedes Maß an Rechtsstaatlichkeit verloren gegangen", ließ Wedel ("Der große Bellheim", "Der Schattenmann") über den Rechtsanwalt Michael Philippi der Deutschen Presse-Agentur mitteilen. "Hier wird mehr oder minder bekannten Schauspielerinnen, legitimiert und befeuert durch die "MeToo-Debatte", medial ein uneingeschränktes Forum für subjektiv begründete Unterstellungen geboten." Zuletzt erschien in der Wochenzeitung "Die Zeit" ein Interview mit Iris Berben, in dem diese erzählt, Wedel habe sie Ende der 70er Jahre am Set der Fernsehserie "Halbzeit" gedemütigt, nachdem sie eine Einladung zum Essen abgelehnt habe. Vorangegangenen Anschuldigungen hatte Wedel per eidesstattlicher Erklärung widersprochen.

Deichtorhallen sagen Bruce-Weber-Schau ab

Starfotograf soll Männer belästigt haben

Nach Belästigungsvorwürfen gegen den US-amerikanischen Modefotografen Bruce Weber haben die Hamburger Deichtorhallen eine geplante Ausstellung abgesagt. "So lange die Vorwürfe nicht geklärt sind, kann man so eine Ausstellung nicht machen", sagte Pressesprecherin Angelika Leu-Barthel. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" über die Absage berichtet. Vom 25. Oktober bis zum 24. Februar 2019 wollte das Haus der Photographie der Deichtorhallen unter dem Titel "Far from Home" eine große Ausstellung mit 300 Fotografien und Kurzfilmen des Starfotografen zeigen. Anfang der Woche war dem über 70jährigen Weber von Männern sexuelle Belästigung vorgeworfen worden. Laut "New York Times" soll Weber bei privaten Treffen mit Models und Assistenten nackte Atem- und Energieübungen angeregt habe und sie gegen ihren Willen intim berührt haben. Weber stritt die Vorwürfe in einem Statement seiner Anwälte ab.

Morsbroich: Positives Echo auf Rettungskonzept

Weniger Subventionen, höhere Eintrittspreise

Das Rettungskonzept für das Museums Schloss Morsbroich hat nach Angaben der Initiatoren ein erstes positives Echo in der Kommunalpolitik hervorgerufen. Der Museumsverein zitiert Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD), der bei der Konzept-Präsentation dabei war, mit wohlwollenden Worten: "Wir müssen verstehen, dass wir hier ein absolutes Juwel haben und dass wir mit dem Museum, dem Schloss und dem Park ein Stück Gesellschaft erhalten und weiterentwickeln müssen". Der Plan sieht vor, die jährlichen Ausgaben der Stadt für das Museum von etwa 1,15 Millionen Euro um mehr als 400 000 Euro zu reduzieren. Gleichzeitig soll das Angebot durch Investitionen attraktiver gestaltet werden. Zu den Vorschlägen zählen höhere Eintrittspreise und eine bessere Vermarktung des denkmalgeschützten Wasserschlosses und Parks, wie aus den Erläuterungen des Museumsverein hervorging.

Berliner Nikolaiviertel unter Denkmalschutz

DDR ließ erstmals historische Bauten rekonstruieren

Das Berliner Nikolaiviertel, eines der ältesten Siedlungsgebiete der Stadt, ist unter Denkmalschutz gestellt worden. Das teilte die Landesverwaltung mit. Das Wohn- und Geschäftsviertel rund um die mittelalterliche Nikolaikirche gilt als prominentestes Beispiel einer veränderten Baupolitik der DDR in den 1980er Jahren. Statt vernachlässigte oder vom Krieg zerstörte Häuser abzureißen, wurden etliche historische Bauten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert rekonstruiert. Neue Wohnhäuser erhielten zur Anpassung historisch wirkende Gestaltungselemente. Heute gilt es laut Hauptstadtportal als eine Art Freilichtmuseum des zerstörten Alt-Berlin. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) begrüßte die Entscheidung. Das Quartier westlich des Alexanderplatzes habe einen hohen städtebaulichen, architektonischen und künstlerischen Wert.

Kunstmuseum Bonn erhält 24 Macke-Zeichnungen

Enkel von August Macke schenkt die bieherigen Dauerleihgaben

Das Bonner Kunstmuseum hat 24 Zeichnungen des expressionistischen Malers August Macke erhalten. Es handelt sich um ein Geschenk von Macke-Enkel Til, wie das Kunstmuseum mitteilte. Die Werke, die sich als Dauerleihgabe seit vielen Jahren in dem Museum befinden, umfassen demnach Studienblätter, Plakatentwürfe, Akte, Landschaften und abstrakte Arbeiten. Sie ermöglichen es den Angaben zufolge, den Arbeitsprozess des Künstlers nachzuvollziehen. "Sie zeigen, wie Macke seine Bilder aus dem unmittelbaren Erlebnis der sichtbaren Wirklichkeit entwickelte."

Dirigent Manfred Honeck ist "Künstler des Jahres"

Preis wird von europäischen Fachmedien vergeben

Der Dirigent Manfred Honeck wird als "Künstler des Jahres" von europäischen Fachmedien geehrt. Eine Jury aus Zeitschriften und Sendern zeichnete den Österreicher, der seit zehn Jahren das Pittsburgh Symphony Orchestra in den USA leitet, für seine herausragenden Leistungen aus, wie die International Classical Music Awards (ICMA) mitteilten. Honeck (59) war Bratschist in Wien bei den Philharmonikern und an der Staatsoper. Von 2007 bis 2011 war er Generalmusikdirektor an der Staatsoper Stuttgart. Der spanische Bariton José van Dam bekommt den ICMA-Preis für sein Lebenswerk. Als junger Künstler wird der luxemburgisch-österreichische Perkussionist Christoph Sietzen ausgezeichnet. Die Preise sollen bei einem Galakonzert am 6. April mit dem polnischen Radio-Sinfonieorchester in Kattowitz (Katowice) überreicht werden.

Berliner Comicstipendium hat ersten Preisträger

Mit 16.000 Euro die höchstdotierte Comicauszeichnung in Deutschland

Für das erstmals ausgelobte Berliner Comicstipendium hat der Senat gestern den Preisträger bekannt gegeben. Der Berliner Zeichner Mikael Ross ("Totem", "Lauter Leben!") wird für acht Monate mit 16.000 Euro gefördert. Damit ist die Auszeichnung, die vom Deutschen Comicverein ins Leben gerufen wurde, die höchstdotierte für deutsche Comicschaffende. Neben Ross bekam auch die Berliner Zeichnerin Paula Bulling ("Im Land der Frühaufsteher") ein Förderstipendium.

Erster jüdischer Mottowagen im Düsseldorfer Karneval

Zeichen gegen Antisemitismus

Erstmals beteiligt sich eine jüdische Gemeinde mit einem Mottowagen an einem Rosenmontagszug. Am 12. Februar schickt sie einen Wagen in den Zug, der den berühmten Düsseldorfer Dichter Heinrich Heine (1797-1856) mit einer Kippa und Gebetsschal zeigt. Heine war 1825 vom Judentum zum Protestantismus konvertiert. "Wir haben eine Zeit, in der der Antisemitismus wieder hoffähig wird und von der extrem rechten und der extrem linken Ecke langsam wieder in die Mitte der Gesellschaft wandert", sagte der Verwaltungsdirektor der Düsseldorfer Gemeinde, Michael Szentei-Heise. Dagegen müsse ein Zeichen gesetzt werden. "Wir sind ein Teil der Düsseldorfer Stadtgesellschaft. Wir gehören dazu.
Und Antisemitismus hat hier nichts zu suchen."

Lahav Shani folgt in Tel Aviv auf Zubin Mehta

Ab Oktober 2019 leitet der Dirigent die israelische Philharmonie

Der israelische Dirigent Lahav Shani wird neuer Musikdirektor des Israelischen Philharmonieorchesters in Tel Aviv. Er folgt damit auf Maestro Zubin Mehta, der 2019 sein Amt aufgeben wird, wie eine Sprecherin des Orchesters bestätigte. Shani, der auch Pianist ist, hat unter anderem in Berlin studiert, wo er auch von Daniel Barenboim betreut wurde. Der 29-jährige stammt aus Tel Aviv und dirigierte unter anderem die Wiener Philharmoniker, die Berliner Staatskapelle sowie das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Mit dem Israelischen Philharmonieorchester arbeitete er erstmals als Solopianist im Alter von 16 Jahren zusammen.Der Dirigent wurde von den Orchestermusikern mit großer Mehrheit gewählt. Der 81jährige Zubin Mehta will die musikalische Leitung des Orchesters im Oktober 2019 nach genau 50 Jahren im Amt abgeben.

#MeToo: Bardot nennt Schauspielerinnen "scheinheilig"

Viele gäben sich gegenüber den Produzenten als "Anmacherinnen"

Die französische Filmikone Brigitte Bardot hat Beschwerden von Schauspielerinnen über sexuelle Belästigung abgetan. "Was Schauspielerinnen angeht, und nicht Frauen im Allgemeinen, ist das in der großen Mehrheit der Fälle scheinheilig, lächerlich, uninteressant", sagte Bardot in einem Interview, das das französische Magazin "Paris Match" am Mittwoch in Auszügen online veröffentlichte. Viele Schauspielerinnen gäben sich gegenüber Produzenten als "Anmacherinnen", um eine Rolle herauszuschlagen, so Bardot. "Danach erzählen sie, dass sie belästigt wurden, damit man von ihnen redet...In Wirklichkeit schadet ihnen das statt ihnen zu nützen." Sie selbst sei in ihrer Schauspielkarriere niemals Opfer sexueller Belästigung geworden, sagte die 83-Jährige. "Und ich fand es charmant, dass man mir sagt, dass ich schön bin oder einen netten kleinen Hintern habe."

Stephen King will Buchhändler aus der Patsche helfen

Wasserschaden vernichtete 2000 Bücher im Wert von mehreren tausend Dollar

Nach der Zerstörung eines Buchladens mit begehrten Werken und seltenen ersten Ausgaben hat Bestseller-Autor Stephen King seine Hilfe angeboten. Er sei "entsetzt" über den Verlust der Bücher im Wert von Tausenden Dollar, sagte King der Zeitung "Bangor Daily News". Ein Buchhändler in der Stadt Bangor in Maine hatte rund 2000 Bücher nach einem Wasserschaden verloren, darunter auch sieben Originalmanuskripte Kings. Der Autor sagte, er wolle sich an den Händler wenden und schauen, ob er helfen könne. Als Buchliebhaber treffe ihn der Vorfall sehr, erklärte der literarische Horror-Meister.

Filmregisseur Hugh Wilson gestorben

Wilson drehte den Kassenschlager "Police Academy"

Der Regisseur und Drehbuchautor der Filmkomödie "Police Academy", Hugh Wilson, ist tot. Er starb am 14. Januar in seinem Zuhause in Charlottesville im US-Staat Virginia. Seine Frau Charters Smith Wilson sagte der Nachrichtenagentur AP, dass er 74 Jahre alt gewesen sei. Er habe Lungenkrebs gehabt. Wilson erfand 1978 die beliebte Sitcom "WKRP in Cincinnati", die von seiner Zeit als Mitarbeiter eines Radiosenders in Atlanta inspiriert war. Später schrieb er das Drehbuch zu "Police Academy" mit und führte Regie. Er war auch Regisseur des Films "Der Club der Teufelinnen" mit Diane Keaton, Bette Midler und Goldie Hawn.

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Fazit

Zum Tod von Sigmund JähnDer Kosmonaut der Herzen
Sigmund Jähn, früherer Kosmonaut und erster Deutscher im Weltall, steht im Kosmonautenzentrum in Chemnitz vor dem Modell des Raumschiffes Mir. Jähn besuchte die Einrichtung aus Anlass des 40. Jahrestages der Namensgebung Kosmonautenzentrum "Sigmund Jähn". (Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

"Ein unglaublicher Brückenbauer" sei Sigmund Jähn gewesen, sagt Raumfahrt-Experte Dirk Lorenzen über den deutschen Raumfahrt-Pionier, der nun im Alter von 82 Jahren gestorben ist. In der Bundesrepublik hätte Jähn mehr gewürdigt werden müssen.Mehr

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