Seit 17:30 Uhr Tacheles

Samstag, 24.08.2019
 
Seit 17:30 Uhr Tacheles

Kulturnachrichten

Dienstag, 25. Juni 2019

Trotz Kritik: Cartoonistin soll Preis bekommen

Der Journalistinnenbund will der Cartoonistin Franziska Becker trotz Kritik an der Entscheidung einen Preis verleihen. Das Frauennetzwerk hatte bekanntgegeben, Becker für ihr Lebenswerk mit der Hedwig-Dohm-Urkunde ehren zu wollen. Zur Begründung hieß es, die Karikaturistin sei eine der profiliertesten, journalistisch-feministisch engagierten und erfolgreichen Persönlichkeiten, die seit Jahrzehnten spitzfedrig und scharfzüngig das Mit-, Für- und Gegeneinander von Frauen und Männern genüsslich in Szene zu setzen wisse. Twitternutzer bemängelten unter anderem, Cartoons der Zeichnerin seien islamfeindlich. Becker veröffentlicht seit 1977 regelmäßig in den Zeitschriften "Emma", danach unter anderem im Satiremagazin "Titanic" und im "Stern".

Friedenspreis des Deutschen Films vergeben

Für seinen Fluchtthriller "Ballon" ist der deutsche Regisseur Michael "Bully" Herbig mit dem nationalen Friedenspreis des Deutschen Films - Die Brücke ausgezeichnet worden. Der internationale Friedenspreis des Deutschen Films ging an die libanesische Regisseurin Nadine Labaki. Mit dem Sonderpreis wurde der syrische Regisseur Talal Derki für seinen Dokumentarfilm "Of Fathers and Sons - Die Kinder des Kalifats" geehrt. Der mit je 7500 Euro dotierte Friedenspreis des Deutschen Films ehrt künstlerisch wertvolle Filme mit humanistischer und gesellschaftspolitischer Dimension.

Regisseur Schlöndorff mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Der Regisseur Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel") ist mit einem Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ehrte den 80-Jährigen im Schloss Bellevue in Berlin. Er verlieh dem Filmemacher das Große Verdienstkreuz. Schlöndorff hat bereits ein Verdienstkreuz 1. Klasse. Schlöndorff zählt zu den bedeutendsten deutschen Regisseuren. Bekannt sind vor allem seine Literaturverfilmungen, etwa "Homo Faber". Für "Die Blechtrommel" gewann er die Goldene Palme von Cannes und den Oscar.

Rechtsstreit um Wittenberger "Judensau" geht weiter

Der Rechtsstreit das "Judensau"-Reliefs an der Wittenberger Stadtkirche geht weiter. Der Kläger, ein Mitglied der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, hat gegen das Urteil des Landgerichts Dessau-Roßlau beim Oberlandesgericht Naumburg Berufung eingelegt. Das bestätigte Gerichtssprecher Henning Haberland. Das Landgericht hatte Ende Mai die Klage auf die Entfernung des antisemitischen Sandstein-Reliefs an der Fassade der Stadtkirche abgewiesen. Das Gericht führte zur Begründung an, dass die evangelische Gemeinde das Relief weder hergestellt noch selbst angebracht habe. Es sei Bestandteil eines denkmalgeschützten historischen Gebäudes. Zudem seien am Fuß der Stadtkirche ein Mahnmal und eine Gedenktafel angebracht.

Sanierung der Kölner Bühnen bis 2023

Die Sanierung der Kölner Bühnen wird nach jetzigem Stand noch bis 2023 und damit insgesamt elf Jahre dauern. Die Kosten würden aber ungefähr in dem zuletzt umrissenen Rahmen von 554 bis 571 Millionen Euro bleiben, sagte der Technische Betriebsleiter Bernd Streitberger. Anfangs waren 250 Millionen vorgesehen, wieder öffnen sollte das Ensemble aus Oper und Schauspielhaus ursprünglich im Jahr 2015. Wie sich herausstellte, war es nur mit großem Aufwand möglich, die historische Grundsubstanz zu erhalten und das Gebäude gleichzeitig den heutigen Sicherheitsbestimmungen und technischen Erfordernissen anzupassen. In den ersten drei Jahren der Generalüberholung hat es nach früheren Angaben Streitbergers "eklatante Fehlleistungen" gegeben.

Bestseller-Autoren gegen Brexit

Die britischen Autoren Ken Follett, Jojo Moyes, Lee Child und Kate Mosse haben eine gemeinsame Europatour angekündigt. "The Friendship Tour" führt im Winter unter anderem nach Berlin. Damit wollen sie ein Zeichen gegen den Brexit setzen. Auf Theaterbühnen wollen sie mit Fans und jungen Autoren zusammenkommen.

Tobias Wolff wird neuer Opernchef in Leipzig

Der Dramaturg und Kulturmanager Tobias Wolff soll ab der Spielzeit 2022/2023 Intendant der Oper Leipzig als Nachfolger von Ulf Schirmer werden. Damit werde ein Mann "mit künstlerischem und wirtschaftlichem Weitblick, internationalem Renommee und starken Ideen für die Öffnung des Programms zu einer sich entwickelnden Metropolregion" gewonnen, sagte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke. Die Stelle ist auf zunächst fünf Jahre befristet, Amtsantritt ist der 1. August 2022.

Künstler übernehmen im Hamburger Gängeviertel

Nach zehn Jahren Verhandlungen ist eine dauerhafte Lösung für das historische Hamburger Gängeviertel gefunden: Der Hamburger Senat hat mit der Gängeviertel-Genossenschaft einen Erbbaurechtsvertrag über 75 Jahre beschlossen. "Mit dem Vertrag legen wir die Grundlage für den langfristigen Erhalt eines ganz besonderen Projektes der kulturellen Vielfalt, des Wohnens und des Arbeitens mitten in der Stadt", sagte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD). Zugleich seien mit der Einigung die Bedingungen für eine erfolgreiche weitere Sanierung der denkmalgeschützten Häuser geschaffen. Vor zehn Jahren hatten 200 Künstler das vom Abriss bedrohte Hamburger Gängeviertel besetzt und den Erhalt gefordert.

Leipziger Medienpreis für Wolf und Ginzel

Der Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien 2019 geht an den österreichischen TV-Moderator Armin Wolf sowie die deutschen Journalisten Arndt Ginzel und Gerald Gerber. Der Fernseh-Reporter Ginzel und der Kameramann Gerber wurden durch die Hutbürger-Kampagne bekannt. Bei den Pegida-Demonstrationen in Dresden hatten sie ihre von einem Demonstranten mit Hut ausgelöste Kontrolle durch die Polizei öffentlich gemacht. Der ORF-Moderator Wolf sei ein Protagonist der Meinungs- und Pressefreiheit der österreichischen Medien, so die Jury der Medienstiftung der Leipziger Sparkasse. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis wird am 8. Oktober in Leipzig verliehen.

Erste Abschlussfeier an der Uni von Mogadischu

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu hat es zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten wieder eine hochrangige Uni-Abschlussfeier gegeben. In Anwesenheit von Präsident Mohammed Abdullahi Farmajo nahmen 131 Studierende der Fakultäten Jura, Journalismus, Pädagogik, Agrar- und Umweltwissenschaften ihre Zeugnisse entgegen, wie der Sender Radio Shabelle berichtete. Die Hochschule war wegen des Bürgerkriegs Anfang der 90er Jahre geschlossen und erst 2014 wieder eröffnet tworden. 1954 gegründet, galt die Universität von Mogadischu als eine der besten Afrikas, bevor Somalia in Clankriegen und islamischem Terror versank.

Generation Rücksichtslos? Studie zu Großstadtkindern

Ein Fünftel der Kinder und ein Drittel der Jugendlichen in deutschen Großstädten ticken nach einer neuen Studie nur wenig sozial. Wissenschaftler der Universität Bielefeld haben dafür von Dezember 2018 bis Februar 2019 in Berlin, Köln und Leipzig rund 1000 Großstadtkids und ihre Eltern gefragt. Aus Antworten der 6- bis 16-Jährigen für die Bereiche Empathie, Solidarität, Gleichgültigkeit und Ablehnung errechneten sie eine Quote für Gemeinschaftssinn. Jungen schnitten dabei deutlich schlechter ab als Mädchen. Demnach waren jedem vierten Jungen zum Beispiel die Probleme anderer egal. Bei den Mädchen waren es 14 bis 16 Prozent. Sorgen machen Studienautor Holger Ziegler vor allem Tendenzen, andere Gruppen und Schwächere abzuwerten. Das machen laut Studie 36 Prozent der Jungen und 22 Prozent der Mädchen.

Experten: Älteste deutsche Handschrift entdeckt

Experten der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe haben nach eigenen Angaben die älteste überlieferte Handschrift auf Papier in ausschließlich deutscher Sprache entdeckt. Das "Buch der sieben Grade" eines anonymen "Mönches von Heilsbronn" könne nach neuen Untersuchungen auf die Jahre 1335 bis 1340 datiert werden und sei damit zehn Jahre älter als die bislang älteste bekannte deutschsprachige Papierhandschrift eines Münchner Codex, teilte die Bibliothek mit. Die Datierung sei aufgrund der Untersuchung des Papiers und der darin enthaltenen Wasserzeichen exakt möglich.

Stölzl wird Vertrauensperson für Jüdisches Museum

Bis zum Antritt einer neuen Spitze im Jüdischen Museum Berlin soll der Historiker und CDU-Politiker Christoph Stölzl als Vertrauensperson für den Stiftungsrat des Hauses agieren. Der 75-Jährige werde ehrenamtlich und ohne Arbeitsvertrag wirken, sagte die Vorsitzende des Stiftungsrats, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, in Berlin. Stölzl sei ein großer Museumsmann, der langjährige Erfahrung aus einschlägigen Häusern, im Umgang mit Mitarbeitern, aber gerade auch mit der Politik mitbringt, und der vor allen Dingen immer auch im deutsch-jüdischen Umfeld inhaltlich gearbeitet habe, begründete Grütters ihre Wahl. Der bisherige Leiter Peter Schäfer war nach heftigen Kontroversen zurückgetreten. Auslöser war ein Tweet des Museums mit einer Leseempfehlung zur israelkritischen Bewegung BDS. Der ehemalige Museumsdirektor erfuhr zuletzt viel Solidarität von Kollegen und Fachleuten aus aller Welt.

Schöpfer der Raupe Nimmersatt wird 90

Das Kinderbuch "Die kleine Raupe Nimmersatt", ist weltweit ein Klassiker der Kinderliteratur. Ihr Schöpfer, Eric Carle feiert heute seinen 90. Geburtstag. Carle wurde in den USA geboren, kehrte aber als Sechsjähriger mit seinen Eltern 1935 in ihre Heimat Deutschland zurück. Sein farbenfrohes Schaffen sieht er bis heute als Gegenentwurf zu der tristen Welt, die er in der Nazizeit in Deutschland erlebte. Seit Anfang der 50er Jahre lebt Carle wieder in den USA. Mehr als 70 Bücher hat er illustriert, die meisten davon auch geschrieben. Sie wurden in 66 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 146 Millionen Mal verkauft. Weitere bekannte Figuren von Eric Carle sind der kleine Käfer Immerfrech, die Riesenschlange Sansibar und die zehn kleinen Gummienten.

Ärztliche Empfehlung: Mariss Jansons sagt Konzerte ab

Stardirigent Mariss Jansons hat auf ärztliche Empfehlung hin seine geplanten Konzerte mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bis Ende August abgesagt. Betroffen sind Auftritte bei den Salzburger Festspielen und den BBC Proms in London ebenso wie Konzerte in München, Ingolstadt, in der lettischen Hauptstadt Riga sowie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern in Redefin. Der lettische Dirigent werde "aufgrund einer ärztlich empfohlenen Regenerierungspause" aussetzen, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) mit. Ausfallen müssen die geplanten Termine aber laut BR nicht: Bei den kommenden Auftritten springen die Dirigenten Daniel Harding und Susanna Mälkki ein. Die Konzerte in London und Salzburg wird der Kanadier Yannick Nézet-Séguin dirigieren.

20. Jahrestag: Thierse würdigt Holocaust-Mahnmal

Am 20. Jahrestag des Beschlusses des Bundestages, in Berlin ein Denkmal für die ermordeten Juden Eurpas zu errichten, lobte der SPD-Politiker und damalige Bundestagspräsident, Wolfgang Thierse, im Rundfunk Berlin Brandenburg das Ergebnis: "Es ist ein gutes, ein richtiges Denkmal." Das Mahnmal funktioniere, sagte Thierse. Das Stelenfeld rage in die Stadtlandschaft hinein, wer es betrete, habe das Gefühl von Bedrängnis und Enge. Im Informationszentrum begreife man dann, woher dieses Gefühl komme und dass da an „die schlimmste Tat unserer Geschichte“ erinnert werden solle. Der Historiker Micha Brumlik sagte dem Südwest Rundfunk, mit dem Mahnmal sei deutlich geworden, dass „das Deutschland von heute bereit ist, historische Verantwortung zu übernehmen für das, was Nationalsozialisten und ihre Mitläufer getan haben“. Das Mahnmal, das von Peter Eisenman entworfen wurde, besteht aus 2711 Beton-Stelen. Es wurde im Mai 2005 eingeweiht.

Die "Brigitte" bekommt nachhaltigen Ableger

Die Frauenzeitschrift "Brigitte" bekommt im Herbst einen neuen Ableger zum Thema Nachhaltigkeit. Das Magazin richtet sich an Frauen ab 25 Jahren, die sich für gesellschaftliche, zeitgeistige und vor allem umweltpolitische Themen interessieren, wie Gruner + Jahr in Hamburg mitteilte. Das Themenspektrum reiche von Fair Fashion und Naturkosmetik über plastikfreies Einkaufen bis zu nachhaltigem Kochen. Das Heft solle Interesse am Thema Nachhaltigkeit wecken und zeigen, wie sich ein nachhaltiger Lebensstil in den Alltag integrieren lässt. Der Titel des neuen Magazins, das die "Brigitte"-Redaktion produziert, steht einer Sprecherin zufolge noch nicht fest. Es soll zweimal im Jahr in einer Druckauflage von 120 000 Exemplaren erscheinen und 5,90 Euro kosten.

Hollywood-Serientäter klaute Monroe-Statue

Ein Mann, der bereits den Stern von US-Präsident Donald Trump auf dem Hollywood Walk of Fame beschädigt hatte, soll auch eine Statue von Filmlegende Marilyn Monroe gestohlen haben. Das berichten US-Medien. Der 24jährige Austin Clay soll auf Überwachungsvideos identifiziert und festgenomme worden sein. Bei einer Wohnungsdurchsuchung habe die Polizei Hinweise auf die Tat gefunden. Die Statue der Hollywooddiva bleibt aber verschwunden

Prinz von Preußen verliert Prozess um Burg Rheinfels

Der Chef des Hauses Hohenzollern hat den Koblenzer Prozess um die Burg Rheinfels verloren. Georg Friedrich Prinz von Preußen hatte den einstigen Familienbesitz hoch über St. Goar am Rhein zurückgefordert. Bereits in der mündlichen Verhandlung im Mai bezweifelte das Landgericht seinen Besitzanspruch. Die Burg Rheinfels war seit dem 19. Jahrhundert im Besitz des Hauses Hohenzollern. 1924 wurde die Stadt St. Goar Eigentümerin, mit der Auflage, das Gemäuer nicht zu verkaufen. 1998 schloss sie mit dem Hotel neben der Burgruine einen Erbpachtvertrag für 99 Jahre - mit der Option auf eine ebenso lange Verlängerung. Der Hohenzollern-Chef argumentierte, dieser Vertrag komme einem Verkauf gleich.

Kulturnachrichten hören

Juni 2018
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

PopmusikSkandalbelastete Künstler stumm schalten
Hand hält Mobiltelefon, die Szene ist in grünes Licht getaucht. (imago stock&people/ images / Newscast)

Darf ich noch Michael Jackson hören? Spätestens seit den Missbrauchsskandalen um Jackson und R. Kelly ist Popmusik zu einem politischen Thema geworden. Eine Debatte mit der Musikjournalistin Lisa Ludwig und der Politikwissenschaftlerin Samira El Ouassi.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur