Seit 14:05 Uhr Kompressor

Dienstag, 20.11.2018
 
Seit 14:05 Uhr Kompressor

Fazit / Archiv | Beitrag vom 20.11.2016

Trauer um Theaterregisseur und SchauspielerHeribert Sasse - "Er war ein Mann voller Leidenschaft"

Peter Claus im Gespräch mit Britta Bürger

Podcast abonnieren
Heribert Sasse  (picture alliance / dpa / Uhlemann Thomas)
Heribert Sasse (picture alliance / dpa / Uhlemann Thomas)

"Er hat die klassische Schauspielkunst geliebt mit dem Mut zum Vorführen, zum Pathos und - wie wunderbar - zum Moralisieren", sagt der Theaterkritiker Peter Claus über Heribert Sasse. Der Regisseur, Theaterleiter und Schauspieler starb am Samstag überraschend im Alter von 71 Jahren.

Über viele Jahre war er vor allem an Berliner Bühnen tätig - der österreichische Regisseur, Theaterleiter und Schauspieler Heribert Sasse. Er starb am Samstag überraschend im Alter von 71 Jahren, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Wiener Theater in der Josefstadt.

"Leidenschaft ist für Heribert Sasse das entscheidende Stichwort. Er hat die klassische Schauspielkunst geliebt mit dem Mut zum Vorführen, zum Pathos und - wie wunderbar - zum Moralisieren. Er war ein politisch immer hellwacher Mann", sagt der Deutschlandradio-Kultur-Theaterkritiker Peter Claus über den Schauspieler, Regisseur und Theaterintendanten Sasse. 

Lange Schaffensjahre in Berlin

Der gebürtige Linzer gehörte dem Ensemble des Theaters in der Josefstadt seit 2006 an. Erst in der vergangenen Woche hatte er hier bei der Premiere von "Die Verdammten" als Joachim von Esselbeck auf der Bühne gestanden. Neben seiner umfangreichen Theaterarbeit sorgte Sasse seit 2007 in mehreren Wiener "Tatort"-Folgen mit Harald Krassnitzer als Kommissar Weiler für den legendären "Wiener Schmäh". Im Kino war er unter anderem in dem 2008 gestarteten Film "Falco - Verdammt, wir leben noch!" zu sehen.

Sasse hatte zunächst ein Musikstudium absolviert, ehe er 1968 als Schauspieler am Wiener Volkstheater debütierte und 1969 erstmals in München Regie führte. In Berlin leitete er in den 80-er und 90er-Jahren mehrere Bühnen. Am Renaissance-Theater war Sasse in Personalunion als Intendant, Regisseur und Schauspieler erfolgreich. Von 1985 bis 1990 war er Generalintendant der Staatlichen Schauspielbühnen Berlins, von 1995 bis Ende 2001 leitete er das Schlosspark-Theater.

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDie blutige Spur des Wolfs
Ein Kind berührt in einem Museum einen ausgestopften Wolf (imago stock&people)

Den Wolf und seine Rolle im Straßenverkehr diskutiert endlich auch das Feuilleton. Denn das Tier zog seine blutige Spur lange genug nur durch die Lokalspalten. Die "taz" interpretiert nun literaturkundig: Was früher der böse Wolf mit Rotkäppchen tat, macht heute das Auto.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 9Überwältigende Übergänge
Die Schauspielerin Sesede Terziyan (als Elisabeth) steht am 10.01.2018 in Berlin bei der Fotoprobe zu dem Stück "Glaube Liebe Hoffnung" im Maxim Gorki Theater auf der Bühne. (picture alliance / Britta Pedersen / dpa)

Ist das "Postmigrantische Theater" ein Erfolg? Wie erlebten jüdische Bühnenkünstler Deutschland eigentlich nach ihrer Rückkehr aus dem Exil? Im Theaterpodcast #9 schauen wir auf einschneidende Übergänge und erinnern an den verstorbenen Theaterkritiker Dirk Pilz.Mehr

Folge 8"Siegreich" und "schiffbrüchig"
Porträt der Kulturmanagerin Adolphe Binder. (picture alliance / dpa / Caroline Seidel)

Was steckt hinter der Theaterkrise in Wuppertal und den Vorwürfen gegen Jan Fabre? Warum sind die Arbeiten des Regisseurs Jürgen Gosch so unvergesslich? Im September-Theaterpodcast schauen wir auf "siegreiche" und "schiffbrüchige" Theatermacher.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur