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Fazit | Beitrag vom 14.09.2020

Treffen der EU-KulturministerinnenAuf der Suche nach Geld, Gemeinschaft und Identität

Christiane Habermalz im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, steht zusammen mit den EU-Kulturministerinnen und Kulturministern im Bundeskanzleramt in Berlin für ein Gruppenbild zusammen.  (dpa / Bernd von Jutrczenka)
Beratungen auf Abstand. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, mit EU-Kulturministerinnen und Kulturministern im Bundeskanzleramt. (dpa / Bernd von Jutrczenka)

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sich in Berlin mit acht EU-Kulturministern getroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche: finanzielle Hilfen für Kulturschaffende und das gemeinsame kulturelle Erbe. Beschlüsse gab es am Ende keine.

Erste Etappe Kanzleramt, dann zum Humboldtforum: Geplant war eine größere Konferenz zum kulturellen Erbe, vor allem durch Corona wurde ein Arbeitstreffen im kleineren Kreis daraus. Immerhin acht der europäischen Kulturminister waren tatsächlich physisch vor Ort: aus Spanien, Frankreich, Portugal, Belgien, Niederlande, Kroatien, Luxemburg und Slowenien.

Arbeitstreffen im kleinen Kreis

Was europaweit zur Verbesserung der Lage der Kultur getan werden kann, stand im Mittelpunkt der Gespräche. "Von einer Milliarde für die Kultur wie in Deutschland können Kulturschaffende in vielen anderen EU-Ländern nur träumen", erklärt unsere Kultur-Korrespondentin Christiane Habermalz. Die Minister wollen sich deshalb nun dafür einsetzen, dass EU-Corona-Hilfsprogramme der Kultur stärker zu Gute kommen.

Außerdem sei es in den Gesprächen um das gemeinsame kulturelle Erbe gegangen - inwieweit Kultur in Zeiten wachsender Nationalismen Gemeinschaft und Identität stiften kann.

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Die Aufarbeitung des Kolonialismus stand hingegen nicht auf der offiziellen Agenda, trotz des Humboldtforums als symbolträchtigen Ort der politischen Begegnung. "Das ist bedauerlich", sagt Habermalz, "denn es ist eines der großen kulturpolitischen Themen heutzutage in Europa. Die Fragen sind überall die gleichen. Wie geht man mit kolonialen Denkmälern, geraubten Kulturgütern um, wie stellt man sich dieser Vergangenheit? Wie könnte man dabei zusammen arbeiten?"

Zu Beschlüssen kam es in Berlin nicht. Das Besprochene soll auf Fachebene in Brüssel fortgesetzt werden. Das nächste Treffen soll im Dezember stattfinden.

(mfied)

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