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Montag, 14.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 5. Mai 2019

Trickfilmpreis für "Bloeistraat 11"

Der niederländische Kurzfilm "Bloeistraat 11" hat den Grand Prix des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart gewonnen. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Geschichte einer Freundschaft zweier Mädchen (Drehbuch/Regie: Nienke Deutz) qualifizierte sich damit um das Rennen für einen Oscar. In der Begründung der Jury heißt es, durch einen außergewöhnlichen Umgang mit Animationstechniken und feinfühligem Design entstehe "eine Gefühlsnähe, die wir alle nachempfinden können". Der Film "nimmt uns auf die Reise in unsere eigene Kindheit und lässt uns beinahe körperlich noch einmal unsere Erinnerungen durchleben". Das sechstägige Festival ITFS ist mit rund 80.000 Besuchern am Sonntag zu Ende gegangen. Es gilt als eines der wichtigsten für den Animationsfilm weltweit und wurde zum 26. Mal ausgerichtet. In diesem Jahr gab es nach Angaben der Organisatoren in 14 Wettbewerben rund 130 Filme aus 62 Ländern.

Kritik an und Lob für aktuelle Gesetzesnamen

Der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Ernst Osterkamp, kritisiert aktuelle Gesetzesnamen. Titel wie "Gute-Kita-, Starke-Familien-, oder Geordnete-Rückkehr-Gesetz" verbänden Gesetzgebungsverfahren "mit den Strategien der Reklame", sagte Osterkamp dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Sie geben damit einen Vertrauensverlust gegenüber der Politik zu erkennen; schon deshalb sollte man auf sie verzichten." Wohlwollender äußerte sich dagegen der Politikwissenschaftler Everhard Holtmann von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: "Man kann darin den Sinn sehen, die Adressaten von Gesetzen stärker auf diese aufmerksam zu machen." Überdies sei damit "Eigenwerbung der Verantwortlichen verbunden". Gegen diesen "positiven Signalcharakter" sei nichts einzuwenden. Fraglich sei allerdings, ob ein inflationärer Gebrauch solcher Bezeichnungen langfristig zur Übersichtlichkeit beitrage, fügte Holtmann einschränkend hinzu.

Madonna für schwul-lesbisches Engagement geehrt

Die Popsängerin Madonna ist für ihren Einsatz für die Gleichstellung Homosexueller mit einem Preis geehrt worden. In der Nacht zum Sonntag nahm die Sängerin in New York bei der Vergabe der Medienpreise der Schwulen- und Lesbenorganisation GLAAD (Gay and Lesbian Alliance Against Defamation) den "Advocate for Change Award" entgegen. Dieser geht an Menschen, die durch ihr Lebenswerk die LGBTQ-Gemeinschaft unterstützen. Sie habe sich als Heranwachsende immer als Außenseiterin gefühlt, die nicht in die Gesellschaft hineinpasste, sagte Madonna in ihrer Dankesrede. Sie würdigte ihren Tanzlehrer aus Schulzeiten, einen schwulen Mann, der ihr als erste Person vermittelt habe, dass er an sie glaube, als Tänzerin, Künstlerin und als Mensch. Madonna hat sich nach Angaben der Preisverleiher weltweit in der Bekämpfung von Aids und für die Akzeptanz von LGBT-Menschen eingesetzt.

Schülerproteste gegen Mathematik-Abitur

In Bayern und Hamburg wehren sich Schüler gegen angeblich zu schwere Abiturprüfungen in Mathematik. In einer Online-Petition wird das bayerische Kultusministerium gebeten, den entsprechenden Notenschlüssel zu senken. In den Prüfungen würden Aufgaben gestellt, die vorher kaum einer gesehen habe. Das bestätigte der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband. Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) kündigte eine Überprüfung an. In einer Online-Petition von Hamburger Schülern heißt es, die Anforderungen der Mathematik-Abiturprüfung seien nicht erfüllbar gewesen. Die Schulbehörde hat nach Angaben eines Sprechers noch keine Rückmeldung auf die Prüfung vom Freitag.

Bayern unterstützt Erhalt von Zeppelinfeld in Nürnberg

Der Freistaat Bayern beteiligt sich mit gut 21 Millionen Euro an der baulichen Sicherung der Zeppelintribüne und des Zeppelinfelds in Nürnberg. Das hat die Stadt Nürnberg mitgeteilt. Die Gesamtkosten für die Hinterlassenschaften auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände der Nationalsozialisten belaufen sich demnach auf gut 85 Millionen Euro. Davon übernimmt der Bund die Hälfte, hatte der Bundestag bereits im Sommer beschlossen. Die Stadt Nürnberg finanziert das restliche Viertel. Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU) erklärte, das ehemalige Reichsparteitagsgelände müsse als "authentischer Erinnerungsort und als Mahnung für künftige Generationen" erkennbar bleiben.

Erste Preise beim Theatertreffen

Beim Theatertreffen in Berlin sind die ersten Preise verliehen worden. Das Bühnenkollektiv She She Pop erhielt den Theaterpreis Berlin. Die Auszeichnung der Stiftung Preußische Seehandlung ist mit 20 000 Euro dotiert. She She Pop wurde in den 90er Jahren am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft gegründet und besteht überwiegend aus Frauen. In Berlin wird ihr Stück "Oratorium" gezeigt. Von den ausgewählten zehn Inszenierungen deutschsprachiger Bühnen werden beim Theatertreffen neun gezeigt. "Das Internat" vom Schauspiel Dortmund kann wegen "Termin-Schwierigkeiten" nicht gezeigt werden. Regisseur Ersan Mondtag bekam aber den mit 10 000 Euro dotierten 3sat-Preis.

Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern beendet

Das Drama "Systemsprenger" von Regisseurin Nora Fingscheidt hat beim 29. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern drei Preise gewonnen: den mit 10 000 Euro dotierten Hauptpreis, den Kritikerpreis und den Förderpreis der Defa-Stiftung. Auf der Berlinale hatte der Film einen Silbernen Bären erhalten. Beim Festival in Schwerin konkurrierten 47 Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in vier Wettbewerben. Bei den Dokumentarfilmen setzte sich die deutsch-amerikanische Ko-Produktion "Let the bell ring" über einen Nachwuchsboxer durch. Als bester Kurzfilm wurde der deutsche Beitrag "Midas oder die schwarze Leinwand" geehrt. Den Kinderfilm-Wettbewerb gewann die deutsche Produktion "Cleo". Den Ehrenpreis des Festivals erhielt die Schauspielerin Katharina Thalbach.

Preisverleihungen beim Tribeca-Filmfestival

Beim Tribeca-Filmfestival in New York City sind die Gewinner gekürt worden. Bei den Spielfilmen siegte "Burning Cane" des heute 19 Jahre alten Regisseurs Phillip Youmans, der das Südstaatendrama vor zwei Jahren drehte. Den Preis als bester internationaler Film gewann "House of Hummingbird (Beol-sae)" aus Südkorea und den USA. Die deutsch-türkisch-amerikanische Co-Produktion "Noah Land" holte zwei Preise, für das Drehbuch von Autor und Regisseur Cenk Ertürk sowie für Hauptdarsteller Ali Atay. Die Publikumspreise gingen an die Komödie "Plus One" von Jeff Chan und Andrew Rhymer und an die Dokumentation "Gay Chorus Deep South" über schwule Sänger, die mit ihrer Musik in den tiefkonservativen Südstaaten Vorurteile abbauen wollen. Das Tribeca-Festival war 2002 unter anderen von Schauspieler Robert de Niro gegründet worden, um das New Yorker Stadtviertel im Süden Manhattans nach dem 11. September 2001 wiederzubeleben.

Sotheby's öffnet neue Räume mit Ausstellung

Das Auktionshaus Sotheby's hat seine aufwendig umgebauten Galerien in New York mit einer hochkarätigen Ausstellung wiedereröffnet. In den neuen Räumen mit nun mehr als 8000 Quadratmetern Gesamtfläche stellt Sotheby's eine Reihe von Gemälden unter anderem von Pablo Picasso und Claude Monet vor ihrer Versteigerung Mitte Mai aus. Neben kaufkräftigen Kunden können auch andere interessierte Besucher kostenlos in das Gebäude in der Upper East Side. "Das ist nicht länger ein Auktionshaus, sondern ein vielfältiges Kunstobjekt", sagte Architekt Shohei Shigematsu. Die von ihm designten, besonders hohen und großen Räume sollen mehr Platz für umfangreiche Kollektionen und große Bilder bieten. Für besonders exklusive Käufer gibt es neun Galerien, in denen Geschäfte unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgewickelt werden können.

WikiLeaks-Chef erhofft sich Hilfe von Deutschland

Der Chefredakteur von WikiLeaks, Kristinn Hrafnsson, hat Deutschland aufgefordert, sich für den WikiLeaks-Gründer Julian Assange einzusetzen. Er erhoffe sich von den Deutschen, "dass sie Widerstand leisten gegen diese unverhältnismäßige Verfolgung", sagte er im "Spiegel". Durch den Antrag der USA auf Auslieferung Assanges sehe er "nicht nur die Pressefreiheit angegriffen, die Verfolgung von Assange ist auch ein Angriff auf unsere Demokratie", sagte Hrafnsson. Julian Assange wartet in einem Londoner Gefängnis auf die Gerichtsverhandlung über den US-Antrag, ihn nach Amerika auszuliefern. Das US-Justizministerium wirft ihm Verschwörung vor.

Theater-Macherinnen begrüßen Frauenquote

Schauspielerinnen und Theater-Macherinnen haben die angekündigte Frauenquote beim jährlich stattfindenden Theatertreffen in Berlin begrüßt. Die Schauspielerin Caroline Peters sagte im Deutschlandfunk Kultur: "Ich glaube, dass das Theater ähnlich wie Krankenhäuser eine stark hierarchische Struktur ist, die immer noch sehr, sehr altmodisch funktioniert. Da sind aus reiner Tradition heraus die Männer einfach sehr weit vorne." Wenn eine junge Regisseurin einen Flop produziere, sei sie raus aus dem Geschäft. Bei einem Mann sei das anders. Mit einer Quote könne dort Gleichberechtigung erlangt werden. Die Theater-Macherinnen Lisa Lucassen und Berit Stumpf vom Performance-Kollektiv "She She Pop" sprachen von "einem Anfang". 50 Prozent seien nicht radikal, sondern "nicht mehr und nicht weniger als gerecht". Die Schauspielerin Ursina Lardi sagte, sie halte das für eine gute Entscheidung. "Das ist natürlich eine Übergangsphase, und ich hoffe, dass das zügig in die Basis ausstrahlt, damit dass dann nicht mehr nötig ist."

Rocksänger Jack White erhält Ehrendoktorwürde

Der US-Rocksänger Jack White ist zum Ehrendoktor ernannt worden. Der 43-Jährige bekam die Auszeichnung von der Wayne State University in Detroit, die er kurzzeitig einst besucht hatte. Die Hochschule würdigte seinen "Einsatz für Detroit und beachtliche Beiträge zu den Künsten". White wurde auch für seine örtliche Wohltätigkeitsarbeit gelobt. Der Sänger, Songschreiber und Produzent sagte, er hätte sich anfangs nur wenige Filmkurse an der Universität leisten können. Sie hätten aber seine Arbeit inspiriert. White ist in Detroit geboren. Er hat mehrere Grammy Awards sowie Nominierungen für die begehrten Musikpreise bekommen - sowohl als Solokünstler als auch als Mitglied der Bands "The White Stripes", "The Raconteurs" und "The Dead Weather".

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