Seit 15:05 Uhr Tonart
Dienstag, 15.06.2021
 
Seit 15:05 Uhr Tonart

Kompressor | Beitrag vom 12.12.2019

Trump-Thanos-MemeAushöhlung des demokratischen Diskurses

Daniel Hornuff im Gespräch mit Max Oppel

Screenshot des Memes, in dem der Kopf von US-Präsident Donald Trump auf den Filmheld Thanos montiert wurde (Trump War Room)
Donald Trump im Wahlkampf - hier als gewaltiger Filmheld, der die Demokraten mit einem Fingerschnipsen besiegt (Trump War Room)

US-Präsident Donald Trump hat sich in einem Wahlkampf-Videoclip als Comic-Bösewicht Thanos inszeniert. Ein Beispiel für die Strategie Neurechter, die offene Gesellschaft mit ihren eigenen Mitteln zu bekämpfen, urteilt Kulturwissenschaftler Daniel Hornuff.

Der Videoclip, mit dem US-Präsident Donald Trump nun für Diskussionen sorgt, ist nur 21 Sekunden kurz. Er zeigt Trumps Kopf, montiert auf den des Comic-Bösewichts Thanos, einem Kriegsherrn aus den Marvel-Avengers-Filmen. Trump-Thanos entledigt sich mit einem Fingerschnipsen seiner politischen Gegner, der Demokraten. Veröffentlicht wurde das Video auf dem Twitter-Kanal seines Wahlkampfteams. 

Der Kulturwissenschaftler Daniel Hornuff sieht das Video als typisches Beispiel für das Vorgehen Neu-Rechter in der Öffentlichkeit. Es gebe in dieser Szene immer wieder den Versuch, den Angriff auf die offene Gesellschaft ironisch zu inszenieren. "Man greift diese Gesellschaft nicht mehr von außen an, sondern man versucht, diese Gesellschaft von innen heraus zu schwächen und entdeckt in der Popkultur ein Mittel, das gegen die Gesellschaft, die die Popkultur hervorgebracht hat, gewendet werden kann", sagt Hornuff. 

Trumps Gegner greifen nun die Tatsache auf, dass Bösewicht Thanos scheitert. "Ich weiß nicht, ob die Strategen, die hinter dem Video stehen, das bedacht haben", sagt Hornuff. In Gegen-Videos sei zu sehen, wie Trump durch ein Fingerschnipsen beseitigt werde. "Damit versucht man, die Hilflosigkeit solcher Strategien offenzulegen."

(ske)

Mehr zum Thema

Memes über Greta Thunberg - Was für eine Wut
(Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 02.10.2019)

Internetphänomen - "Mem-Kampagnen schaffen eine Subkultur"
(Deutschlandfunk, Corso, 30.01.2018)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

"Sweat"-Ausstellung in MünchenDer Schweiß der Revolte
Buntes Textibild, das vom Leben der Sexarbeiterinnen in Manila erzählt. (Pacita Abad Art Estate / Max McClure)

Die Ausstellung „Schweiß“ im Haus der Kunst in München thematisiert die Widerstandskraft von Körpern. Dabei wird vor allem die postkoloniale Perspektive in den Blick genommen, aber auch der Kampf der Körper in feministischer Kunst der 70er-Jahre.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur