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Kulturnachrichten

Samstag, 26. November 2016

Trotta erhält Helmut-Käutner-Preis

"Eine der wichtigsten Regisseurinnen des deutschen Kinos"

Die Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Margarethe von Trotta erhält den diesjährigen Helmut-Käutner-Preis der Stadt Düsseldorf. Die 1942 in Berlin geborene von Trotta sei "eine der wichtigsten Regisseurinnen des deutschen Kinos", erklärte die Jury zur Begründung. Der mit 10.000 Euro dotierte Helmut-Käutner-Preis wird in diesem Jahr zum 15. Mal verliehen. Er soll im Frühjahr 2017 in Düsseldorf vergeben werden. Mit ihren Biografien widerständiger Frauen in Filmen wie "Rosa Luxemburg" oder "Rosenstraße" habe von Trotta den deutschen Film seit den 70er Jahren geprägt und eine nachfolgende Generation von Regisseuren und Regisseurinnen inspiriert, erklärte die Jury weiter. Der an "Persönlichkeiten mit herausragender Bedeutung für den deutschen Film" vergebene Helmut-Käutner-Preis erinnert an den in Düsseldorf geborenen Regisseur Helmut Käutner (1908-1980).

Luther-Bibel derzeit ausverkauft

Bis Weihnachten soll es neue Exemplare geben

Die zum Reformationsgedenken überarbeitete Luther-Bibel ist nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" derzeit ausverkauft. "Im Moment ist die Jubiläumsbibel vergriffen", bestätigte die Deutsche Bibelgesellschaft, wie die Zeitung am Samstag auf ihrer Internetseite berichtete. Als Grund für den Lieferengpass gebe der Verlag an, dass der immense Erfolg nicht absehbar gewesen sei. 260.000 Bibeln wurden demnach gedruckt. Nun sehe sich der Verlag von der Kundschaft überrannt und habe noch einmal so viele Exemplare in Auftrag gegeben. "Bis Weihnachten wird die Jubiläumsbibel in jedem Fall wieder ausgeliefert", sagte ein Sprecher der Bibelgesellschaft.

Streit um Blick auf St. Paul's Cathedral

Londoner protestieren gegen Hochhaus

In London gibt es Streit um den berühmten Blick auf die St. Paul's Cathedral. Wie der "Guardian" berichtet, gefährdet der geplante Bau eines 42-stöckigen Hochhauses den über Jahrhunderte hinweg bewahrten Blick vom Richmond Park im Südwesten der Stadt auf den monumentalen Bau des Architekten Christopher Wren. Die im 17. Jahrhundert nach dem großen Brand von London erbaute St.
Paul's Cathedral ist Sitz der anglikanischen Diözese London und gehört zu den größten Bischofskirchen der Welt. Neben der Westminster Abbey ist sie das bekannteste Gotteshaus Londons. Man sei nicht über die bereits im Jahr 2011 erteilte Baugenehmigung für das Hochhaus in Stratford im Osten der Stadt informiert worden, zitiert das Blatt einen Sprecher der Kathedrale. Auch Denkmalschützer protestierten der Zeitung zufolge in einem Schreiben an Bürgermeister Sadiq Aman Khan gegen den geplanten Bau. Dieser widerspreche den geltenden Stadtplanungsvorschriften, denen zufolge die Sicht auf die Kathedrale nicht eingeschränkt werden dürfe. Das geplante Gebäude, das auf der Internetseite der Planer als "Europas ehrgeizigster Wohnturm" beschrieben wird, soll Platz für ein ein Hotel sowie rund 250 Wohnungen, Restaurants und drei große Dachgärten bieten.

Fotograf David Hamilton tot aufgefunden

Vor wenigen Tagen wurden Missbrauchsvorwürfe bekannt

Der britische Fotograf und Filmemacher David Hamilton ist tot. Er wurde am Freitagabend in seiner Pariser Wohnung leblos gefunden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Einige seiner ehemaligen Models hatten ihm vor wenigen Tagen sexuellen Missbrauch vorgeworfen. Hamilton bestritt dies. In den 1960-er und 1970-er Jahren war der Brite mit Aktfotos von jungen Mädchen bekanntgeworden. Seine Arbeiten wurden in hochwertigen Modemagazinen gedruckt. Die meiste Zeit seines Labens verbrachte er in Paris. Anfang der 90er Jahre kamen seine Aktbilder immer häufiger ins Kreuzfeuer der Kritik. Man fand sie kitschig und kritisierte seine Vorstellung von "perfekter Weiblichkeit". Vor allem aus Amerika und Großbritannien wurden Vorwürfe der Softpornografie und der latenten Pädophilie laut. Der Verkauf seiner Bücher wurde teilweise für Minderjährige verboten und Protestmärsche organisiert.

Neuer Streit um Einheitsdenkmal

Thierse wirft Haushaltsausschuss Verachtung friedlicher Revolution vor

Ein Beschluss des Haushaltsausschusses zum Berliner Stadtschloss hat einen neuen Streit um das in dessen unmittelbarer Nachbarschaft geplante Einheitsdenkmal ausgelöst. Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sprach im Magazin "Spiegel" von einem "Handstreich" und warf den Haushältern "Verachtung vor der friedlichen Revolution" in der damaligen DDR von 1989 vor. Der Haushaltsausschuss hatte im April beschlossen, das mit elf Millionen Euro veranschlagte Vorhaben zum Bau des Einheitsdenkmals wegen drohender Kostensteigerungen zu stoppen. Vor wenigen Tagen stellte er allerdings 18,5 Millionen Euro für den Wiederaufbau von Kolonnaden des einstigen kaiserlichen Stadtschlosses bereit - fast exakt an dem Ort am Spreeufer, der bisher für das Einheitsdenkmal vorgesehen ist. "Die plötzliche, weitgehend undiskutierte Umwidmung" ignoriere "in unzulässiger Weise die Tragweite und Bedeutung des Denkmal-Vorhabens" und "vorangegangene Festlegungen des Deutschen Bundestages", schrieben Thierse und weitere Unterzeichner, darunter frühere DDR-Bürgerrechtler, nun in einem offenen Brief an den Haushaltsausschuss und an den Kultur- und Medienausschuss des Bundestages.

Weniger Buchhandlungen in Sachsen-Anhalt

Großteil der Schließungen auf dem Land

Die Zahl der Buchhandlungen in Sachsen-Anhalt ist in den vergangenen Jahren weiter zurückgegangen. Während es 2009 landesweit noch 177 Händler für Bücher, Zeitungen und Zeitschriften gab, registrierte das Statistische Landesamt fünf Jahre später nur noch 138. Der Großteil der Schließungen geschehe im ländlichen Raum, sagte das Vorstandsmitglied des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Helmut Stadeler, der Deutschen Presse-Agentur. Noch aber habe jede Kreisstadt einen unabhängigen Buchhändler. "Die Buchhandlung ist ja nicht nur eine Verkaufsstelle, sondern auch ein kultureller Ort", sagte Stadeler. Das könne gerade für kleine Händler eine Strategie für das Überleben sein, denn das unterscheide sie von den Online-Riesen. "Wir müssen dem Trend entgegenwirken, dass Kunden zuerst bei Amazon schauen, obwohl der Buchladen um die Ecke dieselben Konditionen bietet", sagte Stadeler. Dabei wünscht er sich mehr Eigeninitiative der Händler. Diese könnten im Internet präsenter auftreten.

Foster soll Prado ausbauen

Erweiterungsbau soll bis 2019 fertig sein

Das Prado-Museum in Madrid hat den britischen Stararchitekten Norman Foster und seinen spanischen Berufskollegen Carlos Rubio am Freitag mit der Erweiterung beauftragt. Für 32 Millionen Euro soll dafür ein zwischen dem Museum und dem Retiro-Park gelegenes Gebäude aus dem 17. Jahrhundert umgestaltet werden. Regierungssprecher Iñigo Méndez de Vigo sagte, mit dem Projekt werde Madrid seine Position als eines der Topkunstzentren in Europa stärken. Der Prado gilt als das Museum mit dem reichhaltigsten Fundus an Meisterwerken aus der Zeit vor dem 20. Jahrhundert. Der Erweiterungsbau soll bis 2019 fertig gestaltet sein - in dem Jahr wird der Prado seinen 200. Geburtstag feiern. 1819 war das Museum eröffnet worden.

Engels-Haus in Wuppertal wird saniert

Der 200.Geburtstag von Friedrich Engels soll angemessen gefeiert werden

Das Engels-Haus in Wuppertal soll bis zum November 2020 restauriert und umgebaut werden. Damit wolle man die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der 200. Geburtstag von Friedrich Engels angemessen gefeiert werden könne, teilte die Stadtverwaltung mit. Derzeit sei das Gebäude - ein großbürgerliches Fachwerkhaus im Stil des Bergischen Spätbarocks - nur eingeschränkt nutzbar. Nach der Modernisierung soll das historische Gebäude auch künftig für Empfänge, Veranstaltungen und Trauungen genutzt werden können. Wegen der geplanten Arbeiten ist das Engels-Haus bereits seit dem 1.November gesperrt. Das danebenliegende Museum für Frühindustrialisierung kann aber weiterhin besucht werden.

Grütters fördert Forschung zu NS-Vergangenheit

Ausschreibung für deutsche Ministerien und Behörden

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat ein Forschungsprogramm zur Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit deutscher Ministerien und Behörden ausgeschrieben. Ziel sei ein ressortübergreifender Zugang, der Fragestellungen und Perspektiven ermögliche, die nicht auf eine einzelne Institution begrenzt seien, teilte die Staatsministerin in Berlin mit. Auch für vergleichende Forschung - etwa unter Einbeziehung von DDR-Behörden - sei das Programm offen. Für den Zeitraum von 2017 bis 2020 sollen den Angaben zufolge vier Millionen Euro zur Verfügung stehen. Das Bundeskanzleramt mit seiner "ressortübergreifenden Relevanz" werde als eigener Forschungsprogrammteil mit einer Million Euro gefördert. Das Bundesarchiv soll die Forschung koordinieren.

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