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Montag, 23.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 8. Mai 2019

Trauer um Ingomar von Kieseritzky

Der Schriftsteller Ingomar von Kieseritzky ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Das gab die Berliner Akademie der Künste bekannt, deren Mitglied der gebürtige Dresdner seit 1998 war. Sein Werk umfasst vor allem experimentelle Prosa sowie zahlreiche Hörspiele. "Mit Ingomar von Kieseritzky verliert die deutsche Literatur einen ihrer großen Diagnostiker, der es mit präzisem Blick verstand, die Symptome unserer Welt zu lesen, die man in heilloser Anstrengung wie stets vergeblich zu therapieren versucht", würdigte die Akademie-Präsidentin Janine Meerapfel den Verstorbenen.

Schriftsteller Wolfgang Körner gestorben

Der Dortmunder Schriftsteller Wolfgang Körner ist tot. Wie die Stadt Dortmund mitteilte, starb er bereits am 25. April im Alter von 81 Jahren. Körner war in den 60er Jahren Mitglied der Dortmunder Gruppe 61, gemeinsam mit Günter Wallraff, Max von der Grün und Erika Junge. In seinem Roman "Nowack" setzte er sich literarisch mit dem Ruhrgebiet auseinander. Bundesweit bekannt wurde Körner mit dem Drehbuch für die Kult-Serie "Büro Büro" und mit dem Buch "Der einzig wahre Opernführer". Er wurde unter anderem mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis ausgezeichnet.

Veranstalter wollen "Fusion" stattfinden lassen

Trotz des anhaltenden Streits um das Sicherheitskonzept des alternativen Kulturfestivals "Fusion" in Mecklenburg-Vorpommern wollen die Veranstalter das Fest im Juni stattfinden lassen. "Wir hoffen auf eine Einigung", sagte Martin Eulenhaupt für den Veranstalter Kulturkosmosin Berlin. Es könne aber sein, dass die Auseinandersetzung auf juristischer Ebene fortgesetzt werde. Entzündet hatte sich der Streit an Sicherheitsbedenken des Neubrandenburger Polizeipräsidenten. Der will erstmals eine Polizeiwache und Streifen auf dem privaten Festivalgelände in Lärz durchsetzen. Die Veranstalter sehen den Vorstoß als Bruch mit der Philosophie des Festivals, das auf die Freiheit der Kunst und freie Entfaltung der Gäste baue. Zur «Fusion» vom 26. bis 30. Juni werden rund 70 000 Gäste erwartet.

ZDF zeigt veränderten Spot der Satire-Partei Die Partei

Nach dem Streit um die Ausstrahlung eines Spots der Satire-Partei Die Partei wird das ZDF nun eine leicht veränderte Version zeigen. Diese entspreche den Anforderungen, sagte eine ZDF-Sprecherin in Mainz. Der Sender hatte die Ablehnung der früheren Version damit begründet, dass der Spot die Voraussetzungen des ZDF-Staatsvertrags für das Einräumen von Sendezeit anlässlich der Wahl zum Europäischen Parlament nicht erfüllt habe. Es sei ein Aufruf zur Unterstützung der Organisation Sea-Watch gewesen, die sich für die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer einsetzt. Für den Zuschauer sei in dem ursprünglichen Spot nicht ersichtlich gewesen, dass es sich um Wahlwerbung für Die Partei handele, sagte die ZDF-Sprecherin. "Das wurde geändert."

Salman Khan: Mit Lernvideos zum Asturien-Preis

Seine Videos gehen um die ganze Welt. Der US-Mathematiker, Ingenieur und Pädagoge Salman Khan und sein kostenloses Lernportal Khan Academy werden nun mit dem angesehenen spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Internationale Kooperation geehrt. Die 2008 gegründete Khan Academy ist eine nicht-kommerzielle Webseite, die durch Spenden unter anderem von US-Unternehmer und Mäzen Bill Gates finanziert wird. Sie enthält rund 20 000 Videos aus Bereichen wie Mathematik, Geschichte, Naturwissenschaften und Wirtschaft, die von rund 60 Millionen registrierten Benutzern bereits insgesamt mehr als 1,4 Milliarden Mal gesehen wurden. Die Prinzessin-von-Asturien-Preise sind nach der spanischen Thronfolgerin benannt und gelten als "die spanischen Nobel-Preise".

Mexikanischer Maler Rafael Coronel Arroyo gestorben

Der mexikanische Maler Rafael Coronel Arroyo ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie mit. Der aus Zacatecas stammende Künstler war der Schwiegersohn des großen Muralisten Diego Rivera (1886-1957) und galt selbst als einer der bedeutendsten Maler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in dem lateinamerikanischen Land. Coronel Arroyo, geboren im Oktober 1931, wurde der sogenannten "Generación de la Ruptura" zugerechnet, einer Generation von Avantgarde-Künstlern, die mit der traditionellen Malerei Mexikos brechen wollte. Seine späteren Werke, darunter viele Porträts, wurden als "hyperrealistisch" beschrieben.

Österreichischer Staatspreis für Houellebecq

Als "Schöpfer eines höchst eigenwilligen literarischen Werks" wird der französische Autor Michel Houellebecq mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur ausgezeichnet. Laut Jurybegründung ist der 63-Jährige "eine der einflussreichsten Stimmen der europäischen Gegenwartsliteratur." Die Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Preises findet am 26. Juli in Salzburg statt.

Filmbranche beklagt Autorenmangel

Der Filmbranche in Deutschland fehlt es aus Expertensicht an Autoren. "Es herrscht großer Notstand im Bereich Autoren, weil wahnsinnig viel entwickelt und geschrieben wird", sagte Christian Rohde vom Talentmanagement der Film- und Fernsehproduktionsfirma UFA bei der Media Convention Berlin (MCB), die parallel zur Digitalkonferenz re:publica stattfindet. Die Ausbildung des Filmnachwuchses habe sich in der Vergangenheit enorm auf die Regie konzentriert, die Filmhochschulen müssten den Fokus stärker auf Autoren legen.

Aachener Friedenspreisträger bekannt gegeben

Der Aachener Friedenspreis geht in diesem Jahr an den ukrainischen Blogger und Aktivisten Ruslan Kotsaba und zwei Initiativen für die Abschaffung von Nuklearwaffen. Dies teilte der Verein Aachener Friedenspreis in Aachen mit. Der mit jeweils 2000 Euro dotierte Preis wird am 1. September verliehen, dem internationalen Antikriegstag. Kotsaba stammt aus aus der Westukraine und setzt sich den Aachener Preisverleihern zufolge für Verhandlungen und eine friedliche Lösung des Konflikts im Osten der Ukraine ein. 2015 wurde er unter anderem wegen angeblichen Landesverrats verhaftet. Darüber hinaus wurde der zweigeteilte Aachener Friedenspreis dem "Initiativkreis gegen Atomwaffen" und dem bundesweiten Netzwerk "Büchel ist überall! Atomwaffenfrei.Jetzt!" zuerkannt. Der Initiativkreis streitet den Angaben zufolge seit 1996 in Büchel für den Abzug der dort stationierten US-Atomwaffen.

Soziologe Kurt Lang gestorben

Der deutschstämmige US-Soziologe und Experte für Nazideutschland, Kurt Lang, ist tot. Er starb bereits am 1. Mai im Alter von 95 Jahren, wie seine Tochter Glenna Lang bekanntgab. Gemeinsam mit seiner Frau Gladys schrieb er mehrere Bücher über den Einfluss des Fernsehens auf die Politik und die öffentliche Meinung. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er an der Seite der US-Armee und war anschließend in die Entnazifizierung der deutschen Gesellschaft eingebunden.

Fontane-Literaturpreis geht an Peggy Mädler

Der Fontane-Literaturpreis geht im Jahr des 200. Geburtstags des Schriftstellers an die Autorin Peggy Mädler. Die mit 40 000 Euro dotierte Auszeichnung wird erstmals gemeinsam von der Fontanestadt Neuruppin und dem Land Brandenburg gestiftet. Mädler arbeitet als freie Dramaturgin und Autorin in Berlin. "In literarischer Perfektion beschreibt sie Land und Leute, ihre Seele und ihre Sehnsüchte, ihre Prägungen und ihr Scheitern - ganz in der Tradition Theodor Fontanes", heißt es in der Jurybegründung. Mädlers aktueller Roman heißt "Wohin wir gehen". Der Preis soll am 31. Mai bei der Eröffnung der Fontane-Festspiele in Neuruppin überreicht werden, teilten Stadt und Land mit.

Kulturinstitutionen setzen Zeichen gegen Rechts

Rund 40 Kulturinstitutionen in Sachsen-Anhalt haben sich gegen Rechtspopulismus und für Kunstfreiheit ausgesprochen. Sie veröffentlichten am Mittwoch, dem Tag der Befreiung, die sogenannte "Erklärung der Vielen Sachsen-Anhalt", wie die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle mitteilte. Mit dem Zusammenschluss wollen sich die Akteure aus Theater, Kunst, Musik und der freien Szene für eine solidarische und offene Kultur- und Kunstszene stark machen. Rechte Gruppierungen und Parteien sollen ihren Forderungen zufolge keine Handhabe haben, in die Kunstfreiheit einzugreifen. Die Initiative ist nach eigenen Angaben Teil der bundesweiten Kampagne des Vereins "Die Vielen". Zu den Unterzeichnern gehörten unter anderen die Kunsthochschule sowie die Stiftung Bauhaus Dessau.

Auschwitz protestiert vor Buchmesse von Turin

Vor Italiens wichtigster Buchmesse ist ein Streit um die Teilnahme eines Verlags entbrannt, der einer neofaschistischen Partei nahe steht. Das Museum des ehemaligen Konzentrationslagers in Auschwitz drohte mit der Absage der Teilnahme an der Messe in Turin, sollte der Verlag Altaforte dabei sein. Man könne von Holocaust-Überlebenden nicht verlangen, "den Raum mit jemandem zu teilen, der die historischen Fakten leugnet, die zum Holocaust geführt haben", heißt es in einem unter anderem vom Direktor des Museums Piotr Cywinski unterzeichneten Brief an die Stadt Turin. Mehrere italienische Intellektuelle und Autoren hatten ihre Teilnahme an der Buchmesse bereits aus Protest abgesagt. Die Schau läuft vom 9. bis 13. Mai.

Traumstrand aus "The Beach" bis 2021 geschlossen

Der Traumstrand aus dem Hollywood-Film "The Beach" auf einer thailändischen Insel soll noch mindestens zwei Jahre geschlossen bleiben. Dies kündigte der Meeresbiologe Thon Thamrongnawasawat, nach einer Sitzung der Behörden in Bangkok an. Zuletzt waren am Strand Maya Bay auf der Insel Ko Phi Phi Leh täglich bis zu 7000 Besucher unterwegs. Die meisten kamen für eine Tagestour mit Booten vom Festland. Die längere Schließung soll der Natur - insbesondere den Korallen - helfen, sich vom Ansturm der vergangenen Jahre zu erholen. Nachdem "The Beach" mit Leonardo DiCaprio im Jahr 2000 in die Kinos kam, wurde das Original regelrecht belagert. Viele Touristen stellten sich ins Wasser, um vor der Traumkulisse Selfies zu machen und brachen auch Korallen ab.

Jan Fleischhauer wechselt vom "Spiegel" zum "Focus"

"Spiegel"-Autor Jan Fleischhauer verlässt das Hamburger Nachrichtenmagazin nach drei Jahrzehnten und wechselt zum Burda-Verlag. "Er wird ab August für das Nachrichtenmagazin "Focus" unter anderem als Kolumnist tätig sein", teilte das Medienunternehmen in München mit. Außerdem wird er die Social-Media-Aktivitäten des Magazins "Focus" koordinieren. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte Fleischhauer (57): "Ich wollte mal was anderes machen." Er scheide nicht im Bösen, seine Kolumne im "Spiegel" wolle er noch bis Juni weiterschreiben.

Künstler unterstützen Ekrem Imamoglu

Nach der Annullierung der Bürgermeisterwahl in Istanbul hat sich der abgesetzte Gewinner, Ekrem Imamoglu, an Künstler und Kulturschaffende gewandt. Der Politiker der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP) forderte sie auf, für die Demokratie aufzustehen. Daraufhin solidarisierten sich bildende Künstler, Regisseure, Schriftsteller und Musiker mit unzähligen Nachrichten unter dem Hashtag #AllesWirdSehrSchön mit dem suspendierten Imamoglu. Darunter auch Prominente wie der Komiker und Regisseur Cem Yilmaz, der Popsänger Tarkan, der Pianist Fazil Say und der Schriftsteller Ahmet Ümit. Mit einer knappen Mehrheit von 13.000 Stimmen war Ekrem Imamoglu zum Oberbürgermeister von Istanbul gewählt worden. Die staatliche türkische Wahlkommission hatte auf Betreiben von Präsident Erdogan Neuwahlen angeordnet. Am 23. Juni soll wieder gewählt werden.

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Fazit

Zum Tod von Sigmund JähnDer Kosmonaut der Herzen
Sigmund Jähn, früherer Kosmonaut und erster Deutscher im Weltall, steht im Kosmonautenzentrum in Chemnitz vor dem Modell des Raumschiffes Mir. Jähn besuchte die Einrichtung aus Anlass des 40. Jahrestages der Namensgebung Kosmonautenzentrum "Sigmund Jähn". (Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

"Ein unglaublicher Brückenbauer" sei Sigmund Jähn gewesen, sagt Raumfahrt-Experte Dirk Lorenzen über den deutschen Raumfahrt-Pionier, der nun im Alter von 82 Jahren gestorben ist. In der Bundesrepublik hätte Jähn mehr gewürdigt werden müssen.Mehr

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